15. Mit vereinten Kräften

Als Lili, Stuart und das Herrscherpaar am nächsten Abend wieder im Wohnzimmer versammelt waren, holte Magnus sogleich eine Karte von Vegas und der Wüste heraus und faltete sie auf dem Tisch auf: "So, dann schaut mal, wo das Labor war."
Die Augen von Lili und Stuart überflogen die Zeichnung und dieser deutete schließlich auf eine Stelle:" Hier müsste es gewesen sein. In einem Berghang."
Magnus rieb sich nachdenklich das Kinn und starrte auf die Karte: "Wir müssten mit einem Van hinfahren und ein paar Leute zusammentrommeln. Unsere Angestellten vom Velvet haben gerade ohnehin nichts zu tun und sie helfen bestimmt, wenn es um Artgenossen geht."
Die Stelle, die Stuart gezeigt hatte, lag auf der anderen Seite von Vegas, wo Magnus und Ivana neulich nicht mehr suchen konnten, weil der Tag bald angebrochen war. Nun war es umso besser, dass Lili und Stuart wussten, wo das Labor lag. Der Hausherr verließ kurz den Raum: "Ich muss ein paar Telefonate erledigen. Wir brauchen Sprengstoff, Waffen und zwei Fahrzeuge."

Nachdem Magnus das geklärt hatte, überlegten sie, wie sie die Befreiungsaktion am Besten angingen. Stuart berichtete: "Der Eingang ist kein Problem. Das ist nur eine Stahltür. Allerdings kurvt ja ein Hubschrauber herum und Patrouillen."
Magnus schlug vor: "Lili, Ivana und ich machen mit einigen Angestellten die Vorhut und du, Stuart, lotst die Wagen mit dem Sprengstoff dorthin. Wir nehmen jeder eine Waffe mit. Dann können wir schon mal die Mischlinge und Sterblichen überwältigen, bis ihr eintrefft."
„Ja, machen wir es so. Am besten gleich Morgen. Was meinst du?" fragte Ivana. „Bis dahin können wir uns ja noch überlegen, wie wir dann genauer vorgehen. Schade dass wir nichts Genaueres über die Anlage wissen und wie es drinnen aussieht."
Magnus pflichtete ihr bei: "Ja, wir müssen auf alles gefasst sein, denke ich."
Stuart und Lili fiel auch nichts Besseres ein. Hauptsache sie brachten die anderen schnell dort raus.


Im Hof von Magnus' Anwesen herrschte am nächsten Abend geschäftiges Treiben. Seine Leute waren mit den zwei Transportern angerückt und nun standen alle zur Besprechung im Wohnzimmer.
Magnus gab Stuart die Karte, wo er die Lage des Labors markiert hatte. Dann verteilten sie die Gewehre und Pistolen untereinander. Der Stadtherrscher trug seine Motorradkluft, denn dieses Leder war auf jeden Fall dick genug, um UV-Strahlung oder Betäubungspfeile abzuhalten. Für Ivana hatte er auch einen Anzug besorgt und darin sah sie so scharf aus, dass er lieber etwas anderes mit ihr tun wollte. Aber jetzt war leider keine Zeit für solche Gedanken.
Nun stieg ein Teil der Unsterblichen in die Autos. Und Magnus erhob sich mit seiner Gruppe in die Lüfte.

Lange sah er nur Sand unter sich, bis endlich nach einer Weile Felsen vor ihnen auftauchten.
Als sie den Berg vor ihnen anflogen, wies Magnus nach unten: „Dort sind wir wohl richtig. Ich habe Unsterbliche gespürt."
Hier befand sich also nun der Schlupfwinkel der Jäger, denn der Hubschrauber des Überfalls stand ebenfalls dort und auch drei schwarze Transporter.
Sie setzten erst einmal in den Felsen auf. „Ja, ich habe sie auch gespürt.", meinte Ivana. „Nur bleibt die Frage, wie wir sie da unten rausholen können."
Es schien alles ruhig. Die Forscher und die Halbvampire wiegten sich wohl in Sicherheit. Am Tor standen zum Glück nur zwei Wachen.
Magnus schwebte langsam nach unten, hielt sein Gewehr mit Schalldämpfer geladen vor sich und meinte stumm: 'Ich schieß sie nachher ab, wenn die anderen eintreffen.'

