04 - Eine sagenumwobene Flaschenpost

15Jahre später.

Jack ist nun schon sehr heran gewachsen und ein stattlicher Junge in dunkler Pluderhose und weissem weiten, sehr weitem Leinenhemd geworden. An seiner Hose ziert eine goldene viereckige Schnalle, die den Gürtel und somit auch die Hose hält. Jack hat genau gekommen kein zu Hause sondern ist mal hier und dort. Wenn er müde ist sucht er sich eingemütliches Plätzchen, richtet sich ein und schläft. Diese Orte können im bequemsten falle ein Bett oder eine Hängematte sein. Doch auch Fässer, Stühle oder Bänke als auch weit unbequemere Ort sind vor Jack nicht sicher. 

Diesesmal machte es sich Jack am Strand zwischen Felsen bequem. Er lag da zwischen zwei Felsen in einer Spalte und hatte seine Beine hochgelager und seine Arme hinter den Kopf verschränkt. Das Rauschen des Meeres und der Duft von salzigem Wasser und natürlich das Kreischen der Seemöwen nicht zu vergessen war für sein Gemüt die reinste Wohltat und sorgten für einen geruhsamen Schlaf. 

Eine Möwe flog gerade über seinen Kopf hinweg als sie im Fluge etwas fallen lies und somit einen freundschaftlichen Gruss aussante. Mit einem lauten klatsch landete dieser grosse Schiss mitten im Gesicht von Jack, woraufhin er erschrocken aufwachte und wild mit den Armen ruderte. Als Jack nun so einigermassen wach war, es dauerte noch einwenig und dieser eine Möwenschiss richte daher nicht ganz aus, rollte aus dem nahe, sehr nahe gelegenen Meer eine Welle auf ihn zu die ihn schlussendlich vollständig übergoss. Erneut wedelte Jack wild unkontrolliert mit seinen Armen. Als er schliesslich Halt an einem Felsen gefunden hatte, blickte er in ein Gesicht mit Stilaugen. Diese mochten gerade zwei oder drei Zentimeter von seinem Gesicht entfernt sein und gehörten einer Kreatur die in einer grossen Muschel wohnte und soeben von der Welle auf jenen Felsen gespült wurde an dem er sich gerade festhielt. Ein zwei al blinzelten diese Stilaugen bevor ein anderer Teil dieser Kreatur ihm in die Nase kniff, was Jack mit einem unaussprächlichem Fluch und dem Wörtchen "Aua!" lauthals bekannt gab. Eine weitere Welle übergosse Jack und er neut flog eine Möwe über seinen Kopf hinweg. Wieder einmal klatschte es ihm direkt auf dem Kopf und wurde anschliessend von der Kreatur mit den Stilaugen in den linken Fuss gekniffen. Jack sprang sich den Fuss haltend auf und hüpfte am Strand wild umher. Wobei er den Verursacher dieser Schmerzen vorrübergehend erfolgreich abschüttelte. Dieser Wiedersache war schnell denn es hatte sechs Beinchen und verstecke sich rasch im Kragen von Jack's Hemd. Und war seither Dauergast und mitreisender, was Jack zunächst gar nicht mitbekam.

Während Jack so am Strand umher hüpfte und soeben dem Meer seine Rückseite präsentierte, geschah es das eine weitere und noch grössere Welle Anlaf nahm. Auf ihrer Schaumkrone schob sie etwas vor sich her. Ein kleiner, sehr alter und scheinbar sehr harter Gegenstand, den die Well mit dem letzten Schwung auf Jack warf bevor sie in sich zusammenviel. Dieser Gegenstand traf Jack am Hinterkopf der daraufhin weiter auf den Strand stolpert, hinviel und vorerst regungslos liegen blieb. Der Gegenstand selbst landete nur unweit des Kopfes von Jack. Jack's Stilaugenbegleiter, eine Winkerkrabbe im Kostüm und der Behausung eines Einsiedlerkrebses machte sich an diesem Gegenstand zuschaffen und verliess somit mit tippelten Schritten den Kragen von Jack's Hemd.

