12. Erklärungen

Alex seufzte: „Damit ich nicht mehr verhüten muss. Es ist wirklich nur ein kleiner Eingriff und du kannst danach gleich wieder nach Hause. Ich werde dich begleiten. Du brauchst überhaupt keine Angst zu haben.“
Sie ging zu ihm rüber und nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände: „Babe, ich lüge dich nicht an. Vertraue mir! Ich will dir doch nicht schaden. Aber ich möchte auch nicht ungewollt schwanger werden. Das verstehst du doch?“
Seine blauen Augen blickten sie noch unsicher an: „Ich weiß nicht. Wird das weh tun?“
Sie schüttelte den Kopf: „Natürlich nicht. Du bekommst eine Betäubung, nur die Spritze wahrscheinlich. Und danach hast du bloß zwei kleine Schnitte an den Hoden. Vielleicht je einen Zentimeter lang. Das verheilt schnell und dann dauert es noch so sechs Wochen, bis keine Spermien mehr vorhanden sind. Aber Sex können wir schon früher wieder haben. So wie du dich danach eben fühlst. Nach einer Woche müssten die Schnitte verheilt sein.“ Alex küsste seine verführerischen, weichen Lippen: „Also, keine Sorge! Ich würde dir nie etwas Böses antun.“ Sie ließ von seinem Mund ab, liebkoste seinen langen, schlanken Hals und sog seinen anziehenden Duft ein.
„Und du kommst mit?“, versicherte er sich.
Die Dunkelhaarige blickte ihn wieder an und strich über seine Wange: „Natürlich. Ich muss nur beim eigentlichen Eingriff raus. Du hast nichts zu befürchten. Rick war auch schon in dieser Praxis. Mach dir also keine Sorgen!“
Valentin fragte erstaunt: „Rick ist schon?“
„Ja, er ist doch schon viel länger bei Vivian. Und sie war mit der Praxis dort sehr zufrieden.“
Er nickte nur.
Alex fiel ein großer Stein vom Herzen, dass er es einigermaßen klaglos hinnahm und hoffentlich keine große Angst haben würde. Sie musste gegenüber der Ärztin noch erwähnen, dass sie sehr behutsam mit Valentin umgehen musste, weil er in der Vergangenheit wohl schlechte Erfahrungen gemacht hatte.

Während Alex und Valentin noch im Bett fern sahen, grübelte er über diese Sterilisation nach. Er musste mehr darüber erfahren. Deshalb begann er: „Wie läuft das Ganze eigentlich ab? Weißt du das?“
„So ziemlich. Ich habe nachgefragt, als ich den Termin vereinbart habe. Als Vorbereitung musst du dich dort frisch rasieren. Dann bekommst du vor dem Eingriff in jeden Hoden eine örtliche Betäubung und dann wird ein kleiner Schnitt gemacht, der Samenleiter durchtrennt und wieder zugenäht. Danach auf der anderen Seite. Wirklich keine große Sache. Das Ganze dauert anscheinend nur eine halbe Stunde.“
Valentin wusste nicht so recht, was er davon halten sollte. Ihm war mulmig zumute, wenn er daran dachte, dass an ihm rumgeschnippelt werden würde. Immerhin hatte Rick es bereits hinter sich und schien ganz zufrieden damit zu sein. Also war es wohl gar nicht so schlimm und wenn Alex mitkam, dann würde es halb so wild werden.