Sie mussten noch eine ganze Weile abwarten, bis Magnus in der Ferne endlich die Motoren der Vans hörte. So weit entfernt nahmen die Mischlinge noch nichts wahr, aber vermutlich bald. Er wollte kein Risiko eingehen und visierte den ersten mit dem Gewehrlauf an. Nach einem dumpfen Knall, fiel der zu Boden und sofort danach schoss er auf den anderen. Beide Wachen rührten sich nicht mehr.
Nun setzten sie alle vor dem Eingang auf und warteten, bis die Insassen der Vans ebenfalls ausgestiegen und bereit waren. Magnus nahm einem der Wachen die Chipkarte ab, um das Tor zu öffnen: „Wenn alles so reibungslos läuft..."

Kaum betraten sie die Gänge des Labors wurden sie schon bald von den Mischlingen angegriffen. Das Eindringen der Unsterblichen hatten diese inzwischen bemerkt und jetzt entbrannte eine wilde Schießerei. Die Halbvampire benutzten bis jetzt normale Munition, die bei den Unsterblichen ebenfalls Wunden hinterließ. Stuart hatte bereits eine Kugel in den Oberkörper bekommen. Er spürte es bluten, aber es war keine schwere Verletzung. Mutig kämpfte er sich weiter vor, bis zu den Zellen und Magnus versuchte ihm zu folgen. Er fühlte einige heftige Schläge im Rücken, die von den Einschlägen der Geschosse herrührten. Dank seines Alters schlossen sich die Einschusslöcher schnell und die Patronen wurden vom Körper abgestoßen.
Stuart war nun an einer Zellentür angelangt und versuchte sie zu öffnen, aber die Tür war mit Code gesichert.
Magnus schaltete schnell und zerrte einen Bastard zu Stuart: "Los! Tipp die Kombination ein." Als der Mischling sich weigerte, brach ihm Magnus den linken Arm, was auch den Halbvampir sehr schmerzte und er befolgte die Anweisung. Die hatten wohl doch noch mehr menschliches Schmerzempfinden als sie selbst. Im Innern fanden sie tatsächlich Sarah, eine der vier entführten Vampirinnen.
Die kleine Blondine stürzte sich hungrig auf den Mischling und trank sich an ihm satt.
Danach schickte der Ältere Stuart mit ihr hinaus: "Bring sie in Sicherheit." Per Gedankenübertragung teilte Magnus den anderen den Zellencode mit, den er sich sofort eingeprägt hatte.

Nach weiteren Befreiungen, traf ihn wie aus dem Nichts ein Pfeil im Hals. Er schoss den Schützen noch nieder, aber dann spürte er die Wirkung. Alles verschwamm vor seinen Augen und er torkelte vor Schwindel erfasst, gegen die Wand. Er konnte nur noch schemenhaft sehen und wurde schwächer. Einige seiner Angestellten gaben ihm Deckung gegen die halbmenschlichen Angreifer.
Ivana stützte Magnus und mit Hilfe von Lili, brachten sie ihn Richtung Ausgang: „Gebt uns Deckung!"
Die anderen Angestellten machten sich auf die Suche nach weiteren Gefangenen und den Laborräumen, um alles zu zerstören.
Magnus sträubte sich gegen die beiden Frauen: "Lasst mich! Es wird schon wieder besser." Sein Blick klärte sich allmählich und seine Beine gehorchten ihm langsam wieder. Er war noch etwas unsicher, aber befreite sich schon aus Ivanas Griff: "So schnell gebe ich nicht auf."

