18 - für viele die Welt, ein Fortschritt, für mich ne zahl, nen Jahr mehr, nen Jahr mehr an Erfahrungen, an Leben, an vergangenheit, die nie wieder kommt. Vergangen.
Wie im Flug.

Acht sein war wunderbar.
ich will wieder acht sein. Unachtsam sein und nicht dafür bestraft werden. Naiv durch die Weltgeschichte bummeln, glauben Geschichte wäre heute, wir würden sie nicht schreiben. Sie würde geschrieben werden, von jemandem der alles schreibt, der die welt beschreibt, sie erbaut hat, aus dem nichts, für jeden ein happy end im ärmel, jederzeit bereit es herauszuschütteln.
Hoffnungsvoll, voller elan, selbstbewusst, selbstsicher.

Ok. Das war schonmal gelogen, ausgedachten, erstunken und erlogen. Mehr erduftet und erfunden.
In diesem alter habe ich mir wohl noch keine Gedanken darüber gemacht, was ein Menschenleben ist, wie menschen überhaupt auf die Welt gelangt sind, was die welt ist, wo sie herkommt, wie lange sie schon existiert, ob alles so kommt, wie es muss, ob wir das beeinflussen können, ob wir unsere (Lebens)geschichte selber schreiben, unseren eigenen weg laufen und ihn dann unseren Lebenslauf nennen oder ob das alles nur ein Traum ist, Einbildung, lebendig durch blühende fantasie.

18 heißt erwachsen sein.
Auf eigenen beinen zu stehen, für das gerade zu stehen was man tut, zu wissen für was man steht und auf wen. Wofür man geht, mit wem, auf welchem weg, und wohin er führt. Sich einzugestehen wo probleme liegen, die es zu optimieren gilt, und wenn man erwachsen ist, ja. dann kennt man die Lösung oder wenigstens den Weg dorthin. Also die Anleitung zum Umsetzen. Doch das fällt schwer. Leicht gesagt, sagt man. Meint man. (auch so)

ab jetzt häufen sich die fragen nach der zukunft.
was willst du mal werden? Ohne den anhang, wenn du groß bist. Denn jetzt bin ich groß, jetzt weiß ich was ich will, wo hin ich will, welchen weg ich gehen muss, um dort anzugelangen.
Aber Ich will nicht gefragt werden, was ich werden will, weil ich es nicht weiß, weiß so vieles und doch wieder nichts. – gefährliches halbwissen.
Über andere so viel mehr, als über mich selbst.
Warum?
Weil es so viel leichter fällt anderen zuzuhören, als sich selbst.
Sich mit den Problemen anderer auseinanderzusetzen, damit die eigenen viel weniger wichtig erscheinen oder eben gar nicht erscheinen, weil man nicht hinsieht, kein Blick dafür hat, sie nicht ansieht. Verdrängung. Verachtung. Missachtung. Missverständniss. Verständniss. Für alle anderen. Kein verständnis für sich.

Wieder acht sein, gefragt werden, was ich werden will, wenn ich groß bin und ganz selbstsicher und entschlossen, Tierärtztin antworten.
Schließlich soll man seine träume festhalten. Und die antworten auf die scheinbar schwersten fragen sind die einfachsten, die ersten Gedanken, meistens die richtigen.

Es gab keine Angst vor der Zukunft, jedenfalls nicht wenn keine Vorträge oder Singkontrollen in der Schule anstanden.
Vor mehreren Menschn stehen und reden war noch nie so ganz mein Ding.
Lieber nichts sagen, als etwas falsches.
Früher, ganz besonders in der Schule, wurde klar, dass es richtig und falsch gibt, in dem was du sagst. Also aus Angst vor einem „Falsch“, auch wenn gedacht es wäre richtig, lieber nichts gesagt.
Auch mit dem Fragen hats schnell aufgehört.
Das mit dem „Es gibt keine blöden Fragen“ wurde erst später erfunden. Meine Lehrer jedenfalls hatten diese Erkenntnisse noch nicht gewonnen. Zu schade aber auch.
Auf so viele Antworten habe ich verzichtet, aus Angst es wären dumme Fragen, auf die jeder die Antwort wissen müsste. Man würde geboren mit diesem wissen. Glasklar. doch meine Sicht unscharf, verschwommen.
Heute frage ich, was ich wissen will. Und auch mit blöden Antworten auf meine Fragen, die keine blöden sein können, weil es blöde Fragen nicht gibt, kann ich umgehen.
Also wenn ich frage, wie es dir geht, dann nicht aus Höflichkeit.
Außerdem, wer fragt, ohne interesse (an der Antwort), ist unhöflich. Vielemehr als derjenige, der nicht Fragt, weil er keine Antwort hören möchte. Ebenso mit dem Entschuldigen. Tut es mir leid, sage ich es. Wenn nicht, ist es gelogen, also unhöflich.
Das jedenfalls ist meine Sicht der Dinge.

Als ich 8 war, habe ich mich nicht entschuldigt. Bevor es überhaupt zeit für eine Entschuldigung war, habe ich schon geweint. Ganz egal, ob ich ein glas runtergeworfen habe und es laut zu boden viel und in etliche einzelteile zersprang oder ich etwas anderes getan habe, was mir unglaublich leid tat. Weinen war meine Entschuldigung. Für alles. Heute kann ich mich schon recht gut entschuldigen, auch wenn mir manchmal vielmehr nach heulen zumute ist.
Damit wären wir auch schon am Ende angelangt. Die Tränen, das Ende, na ist ja ein super happyend.
Heute weine ich nicht, (ich klopf sicherheitshalber schonmal auf holz), bis auf freudentränen, vielleicht. Die sind immer herzlich willkommen.

Auch wenn sie nicht immer gut ankommen.
Zum Beispiel, wenn man eine Klausur zurück bekommt und man ein unglaublich mieses Gefühl mitnach hause genommen hat, aber der lehrer ganz anderer meinung war und man 15 Punkte auf dem Zettel liest und man das nicht fassen kann und dann auch die fassung verliert und heult. Als entschuldigung für das schlechte gefühl. Als entschuldigung an sich selbst.


Auf das Entschuldigen bei anderen sowie auch bei sich selbst.
Take care of yourself.


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