Sie meinte zuversichtlich: „Alles wird gut gehen. Die machen das dort jeden Tag. Haben also genug Routine.“
Valentin seufzte: „Das muss ich dir wohl glauben.“
Alex verschränkte ihre Finger mit seinen und lächelte: „Das kannst du. Deine Manneskraft ist mir schließlich sehr wichtig. Damit wir weiterhin ungetrübten Spaß zusammen haben können.“
Er grinste. Ja, Spaß hatten sie beide wirklich zusammen. Mit Alex war es immer erregend und er hatte bei ihr überhaupt keine Mühe in Stimmung zu kommen. Sie musste ihn nur ein wenig streicheln oder küssen und schon regte sich etwas zwischen seinen Beinen. Leider hatte sie heute keine Lust gehabt mit ihm zu schlafen, aber mit dem Mund war es fast genauso schön gewesen. Valentin fand es beim zweiten Mal noch besser als das erste Mal. Vielleicht weil Alex diesmal weniger Scheu gehabt hatte und forscher vorgegangen war.

                                                                     ***

Am nächsten Tag erzählte er Jake von seinen Bedenken wegen der bevorstehenden Sterilisation, während er ihm beim Abstauben half und nahm das gleich als Gelegenheit, um ihn über seine Entmannung auszufragen: „Wie war das eigentlich bei dir, als du zum Hausdiener wurdest?“
Jake entgegnete schulterzuckend: „Ich bekam eine Vollnarkose und als ich erwachte, waren die Eier raus. Jetzt ist nur noch die leere Haut da. Am Anfang merkte ich gar keinen Unterschied, nur dass da vorne nichts mehr rauskam.“
Valentin verwundert: „Beim Runterholen?“
Jake lachte auf: „Ja. Aber schon nach mehreren Wochen regte sich so gut wie gar nichts mehr. Das geht schnell. Manche können auch noch länger, aber irgendwann ist Sense. Spätestens nach knapp einem Jahr, soweit ich weiß. Schwul sollte man sein. Dann bliebe einem das erspart.“ Der Jüngere wies auf Valentin: „Wenn man halt nicht so attraktiv ist, wie du zum Beispiel.“
Dieser entgegnete leicht aggressiv: „Wieso willst du schwul sein?“
„Na, die haben es doch am Besten. Können ficken mit wem sie wollen und müssen nur für das Zentrum arbeiten. Was die untereinander treiben, ist den Frauen völlig egal.“
Der Liebesdiener murmelte: „Allerdings.“ Und fügte in Gedanken noch hinzu: „Leider nicht ganz egal.“
Erinnerungsfetzen kamen hoch, wie er mal einem Kerl den Schwanz lutschen musste und die beiden Aufseherinnen sich daran aufgegeilt hatten. Von seiner Ladung hatte er dann fast kotzen müssen. Valentin schnaubte verärgert und verscheuchte diese Gedanken schnell wieder. Irgendwie machten ihn diese Erinnerungen im Moment wütend.
Jake fragte verunsichert: „Was ist? Du guckst so böse.“
„Ach, nichts“, wich der Ältere aus.
Der Hausdiener fuhr fort: „Würde ich besser aussehen, wäre ich vielleicht auch Liebesdiener geworden. Du hast echt ein schönes Leben, finde ich. Musst nichts arbeiten, nur ein bisschen bumsen.“
Valentin rollte genervt mit den Augen: „Dafür langweile ich mich und helfe dir deswegen. Aber mit ein bisschen bumsen ist es auch nicht getan. Ich muss schließlich ihr Befriedigung verschaffen, und meine eigene ist nur der Bonus. Ich hatte wenigstens Glück mit Alex. Es hätte auch eine alte Schachtel werden können, oder eine mit komischen Wünschen, oder eine die prügelt. Man weiß ja nicht, wer einen kauft.“
„Tja, das weiß ich als Diener auch nicht vorher. Da ergeht es uns fast gleich.“
„Genau. Ich will nicht, dass du mich immer beneidest. Wir haben beide unsere Vor-und Nachteile.“
Jake nickte: „Du hast ja recht. Jedenfalls bist du ein guter Kumpel.“
Valentin grinste: „Du auch.“
Schließlich waren sie im Wohnzimmer fertig mit Abstauben.


Joe nahm Valentin später mit zum Einkaufen. Diesmal stand der wöchentliche Großeinkauf an.