Dr. Kent, der leitende Wissenschaftler, verfolgte alles über die Monitore. Diesen Unsterblichen wollte er haben. Der musste sehr alt sein, wenn ihn die Dosis des Mittels nicht sofort umhaute. Diesen hellblonden Kerl musste er unbedingt in seine Gewalt bringen. Über Funk gab er seine Anweisungen an die Mischlinge: "Bringt mir den Blonden. Ein paar von den Pfeilen müssten auch ihn außer Gefecht setzen."
Inzwischen verschanzte sich der Doktor hinter Panzerglas in einem Forschungsraum.
Magnus, wieder ganz bei Kräften, erreichte zusammen mit Stuart, Ivana und Lili das gesicherte Labor. Stuart spähte durch die Scheibe hinein: "Da drin ist auf jeden Fall jemand. Ich höre Herzschläge. Wie kommen wir durch das Glas?"
„Wenn wir den richtigen Punkt erwischen, splittert es vielleicht" meinte Lili.
„Aber Panzerglas?", gab Stuart zu bedenken. „Das hält sogar Granaten stand, oder?!"
Magnus machte einen Vorschlag: "Oder wir sprengen alles in die Luft. Die gefangenen Unsterblichen sind befreit und der Rest kann getrost im Berg verschwinden. Ich hab genug Sprengstoff mit."
„Ja dann machen wir das" pflichtete Ivana bei.

Inzwischen waren alle Wachen des Komplexes getötet worden. Magnus konnte ungehindert zu den Autos spazieren und den Sprengstoff holen und Stuart half ihm. Sie verteilten die gesamte Ladung in einigen Paketen um das Labor herum und noch einige im Innern. Magnus wollte dann später per Fernzünder auslösen. Nachdem alles bereit war, machten sie sich schließlich alle auf den Rückweg.

Als die Fahrzeuge schon ein gutes Stück weit entfernt waren, drückte Magnus von der Luft aus den Knopf des Fernzünders. Ein gewaltiger Knall ertönte und eine Feuerfontäne schoss in den Himmel, begleitet von Geröll und Felsbrocken. „ Hoffentlich wird alles verschüttet", meinte seine Gefährtin mit dem Blick auf dieses Schauspiel.

