16. Überraschende Neuigkeiten

Die andere hörte wohl das Klacken ihrer Pumps, denn sie sah jetzt von ihrer Gartenarbeit auf, als Alex vor dem Haus stehenblieb: „Entschuldigen Sie, ich bin auf der Suche nach Nadja Bates?“
Blaue Augen musterten sie kurz: „Wer möchte das wissen?“
„Ich bin Alexandra Taylor.“
„Um was geht es?“, fragte die andere skeptisch.
„Es geht um Valentin, aber ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin.“ Dabei schaute sie am Haus hoch: „Er kann sich nur wenig an sein früheres Zuhause erinnern.“
Als Alex ihren Blick wieder der Frau zuwandte, hatte sich diese aufgerichtet und sah sie voller Sorge an: „Was ist mit ihm?“
Die Dunkelhaarige lächelte: „Es geht ihm gut, keine Sorge. Er lebt seit Kurzem bei mir.“
Nun wich der besorgten Miene eine interessierte und Alex meinte, die unausgesprochene Frage zu kennen: „Als mein Hausgenosse. Erst seit einigen Wochen.“
Auf dem ebenmäßigen Gesicht, das nur um die Augen kleine Fältchen zeigte, spiegelte sich Erleichterung. Wahrscheinlich weil Nadja befürchtet hatte, ihr Sohn wäre Kastrat geworden.
Dann fand ihr Gegenüber die Sprache wieder, deutete hinter sich zum Haus: „Kommen Sie doch herein.“
Alex erwiderte erfreut: „Gern, danke.“ Und folgte der Blonden zur Haustür.
Auf den Eingangsstufen streifte diese, ihre Gartenhandschuhe ab, legte sie neben die Tür und führte Alex durch einen kleinen Flur zum Wohnzimmer.
„Bitte setzen Sie sich. Möchten Sie etwas trinken?“
Alex erwiderte: „Vielleicht ein Wasser.“
Mit einem Nicken ging Nadja in die Küche nebenan und Alex blickte sich solange im Zimmer um. Man sah, dass Valentins Mutter wohl nicht viel Geld besaß. Die Einrichtung war schon älter, alles ein wenig abgewohnt. Auch das gesamte Haus war älter.
Nadja kehrte mit einem Glas Mineralwasser zurück, stellte es vor Alex auf den Couchtisch und nahm dann ihr gegenüber im Sessel Platz.
Unsicher rieb sie ihre Hände an den Oberschenkeln und deutete verlegen um sich: „Sorry für die Unordnung.“
Alex winkte beschwichtigend ab: „Ach was. Das war jetzt ziemlich spontan von mir. Ich wollte Sie nicht so überfallen, aber ich war neugierig.“ Sie musterte ihr Gegenüber mit einem Lächeln: „Man sieht es auf Anhieb.“
„Was?“
„Dass Sie seine Mutter sind. Wie aus dem Gesicht geschnitten.“
Diese schmunzelte daraufhin ein wenig, aber war immer noch angespannt: „Dann ist Valy also noch nicht lange bei Ihnen?“
Alex fand Valentins Spitzname echt süß: „Erst seit knapp über einem Monat. Er ist ein ganz lieber Kerl und ich bin darüber wirklich sehr froh. Wir verstehen uns super.“
Nadja lächelte nun ein wenig unbefangener, aber knetete immer noch ihre Finger: „Da bin ich erleichtert.“
Alex fuhr fort: „Valentin weiß nichts von meiner Suche nach Ihnen. Ich wollte erst schauen, ob ich überhaupt Erfolg habe und dann mit Ihnen sprechen, ob Sie ihn überhaupt wiedersehen möchten. Er ist sehr sensibel und ich wollte ihm keine unnötigen Hoffnungen machen. Ich glaube, er vermisst Sie.“
Nadjas Augen wurden feucht und Alex ärgerte sich sofort über ihren Kommentar. Wie konnte sie nur sowas sagen: „Tut mir leid. Ich wollte Ihnen keinen Kummer machen.“
Die andere wischte sich die Augenwinkel mit dem Handrücken ab und schniefte: „Ich vermisse ihn auch. Ich habe immer gehofft, dass er es gut haben wird. Wo war er, bevor er zu Ihnen kam?“
Alex entgegnete: „Im Zentrum. Ich weiß, mit 20 ist es ein wenig spät, vermittelt zu werden. Aber ich könnte mir keinen besseren Gefährten wünschen. Ich habe Fotos auf dem Smartphone. Möchten Sie ...?“ Sie griff nach ihrer Handtasche, aber behielt Nadja im Auge, was sie ihr antworten würde. Diese zögerte kurz, nickte aber dann.
Daraufhin fischte Alex ihr Handy heraus und wählte zuerst ihr Lieblingsbild von ihm aus. Es war ein Portrait, auf dem seine Augen einen türkisenen Schimmer hatten und ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen lag.
Sie reichte es Nadja, die es in die Hand nahm, eingehend betrachtete und noch wässrigere Augen bekam: „Er hat immer noch seine langen Haare.“
„Ja, so wie er erzählte, durfte er sie behalten. Er hatte anscheinend nie kurze Haare.“
Nadja schniefte kurz und erzählte dann: „Ich hatte ihn immer als Mädchen ausgegeben. Deswegen auch Valy. Er hätte mich bestimmt komisch angeschaut, wenn ich vor anderen Valentina zu ihm gesagt hätte. Als Mutter eines Jungen wird man oft schief angeschaut und ausgegrenzt, wenn die anderen mit ihren Töchtern ankommen. So konnte er eine normale Kindheit haben. Durch die langen Haare und seine zierliche Gestalt sahen auch alle ein Mädchen in ihm. Sogar die beiden Frauen die ihn damals abholten, waren ganz erstaunt, dass das Kind, das ihnen geöffnet hatte, Valy war. Ich hatte immer gehofft, dass man ihn vielleicht übersehen würde und er bei mir bleiben könnte. Immer diesen Gedanken im Hinterkopf, dass er mit 9 gehen muss. Aber seine Geburt war ja im System registriert und dass er ein Junge ist. Schon Tage vor seinem Geburtstag hatte ich Angst, dass sie kommen würden, und als sie eine Woche danach immer noch nicht auftauchten, schöpfte ich Hoffnung. Aber dem System entgeht kein Junge. Wenigstens konnte er seinen Geburtstag noch zu Hause verbringen. Valy machte ihnen an diesem Morgen die Haustür auf und rief mich. Als ich die zwei Damen in ihren Kostümen an der Tür stehen sah, wusste ich sofort, um was es ging. Das war schrecklich. Ich durfte mir nichts anmerken lassen, log meinen Jungen an, dass er nur kurz wegmuss und bald wieder heimkann. Ich winkte ihm noch kurz hinterher und als ich wieder ins Haus zurückkehrte brach ich ein und heulte los. Das Schlimmste war für mich, dass ich ihn nie wieder sehen werde.“
„Wenn Sie es möchten, gern. Sonst hätte ich meine Suche nicht begonnen. Ich stelle es mir schlimm vor, sein Kind hergeben zu müssen. Deswegen will ich auch lieber Töchter.“
Nadja sagte ein wenig verbittert: „Sie können es sich dann auch leisten.“