Der Liebesdiener schob seinen Einkaufswagen durch die Gänge und spähte auf den Einkaufszettel, der ihm Joe in die Hand gedrückt hatte, damit er ihm ein wenig Arbeit abnahm. Der Hellblonde fühlte sich jedes Mal wie im Schlaraffenland, wenn er mit in diesen riesigen Supermarkt durfte und würde sich wahrscheinlich zu Tode kaufen, wenn man ihn lassen würde. Vor allem am Süßigkeitenregal könnte er sich durchfuttern. Bei den vielen Leckereien fiel ihm die Auswahl wirklich schwer.
Während er so vor dem Regal stand und manche Packung in die Hand nahm, hörte er im Flüsterton: „Der ist aber hübsch für einen Diener.“ Eine andere weibliche Stimme erwiderte: „Vielleicht ist er bestraft worden.“
„Hm, der ist aber noch sehr jung und ist es vom Äußeren her wohl schon länger. Wirklich schade! Aus dem hätte doch gut ein anderer Diener werden können.“
Die andere kicherte: „Vielleicht war er ein Schlappschwanz. Ich kann ihn ja fragen.“
Valentin versteifte sich, warf die Packung Schokoriegel, die er gerade in der Hand hielt, in den Wagen und schob ihn zügig in die Richtung weg von den Stimmen.
Auf solch ein Gespräch hatte er jetzt wirklich keine Lust. Zum Glück trug er meistens diese weiten sportlichen Shorts, wo man nicht sah, was er zwischen seinen Beinen hatte. Meistens wurde er von den Frauen überhaupt nicht beachtet, da sie ihn eh für einen Kastraten hielten. Diese beiden zweifelten ja nun auch nicht daran, aber sie waren ihm zu neugierig, weil sie den Grund für seinen Zustand erfahren wollten. Seine Attraktivität war das Einzige, was nicht ganz in das Bild des Hausdieners passte und ließ die Frauen grübeln, was wohl sonst dahintersteckte. Da war es besser, sich als impotent auszugeben, wie als Bestrafter.
Wo war eigentlich Joe? Valentin beschloss, nach ihm Ausschau zu halten, und dann würden sich die beiden Frauen nicht mehr trauen, ihn anzusprechen.
Nach ein paar Regalreihen fand er ihn endlich: „Ach, hier bist du. Ich hab dich gesucht.“
Joe sah in Valentins Wagen: „Na, viel hast du ja noch nicht beisammen.“
Der Jüngere flüsterte: „Ich musste vor neugierigen Frauen abhauen. Ich hatte keine Lust darauf, ihnen zu erklären, warum ich Diener geworden bin.“
Joe blickte sich ein wenig um: „Welche denn?“
„Bei den Süßigkeiten habe ich sie über mich reden gehört. Da bin ich schnell weiter und hab dich dann gesucht.“
Der andere nickte nur: „Okay, dann lass uns zusammen weiter einkaufen.“

Später an der Kasse erkannte Valentin die Stimmen hinter sich wieder. Oh nein! Jetzt waren die zwei nicht weit hinter ihnen in der Schlange. Er traute sich nicht, sich um zu sehen, aber sagte leise zu Joe: „Da hinten sind sie irgendwo. Ich dreh mich jetzt nicht um.“
Der sah sich unauffällig um und flüsterte ihm dann zu: „Direkt hinter uns ist nur eine einzelne Frau. Dann sind es wahrscheinlich die zwei hinter der.“
Valentin war überhaupt nicht begeistert, dass die so knapp hinter ihm standen. Bestimmt tuschelten sie wieder über ihn und konnten ihm auch noch auf den Hintern starren. Der Liebesdiener fühlte sich wirklich unwohl, aber um sich abzulenken, half er Joe den Einkauf auf das Band zu laden und versuchte nicht an die zwei Frauen zu denken. Da er nun vor dem Einkaufswagen stand, um aufzuladen, konnte er während seinem Tun mal einen kurzen Blick riskieren. Die beiden waren wohl kaum älter als er, relativ hübsch und tratschten eifrig miteinander, aber er wusste nicht über was. Vermutlich hatten sie ihn bereits wieder vergessen, hoffte er.