Der Stadtherrscher kehrte gerade mit Ivana durch die Lüfte zu seinem Anwesen zurück, da klingelte ihr Handy. Es war Arjan, wie Magnus hörte. „Hallo Jana! Wann habt ihr denn mal wieder Zeit? Ich muss immerzu an unsere letzte Nacht zu dritt denken und das macht mich ganz verrückt." Sie lächelte: „Wie wäre es morgen? Hast du Lust wieder hierher zu uns zu kommen?" Ihr Gesprächspartner erwiderte: „Gerne! Bis morgen dann!"
Magnus zog Ivana nun unbeherrscht an sich und küsste sie leidenschaftlich:
„Endlich! Auf das freue ich mich schon die ganze Nacht. Du sahst absolut scharf aus, wie du in deiner Lederkluft mit dem Gewehr in der Hand gekämpft hast. Eine richtige Kriegerin"
Sie erwiderte seine Küsse ebenso leidenschaftlich und begann ihn aus dem Anzug zu schälen. 'Vorhin hat Arjan angerufen. Er kommt morgen wieder zu uns', bemerkte sie nebenbei.
'Gut.' Für sich dachte er, dass er dann schon nicht hinter ihm her spionieren musste.
Er zerrte seiner Gefährtin das dicke Leder vom Oberkörper, knetete ihre Brüste und als der Anzug nur noch an ihren Beinen hing, drehte er sie um, presste sich von hinten an sie. Ah, er konnte es nicht mehr erwarten in sie zu stoßen. Da meldete sich plötzlich sein Handy. Magnus knurrte ungehalten. Wer störte ausgerechnet jetzt? Ivana stöhnte wollüstig:. „Lass es klingeln!"
„Ja, wer immer das ist. Der kann warten.", sagte ihr Liebster und schob sich hinein. Magnus naschte von ihrem Blut, während er sich immer wieder in sie bohrte. Seine Erregung wuchs schnell und bald erzitterte er in ihr. Er ließ ein wohliges Murren hören, da klingelte es schon wieder. „Das muss ja sehr wichtig sein, wenn derjenige noch mal anruft."
Magnus löste sich widerwillig von seiner Gefährtin und ging ran. Sein Blick verfinsterte sich, als er hörte, was ihm berichtet wurde: "Was, Roger! Verdammt! Wann geben die endlich Ruhe?" Dann etwas ungehaltener: "Ich kümmere mich ja schon drum. Das geht halt nicht so schnell." Langsam wurde er ärgerlich.
Als er auflegte, erzählte er es sofort Ivana: "Sie haben Rogers Club angegriffen und ihn vernichtet. Scheiße! Und ich hatte ihm versprochen, dass ich den Verräter finden werde."
Dann wurde er auf einmal nachdenklich: "Sag mal. Der, der uns verrät muss wohl von unserer Befreiungstour gewusst haben, wenn es heute Nacht war. Das ist doch bestimmt kein Zufall."
Entsetzt über diese Nachrichten sah Ivana ihn an: "Aber wer wusste davon außer den Beteiligten? Also ich habe absolut niemandem davon erzählt."
Misstrauisch las Magnus in ihren Gedanken, was sie im Moment beschäftigte. Mit Arjan hatte sie am Telefon nicht darüber gesprochen und ansonsten hatte sie in den letzten Nächten überhaupt mit keinem Außenstehenden, der nicht an der Befreiungsaktion beteiligt gewesen war, über die Entführung und das Labor geredet.
„Außerdem haben wir doch erst gestern, nachdem Lili und Stuart hier auftauchten, endgültig beschlossen, dass wir sie heute Nacht befreien", fügte sie irritiert hinzu. „Das kann doch nicht etwa heißen, dass der Verräter gestern Nacht dabei war." Ratlos blickte sie ihren Gefährten an. „Oder uns beobachtet", bemerkte Magnus.
Die ständigen, unvorhersehbaren Angriffe machten sie beide ziemlich fertig. Seit zwei Wochen hatten sie jetzt schon Ärger mit den Jägern und noch immer keine noch so kleine Spur von dem Verräter.
Ivana seufzte. „Das ist alles so furchtbar!" Und kämpfte einen Moment lang gegen die Tränen. Magnus schloss sie beschützend in seine Arme: "Mich macht das doch auch verrückt, meine Süße. Wenn ich doch nur eine Spur hätte. Vielleicht war der Zeitpunkt auch Zufall. Auf jeden Fall war es der zweite Angriff auf Roger und diesmal hat derjenige ihn endgültig aus dem Weg geräumt. Mal sehen, was nun mit seinem Revier passiert. Das könnte uns einen Hinweis liefern. Der Angriff aufs Velvet passt zwar nicht rein, aber eventuell stellte der Unbekannte fest, dass ich ihm ne Nummer zu groß bin." Dann nahm er sein Handy:" Ich muss meine anderen Clubs warnen."
„Ja, mach das. Vielleicht können wir so weitere schlimme Angriffe abwehren" entgegnete sie.


Am nächsten Abend wollte Arjan zu Besuch kommen. Doch Magnus musste sich ein Bild von Rogers zerstörtem Club machen, deshalb sollte sich Ivana allein mit Arjan vergnügen.

Magnus traf zufällig auf Mr. Brown, der ebenfalls bei Rogers Club herum lungerte. Der wollte sich mit dem Unsterblichen persönlich unterhalten: „Wir haben erfahren, dass ein einzelner Informant die Jäger mit Tipps versorgt. Sie kennen allerdings nur seine Stimme." Magnus nickte zufrieden: "Also, ist es nur einer. Gut."
Mr. Brown zuckte bedauernd die Schultern:" Das ist leider alles, was ich weiß. Wenn ich mehr erfahre, erzähle ich es Ihnen als erstes. Wie lief die Befreiung?" Magnus lächelte: "Sehr gut. Wir haben alles in die Luft gejagt."
Der Sterbliche nickte: „Also, wir hören voneinander." Damit ging der Mensch seiner Wege.

