18. Neubeginn in Rom

Zuerst zeigten die beiden Italiener ihnen, was alles zu ihrem Revier gehörte.
„Nicht schlecht, ihr habt hier ja vermutlich eine der besten Lagen hier in der Stadt so zentral", stellte die Russin beeindruckt fest. Valentina lachte. „Wir können uns nicht beklagen. Touristen laufen uns hier genug über den Weg", sagte sie. Magnus betrachtete alles genau und lauschte auch auf unsterbliche Schwingungen: „Wer sind eigentlich eure Nachbarn?"
„Mit unseren Nachbarn kommen wir zum Glück ziemlich gut aus und sind mit einigen auch gut befreundet. Im Nordwesten von uns haben übrigens Tiberius und Helena ihr Revier", sagte Valentina. Dario und sie schlugen die Richtung zum Kolosseum ein.
Magnus blickte in die gesagte Himmelsrichtung und streckte seine telepathischen Fühler aus. Aber so sehr er auch lauschte, er empfing nichts. Nur irgendwelche Jungen. Daraus schloss er, dass Tiberius und Helena älter waren als er. „Ist dass das Herrscherpaar, das du erwähnt hattest?"
„Ja genau", bestätigte Valentina. „Tiberius ist etwa 2000 Jahre alt und entstammt einer Patrizierfamilie. Den Volcatius, soweit ich weiß. Bei ihm lebt seine Blutstochter Helena, gebürtige Griechin", ergänzte sie.

Inzwischen waren sie am Kolosseum angekommen.
„Von dort oben hat man eine sehr gute Aussicht", sagte Dario. „Komm, lass uns hochklettern." Da war Magnus sofort dabei: „Klar, gern." Mit einem Satz war er einige Meter nach oben gesprungen und stand jetzt in einem der Bögen und blickte ins Innere des Bauwerks.

Tiberius streifte gerade durch sein Revier, als er die Gedanken eines fremden Unsterblichen empfing, der anscheinend nach ihm suchte. Wer wollte da etwas über ihn erfahren? Neugierig sprang er über die Hausdächer und folgte der Quelle.
Bald darauf nahm er die Schwingungen von Dario und Valentina wahr, die mit einem fremden Pärchen beim Kolosseum herum klettern. Hatten sie Besuch?
Unbemerkt blieb Tiberius in der Nähe auf einem Dach stehen, und betrachtete diesen überaus gutaussehenden Fremden, von dem die suchenden Gedanken ausgegangen waren. Er hatte bereits ein göttliches Alter erreicht und sah einfach umwerfend aus. Eine seltene Kombination bei fremden Unsterblichen in der Stadt. Hellblondes, langes Haar, blaue Augen und feine Gesichtszüge. Der alte Römer hatte für dieses Äußere schon immer eine Schwäche gehabt. Interessiert näherte er sich dem Bauwerk noch weiter, hielt sich allerdings vor den anderen verborgen und beobachtete den Fremden weiter.
Seine Gefährtin war noch sehr jung. Ungewöhnlich, solch ein Altersunterschied. Der Römer drang vorsichtshalber nicht in die Gedanken des Blonden ein, denn er wusste nicht, ob dieser es vielleicht spüren würde. Dagegen war seine Gefährtin ein offenes Buch für ihn.
'Hm, Ivana und Magnus.' Er erfuhr aus ihr interessante Dinge über den Kerl und dass die beiden frisch zusammen waren. Aus Britannien, welche Ironie des Schicksals.
Den musste er unbedingt kennenlernen, aber nicht heute. Sicher gab es bald eine Gelegenheit dazu.
Tiberius verweilte noch eine Zeit lang in der Nähe, denn der blonde Barbar fesselte ihn regelrecht, wie er immer weiter nach oben sprang und dann mit wehenden Haaren auf den obersten Rängen stehen blieb.