Alex war klar, dass es das Risiko der weniger Betuchten war, Jungen zu gebären. Falls sie sich eines Tages für ein Kind entscheiden würde, dann würde man mit Valentins Samen ihre Eizellen künstlich befruchten und ihr nur weibliche Embryonen einpflanzen. Das Ganze kostete einige tausend Dollar und das hatten viele nicht übrig. In solchen Situationen schämte sie sich ein wenig dafür, dass es ihr so gut ging.
Der Blick ihres Gegenübers ging wieder auf das Handy-Display: „Aus ihm ist wirklich ein wunderschöner Kerl geworden. Na ja, er war ja schon als Kind sehr hübsch. Es hieß immer, was für ein süßes Mädchen er doch sei.“ Nun musste Nadja ein wenig schmunzeln.
Alex bestätigte: „Ja, das ist er! Ich kann gar nicht verstehen, dass ihn, solange niemand ausgesucht hatte. Glück für mich! Haben Sie eigentlich Kinderfotos?“
Die Ältere wischte über Valentins Portrait und blätterte so zum nächsten Bild, das Alex und Valentin gemeinsam in Abendgarderobe zeigte. Beide lächelten in die Kamera und hatten die Arme umeinander geschlungen.
Nadja legte das Smartphone auf den Tisch, stand auf und ging zum Wohnzimmerschrank: „Ja, ich hole Ihnen das Album.“