Magnus fasste die Informationen über den Verräter für sich zusammen. Es war auf jeden Fall nur eine Person und es war ein Mann. Die Übergriffe hatten vor zwei Wochen mit Rogers Party angefangen. Die Verschiebung der Vollmondparty wusste er, oder es war nicht sein Ziel. Er lässt wohl nur bestimmte Unsterbliche angreifen. Da kam Magnus eine riskante Idee. Daheim musste er den Vorschlag gleich Ivana machen. Ach, die vögelte ja mit Arjan. Hm, er sollte vielleicht doch noch dazu stoßen. Im wahrsten Sinne des Wortes. So kehrte er schmunzelnd nach Hause zurück.

Magnus sah die beiden bereits nackt am Rand der Poollandschaft sitzen. Er wunderte sich, dass sie noch nicht bei der Sache waren. Oder waren sie etwa schon fertig?
„Hi, Arjan. Habt ihr schon genug voneinander?" Dabei grinste er und begann sich auszuziehen.
Ivana stand auf und ging zu ihm. „Nein, Liebling, aber als wir bemerkten, dass Du da bist, haben wir beschlossen auf dich zu warten."
Sie half ihm beim Ausziehen und ließ ihre Küsse ganz langsam über seinen Körper wandern. Ihre Zunge zog ihre feuchte Spur immer tiefer.
Magnus schloss genussvoll die Augen und begann in Ivanas Haar zu wühlen. Er wartete sehnsüchtig, bis sie sein Glied in den Mund nehmen würde. Ungeduldig drückte er ein wenig ihren Kopf nach unten.
Dann spürte er Arjans Hände an seiner Rückseite und auch dessen Erektion, die der Braunhaarige an Magnus' Po presste. Ivana nahm gerade sein bestes Stück in ihren Mund auf und Arjan schob sich fast gleichzeitig in ihn hinein. 'Kannst du meine Gedanken lesen?' , wandte er sich an den Niederländer. Das war wundervoll. Der Ältere begann laut zu stöhnen und klammerte sich an Ivanas Schultern. Die beiden machten ihn richtig geil. „Ja, besorgt' s mir."
'Wir scheinen die gleichen Vorlieben zu haben', entgegnete Arjan. Magnus musste irgendwann mal eine Nacht nur mit ihm allein verbringen. Das reizte ihn schon seit letztem Mal. Der Kerl war genauso ungestüm, wie er.
Der Hausherr keuchte immer mehr, so fest wie seine Gefährtin an seinem Schaft rieb. Das fühlte sich einfach geil an, auch weil sie ihn so tief reinnahm. Sie war einfach die Beste. 'Ach, Ivana Süße. Du bist wunderbar.'
Arjan bewegte sich immer schneller in ihm und diese Stöße jagten schwache Stromschläge über Magnus' Rücken. Sein Kopf wurde an den Haaren zurück gezogen und der Jüngere grub seine Zähne in dessen Hals und trank von seinem Blut.
Magnus fauchte voller Ekstase, als Arjan zubiss und als dieser trank, war von dem Stadtherrscher ein lautes Grollen zu hören. Er war fast soweit.
Trotz seiner Lust, warf er dem Jüngeren Gedankenfetzen zu. Er musste endlich wissen, ob Arjan etwas mit dem Verrat zu tun hatte. Deswegen dachte er daran, dass er bei sich übermorgen eine Party geben würde und kurz darauf explodierte seine sexuelle Anspannung regelrecht. Fauchend und knurrend klammerte er sich an Ivana, während er noch einmal Arjans Zähne spürte, wie sie ihm tief ins Fleisch schlugen.
Dann riss der andere auf einmal ruckartig seinen Kopf zurück und zerfetzte ihm dabei mit zerrenden Bewegungen die Halsschlagader.
Sofort ergoss sich ein großer, blutiger Schwall auf Magnus nackten Oberkörper und auch auf Ivana, die erschreckt aufschrie, als sie den aufgerissenen Hals ihres Gefährten sah.
Erst einige Augenblicke später war sie endlich zu einer Reaktion fähig, aber da war Arjan bereits verschwunden.