Magnus war schon am oberen Rand des Amphitheaters angekommen, setzte sich auf die Steine und blickte in die Arena hinunter. Der ursprüngliche Boden fehlte und so konnte man die ehemals unterirdischen Gänge und Räume erkennen. Zu Dario: „Das ist riesig hier beziehungseise war es. Da wäre ich im alten Rom gern dabei gewesen."
„Ja, das war bestimmt sehr eindrucksvoll, das denke ich auch immer wieder, wenn ich hier bin. Es sollen sogar Seeschlachten veranstaltet worden sein. Dafür fluteten sie die Arena.“
Ivana interessierte sich weniger für das Kolosseum selbst, sondern nutzte die Gelegenheit aus 50 m Höhe einen Überblick über die Stadt zu bekommen. Valentina beantwortete ihre Fragen zu verschiedenen Bauwerken.
Magnus wollte von Dario wissen: „Lebst du schon lange in Rom?"
Dieser nickte. „Ja, ich kam vor etwa 400 Jahren hierher und bin geblieben. Warst du vorher schon mal im hier?"
„Du wirst es nicht glauben. Trotz dass ich schon älter bin, war ich noch nie hier. Damals reiste ich zwar durch Europa, aber die Alpenüberquerung hielt mich davon ab und es zog mich schon bald zurück nach Schottland. Dort hatte ich die meiste Zeit gelebt. 400 Jahre ist auch schon eine lange Zeit. Mal sehen, wie lange wir hier bleiben. Ich hoffe für länger." Dabei sah er zu Ivana hinüber, die sich mit Valentina unterhielt.
„Das verstehe ich. Ich bin auch jemand, der nicht gerne ein paar Jahre hier und ein paar Jahre da lebt. Sicher bin ich auch darum schon so lange in Rom und war in der Zwischenzeit zwar ab und zu mal eine Weile woanders, aber nie mehr als einige Monate.“ Er folgte Magnus Blick. „Unsere Frauen scheinen sich gut zu verstehen."
Der Blonde grinste: „Ja, scheint so. Ich geh mal zu ihnen."
Als er neben Ivana auftauchte, legte er den Arm um sie: „Genießt du die Aussicht?"
„Ja ich finde es großartig hier oben. Man bekommt gleich einen besseren Eindruck von der Stadt. Von unten sind die ganzen Straßen und Gassen doch etwas verwirrend.“ Dann sah sie sich nach ihren Gastgebern um. Magnus verstand: „Okay. Gehen wir wieder zu ihnen?"
„Ich glaube, ich habe für heute genug von Rom gesehen und wäre dafür, dass wir zurückgehen.", meinte Ivana.
Dario nickte: „Ok, ganz wie ihr wollt. Ihr seid es schließlich, die neu hier sind"
Magnus fragte sich, ob seine Gefährtin schon die morgendliche Schwäche spürte, weil sie zurück wollte. Oder hatte sie für heute keine Lust mehr?
Ivana merkte tatsächlich, dass es langsam Morgen wurde. So schwebten sie vom Kolosseum zum Haus zurück. Wie in den amerikanischen Großstädten, waren immer noch Menschen in den Straßen unterwegs, stellte Magnus fest.
Tiberius sah dem schönen Kelten noch hinterher, bevor er sich wieder in sein Revier zurückzog.

Kurz darauf waren Ivana und Magnus in ihr Schlafzimmer zurück, der Unsterbliche setzte sich aufs Bett und fragte: „Dann sehen wir uns morgen die Wohnungen an, oder?"
Sie nickte. „Ja und vielleicht ist es sogar gleich die richtige. Was ist mit den Staaten? Willst du gar nicht mehr zurück und alles von hier aus regeln? Es sind doch in unserem Haus noch einige Dinge?" Ivana dachte an den Inhalt ihres Kleiderschranks und ihre Schuhe, aber genauso an ihren Laptop und andere Dinge.
„Doch, aber nur kurz. Wenn hier das Wichtigste geregelt ist, können wir ja rüber fliegen. Wenn wir die Wohnung nehmen, dann schaue ich mich nach einem Revier um. Okay? Dann hätten wir das Wichtigste für ein Leben in Rom und können nach San Francisco um mit dort abzuschließen. Das Haus will ich jedoch noch nicht verkaufen. Es ist immer gut mehrere Wohnsitze zu haben."
„Gut, machen wir es so", sagte Ivana. So ähnlich hätte sie es auch vorgeschlagen. Sie fühlte langsam den Morgen und machte es sich im Bett bequem.


