11


Die erzwungene Untätigkeit war für Ravena das Schlimmste. Ständig hatte die das Bedürfnis sich zu bewegen, bis ihre Rastlosigkeit selbst Arel zu viel wurde. Niccolò empfahl ihr einen täglichen Spaziergang am Strand zur Beruhigung und Ravena fand rasch Gefallen daran, mit sich und ihren Gedanken für eine Weile allein sein zu können. Dann musste sie sich nicht verstellen, musste nicht die Tränen zurückhalten, die beinahe beständig hinter ihren Lidern brannten.

Immer wenn Niccolò sich mit dem frühen Läuten der Marangona erhob und zur Arbeit ging, lief sie zum Meer und schaute über das Wasser, als könne sie dort, wo der Himmel und die blaue Fläche der Adria sich trafen, die Antwort auf ihre Fragen nach dem Verbleib ihres Sohnes finden.

Wie versprochen hatte Niccolò in der Stadt erste vorsichtige Erkundigungen eingezogen, jedoch ohne Ergebnis. Streng genommen war damit auch nicht zu rechnen gewesen, doch insgeheim hoffte sie mit jedem Herzschlag auf eine Nachricht – die sie gleichermaßen fürchtete. Der Tod war ein Teil der Natur, den sie zu akzeptieren gelernt hatte. Auch der gewaltsame Tod war ihr nicht fremd; sie hatte ihn oft genug miterlebt. Aber diese dreiste Entführung, die das Leben ihrer kleinen Familie vollkommen aus der Bahn geworfen, und die, die zurückblieben, vollkommen verändert hatte, das war …

Sie hatte nicht gewusst, wie schlimm das war.

Hinter ihr knirschte der Sand. Sie wandte sich um und sah Arel auf sich zukommen. Schon aus der Ferne erkannte sie sein ärgerliches Gesicht. »Du hast das Frühmahl ausfallen lassen«, sagte er vorwurfsvoll. »Wieder einmal. Du musst …«

»… etwas essen, damit du bei Kräften bleibst, et cetera, et cetera«, fiel sie ihm ins Wort. »Bitte verschone mich.«

»Ich meine es ernst, Ravena. Du bist uns keine Hilfe, wenn du krank wirst.«

Es war ein berechtigter Einwand, aber es fiel Ravena plötzlich schwer, sich zu beherrschen und den jähen Zorn zu dämpfen, den Arels Bemerkung in ihr wachrief. »Wo wäre ich denn eine Hilfe?«, fragte sie höhnisch. »Sieh mich doch an! Ich stehe herum und warte, dass die Zeit vergeht. Vollkommen nutzlos …«

»Unsinn, Mädchen. Nael braucht dich. Du bist seine Sonne, sein Mond, der Anker, der ihn hält. Du gibst ihm die Stärke, die er braucht, um seine Aufgabe zu erfüllen. Du wirst sehen. Er wird nicht ruhen, bis er Tarun gefunden hat.«

Ravena setzte zu einer giftigen Antwort an- und beherrschte sich gerade eben noch. Grundgütiger, was ist nur mit mir los, dachte sie. In mir ist so viel Zorn. Und ich weiß nicht einmal warum.

»Es fällt mir schwer, deinen Worten zu glauben«, antwortete sie gepresst. »Er ist so … ich habe das Gefühl als ob er …«

»Was hast du?«, fragte Arel, als sie nicht weitersprach.

Ravena zuckte hilflos die Schultern. »Ich weiß nicht. Es ist etwas zwischen uns seit diesem Kampf auf der Wiese. So viele Geheimnisse. Es kommt mir vor, als sei Nael bisher in einen Kokon eingesperrt gewesen, dessen Schichten plötzlich abblättern. Er verändert sich - mit einer Geschwindigkeit, die mich ängstigt. Ich weiß einfach nicht mehr, was nach der letzten Häutung schlüpfen wird: ein Schmetterling oder ein Drache.«

»Ach Ravena, glaub mir, ein Schmetterling wäre nicht das Richtige für dich. Du würdest dich entsetzlich langweilen. Mit einem Drachen hingegen …«