Alex nahm das Fotoalbum mit dem roten Einband erwartungsvoll entgegen, legte es auf ihren Schoß und schlug es auf.
Valentin war wirklich ein goldiges Kind gewesen und hatte mit der Zeit immer längere Haare bekommen. Bei kleinen Kindern konnte man dann eh kaum zwischen Jungen und Mädchen unterscheiden, wenn sie keine typische Kleidung trugen.
Am Ende war Alex bei den letzten Fotos, auf denen er knapp neun Jahre alt war, angelangt. Tatsächlich sah er darauf wie ein Mädchen aus.
Seine Mutter war nie so weit gegangen, dass sie ihn in Kleider gesteckt hatte. Auf den Bildern sah man ihn nur mit Hosen.
Schließlich klappte sie das Album wieder zu und legte es auf den Tisch: „Danke fürs Zeigen. Er war echt ein süßes Kind.“
Alex erschrak ein wenig beim Blick auf ihre Armbanduhr: „Oh, doch schon so spät. Ich sollte langsam los.“
Dabei erhob sie sich, schnappte ihr Handy vom Tisch und streckte Valentins Mutter zum Abschied die Hand hin: „Vielen Dank für Ihre Zeit. Ich bin so froh, dass ich Sie gefunden habe. Wie sollen wir verbleiben?“
Nadja nahm die dargebotene Hand zum Abschied, aber schien noch unschlüssig zu sein, was sie antworten sollte: „Hm, ich weiß nicht. Ich bin noch ganz durcheinander. Nach über zehn Jahren erfahre ich endlich wieder etwas über meinen Jungen. Das ist irgendwie wie ein Schock.“ Sie schüttelte den Kopf: „Ich weiß nicht, ob ich das aushalte.“
Alex war ein wenig enttäuscht, aber musste der Mutter wohl Zeit geben, um mit der neuen Lage klar zu kommen: „Ich melde mich in einigen Tagen nochmal. Wäre das okay? Ich verrate ihm noch nichts.“

Nadja begleitete Alex noch zur Tür und als die Jüngere bereits am Gehweg angekommen war, hörte sie hinter sich: „Mrs. Taylor?“
Die Jüngere wandte sich um und sah die Frau fragend an: „Ja?“
Diese kniff die Lippen aufeinander, um vermutlich nicht wieder anfangen zu weinen, und nickte ihr nur zu. Das schien ihre Bestätigung zu einem Wiedersehen zu sein, was Alex sehr erleichterte: „Das wird ihn riesig freuen. Danke. Bye, bis bald. Ich melde mich.“
Die andere hob nur die Hand und nickte abermals.
Beschwingt stieg Alex in ihren Wagen und fuhr zu ihrem nächsten Kundentermin. Sie konnte es kaum erwarten, Valentin die freudige Nachricht zu überbringen, da Mrs. Bates jetzt doch einem Wiedersehen zugestimmt hatte. Bis zum Abend war es noch so lang.