Magnus zog schon in der Abenddämmerung los, um endlich neue Klamotten zu kaufen. Er hatte Ivana noch einen Zettel hingelegt, dass er einkaufen gegangen war.
Er schlenderte eine Einkaufsstraße entlang, betrachtete die Schaufenster und ging schließlich in ein Geschäft hinein, in dem zwei Verkäuferinnen und einige Leute sich aufhiekten. Er spürte manche Blicke auf sich, während er die Jeans durchsah.
Der sieht aber gut aus. Und einen knackigen Hintern.‘ Da musste Magnus schmunzeln und die Frau von der die Gedanken ausgegangen waren, sah beschämt weg. Ihn amüsierte das, aber trotzdem verbarg er seine Aura, um nicht mehr ganz so anziehend zu wirken. Eine Verkäuferin mit langem schwarzem Haar näherte sich ihm: „Kann ich Ihnen helfen?"
Der Unsterbliche wandte sich um: „Si, ich möchte eine Jeans." Mit einem kurzen abschätzenden Blick griff sie seine vermeintliche Größe aus dem Regal und wies zu den Kabinen: „Hier. Probieren Sie die mal an."
Die Kleine hatte gut geschätzt. Es war ein dunkelblauer Stoff und schmal geschnitten. Dadurch wirkten seine Beine noch länger und schlanker.
„Und zufrieden?", fragte sie lächelnd. Magnus erwiderte das Lächeln: „Gefällt mir." Dann zog er kurzerhand sein Shirt über den Kopf und sagte: „Ich möchte noch gern einige Sachen obenrum." Sein entblößter Oberkörper verwirrte die Frau wohl und sie stammelte: „Okay ... ich sehe mal nach."
„Haben Sie auch was in Rot?", fragte er und folgte ihr. Sie blieb an dem Shirt-Regal stehen und reichte ihm ein weinrotes Langarmshirt. Der Unsterbliche lächelte: „Genau so etwas habe ich gesucht. Können Sie Gedanken lesen?" Sein nackter Oberkörper direkt neben ihr, faszinierte sie. Seine Haut sah im hellen Licht so seidig aus, so gleichmäßig und er hatte eine tolle Figur. Er zog das Shirt über den Kopf und betrachtete sich im Spiegel: „Ja, das passt gut zusammen. Nun hätte ich gern dasselbe noch in Schwarz." Hastig brachte sie es ihm.
„Grazie", sagte er und zog seine anderen Klamotten in der Kabine wieder an. Dann kassierte die Schwarzhaarige und Magnus verabschiedete sich: „Molto grazie", lächelte vielsagend und verließ den Laden. Er behielt weiterhin seine Aura für sich. Schon wegen Artgenossen, die in der Nähe sein könnten.
Das Nächste war ein Herrengeschäft. Dort suchte er sich einen Anzug und Hemden aus. Einen grauen Anzug mit seidig schimmerndem Stoff, ein schwarzes und ein dunkelblaues Hemd dazu. Als nächstes brauchte er noch Schuhe. Er mochte die Italienischen. Ein Paar schwarze und braune Lederschuhe und noch ein Paar schwarze Boots wanderten in die Tüte.

Zufrieden setzte Magnus sich schließlich in ein Straßencafé und beobachtete die Leute, die vorbeiströmten. Darunter viele Touristen. Manchmal spürte er Auren von jungen Artgenossen und irgendwann kamen solche Schwingungen näher.
Seine Augen durchsuchten die Menge nach der Quelle und dann sah er eine sehr junge Unsterbliche zwischen den Menschen auftauchen.
Als sie nur noch einige Meter entfernt war, sah sie ihn plötzlich an, blieb einen Moment stehen und kam dann zu seinem Tisch. „Ciao", sagte Magnus freundlich. Die Unsterbliche erwiderte nichts, sondern legte ihm hastig eine Karte auf den Tisch und rannte danach schnell zwischen den Menschen davon. Merkwürdig dieses Verhalten. Er nahm die beige Karte in die Hand und klappte sie neugierig auf. Darin stand in einer kantigen Handschrift:

Willkommen in Rom,
komm in die Via del Seminario beim Pantheon.
Ich erwarte dich.
Tiberius

Eine Einladung, von diesem Tiberius den Dario und Valentina erwähnt hatten. Der Herrscher von Rom wollte ihn also kennenlernen. Magnus war überrascht, aber wurde auch neugierig. Wie kam er zu der Ehre? Konnte er diesem Ältesten vertrauen? Valentina hatte nichts Schlechtes über Tiberius erzählt.
Er legte das Geld für den Espresso auf den Tisch, nahm seine Tüten und die Karte und suchte die besagte Straße.
Bald stand er vor einigen unscheinbaren Stadthäusern, eine Straße vom Pantheon entfernt und blickte nach oben. Welches der Häuser war es? Von außen erschienen die Fassaden ziemlich gleich. Da spürte er zwei alte Unsterbliche in der Nähe und folgte diesem Gespür zu einem der Häuser.
Dort angekommen, öffnete sich plötzlich das Haustor und Magnus trat ohne zu zögern hindurch. Er fand sich in einem bepflanzten Innenhof mit Figuren und Springbrunnen wieder. Auf einer Seite führte eine breite Treppe in den ersten Stock.
Oben tat sich eine Art Halle mit Marmorboden und vielen Säulen auf. Da kam ihm bereits eine wunderschöne Unsterbliche mit sehr langem, dunkelbraunem Haar und großen, dunklen Augen in einem ziemlich durchsichtigen, mintgrünem Seidenkleid entgegen. Ihm gefiel was er darunter erkennen konnte.
„Buonasera. Folge mir."
Magnus erwiderte den Gruß und lächelte: „Gern. Bist du Helena?"
Sie wandte sich um: „Ja, woher weißt du das?"
„Valentina und Dario hatten es erwähnt." Ihre Aura war stärker als seine, also war sie älter. Jedoch nicht so viel. „Mi chiamo, ich heiße Magnus", fügte er hinzu.
Helena wies lächelnd in einen Gang: „Sehr erfreut. Hier entlang." Hier säumten ebenfalls weiße Marmorstatuen den Flur. Sie begleitete ihn bis zu einer dunklen Holztür: „Geh hinein. Tiberius erwartet dich", und ging dann fort.
Magnus öffnete und betrat einen Raum, der ein Wohnzimmer zu sein schien. Auf einem römischen Sofa, oder wie man das nannte, lag ein Unsterblicher mit schwarzem, kurzem Haar, in einen hellen Hausmantel gekleidet auf der Seite und blickte ihn erfreut aus hellgrauen Augen an: „Willkommen in meinem Haus, Magnus." Er wies mit der Hand auf das Sofa ihm gegenüber: „Bitte mach es dir bequem."
Der blonde Unsterbliche setzte sich: „Danke für die Einladung Tiberius. Was verschafft mir die Ehre?"
Der Ältere lächelte freundlich: „Ich wollte dich in meiner Stadt willkommen heißen und dich gern kennenlernen."
„Grazie für die Einladung. Mir wurde bereits gesagt, dass du der Herrscher der Stadt bist."
Sein Gegenüber nickte: „Du bist Gast bei Valentina und Dario."
„Vorerst. Ich möchte gern für länger in Rom bleiben."
Tiberius Lächeln wurde breiter: „Das höre ich gern. Bist du zum ersten Mal in Rom?" Magnus nickte und der Römer stellte fest: „Du sprichst sehr gut italienisch."
Der Jüngere erwiderte: „Ich lebte eine Zeit lang in Florenz."
Der Schwarzhaarige erwiderte wissend: „Ebenfalls eine schöne Stadt."
Magnus betrachtete die Wandmalereien, die es hier gab. Es schienen Jagdszenen zu sein, was ihm gefiel. Auch die sonst in Dunkelrot gehaltenen Wände, an denen Wandleuchten ein diffuses Licht abgaben. Hier befanden sich ebenfalls ein Zimmerbrunnen, Figuren und einige Pflanzen, die ihren Blütenduft verströmten. In diesem antiken Ambiente, wirkte der große Flachbildfernseher an einer Wand, ziemlich fehl am Platz.
Tiberius Aura war für Magnus imposant. Er war einem so Alten noch nie so nahe gewesen und es beeindruckte ihn schon, aber er wollte es sich nicht anmerken lassen.
Der Hausherr nutzte die Momente des Schweigens, um Magnus näher zu betrachten. Aus der Nähe war der noch viel attraktiver, diese faszinierenden meerblauen Augen, das helle Haar und diese edlen Züge. Wirklich wunderschön, absolut begehrenswert und der Römer musste ein erregtes Knurren unterdrücken, was ihm beinah über die Lippen gekommen wäre.
Magnus registrierte die begehrlichen Blicke des Herrschers und fühlte sich dadurch geschmeichelt. Auf einmal stand der Hausherr vor ihm und verkündete:: „Ich möchte dich gern herumführen."
Er war überrascht, dass er gar nicht gesehen hatte, wie Tiberius aufgestanden war. Doch er ließ sich davon nicht einschüchtern und stand ebenfalls auf: „Scusi. Gern ein anderes Mal, aber meine Gefährtin erwartet mich. Wir brauchen eine Wohnung und wollen heute einige ansehen." Der Römer verzog kurz enttäuscht die Mundwinkel. Dieser Kerl ließ sich nicht leicht festnageln: „Natürlich. Das geht vor. Ich hoffe, ihr findet etwas Passendes. Es gibt viele luxuriöse Wohnungen in der Stadt." Er begleitete seinen, um fast einen halben Kopf größeren, Gast noch bis zum Innenhof: „Hat mich sehr gefreut, Magnus. Du kannst jederzeit wiederkommen."
Der Jüngere nahm seine Tüten wieder auf, die er im Hof abgestellt hatte: „Grazie. Das werde ich vermutlich." Es schadete sicher nicht, sich mit dem Ältesten gut zu stellen.

