13. Kapitel

Der Arzt Joseph Greidt kam in das Zimmer, in dem Victor lag. Es war gerade Mittag und die Sonne schien durch das Fenster. Der Assistent war bereits dort und bereitete gerade einige weitere Untersuchungen vor. „Ich habe die Ergebnisse von der Untersuchung der Gehirnströme“, sagte der Arzt, als er die Tür hinter sich schloss. „Wir haben eindeutig Hirnströme nachweisen können. Damit ist bewiesen, dass unser guter Victor hier immer noch lebt – zumindest, was das Gehirn anbelangt. Um festzustellen, ob es noch vollständig funktionsfähig ist, müssen wir noch weitere Tests durchführen. Es scheint aber so, denn bisher hat sein Körper keine Anzeichen irgendwelcher Fehlfunktionen gezeigt.“ Noch bevor der Assistent seine Freude über diese neuen Erkenntnisse ausdrücken konnte, klingelte das Handy des Herrn Greidt. „Hallo, schön dass du anrufst“, sagte dieser zu dem Anrufer. Seinem Gehilfen flüsterte er zu: „Meine Frau.“ und ging aus dem Raum. Als er nach einigen Minuten wieder zurückkam, machte er ein betrübtes Gesicht. „Wieder der gewohnte Streit. Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll. Immer und immer wieder versuche ich, diesen Konflikt zu entschärfen und meiner Frau entgegen zu kommen. Aber sie scheint immer neue Kritik an irgendetwas zu haben. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich ihr es gar nicht mehr recht machen kann. Gerade ging es wieder mal um meine Arbeitszeiten. Sie hat etwas dagegen, wenn ich manchmal länger bleiben muss. Ich weiß nicht, ob sie versteht, was davon abhängt, dass ich meine Arbeitszeit manchmal verlängere. Du weißt ja selbst, welchen Unterschied da einige Stunden machen. Und wenn sie richtig wütend ist, schimpft sie auch noch über meine gesamte Arbeit. Wie ich denn überhaupt damit klar kommen könnte, Menschen aufzuschneiden, und ob ich mich überhaupt mal an das ganze Blut gewöhnen könnte. Ich weiß echt nicht weiter.“

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