Magnus kauerte am Boden und presste eine Hand auf seine Kehle so fest er konnte, denn je mehr Blut er verlor, desto schwächer wurde er. Er musste sofort ins Haus, denn er ahnte was der Angriff zu bedeuten hatte. Arjan war dieser Mistkerl, hinter dem er her war. Irgendwie hatte er es geahnt.
„Ivana, hilf mir. Wir müssen sofort in den Keller runter."
Mühsam richtete er sich auf und unter seinen Fingern quoll immer noch viel Blut hervor. Die klaffende Wunde schloss sich zwar, aber Arjan hatte genug zerrissen.

Auf dem Weg zum Haus, zog er eine deutliche Blutspur hinter sich her. Ivana half ihm so gut sie konnte. Sie fuhren mit dem Aufzug in das Untergeschoss ihres Schlafgemachs und Magnus hatte gerade noch die Kraft den Code für die Panzertür zu ändern. „Hier kommen sie nicht rein."
Dann ließ er sich kraftlos zu Boden vor dem Bett sinken und wartete, bis seine Wunden verheilt sein würden.
„Ach, Süße. In den letzten Nächten habe ich es mit Arjan irgendwie geahnt, aber ich wollte es nicht so recht wahr haben. Er gefiel mir. Leider! Das hat mich blind gemacht."
Ivana war immer noch völlig geschockt und vollkommen fassungslos. „Arjan... ist der... Verräter!" stammelte sie ungläubig. „Und wir haben ihm die Kehle geleckt und geküsst, anstatt sie ihm rauszureißen", stellte sie entsetzt fest. „Oh nein! Dann bin ich an allem, was passiert ist, mit schuld!" Sie sah Magnus mit einem Ausdruck der Verzweiflung an. „Ich habe ihm von deinem Verdacht erzählt, dass es einen Verräter gibt und wie der Angriff aufs „Velvet" stattfand. Und das alles nur, weil ich im Bett nicht genug kriegen konnte. Nur darum habe ich überhaupt etwas mit ihm angefangen, wollte ich ihn immer wieder haben und er konnte von mir so bequem Informationen bekommen. Ich fühle mich so schuldig!", schluchzte sie. „Wie kann ich mir das jemals verzeihen?!"
Plötzlich sah Magnus auf, als das Geräusch eines Helikopters zu hören war. „Ivana, hörst du das? Der Hubschrauber kommt direkt hierher!" Sie kniete neben Magnus: „Das sind Jäger! Und wir sitzen hier unten fest!"

Der Helikopter kreiste über dem Anwesen, dessen Adresse sie genannt bekommen hatten. Der Pilot konnte aber nur melden, dass er niemanden sah. Die Jäger drangen gut bewaffnet in das Haus ein. Sie durchsuchten jeden Raum und stießen schließlich auf die Blutspur. Ihr folgend standen sie schließlich vor der Panzertür, hinter der sich Ivana und Magnus in Sicherheit gebracht hatten. „Die Spur führt hier rein. Bewacht die Tür - wenn es sein muss nächtelang. Unser Informant hat gesagt, wir könnten den Herrscher von Vegas erwischen. Und wenn auch nur die geringste Chance besteht, dass er hier ist, dann will ich ihn haben! Ich warte schon so lange auf diese Chance." Damit erteilte er seinen Männern den Befehl das Anwesen und speziell die Panzertür zu bewachen.

Arjan fuhr zu dem Haus am Rande von Vegas, das er zwei Nächte zuvor gemietet hatte. Dort fühlte er sich sicherer während er abwartete, dass die Jäger den Herrscher von Vegas für ihn beseitigten. Man konnte ja nie wissen. Vorsichtshalber unterdrückte er seine Schwingungen, damit ihn niemand finden konnte.