Schnell war er bei Valentinas Haus zurück und wollte Ivana seine Einkäufe zeigen, aber sie war nicht da. „Valentina, weiß du wo Ivana hin ist?"
„Ciao, Magnus. Sie wollte ein wenig in die Stadt gehen und sich auf eigene Faust umsehen, soweit ich weiß", antwortete sie.
„Okay, danke. Dann schau ich mal, ob ich sie finde."
Er sprang auf das Hausdach und ließ die Stimmen und Bilder in seinen Kopf kommen. Irgendwann erhaschte er ein Bild seiner Gefährtin und merkte sich, wo sie entlang lief. Schnell machte er sich auf den Weg, um sie zu erwischen. ‚Ivana Liebes. Ich bin in der Nähe. Warte auf mich.‘
Als sie ihn hörte, blieb sie stehen, um auf ihn zu warten.
„Und, warst du erfolgreich, Liebling?", fragte sie Magnus, als er sie erreicht hatte.
Er grinste sie an: „Ja, war ich. Zeige ich dir später. Du wirst es nicht glauben wo ich noch gewesen bin ... bei Tiberius. Ich saß in einem Café und eine junge Unsterbliche legte mir eine Karte hin. Darauf stand seine Adresse und dass er mich kennenlernen will. Ich war neugierig und ging hin. Er empfing mich in seinem Haus und wir redeten eine Weile. Dann dachte ich wieder an unsere Wohnungsbesichtigung und verabschiedete mich. Er muss mich beobachtet haben und ließ dann diese Karte übergeben. Wenn er so alt ist, entgeht ihm vermutlich kaum etwas. Seine Gefährtin Helena habe ich auch kurz kennengelernt. Sieht ganz gut aus."
Ivana war ehrlich überrascht: „Wow, du legst ein ganz schönes Tempo vor hier in der Stadt.“ Sie war gespannt, wann sie wohl Tiberius mal über den Weg laufen würde. Sie war auch neugierig auf ihn.
„Also los, lass uns die erste Wohnung ankucken." Sie hakte sich bei ihm ein und so schlenderten sie die Straße entlang: „Wo ist die erste Wohnung? Gucken wir die, die uns beiden gefällt zuerst an?"
„Ja, da bin ich auch dafür. Vielleicht können wir uns dann die anderen sogar sparen", stimmte Ivana zu und schlug die Richtung ein.
Magnus meinte schmunzelnd: „So wie Tiberius mich ab und zu ansah, scheine ich ihm zu gefallen. Ist in der Wohnung eigentlich jemand da oder schleichen wir uns rein?"
„Nein, da ist niemand da. Ich finde es auch angenehmer, wenn wir uns in Ruhe umsehen können", sagte Ivana. „Dann können wir, wenn wir wollen immer noch hinterher eine offizielle Besichtigung machen oder wir kaufen sie einfach scheinbar unbesehen."
„Sehr gut. Dann kann ich gleich schauen, wie wir uns da für den Tag verbarrikadieren können. Unbesehen kaufen wäre mir lieber."