»Also bitte.«

»Was die Geheimnisse betrifft - da stimme ich dir zu - unser Medicus schleppt eine ganze Schiffsladung davon mit sich herum. Aber ich bin sicher, dass du Wege finden wirst, um sie ihm zu entlocken, hm?«

Eine scharfe Erwiderung lag Ravena auf der Zunge, aber die Worte wollten nicht so recht heraus. Was andere Menschen betraf, war Arel ungewöhnlich scharfsichtig. Sie war nicht erpicht darauf, sich vor ihm lächerlich zu machen und sann auf ein anderes Thema. »Da wir gerade von Geheimnissen sprechen, verrate mir eines: Wie habt ihr es geschafft, Nael und du, meine Bauern wie ein ganzes Ritterheer aussehen zu lassen? Woher hattet ihr die Ausrüstung, die Lanzen, die Schilde?«

Arels Gesicht nahm einen verschmitzten Ausdruck an. »Das willst du lieber nicht wissen.«

»Oh. Doch, ich glaube schon, dass ich es wissen möchte. Immerhin geht es um meine Bauern. Also? Die Lanzen. Woher kamen die?«

Arel grinste noch mehr. »Aus den Hausgärten der Dorfbewohner. Schöne, solide Bohnenstangen, ein bisschen Farbe und Gottvertrauen. Die Schilde waren Attrappen aus Holz, für die Topfhelme mussten ein paar Melkeimer herhalten. Einzig Naels und Rollos Rüstungen waren echt.«

»Großer Gott.«

»Du hast gefragt.«

Ravena nickte düster.

»Die Bauern haben freiwillig und mit Begeisterung bei dieser Scharade mitgewirkt. Sie lieben dich, Ravena. Jeder wollte dazu beitragen, dass du die Herrin von Rocca d´Aquila bleibst. Was hätte ich tun sollen? Sie fortschicken?«

»Ja. Es war ein unverantwortliches Risiko, ein ganzes Dorf in diese Sache mit hineinzuziehen.«

»Ein unverantwortliches Risiko«, echote Arel verblüfft. »Sie haben dir immerhin die Herrschaft über deine Burg gerettet, Ravena. Vergiss das nicht.« Damit drehte Arel sich um und stapfte davon.

Ravena sah ihm hinterher, zu verblüfft, um zu reagieren. Sie hatte die Entschlossenheit ihrer Dörfler gründlich unterschätzt und jetzt wusste sie nicht, ob sie verärgert sein - oder sich über ihre Loyalität freuen sollte. Im Grunde machte sie sich ganz umsonst Sorgen. Sie war die Burgherrin und die Leute schuldeten ihr Gehorsam. Sie hatte jedoch um nichts gebeten und trotzdem mehr erhalten, als sie je hätte erbitten können. Süßer Jesus, was genau sahen die Leute nur in ihr?

Für eine Frau, die in einer Welt mit ihren komplizierten und für Frauen oft entwürdigend erscheinenden Regeln und Verhaltensweisen aufgewachsen war, hatte sie einen Grad an Freiheit und Eigenständigkeit erreicht, der keineswegs selbstverständlich war. Diese Freiheit wollte sie nicht mehr missen, auch wenn es bedeutete, sich ständig um irgendetwas Sorgen machen zu müssen.

Müde drehte sie den Kopf und sah in die Richtung, in der Arel verschwunden war. Er war längst ins Haus gegangen, sodass sie ihn nicht mehr sehen konnte. Einen kurzen Moment erwog sie, ihm zu folgen, doch dann entschied sie sich dagegen. Nael hatte darauf bestanden, Nicco zum Arsenal zu begleiten, ohne ihr jedoch zu verraten, was er dort zu erreichen hoffte. Im Haus gab es für sie nichts zu tun und sie würde vor Ungeduld nur wieder die Wände hochgehen, was Arel ihr schon mehrmals vorgeworfen hatte. Aber das Warten und die Ungewissheit waren eine Qual. Sie wollte ihren Sohn zurück.