Dann begann die Kassiererin endlich den Einkauf zu scannen und Valentin entspannte sich allmählich wieder. Es ängstigte ihn immer noch, wenn er bei fremden Frauen zu viel Aufmerksamkeit erregte. Solange Alex bei ihm war, machte er sich jedoch keine Sorgen, denn dann trauten sich die Fremden nicht in seine Nähe und würden ihn auch nicht ansprechen. Die schlechten Erfahrungen vom Zentrum steckten ihm noch stark in den Knochen. So hatte der ganze Schlamassel erst angefangen, weil diese Tussen ihn als Opfer für ihre sexuellen Eskapaden auserkoren hatten. Zum Glück war das endlich vorbei und er hatte mit Alex die beste Herrin, die man sich wünschen konnte. Er schreckte regelrecht auf, als ihn jemand anstupste.
Joe sah ihn ein wenig belustigt an: „He, wo bist du mit deinen Gedanken? Helf mir mal.“
Valentin entschuldigte sich verlegen und begann die bereits kassierten Dinge in den Wagen zu werfen und dann machten sie sich auf den Weg zum Auto.

Beim Einladen in den Kofferraum, hörte Valentin dann plötzlich ein „Hi, Süßer!“, neben sich und ein kalter Schauer durchfuhr ihn. In diesem Tonfall hatten die Tussen auch immer „Süßer“ gesagt. Er wandte den Kopf, wo eine der Zwei mit verschmitztem Lächeln stand: „Für einen Diener siehst du echt gut aus.“ Sie deutete hinter sich: „Meine Freundin und ich haben uns gefragt, ob du schon immer einer gewesen bist.“
Valentin wurde ein wenig rot und nickte.
Sein Gegenüber kniff skeptisch die Augen zusammen: „Echt?“ Sie strich ihm flüchtig über den Arm: „Na ja, du bist wirklich ein Schnuckelchen. Das sowas nur Diener ist.“
Bei ihrer Berührung wurde es ihm abermals mulmig und er blickte hilfesuchend zu Joe. Inzwischen hatte der alles im Kofferraum verstaut und meinte dann: „Sorry, Madam. Wir sollten los. Man erwartet uns bereits.“
Sie würdigte Joe keines Blickes, trat aber einen Schritt zurück, lächelte Valentin nochmals an: „Schade. So einen wie dich, hätte ich auch gern im Haus, aber dazu fehlt mir leider das nötige Kleingeld. Dann mach’s gut, Süßer! Vielleicht sieht man sich nochmal.“
Hoffentlich nicht, dachte der Hellblonde für sich, bekam nur ein leises Bye heraus und stieg schnell ins Auto.

Wieder auf dem Heimweg fuhr sich Valentin übers Gesicht: „Oh Mann! Ich hatte echt Schiss, dass sie es merkt. Dann wäre ich verloren gewesen.“
„Wahrscheinlich. Da wärst du nicht der Erste, dem das passiert.“
Valentin seufzte: „Ich kann echt froh sein, dass ich nicht männlicher aussehe. Damit sie erst gar nicht auf die Idee kommen, dass ich noch Eier habe.“
Das hätte ihm gerade noch gefehlt, dass eine ihm in den Schritt fasste, so wie es diese Christine getan hatte. Auf so etwas konnte er getrost verzichten und er ärgerte sich jetzt über diese beiden Weiber. Nur wegen denen war sein ganzer Abstecher in den Supermarkt verdorben worden, weil er es dann nicht mehr hatte genießen können.
