Zeiten der Erinnerung

Ich schloss die Tür leise hinter mir und schlich mich wieder in die Stube, wo nachwievor der Fernseher lief. Ich nahm mir die Fernbedienung und strich über sie, sofort ging er aus.

Dann bewegte ich mich zu einer großen weißen Tür und legte meinen rechten Daumen auf eine winzige Metallplatte die an der Wand hing. Sie scannte meinen Finger und es leuchtete eine grüne Lampe auf. Die Doppeltür schwang auf und schloss sich wieder, sobald ich hinein getreten war. 

Dies war einer der Räume im Haus die nur ich betreten konnte. Ohne meine Erlaubnis kann niemand in diesen Raum gelangen.

Dieser Raum war Schneeweis und am anderen Ende prägte eine große, hellbraune Schiebetür die Wand. Mitten im Raum stand eine großer schwarzer Flügel.

Auch wenn ich nicht oft auf im Spielte war er stetz blitzblank, was ich wohl meinen Hauskobolden zu verdanken habe. Hauskobolde sind kleine Wesen, die etwas aussehen wie Gartenzwerge, wenn auch die Zipfelmütze fehlt. Statt der tragen sie einen winzigen hellgelben Helm.

Meine kleinen Kobolde sind für alles im Haus zuständig sie reparieren alles was kaputt gegangen ist und säubern das ganze Haus von oben bis unten.

Niemand außer mir hat sie jemals gesehen, selbst wenn derjenige eigentlich Feenwesen sehen kann. Kobolde dieser Art sind 1. Nachtaktiv und 2. sehr scheu. Ich kann wohl froh sein das ich sie hin und wieder  zu Gesicht bekomme wenn sie etwas wissen wollen.

Ich ging am Flügel vorbei und streifte mit meinen Händen das pechschwarze Holz. Es war glatt, wie am ersten Tag obwohl das Klavier schon mehrere hundert Jahre alt war.

Ich ging um ihn herum und setzte mich auf den Hocker.

Langsam legte ich meine Finger auf die Tasten und tippte mit dem Zeigefinger leicht eine herunter.

Ein sanfter Ton durchlief den Raum und ich spielte weiter. Am Anfang waren es nur langsam nacheinander gespielte Töne, doch nach ein paar Sekunden spielte ich wieder richtig.

Ach, wie habe ich das vermisst... Eine ruhige leise Melodie kam aus dem Flügel und erfüllte den Raum mit Musik die beruhigte.

Als das Lied zu Ende war, stand ich auf und ging weiter. Dort an der rechten Wand stand eine große Staffelei mit einer etwas kleineren, aber doch großen Leinwand darauf.

Das Bild war bereits fertig, ich hatte es vor 2 Tagen vollendet. Auf ihm war ein Wasserfall zu sehen, der in einen kleinen Tümpel plätscherte und um diesen Tümpel standen viele bunte Blumen die dem ganzen viel Farbe verlieh. Es sah aus wie aus einer anderen Welt. So ruhig und klar, als könnte man einfach hinein tauchen und sofort an diesem wundervollen Ort rauskommen. Was würde ich manchmal nicht alles dafür geben um mein Leben gegen das eines anderen einzutauschen. Doch ich wollte immer so sein, schon als ich 15 war... also richtig 15, habe ich mir immer ausgemalt wie ich etwas anderes als ein normaler Mensch war. Wie ich ein anderes Leben führte, weit weg von diesem langweiligen Altagsmist dieser langweiligen Alltagsmenschen.

Doch manchmal, in einem Moment der Schwäche, wünschte ich mir mein altes Leben zurück. Ohne diese ganzen Turbolenzen und Verschwörungen gegen sonst wen.

Ich wandte mich von dem Bild ab und schaute zu der großen, hellbraunen Schiebetür die am anderen Ende des Zimmers war. Die Tür ging auf und ein weiterer, etwas kleinerer Raum kam zu Vorschein. Dieser Raum war in einem sanften rosa gestrichen und viele Schaufensterpuppen, Stoffrollen und Regale standen in ihm. Mitten im Raum fußte ein Schreibtisch aus dunklem Holz. Auf ihm lagen viele bunte Stofffezen und Papiere mit Kritzeleien. Lange ist es her das ich hier mal was geschneidert habe, aber es hat sich einfach keine Gelegenheit ergeben wo man schicke Ballkleider oder etwas dergleichen brauchte. Außerdem bin ich nur sehr selten hier. Wenn man so ist wie ich, braucht ständig irgendjemand deine Hilfe. Ich meine ich will ja nicht klagen, ich mache das sogar super gerne aber manchmal brauch ich mal etwas weniger Stress! Ich Wandel in so vielen Welten, Welten die eigentlich nicht zusammen gehören... Manchmal ist es schwer darüber den Überblick zu behalten. Doch in jeder dieser Welten habe ich Freunde gefunden, für die ich mein Leben geben würde ohne mit der Wimper zu zucken.

Was sollte ich nun nur tun? Ich bin gerade erst wieder in die Stadt gekommen, und muss schon wieder weg, dabei habe ich schon bei ein paar meiner Freunde hier zugesagt. Caroline wollte ihren Geburtstag noch einmal feiern, da ich bei eigentlichen Fest nicht abkömmlich war. Und in einer Woche findet in der Stadt der alljährliche Weihnachtsball statt. Ich hatte bereits zugesagt und jetzt das. Wie soll ich ihnen nur erklären das ich schon wieder weg muss? Aber ich habe keine Wahl, morgen früh reise ich wieder ab.

Kommentare

  • Author Portrait

    ich finde die story bisher echt toll

  • Author Portrait

    Habe jetzt gerade deine Story durchgelesen und sie gefällt mir gut, besonders der neueste Teil gefällt mir, es hat darin viel Gefühl und man spürt wie hin und her gerissen die Hauptfigur zwischen all den Möglichkeiten ist, die ihr ihre Welt bietet. Eine Fortsetzung würde mich freuen!

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Feenstaub

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