Das grelle Licht der Morgensonne stach ihr in die Augen, sodass sie blinzeln musste und sich mit einem Zipfel ihres Schultertuches die Tränen fortwischte. Besser sie unternahm einen Spaziergang, um sich zu beschäftigen und von ihren immer gleichen trüben Gedanken abzulenken. Sie sah sich aufmerksam um, wie Nael und Niccolò es ihr eingeschärft hatten, und entdeckte nichts Auffälliges. Zumindest auf dem schmalen Abschnitt des Strandes, den sie überblicken konnte, zeigte sich niemand. Sie schritt zügig aus, um die morgendliche Kälte zu vertreiben. Zu ihrer Linken wurde das Meer von der allmählich höher steigenden Sonne in einen riesigen, azurblau und silbrig schimmernden Spiegel verwandelt. Sie achtete nicht darauf, setzte einen Fuß vor den anderen, ohne zu wissen, wie weit sie schon gegangen war. Zu ihrer Rechten entdeckte sie ein einsames Gehöft. Hinter einer hüfthohen Mauer aus verwitterten Ziegelsteinen konnte Ravena Ställe für Schweine sehen. Hühner und Kaninchen scharrten in ihren windschiefen Gehegen. Hinter den Käfigen erstreckten sich ein verwilderter Obstgarten und einige mit Kohlköpfen bepflanzte Gemüsebeete. Das Haus besaß eine zweiflügelige, mit Eisen verstärkte Tür, was ihm eine trutzige und abweisende Aura verlieh. Die Fensterläden im unteren Geschoss waren geschlossen und Ravena fragte sich, warum noch niemand auf war, um die Tiere zu versorgen. Das Gebäude hatte eine ähnliche Größe wie Niccolòs Haus, wirkte doch weit weniger gepflegt. Eine unbehagliche, lastende Stille lag über dem Anwesen. Ravena warf einen verstohlenen Blick zur Tür, bevor sie sich mit den Armen auf die Mauer stützte und zu den Gehegen hinüber spähte. Sie drehte langsam den Kopf nach links und rechts, um ihre Umgebung aufmerksam zu studieren, und irgendetwas erregte dabei ihr Misstrauen, ohne dass sie genau hätte sagen können, was es war. Das Haus schien nach ihr zu rufen. Es war ihr, als ob sich unsichtbare Hände nach ihr ausstrecken, und sie näher heranzuziehen versuchten, doch an dem Haus war nichts Einladendes. Im Gegenteil. Sie hatte das störende und höchst befremdliche Gefühl, beobachtet zu werden. Irritiert ließ sie ihren Blick erneut über die Fassade mit den vergitterten Fenstern im Obergeschoss schweifen.

Nichts.

Dennoch war sie nahezu sicher, sich nicht getäuscht zu haben. Jemand beobachtete sie.

Einige Herzschläge lang wusste sie nicht, was sie tun sollte. Doch dann drehte sie sich um, und eilte so schnell auf den Weg zurück, den sie gekommen war, dass man es fast als rennen bezeichnen konnte.

Als das Haus endlich aus ihrem Sichtfeld verschwunden war, atmete sie innerlich auf, auch wenn sie die Erleichterung, die sie überkam, selbst nicht ganz verstand. Aber sie hatte das unheimliche Gefühl gehabt, dass etwas Schreckliches passieren könnte, wenn sie noch länger in der Nähe des Hauses bliebe. Und sie konnte es nun wirklich nicht gebrauchen, ungewollte Aufmerksamkeit auf sich oder Nael zu lenken.

Wobei sie immer noch nicht herausgefunden hatte, was genau es war, dass er so sorgsam vor ihr verbarg. Sie wusste, dass er sich für den Tod einer Patientin verantwortlich fühlte. Aber dieser Fall lag schon Jahre zurück und konnte demnach kaum etwas mit ihrer augenblicklichen Situation zu tun haben. Oder doch? Einmal mehr fragte sie sich, warum sie Naels Verschwiegenheit klaglos hinnahm. Immerhin teilte sie das Bett mit ihm. Wobei sie dem Symbolcharakter dieser Handlung vermutlich größere Bedeutung beimaß, als er es tat.

