1. Kapitel

Es war ein milder und schöner Wintertag. Ein Freitag um genau zu sein, ein Freitag der 13. noch dazu.

Manche Leute sagen, dass ein Freitag der 13. ein verfluchter Tag sei an dem nur schlimmes geschah.

Doch Christel interessierte das nicht als sie gut gelaunt aus dem Haus trat. Stattdessen erinnerte sie sich wie sie an einem 13. sich in Amelie verliebt hatte. Bei dem Gedanken an das kleinere Bündel purer Freude musste sie lächeln. Wann immer sie an Amy dachte wurde ihr wohlig warm ums Herz, so als würde Amelie eine Lücke in Christels Leben füllen. Eine Lücke die sie für unwichtig gehalten hatte. Doch als sie zum ersten Mal in ihrem Leben gefüllt worden war, könnte sie sich ein Leben ohne Amelie nicht mehr vorstellen. Amy. Babe. Bärchen.

Christel musste unweigerlich schmunzeln als sie sich erinnerte wie sie Amy zum ersten Mal 'Babe' genannt hatte. Sie war knallrot angelaufen und hatte versucht ihr Gesicht zu verstecken. Christel war auf Amy zu gegangen, hatte ihre Hände vom Gesicht genommen, in den ihren fest gehalten und ihre Stirn gegen Amys gelehnt. Chris hatte einfach nur die Nähe genossen und ihr tief in die Augen geschaut. Daraufhin war Amy nur noch mehr rot geworden und irgendwie war das auch vielleicht Chris Absicht gewesen.

Es gab für sie nun mal nichts niedlicheres als eine rot angelaufene Amelie.


Christel wurde aus ihren Gedanken gerissen als ein Bus vor ihr hielt. Schnell stieg sie ein und nahm Platz.

Sie lehnte ihre Stirn gegen die kühle Fensterscheibe und betrachtete die vorbeiziehende Landschaft.

Laut dem Wetterbericht sollte es heute zum ersten Mal schneien und zwar nicht wenig.

Draußen der sanft fallende Schnee, sie und Amy in eine kuschelige Decke gemummelt und niemand würde sie stören. Es würde die erste Nacht sein die sie zusammen verbringen würden. Sie wollte keine sexuellen Aktionen machen. Klar hatte sie darüber nachgedacht, aber sie wollte nicht hetzen. Christel und Amelie waren ja erst seit 2 Monaten zusammen. Amelie war auch Chris erste Liebe und erste Beziehung, ein Grund mehr behutsam zu sein.


Christel fröstelte und nahm ihre Stirn vom Fenster Weg. Sie hatte wie immer ihr Handschuhe dabei und auch wenn es ihm Bus angenehm warm war, nahm sie diese zur Sicherheit raus. Sie Strich sich eine Strähne hinters Ohr und prüfte dabei wie kalt ihre Hand war. Etwas zu kalt vielleicht. Also zog sie die Handschuhe an. Christel konnte nicht gut mit Kälte umgehen und hatte eine schlechte Durchblutung, besonders in den Händen und Füßen. Sie war es gewohnt kalte Hände zu haben und auch, dass sie oft bläulich-lila verfärbt waren. Aber es war auch oft sehr unangenehm wenn Leute sie erschrocken auf ihre Hände ansprachen oder sie jemanden berührte und dieser dann erschrocken zusammen zuckte. Meist lachte Chris und erschreckte zum Spaß, doch manchmal verursachte es ein leichtes Stechen in ihrem Herzen. Auch Amy hatte sich anfangs erschreckt, doch mittlerweile nahm sie die Hände ihrer Freundin in die ihre und wärmte sie. Auch hatte Amelie kein Problem Händchen zu halten. Denn auch wenn die Hände kalt waren, bei Wärme fing ihr Körper an zu schwitzen und dann hatte sie kalte und schwitzige Hände. Und auch wenn all das Amy nicht wirklich störte, trug sie lieber ihre Handschuhe beim Händchen halten.


Christel schaute auf ihr Handy, es war 14:53 Uhr. Sie seufzte. Es würde noch 20 Minuten mit dem Bus dauern und dann musste sie noch ca. 5 Minuten zu Amelie's Haus laufen. Was soll's. Ob bei Amelie alles in Ordnung war? In letzter Zeit waren wieder viele Klausuren und seit Amy in der 10. Klasse war, war auch der Druck immens gestiegen. Christel hatte sich schon dran gewöhnt, sie ging jetzt in die 11. Klasse und wusste wie stressig es war in der 10. , allerdings ist es in der 11. noch schlimmer. Eigentlich müsste sie noch für Englisch und Biologie lernen. Aber Englisch war relativ leicht auch ohne zu lernen und Bio würde schon irgendwie gehen. Hauptsache sie könnte Amelie sehen. Was sie wohl gerade machte?

Comments

  • Author Portrait

    Dein Erzähltalent zeigt sich hier ganz deutlich, ebenso wie deine Warmherzigkeit. Dein Erzählstil ist leicht und flüssig. Ich mag Christel vom ersten Kapitel an und freue mich, sie auf ihrem Weg zu begleiten! Was gibt es denn Schöneres als die erste Liebe?

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