Zwei Jahre später

Weitere zwei Jahre waren vergangen. Silvias Papa war im Winter verstorben. Silvia war sehr traurig darüber, aber sie wusste insgeheim, dass jetzt alles ein Wenig leichter werden würde.Tommy war ein hübscher lebendiger Junge geworden. Er hatte brünettes Haar und braune Augen wie seine Mutter und war, das möchte erwähnt sein, gut erzogen. Gut erzogen im Sinne von Benehmen, Grüßen, Danken und trotzdem war er ein Junge mit Persönlichkeit. Silvia hatte ein gutes Gespür dafür bewiesen, wie sie ihm genug Freiraum und perfekt positionierte Grenzen setzen konnte. Man konnte diesem kleinen Wirbelwind nicht böse sein und wenn er etwas angestellt hatte, war er immer ganz zerknirscht. Er besuchte den Kindergarten und zählte zu den intelligentesten Kindern, das durch große soziale Kompetenz und ausgeprägten Gerechtigkeitssinn des Öfteren positiv auffiel.

Silvia liebte ihren Sohn über alles. Sie verdiente mittlerweile ganz gut und die Mieteinnahmen aus der Wohnung gestatteten ihr, Tommy und Oma endlich ein einigermaßen komfortables Leben. Natürlich kostet ein Drei-Personen-Haushalt Geld, aber durch die Mieteinnahmen, mussten sie nicht mehr jeden Cent umdrehen, sondern konnten auch mal qualitativ hochwertig einkaufen und nicht mehr nur die Aktionen aussuchen. Silvia war klug genug, jeden Monat etwas zur Seite zu legen. Das hatte sich auch nach Vaters Ableben bewährt. Sterben ist teuer. Vor allem für die Hinterbliebenen. Ihre Mutter war mittlerweile sehr froh, damals auf ihre Tochter gehört zu haben, denn mittlerweile ging es den Dreien recht gut. Einzig die Tatsache, dass Silvia offenbar überhaupt kein Interesse an Männern zeigte, bekümmerte sie etwas. Einen Mann, der Silvias Vorstellungen entsprach, würde es wahrscheinlich gar nicht geben. Das war ein Punkt, der öfter zu Spannungen zwischen den Beiden führte. "Meine Vorstellungen, meine Vorstellungen... Ich habe gar keine Vorstellungen! Ein Mann, der mir entsprechen will, der darf sich nicht verstellen um so zu sein! Er muss einfach so gestrickt sein. Ich werde schon merken, wenn er vor mir steht! Suchen werd ich ihn nicht! Sicher nicht, Mama!" Nach so einem Streit, der wieder einmal aus dem Nichts entstanden war, fuhr Silvia mit Tommy in ihre Wohnung, aus welcher der Mieter mit seiner Familie nach einem weiteren Kind wegen Platzmangels kürzlich ausgezogen war. Trotzig blieb sie mit Tommy über Nacht dort, um Oma ihre ständige Nörgelei wegen eines Partners endgültig auszutreiben. Dabei merkte sie, dass es schon angenehm war, eine eigene Wohnung zu haben. Am folgenden Tag fuhr sie mit ihrem Sohn zu ihrer Mutter und vereinbarte mit ihr, dass sie wieder in ihre Wohnung ziehen würde. Nachdem kein Pflegegeld mehr zu bezahlen war, konnte sich Oma ihr Haus wieder leisten. Silvia und Tommy zogen wieder in die Wohnung, kamen aber jeden Tag zu Oma, weil Tommy nach dem Kindergarten bei ihr blieb, bis Silvia aus der Arbeit kam. Meistens wurde dann mit Oma zusammen zu Abend gegessen und dann nach Hause gefahren. Man vertrug sich wieder und Oma hütete sich, das Thema Mann jemals wieder in den Mund zu nehmen. Nach wie vor war Tommy Silvias Sonnenschein und sie nahm sich soviel Zeit wie irgend möglich für ihn. Der Sommer war gekommen und die Sonne sorgte für gute Laune. Silvia würde heuer oft mit ihm zum Baden fahren...

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