Sie wollte es nicht, aber plötzlich hörte sie, so deutlich, als hätte sie sie tatsächlich laut ausgesprochen, noch einmal Maddas bissigen Abschiedskommentar. Warum nur konntest du nicht auf die Stimme der Vernunft hören und einen ruhigen, besonnenen Mann heiraten? Was soll denn aus uns werden, wenn dir etwas zustößt?

Ärgerlich verscheuchte sie diesen Gedanken und lief weiter. Sie war sich ja selbst nicht mehr sicher, ob es tatsächlich eine so gute Idee gewesen war, Nael zu verführen. Aber sie war viel zu stolz, um sich selbst einzugestehen, dass sie vielleicht einen Fehler gemacht hatte. Andererseits war sie es leid, ihre Wünsche und Bedürfnisse dem Allgemeinwohl unterordnen zu müssen. Für einen kurzen Augenblick wenigstens wollte sie ihr Leben genießen, wollte sich nehmen, wonach ihr der Sinn stand. Und wenn jemand nicht damit einverstanden war, so ging sie das nichts an. Basta!


 

Joran traute seinen Augen nicht, als er zwischen den Ritzen der Fensterläden hindurch nach draußen spähte. Der Alte hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, dass sich jemand bei der Mauer am anderen Ende des Grundstücks herumtrieb und mit auffälliger Beharrlichkeit das Haus anstarrte. Was für sich genommen schon bedenklich war. Doch als Joran erkannte wer das Haus beobachtete, fühlte er sich mehrere Herzschläge lang wie versteinert. Das konnte nicht sein!

Sicher, die Herrin von Rocca d´Aquila in Venedig anzutreffen, war keine Überraschung. Sie jedoch direkt vor dem Haus zu entdecken, kam einer Katastrophe gleich. Wie zur Hölle hatte sie dieses Gebäude gefunden? War es ein scheußlicher Zufall, oder wusste sie, dass der Junge im Obergeschoss gefangen gehalten wurde?

Sie kann es nicht wissen, dachte Joran. Ich war immer vorsichtig. Es gibt keine undichte Stelle, keine Möglichkeit zu erfahren, wohin ich Raffi gebracht habe. Sein Gefühl sagte ihm, dass es sich um einen Zufall handeln musste. Doch er misstraute diesem Gefühl zutiefst.

Joran winkte den Alten herbei. »Ich muss hinaus. Schließ das Haus ab und folge mir. Aber tu dabei so, als ob du mich nicht kennst.«

Der Alte nickte und nahm ein Seil vom Haken neben der Tür. Joran glitt durch die Hintertür nach draußen und huschte wie ein Schatten hinter den Tierkäfigen entlang. Am hinteren Teil der Mauer angekommen, schob er einen Fuß in eine Ritze, zog sich behände auf die Mauerkrone hinauf und ließ sich auf die andere Seite hinunterfallen. Mehrere Herzschläge lang harrte er am Fuße der Mauer aus, tief geduckt, jederzeit bereit einem Angriff zu begegnen. Doch der Strand vor ihm war nur von einem Schwarm kreischender Möwen bevölkert, die sich um einen toten Fisch balgten. Er wandte den Blick nach Norden. In der Ferne konnte er die Silhouette der Frau sehen, die eilig davonstrebte. Wohin konnte sie wollen?

Joran rief sich einen Plan der Insel ins Gedächtnis. Auf der Nordhälfte des Lido gab es nur wenige Häuser. Sein nächster Nachbar war Niccolò Vitale, ein Bootsbauer. Dem Bericht des Alten zufolge lebte der Mann nur für seine Arbeit und ging ansonsten nur selten aus. Kaum jemand, der Fremde in sein Haus aufnehmen würde, oder?

Joran lief ein Stück neben den Spuren her, die sie im Sand hinterlassen hatte. Er würde ihr bis zum Gut des Bootsbauers folgen, um zu sehen, ob dies ihr Ziel war.