Die Kreatur mit den zwinkernden Stilaugen schlug einige male an das Glas. Woraufhin Jack mittels glockengleicher Schläge aus seinen entfernten, weit entfernten Träumen gerufen wurde.Er wandte seinen Kopf in die Richtung aus der die hallenden tiefklingenden Glockenschläge zukommen schien, öffnete seine Augen nur halb und bekam einen riesen Schrecken da er in die selbigen Stilaugen blickte wie zuvor. Spontan setzte er sich aufrecht hin und hielte einige male tief Luft, ja er schnaufte geradezu. Da passierte es erneut. Ein lautes Klatsch quittiert die weise Fliegerbombe einer über ihn hinweg gleitenden Seemöwe. Mit nicht ernster sondern fast schon gelangweilter Mine und herunterfallenden Gesichtszügen saß er da in dem Sand und wischte sich den Klecks weissen Glückes in seinen Hemdsärmel. Ein Blick zu den Stilaugen und gleich weiter zu dem klingenden Objekt. Die Neugier siegt und er nahm die Flaschenpost in die Hand, die ihn kurz zuvor k.o. geschlagen hatte. Sie sahr sehr alt aus. Kaum das man hindurch schauen konnte. Von Seepocken und Seegras völlig zugebunden und geklept. Allen falls ein Korken saß am Kopf der Flasche und hielt diese dicht. Jack versuchte den Korken zu lösen. Erst mit nur einer Hand, dann mit beiden. Erfolglos. Er quetschte die Flasche zwischen seine Beine und zog mit fester Kraft beider Arme an diesem festsitzenden Korken. Doch nichts rührte sich. Voller Erschöpfung, er wusch sich den Schweiss von seiner Tisch legte er die Flasche aus der Hand, schaute sich das nehben ihm sitztende Kleintier mit den langen Stilaugen an und sagte schmollend zu ihm:"Du schaffst das sicher auch nicht, oder?".  Das kleine Krustentier zwinkerte noch ein zweimal, setze eine seiner zwei Scheren am Korken an und zog nur mal kurz. Ein kurzes zierliches Plopp ertönte als der Korken die Flasche verlassen hat.

"Danke!" sagte Jack zu seinem neuen kleinen Freund, taufte ihn auf den Namen BigRed, nahm die Flasche in die Hand und schaute schwungvoll euphorisch hinein. All zu große Neugier wird manchmal auch bestraft und so schoss ein guter Schlug Salzwassers in dem Moment aus der Flasch als Jack mit einem Auge hinein schaute, während er das andere zukniff um besser sehen zu können. Als das Salzwasser nun sein Auge traf zuckte Jack erschrocken zurück und lies die Flasche fallen die sich daraufhin im Sand vollständig entleerte. Jack rieb sich während dessen die Augen bevor er wieder zur Flasche griff und diese schüttelte. Irgend etwas musste da jedoch noch drin sein, denn es schlug etwas während des Schüttelns gegen die Glaswand.  Jack drehte die Flasche auf den Kopf, woraufhin nun ein kleines eingerolltes Pergament zum Vorschein kam. Er nahm dieses in die Hand und entrollte es nachdem BigRed die Befestigung in Form eines Wachssiegels mittels seiner Zangen durchtrennte. Aufgerollte stand dort in kritzeliger Schrift geschrieben "Ein X markiert die Stelle.". Darunter folgten Stricke die an einandergereit zu einem großen roten X am unteren Ende des Pergaments führten. Mehr war darauf mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Jack rollte die Karte wieder ein und versank sie ihn seinem nicht mehr ganz so weissem Leinenhemd. BigRed setzte er auf seine Schulter, stand auf und marschierte in Richtung Dorf um in der Hafenspillunke "Zum lustigen Kranken" etwas zutrinken. Denn Salzwasser, macht durstig.

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