„Ach, Süße. Mach dir keine Vorwürfe. Uns ging es beiden so. Ich träumte von einer Nacht allein mit Arjan. Das wäre mir dann gehörig zum Verhängnis geworden. Aber was machen wir mit den Jägern. Du hast sie gehört. Sie wollen uns nächtelang bewachen. Wann musst du wieder trinken?" Er sah an sich herunter:" Und ich brauche ebenfalls bald Blut. Die Blutung hat aufgehört, aber ich habe sehr viel verloren. Na ja, besser Koma, als gebraten zu werden. Sollen sie warten bis sie schwarz werden."
„Ich muss Morgen trinken", gab die Russin niedergeschlagen zurück und setzte sich auf die Bettkante. Magnus schleppte sich nun aufs Bett und blieb einige Zeit liegen.
Dann traf ihn ein Geistesblitz: "Mr. Brown! Wo ist mein Handy?" Doch Magnus musste feststellen, dass sein Handy in seiner Hose am Pool lag. Er sah sich nervös im Raum um: "Alexeij hat doch immer vorgesorgt. Vielleicht gibt es aus der Schlafkammer einen Geheimausgang. Wo könnte der sein? Bestimmt gibt es hier so was. Der Russe war sehr vorsichtig gewesen und er hatte genügend Feinde gehabt. Du weißt ja selber, wie das Anwesen abgesichert ist und er hatte zusätzlich noch ne ganze Truppe unsterblicher Bodyguards."
Immer noch geschwächt, stand Magnus auf und zog sich schnell an. Seine Augen hafteten an jeder Ritze und er tastete die Wände ab. Auch Ivana beteiligte sich an der Suche, nachdem sie sich etwas übergestreift hatte.

Die Jäger platzierten in der Zwischenzeit große Mengen Sprengstoff vor der Panzertür, was aber nur zur Folge hatte, dass das halbe Haus zusammenbrach, die Tür und den dahinter liegenden Raum aber unversehrt ließ. Auch Schweißgeräte kamen nur durch die äußerste Schicht. Trotzdem genügte der Lärm von draußen, Ivana weiter zu ängstigen.
„Verdammt, was machen die da? Ich traue der Tür prinzipiell ja schon, aber das hört sich echt nicht gut an."
Ihr Gefährte bekam es ebenfalls mit der Angst zu tun: "Und ich dachte, hier unten wären wir sicher. Wir müssen schleunigst den Geheimgang finden."
Magnus betrachtete das runde Bett auf dem sie sonst schliefen: "Süße, kannst du es auf einer Seite mal anheben."
Als sie das tat, kroch er darunter und suchte dort den Boden ab: "Ich glaub ich hab was. Da sind Ritzen im Granit."
Gemeinsam wuchteten sie das Bett zur Seite und dann erkannten sie eine Falltür im Boden. Menschliche Augen würden die feinen Umrisse auf dem lebhaft gemusterten Boden sicher übersehen, jedoch nicht sie.
Magnus fand den vertieften Griff und gemeinsam mit seiner Liebsten hob er die Tür an. Allein war er gerade einfach zu schwach.
Sie schlüpften durch den Spalt und darunter erstreckte sich eine Röhre, durch die man kriechen musste. Nach einigen Biegungen, gelangten sie an eine Treppe, die nach oben führte. Die Stufen zogen sich endlos dahin. Sie waren auch einige Geschosse tief unter der Erde.
Irgendwann standen sie vor einer kleinen Stahlluke, durch die man wieder kriechen musste. Magnus trat mit den Beinen dagegen, sie ging auf und kühle Nachtluft wehte herein.
Sie hatten den Ausgang gefunden.
Vorsichtig spähte Magnus zuerst einmal hinaus. Vor ihm befand sich ein Gebüsch und als er sich weiter heraus traute, konnte er sein Anwesen erblicken. Die Luke war auf der anderen Straßenseite.
"Jetzt muss ich Alexeij im Nachhinein noch dankbar sein. Seine Vorkehrungen haben uns viele Unannehmlichkeiten erspart." Ivana lachte erleichtert auf: „Ja die Geheimtür war wirklich Glück! Aber was machen wir jetzt? Unser Haus sind wir wohl erst Mal los."
Magnus blickte zur Mauer seines Grundstücks: "Jammerschade, dass wir alles aufgeben müssen. Langsam ist mir Vegas wirklich verleidet. Lass uns irgendwo anders hinziehen. Ich möchte wieder ein ruhigeres Leben. Dauernd mit Herausforderern herumschlagen und noch mit den Sterblichen. Davon habe ich wirklich genug. Wo würdest du hin wollen?"
„Das ist keine leichte Frage. Hier in den Staaten kenne ich außer Vegas noch gar nichts. Hast du schon was im Auge? Außerdem haben wir momentan außer den Kleidern, die wir anhaben, überhaupt nichts, weil alles im Haus ist."
Magnus machte den Vorschlag zuerst zu Lili zu gehen. Er wusste sonst nicht wohin und sie brannte sicher auf die Neuigkeiten.