Der Alte erschien lautlos an seiner Seite. »Ich denke, sie will zum Kloster, Domine. Die Mönche unterhalten ein Gästehaus.«

»Ich weiß.«

»Sie wird morgen früh gewiss die Messe in San Nicolò besuchen. Wir sollten uns bereithalten, sie nach dem Kirchgang zu …«

»Nein. Nicht in San Nicolò. Man könnte sich dort an mich erinnern.«

»Verzeihung, Herr. Wie dumm von mir, nicht zu bedenken, wie oft Eure Mutter die Kirche besucht hat. Wie - sie es geliebt hat, in der Stille dort zu beten …«

Joran zog die Brauen zusammen in Erinnerung an alten, noch immer bitteren Gram. Er sah auf das Meer hinaus. Wie sollte er der Gefühle, die ihn bei der Erwähnung seiner Mutter plötzlich ansprangen, Herr werden? Wie konnte er vor sich selbst dieses undurchdringliche Dickicht an Gründen rechtfertigen, die ihn, den ehemals unbeugsamen Verfechter von Gerechtigkeit und Freiheit, dazu veranlassten, die Entführung einer unbescholtenen Frau zu planen, die ihm niemals etwas getan hatte?

Joran kannte die Gründe selbst nicht so genau. Den Zarelli hatte er nie sonderlich viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wie beinahe alle Venezianer wusste auch er, dass die Familie ihren Aufstieg nur ihrer Arroganz, und nicht ihrem Geschick beim Handel verdankte. Joran hatte geglaubt, Venedig unbesorgt verlassen zu können – ohne zu ahnen, welches Unheil sich über ihm und seiner Familie zusammenbraute.

Seine Erinnerungen an die teuflischen Grausamkeiten Theodoras hatten ganz sicher etwas damit zu tun. Er war ihr in die Falle gegangen wie ein unerfahrener Dummkopf, und sie hatte nur eine Woche gebraucht, um ihm zu beweisen, dass man jeden brechen konnte, wenn man die richtigen Druckmittel kannte.

Sein brennendes Verlangen nach Freiheit gehörte ebenfalls dazu; die verzweifelte Hoffnung, dass Theodora, sobald ihr Rachedurst gestillt war, ihm die Unabhängigkeit zurückgeben würde.

Gründe, rücksichtslos vorzugehen, hatte er also wahrhaftig genug. Aber - waren sie, war irgendeiner von ihnen stichhaltig? Ein bequemes Leben ohne Geldsorgen - wenn er sich Theodoras Willen beugte. Aber – ein Mann ohne Ehre, auf immer verbannt aus der Gilde der Kaufleute; und schlimmer noch von Jorans Standpunkt aus – mit einer schier erdrückenden Last auf dem Gewissen.

Er hatte seine Ideale verraten, um das Überleben seiner Familie sicherzustellen. Hatte gehofft, gelitten, war in der Hölle gewesen und wieder zurückgekehrt. Doch wann hatte ihm das Schicksal je das Recht eigenständiger Entscheidungen zugestanden? Er hatte begierig auf einen Fehler Theodoras gewartet; aber Il Ragno, die Spinne, hatte jeden Schachzug, den er sich zu seiner Befreiung ausgedacht hatte, durch ihre geschickte Taktik durchkreuzt und ihn immer tiefer in ihr gefährliches Netz verstrickt.

Doch, zum Teufel mit Ärger und Neid - in der Welt der harten Wirklichkeit siegte immer noch der Bessere. Und dieses Mal musste er einfach der Bessere sein.

Er wandte sich dem Alten zu. »Für jetzt kehren wir ins Haus zurück. Heute Nacht bringe ich den Jungen weg. Sobald dies erledigt ist, greifen wir uns die Frau.«

»Wie ihr wünscht, Herr. Habt Ihr ein gutes Versteck für den Jungen?«

»Keine Fragen, Alter. Du kennst die Regeln. Was du nicht weißt, kannst du nicht ausplaudern.«

»Habe ich Euch jemals enttäuscht, Domine?«

»Bisher noch nicht. Und ich hoffe für dich, dass es auch so bleibt.«


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