Der hellblonde Liebesdiener saß am Pool und hatte seine Beine ins Wasser hängen, wenn er schon nicht baden durfte. Immerhin bekam er so ein wenig Abkühlung.
In zwei Tagen war das Badeverbot endlich vorbei und Valentin freute sich sehr darauf, wieder im Pool schwimmen zu können. Vor allem war er in dieser Zeit voll neidisch auf Jake gewesen, der öfter mit Joe im Wasser herum gealbert hatte.
Der junge Mann hörte die Haustür. Das war wohl Alex.
Er erhob sich, trocknete kurz seine Füße ab und ging dann in den Flur, um die Hausherrin zu begrüßen.
Sie schlüpfte gerade aus ihren Schuhen und strahlte ihn regelrecht an, als sie ihn erblickte.
„Hi Alex“, begrüßte er sie und gab ihr einen Kuss.
„Hi, Darling!“, flötete sie überschwänglich, was Valentin verwunderte. Warum hatte sie so gute Laune? Aber es freute ihn natürlich, wenn sie so nett war.
„Wie war dein Tag? Soll ich das Essen fertigmachen?“
Alex grinste breit: „Ich hab sehr gute Neuigkeiten für dich. Du kannst alles anrichten, solange ich oben bin. Bis gleich!“
Damit verschwand sie die Treppe hoch und ließ einen grübelnden Diener zurück.
Was für tolle Neuigkeiten?
Valentin war während dem Decken des Tisches am Nachdenken, aber da musste er sich wohl oder übel bis nachher gedulden.

Später während dem Essen begann Alex dann: „Du hast mir doch mal von deiner Mutter erzählt und auf mich machte es den Eindruck, dass du sie sehr vermisst. Da dachte ich mir, dass ich mich mal erkundige. Ja, und dann hab ich einige Adressen abgeklappert und heute hatte ich endlich Erfolg.“
Sie lächelte ihn freudestrahlend an: „Ich habe sie tatsächlich gefunden! Wir haben uns eine Weile über dich unterhalten und sie möchte dich ebenfalls wiedersehen. Ist das nicht schön?“ Dabei ergriff sie seine Hand über die Tischplatte und drückte sie.
Valentin war völlig perplex. Was erzählte Alex da? Sie hatte seine Mutter gesucht und gefunden?
Er starrte sie verwundert an: „Meine Mum?“
Alex lachte: „Ja, Babe. Du siehst ihr total ähnlich. Wahnsinn! Da erkennt man sofort, dass ihr verwandt seid.“
Dann wurde sie wieder ernster und streichelte seine Hand: „Wir sind so verblieben, dass ich mich bei ihr melde. Ich glaube, sie braucht noch ein wenig Zeit, diese Neuigkeit zu verdauen.“
Valentin war immer noch ganz baff. Dass Alex für ihn auf die Suche gegangen war. Das hätte er nie erwartet und er liebte sie dafür. Leise brachte er ein „Danke“ heraus und schlug betreten die feuchtgewordenen Augen nieder. Das rührte ihn sehr.
Sofort schossen ihm Bilder von ihrem damaligen Abschied in den Kopf. Wie er ahnungslos mitgegangen war, aber den traurigen Ausdruck in ihren Augen wahrgenommen hatte. Er hatte ihr geglaubt, dass er bald wieder nach Hause durfte, und fand es anfangs unter vielen anderen Jungen sogar toll. Bis dann das Heimweh einsetzte und er erfuhr, dass sie alle dortbleiben mussten. Viele Nächte voller Tränen folgten, bis er sich allmählich damit abfand. Dabei half sicherlich, dass die Erzieherinnen wegen seinem weiblichen Aussehen, weniger streng mit ihm waren.
Alex hielt immer noch seine Hand, als er wieder aufsah, und blickte ihn besorgt an: „Alles in Ordnung?“
Valentin nickte: „Ja. Ich kann es nur irgendwie nicht fassen, dass ich sie wiedersehen kann.“ Nun drückte er ebenfalls Alex Hand: „Und ich bin dir so dankbar dafür. Ich weiß gar nicht, womit ich das verdiene.“
Sie schüttelte gespielt tadelnd den Kopf: „Du verdienst nur das Beste, mein Liebling. Ich möchte, dass es dir gut geht.“
Da stiegen ihm abermals Tränen der Rührung in die Augen, die er mit den Fingern abwischte.
Kurz darauf hatte er sich wieder gefangen und fragte seine Herrin über seine Mutter aus. Wie sie inzwischen aussah und wo sie wohnte und so weiter.
Alex schien gern Auskunft zu geben und er hoffte, dass seine Mum ihn sehr bald treffen wollte.
Das war der nächste Punkt. Jetzt war er ungeduldig und würde es kaum erwarten können. Alex versprach, in einer Woche ein Treffen zu vereinbaren. Das beruhigte Valentin ein wenig, aber es hieß trotzdem warten.