Bald darauf hatten sie das Haus erreicht. Magnus sah an der historischen Fassade nach oben: „Also rauf aufs Dach." Mit diesen Worten schwebte er auf die Dachterrasse im obersten Stock. Eine kurze Konzentration auf den inneren Fenstergriff der Balkontür und sie ging einen Spalt auf. „Komm, Süße." Magnus stand im Wohnzimmer und betrachtete die Einrichtung. Helle Möbel, ein gelungener Mix aus modern und alt. „Sehr schön."
Ivana gefiel schon das Gebäude aus dem 16. Jhd. von außen sehr gut. Sie folgte Magnus in die 350 m2 Wohnung und sie sahen sich um. Die Einrichtung war schon recht geschmackvoll und die Aufteilung in die verschiedenen Räume fand sie gut. Drei Schafzimmer und zwei Bäder hatte die Wohnung.
„Also mir gefällt sie", sagte Ivana. „Es ist eine interessante Mischung, das grundsätzlich alte Gebäude und die moderne Inneneinrichtung. Meine Zustimmung hat die Wohnung."
Er zog sie schwungvoll in seine Arme: „Dann sind wir uns einig. Aus einem der drei Schlafzimmer könnten wir unsere Kammer machen, oder?" Er küsste sie und grinste dann: ‚Sollen wir eines davon gleich einweihen?‘
  Magnus zog sie zum Bett und ließ sich mit ihr darauf fallen. Seine Lippen wanderten zuerst über ihren Hals und bedeckten dann ihren Bauch mit Küssen. Er leckte über ihre Haut und knurrte leise dabei. Dann liebten sie sich leidenschaftlich.

Ivana war nach dem Sex rundum zufrieden: „Mit dir ist es einfach geil."
„Mit dir auch. Ich liebe dich, meine Süße."
Magnus setzte sich auf: „Hm, irgendwie will ich gern die Schlafzimmer lassen und unsere Kammer an einer anderen Stelle einrichten. Vielleicht im Büro?
Dann stand er auf und begutachtete die Tür zum Büro: „Wie verstecken wir den Eingang? Also, dass man nicht sofort sieht, dass hier mal eine Tür war. Vielleicht einen Schrank davor, der keine Rückwand hat?"
„Am besten einen Schrank mit Rückwand, die man umbauen muss, dass man sie öffnen kann. Dann sieht auch jemand, der zufällig in den Schrank schaut, nicht dass dahinter noch eine Tür ist", schlug Ivana vor.
„Ja, so könnten wir es machen. Gut, dann kaufen wir die Wohnung so schnell wie möglich. Schreiben wir nachher eine Mail an die Ansprechpartnerin." Magnus zog sich wieder an und strich das Bett glatt. Ivana tat es ihm nach: „Ja, dann haben wir die Wohnung hoffentlich schnell." Magnus war ungeduldig und aufgeregt. Er wollte so schnell wie möglich einziehen.
Schließlich kehrten sie zu Valentinas Wohnung zurück und Magnus verkündete ihren Gastgebern freudig: „Wir sind fündig geworden. Die Wohnung gefällt uns und wir wollen sie kaufen."










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beta
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