12.1.17

Entspannung, Hoffnung, Zwillinge, Gedanken

Johanna hatte sich gerade für fünf Minuten in den Wohnzimmersessel gesetzt, als sie aus dem Schlafzimmer wieder Schreie hörte. Sie war Mutter von Zwillingen und als solche war sie nahezu jederzeit gefordert. Mittlerweile war es schon spät geworden und die Kinder sollten eigentlich schlafen. Die Realität sah aber anders aus. Johanna seufzte, zog die Augenbrauen hoch und stand auf. Es half ja nichts. Ihr Mann war immer noch nicht zu Hause. Entweder war er noch auf Arbeit oder er war mit seinen Kollegen in eine Bar gegangen. Sie konnte es ihm kaum verübeln. Seit der Geburt ihrer Kinder sehnte auch sie sich einmal einen entspannten Abend herbei. Doch daraus wurde nichts. Entweder kam ihr Mann erst sehr spät nach Hause oder er entzog sich seinen Pflichten als Vater und verbrachte den Abend vor dem Fernseher. Johanna ertappte sich bei dem Gedanken, einmal mit ihrem Mann zu tauschen, sodass sie in der Bar saß und er zu Hause auf die Kinder aufpasste. "Nein, das kannst du ihm nicht antun", hörte sie gleich darauf eine Stimme in ihrem Kopf. "Schließlich arbeitet er von früh bis spät. Da kannst du nicht auch noch von ihm verlangen, dass er seinen Abend für die Kinder opfert." Obwohl diese Stimme Recht hatte: Johanna wollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass auch ihr Mann eines Tages auf die Kinder aufpassen würde.
Gedankenverloren hatte sie im Wohnzimmer gestanden. Doch als der nächste Schrei aus dem Schlafzimmer tönte, fuhr sie aus ihren Gedanken hoch und ging schnell zu ihren Kindern.

Comments

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    Das ist eine tolle Idee mit den Schreibübungen! Ich denke für tägliches schreiben wäre auch ich zu inkonsequent, aber ich finde es schön, dass du das mit uns teilst :) besonders der zweite Text gefällt mir auch sehr gut! :)

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