In der vergangenen Woche hatte Valentin endlich wieder andere Gesichter gesehen und war öfter rausgekommen. Ansonsten hatte er immer nur die Bediensteten seiner Herrin und Alex selbst um sich. Aber so war das eben als Liebesdiener, dass er das Grundstück nicht ohne weibliche Begleitung verlassen durfte. Potente Männer waren eine Gefahr für die weibliche Gesellschaft und durften sich nicht ohne Aufsicht draußen aufhalten. Bereits Valentins Ausflüge mit einem der Hausdiener zum Supermarkt waren nicht erlaubt. Er hatte jedoch den großen Vorteil durch sein Aussehen keinen Verdacht zu erregen.
Erst neulich hatte sich sein Äußeres wieder bewährt, als er zusammen mit Alex, gemeinsam ihre Mutter ins Krankenhaus bringen musste.
Sie war daheim gestürzt, hatte Alex angerufen und dann waren sie beide sofort hingefahren.
Valentin war erst ein einziges Mal vorher bei der Mutter gewesen.
Jedenfalls fanden sie die ältere Frau im Flur, wo sie am Boden kauerte und nicht mehr aufstehen konnte. Alex hätte ihre Mutter nie allein ins Auto tragen können. So war Valentins Hilfe wirklich nötig gewesen.
Die ältere Dame hatte sich zwar ein wenig geziert, dass der Liebesdiener sie dazu anfassen musste, aber Alex hatte nur die Augen verdreht und genervt „Mum, also bitte! Valentin will dir doch nur helfen“, gesagt.
In der Klinik waren dann alle Schwestern und Ärztinnen automatisch davon ausgegangen, dass er ein Hausdiener von Alex sei. Normalerweise hätte er als Liebesdiener das Gebäude überhaupt nicht betreten dürfen. Aber so gab es überhaupt keine Probleme.
Durch den Sturz hatte sich Alex Mutter nun ein gebrochenes Bein zugezogen, aber durfte nach dem Geraderichten und Eingipsen wieder nach Hause.
Alex überließ ihr Joe als Pfleger und Hilfe im Haus. Nun musste dieser einige Wochen dort allein seinen Dienst tun. Joe war davon nicht sonderlich begeistert gewesen, aber musste sich ja fügen.
Alex machte ihrer Mutter noch deutlich, dass sie ihn ihr nicht verderben sollte, denn Joe war ein zuverlässiger und erfahrener Diener. Die Ältere lebte schon immer allein und hatte sich nie einen Diener leisten können, daher wollte Alex verhindern, dass sie Joe unnötig schikanierte.