Vor ihrem Haus angekommen, ließ er seine Aura wieder zu, denn er spürte, dass beide zu Hause waren. Lili öffnete ihnen und erkannte sofort das getrocknete Blut an Magnus Hals: "Was ist passiert?"
Er berichtete: "Jäger haben mein Anwesen angegriffen. Zum Glück konnten wir aus dem Haus entkommen. Und wir wissen nun wer der Verräter ist. Kann ich dich um etwas bitten, Lili? Können wir vorerst bei dir unterkommen?"
„Ihr wisst also endlich, wer es ist?" fragte sie dann. „Kenne ich ihn?"
„Ich weiß nicht, ob du ihn kennst", meinte Ivana. „Es ist ein Niederländer namens Arjan, etwa 650 Jahre alt. Dunkelbraune, halblange Haare, blaue Augen", beschrieb sie. „Er war auf der Party, auf der die Jäger das erste Mal angriffen", fügte sie hinzu. Lili schüttelte den Kopf. „Nein, den kenne ich nicht. Aber fühlt euch wie zuhause"
Stuart begrüßte jetzt die beiden ebenfalls: "So schnell sieht man sich wieder. Hallo. Habt ihr was abgekriegt?"
Magnus zeigte auf seine Wunde am Hals: "Ja, das. Aber das war der Verräter. Wir hatten ihn zu uns nach Hause eingeladen. Völlig ahnungslos und dann greift er mich an und reißt mir die Kehle raus. Wir konnten in den Keller flüchten, bis die Jäger eintrafen. Durch einen Geheimgang sind wir entkommen." Mit einem Blick zu Ivana: "Ich trinke erst morgen, wenn du auch musst."
Stuart nickte: "Lili und ich müssen auch. Ich bin allerdings völlig aus der Übung, was die Jagd angeht. Ich bekam ja immer Menschen vorgesetzt während meiner Haft."
Magnus lächelte: "Das ist kein Problem. Ich bring ein paar Bräute her, oder wir gehen aus."
Stuart legte den Arm um Lili: "Danke für das Angebot, aber wir beide versuchen es gemeinsam. Nicht wahr, Schatz?"
Magnus sah nur seine Gefährtin fragend an: 'Machen wir es auch gemeinsam?'
Sie lehnte sich an ihn: 'Unbedingt! Wie lange haben wir das schon nicht mehr gemacht.'
„Was habt ihr jetzt weiter vor?" erkundigte sich Lili.
Magnus setzte sich auf die Couch: "Keine Ahnung! Auf alle Fälle Arjan zur Strecke bringen, damit hier wieder Ruhe einkehrt und dann gehen wir wahrscheinlich hier weg. Meine Existenz ist sowieso zerstört. Der Club, das Haus. So langsam wird mir dieses Leben in Vegas zu hektisch. Irgendwas Ruhigeres." Dann wandte er sich an Ivana: "Apropos Arjan. Weißt du noch irgendwas von ihm? Im Luxor ist er sicher nicht mehr. Wo wartet der Kerl die Lage ab?" Sie zuckte ratlos mit den Schultern.






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beta
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