„Kennst du eigentlich diese Christine, bei der wir neulich auf der Party waren?“
Joe erwiderte: „Ich weiß, wer sie ist. Sie leitet das Zuchtzentrum.“
„Dort wo du vorher warst?“
Der Hausdiener nickte: „Ja. Warum fragst du?“
Valentin räusperte sich: „Nun, sie tanzte mit mir und hat einfach an meine Juwelen gefasst. Sie wollte wissen, ob ich echt bin.“ Er schüttelte vor Unverständnis den Kopf.
Der andere lächelte bitter: „Ja, so ist sie. Ich hatte früher einige Male das Vergnügen mit ihr.“ Er sah kurz auf seinen Schoß: „Vor dieser Sache. Sie ist ganz schön leidenschaftlich und kennt wenige Tabus.“
Valentin entgegnete: „Dann scheinen David und Rick ja Recht zu haben mit ihren Prahlereien, dass es mit ihr der beste Sex wäre und so weiter.“
Joe lachte: „Kann schon sein. Möchtest du es etwa ausprobieren?“
Der andere antwortete entsetzt: „Nein, überhaupt nicht. Mir ist sie irgendwie unheimlich. Aber wenn sie die Direktorin von dort ist, dann hat sie ja deine Kastration befohlen.“
Der Ältere schüttelte den Kopf: „Das kam nicht von ihr, aber es blieb ihr nichts anderes übrig, als es anzuordnen.“ Joe zuckte die Schultern: „So war es eben. Ich kann es nicht mehr ändern und toll war das Leben in der Zucht eh nicht. Damals kannte ich nach dem Heim ja nichts anderes. So wie du ins Zentrum für Liebesdiener kamst, kam ich ins Zuchtzentrum.“
Valentin fragte vorsichtig: „Wie war es denn dort? Wie muss ich mir das vorstellen?“
Joe lenkte den Wagen bereits in das Wohngebiet: „Nun, wahrscheinlich ähnlich wie bei dir. Training, Körperpflege. Ab 18 dann voller Körpereinsatz. Die Begattungen.“
„Aber ich dachte, die Frauen lassen sich künstlich befruchten?“
Der andere entgegnete: „Schon, doch es gibt einige, die eine natürliche Befruchtung wollen. Klar, die Frauen, die Liebesdiener haben, wollen meistens von denen auch das Kind und lassen es dann künstlich machen, da ihr ja sterilisiert seid. Und der Rest hat eben die Wahl zwischen natürlich und künstlich. Wobei beim normalen Sex dann Jungen herauskommen können und wer das nicht will, muss eben tiefer in die Tasche greifen und die Künstliche nehmen. Da werden nur weibliche Embryonen eingesetzt.“
Der Liebesdiener stellte fest: „Dann rennen da draußen jetzt sicher viele kleine Joes herum.“
Joe lachte: „Wahrscheinlich! Anscheinend hatte ich ne gute Quote, wie viele von mir schwanger wurden.“ Dann fügte er betrübt hinzu: „Die zwei Aufseherinnen, die mich zur Kastration bringen mussten, haben das jedenfalls sehr bedauert. Nur weil diese Neue gepetzt hatte.“
Valentin grübelte: „Ich werde in einigen Tagen sterilisiert und ich hab da echt Angst davor.“
Der Ältere tätschelte aufmunternd seinen Arm: „Alex passt bestimmt auf dich auf.“
„Ja, sie bleibt dabei, solange es geht.“

Beim Ausladen des Einkaufs wollte Valentin noch mehr von Joes früherem Alltag erfahren: „Wie liefen denn diese Begattungen ab? Wart ihr da auch in einem schummrigen kargen Raum mit nur einem Bett drin?“