Valentin hatte sich, seit Alex seine Mum gefunden hatte, viele Gedanken um sie und über seine Kindheit gemacht. Seine Herrin hatte ihm erzählt, über was sie sich unterhalten hatten und hatte von ihr erfahren, dass sie immer noch im selben Haus lebte. Darüber war er froh und auch darüber, dass sie wohl gesund war und es ihr ansonsten nicht schlecht ging. Anscheinend hatte sie keine weiteren Kinder mehr. Valentin hoffte sehr, dass sie in bald treffen wollte, aber er hatte auch Angst davor. Wie würde sie ihm begegnen und wie sollte er sich verhalten?
Das letzte Bild von ihr in seinem Kopf war, wie sie damals kurz die Hand zum Abschied hob und bereits im Haus verschwunden war, als er schon im Auto saß. Damals hatte er sich nichts weiter dabei gedacht, geglaubt er würde bald wieder nach Hause zurückkehren. Ein fataler Irrtum!


Der nächste Besuch bei Vivian war für Valentin größtenteils ein schöner und entspannender Abend. Rick und er hatten sich schon einige Zeit nicht mehr gesehen und unterhielten sich angeregt in der Küche bei Alan, der gerade das Essen vorbereitete.
Der Hellblonde berichtete von seiner Sterilisation und schließlich von der größten Neuigkeit, dass Alex seine Mutter ausfindig gemacht hatte. Rick beneidete ihn darum, denn er würde seine auch sehr gern wiedersehen.
Die Frauen saßen währenddessen plaudernd auf der Terrasse, wo Alan und Rick dann auch den Tisch fürs Dinner deckten.
Wie zu Hause, musste sich Valentins Herrin bei Vivian ihre zärtlichen Gesten ihm gegenüber nicht verkneifen. Sie konnten Händchen halten, sich küssen und sich ein wenig necken. Auch die Hausherrin zeigte ihre Zuneigung für Rick in den eigenen vier Wänden offener als sonst.
Valentin gefiel, dass die beiden Frauen doch sehr ähnlich tickten. Was ihn allerdings noch verunsicherte, waren Vivians Annäherungsversuche. Sie strich scheinbar beiläufig über seinen Hintern, als sie an ihm vorbeiging und berührte ihn auch sonst im Laufe des Abends einige Male flüchtig.
Dieses Verhalten verschreckte ihn immer noch ein wenig und er empfand es als unangenehm, obwohl er bereits Sex mit Vivian gehabt hatte. Aber da war klar gewesen, worauf sein Aufenthalt hier hinauslief, war sozusagen geplant gewesen.
Doch so aus heiterem Himmel fühlte er sich überfordert und er traute sich nicht, sie zurückzuweisen. Es war offensichtlich, dass Vivian ihn begehrte und gern eine Wiederholung ihres Abenteuers wollte und das machte ihm irgendwie Angst. Daher blieb er den restlichen Abend bei Rick, da sie sich diese Blöße vor ihrem Hausgenossen nicht geben würde.
Mit ihm kam er irgendwie immer zwangsläufig auf schlüpfrige Themen und da gab Rick abermals großspurig mit seinen Verführungskünsten im Beauty-Salon an.
Valentin würde nie von sich aus einer Frau Avancen machen. Dazu war er viel zu schüchtern. Nur bei Alex zeigte er bisher sein sexuelles Verlangen, wenn er Lust auf sie bekam. Aber ob sie dann darauf einging, stand auf einem anderen Blatt.
Neulich war er mit Morgenlatte neben ihr gelegen und hatte ungeduldig auf das Piepen ihres Weckers gewartet, denn er hatte aus seinem Fehler gelernt, und wollte sie unter keinen Umständen wieder verärgern. Als sie dann aufgewacht war, hatte er sie zärtlich geküsst, gestreichelt und sich an sie gedrängt. Alex hatte seine Liebkosungen erwidert und sich dazu hinreißen lassen, obwohl sie zur Arbeit musste. Das hatte Valentin natürlich sehr gefallen und war danach befriedigt und zufrieden nochmal eingenickt.


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beta
Fairy Dust

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