Joe schleppte eine Getränkekiste in die Vorratskammer, stellte sie dort ab und wandte sich dann an Valentin: „Nein, es war schon wohnlich eingerichtet. Also, wie ein Gästezimmer mit angrenzendem Bad. Die Frauen wollen es ja ein wenig schön haben. Sie kamen rein, zogen sich aus und legten sich zu mir aufs Bett. Dann ein wenig Vorspiel zum Feuchtmachen und drauf. Bei denen, die mir gefielen, zögerte ich den Erguss ein bisschen raus. Die Hässlichen nahm ich von hinten. Für viele war es das erste Mal mit einem Mann. Daher ließen sie mir meistens freie Hand, stellten keine Ansprüche. Manche wollten es auch schnell hinter sich bringen. Da ging es nur um die Befruchtung.“
Valentin entgegnete: „Und bei uns nur um das Vergnügen der Wächterinnen. Manche durfte ich nicht mal anfassen und hatte immer die Augen verbunden.“
Während die beiden den Rest des Einkaufs in die Schränke und die Kammer verstauten, erzählte Joe weiter: „Jedenfalls war es wirklich Arbeit. Zum Frühstück gab es Potenzmittel, damit man sein Tagespensum schaffte. Die ersten Fünf waren vielleicht noch Vergnügen, aber dann funktionierte man nur noch. Zum Lunch kam die nächste Pille und am Ende brauchte man sogenannte Entspannungspillen, um wieder runterzukommen. Das Zeug macht so scharf, dass man alles mit zwei Beinen bespringen würde und schlaff wird zwischendrin auch kaum was.“
„Wie viele waren das denn so am Tag?“, wollte der Jüngere wissen. Dieser Bericht löste Beklemmung in ihm aus. Sex am Fließband. Das wäre für ihn wahrscheinlich noch schlimmer gewesen, als Liebesdiener zu sein.
Joe berichtete ziemlich neutral darüber und fand an dem Ganzen anscheinend nichts Schlimmes.
„So zehn Frauen rum. Das war ne ganz gute Quote. Mein Sperma war sehr gut, also es reichte für zehn Begattungen. Die Spermien nehmen ja ab, je öfter du kommst. Aber ich hatte genug, dass es auch noch bei der Letzten zu ner Schwangerschaft führen konnte. Für jede hattest du eine halbe Stunde Zeit und dazwischen zirka fünfzehn Minuten Pause. Okay, und dann noch die Mittagspause.“
Valentin hob die Augenbrauen: „Oh Mann! Das klingt echt anstrengend.“
„Ja, das war kein Vergnügen mehr. Und an den Erholungstagen zum Regenerieren, wollten dann die Aufseherinnen. Sex mit Angestellten ist offiziell verboten, daher durften sie es nicht übertreiben, damit wir unsere Zeugungsfähigkeit nicht einbüßten. Normalerweise war es üblich, dass wir sie bedienten, aber nur, solange nichts rauskommt. Tja, leider war ich dann der Leidtragende. Die entsprechenden Aufseherinnen wurden halt entlassen.“
Der Jüngere befand: „Das ist ungerecht. Du hast doch nur getan, was sie verlangt haben und dann werden wir auch noch härter dafür bestraft.“ Er blickte abwesend auf einen imaginären Punkt am Boden.
Joe bemerkte seine Nachdenklichkeit: „Das hört sich so an, als hast du da ähnliche Erfahrungen gemacht.“
Der Hellblonde riss seinen Blick vom Boden los und sah den anderen direkt an: „Ähnlich, ja.“ Mehr sagte er nicht mehr, sondern verließ die Küche. Er wollte jetzt nicht darüber reden.
Auf der Terrasse pflanzte er sich in einen Sessel und dachte über Joes Bericht nach. So war er selbst ja dann auch gezeugt worden und alle anderen Männer ebenfalls. Durch eine natürliche Befruchtung.
War sein Vater noch in der Zucht? Wahrscheinlich nicht. Das war ja 20 Jahre her. Endeten diese Männer als Liebesdiener, oder sogar als Hausdiener?
Das musste er Joe später noch fragen.

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beta
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