2.6. - Ein ohrenbetäubendes Festbankett

Remy beobachtete vom Balkon aus das Treiben der Schlossbewohner und spürte tatsächlich, wie seine beginnende Panikattacke abflaute, bis er wieder atmen konnte, ohne das Gefühl zu haben, unter einem Stein zu liegen. Vor zwei Tagen noch hatte er geglaubt, sein Leben wäre vorbei und nun befand er sich hier inmitten dieses Trubels und dem Lachen von Kindern, die kein Elend kannten, weil sie das Glück gehabt hatten, an diesem Ort geboren worden zu sein. Auch wenn sie arbeiten mussten und niemals mehr sein würden als Gesinde, sahen sie zufrieden aus, sauber und gut genährt.

Der junge Dieb wandte nur leicht den Kopf, als er Klopfen an der Tür zu Prinz Rowans Gemach hören konnte. Remy straffte die Schultern, um wieder hineinzugehen, doch der Adlige öffnete den Dienstmädchen selbst.

Er war ein komischer Mann. Der Trallier hatte immer angenommen, diese Hochwohlgeborenen würden nie den geringsten Handschlag selbst tun, wenn sie es nicht mussten. Doch nun musste der Junge sich eingestehen, dass das meiste seiner Vermutungen wahrscheinlich sehr überspitzte Vorurteile waren, ausgedacht von armen Straßenratten, die neidisch auf das sorgenfreie Leben waren. Andererseits waren da ja noch die feinen Söhne des Königs, Thedosio, die genau in diese Kerbe überheblicher Sorglosigkeit hineinschlugen und sämtliche Vorbehalte bestätigten, wann immer man sie zu Gesicht bekam.

Der junge Mann seufzte und fuhr sich mit den Fingern durch das lange zottelige Haar, bevor er sich umdrehte und wieder in den Raum zurückkehrte.

»Remy, würdest du den Damen zur Hand gehen, bitte?«, wandte sich der Prinz an ihn und deutete auf die drei zarten Dienstmädchen, die alle jeweils zwei schwere Eimer trugen.

»Natürlich, Herr«, entgegnete der junge Dieb ganz im Sinne ihrer Abmachung und nahm zwei der großen Gefäße entgegen, während das nun von der Last befreite Mädchen sich beeilte, die Tür zum Badezimmer zu öffnen.

Sie gossen das heiße Wasser in den Zuber, verneigten sich und stahlen sich mit einem Kichern wieder davon.

»Du hast Eindruck gemacht, mein Junge«, schmunzelte Rowan, nahm sich eines der sauberen Tücher aus einem Schrank in einer Ecke des Zimmers und öffnete das Fenster.

»Wie?«

»Offenbar machst du genug her, um die verträumten Gemüter vierzehnjähriger Backfische anzuregen.«

Remy zog eine Augenbraue hoch. »Was soll das denn heißen?«

Verwundert drehte sich der Prinz zu dem Jungen herum und musterte ihn einen Moment. »Du warst noch nie mit einem Mädchen zusammen, oder?«

»Ich wüsste nicht, was Euch das angeht, mein Herr«, schnappte Remy, doch er verkniff die Lippen und sah verlegen aus.

»Nichts, du hast vollkommen recht. Ich werde ein Bad nehmen. Nutz’ die Zeit, ruh’ dich etwas aus. Die Ottomane steht dir zur Verfügung. Ich kann mich allein baden und abtrocknen, dabei brauche ich keine Hilfe.«

»Und wenn jemand nach Euch schickt?«

»Dann sagst du demjenigen, dass ich unabkömmlich bin und man sich später an mich wenden möge, wenn mein Bad vorüber ist.«

Remy nickte und strich sich über den Kopf. »Ich bin erschöpft und mein Hintern tut weh. Ich dachte, Pferde wären weicher.«

Rowan legte seinen Mantel ab und löste die Schnüre seines Hemdes, während er leise lachte. »Ohne Sattel wäre es schlimmer geworden. Du wirst dich daran gewöhnen. Bitte, gönn’ dir ein Nickerchen. Ich brauch’ jetzt etwas heißes Wasser. Ab mit dir.«

»Ich könnte ja jetzt sagen, dass gleiches Recht für alle gilt und nachdem Ihr mir beim Baden zugesehen habt ... doch ich glaube, ich habe kein Interesse daran, einen unbekleideten Mann zu sehen. Ruft mich, wenn Ihr etwas braucht.«

Lachend sah der Prinz dem jungen Dieb nach, der die Tür des Badezimmers nur anlehnte. Mit einem erleichterten Seufzen stieg Rowan in das heiße Wasser, während Remy die Taschen von der Ottomane auf einen Sessel legte und sich dann auf dem kleinen Sofa niederließ, sich anlehnte und dem leisen Plätschern aus dem Nebenzimmer zuhörte, bis ihm tatsächlich die Augen zufielen.


»Hey, Schlafmütze, wach’ auf«, ein leichtes Rütteln an seiner Schulter ließ den jungen Mann murrend erwachen und sich überrascht umsehen. Der feine Hauch einer blumigen Seife lag in der Luft und als der Bursche den Kopf hob, sah er in Prinz Rowans meeresblaue Augen.

Remy zuckte zusammen und schloss dann aufatmend die Lider.

»Kein Grund zur Besorgnis, ich bin es nur.«

»Ich weiß ... verzeiht. Ich bin es noch nicht gewöhnt, dass ...«, der junge Dieb keuchte, setzte sich auf und strich sich ein paar Strähnen aus dem Gesicht. »Ich schlafe normalerweise nicht so fest, aber ich hab Euch nicht kommen hören.«

»Dann musst du sehr erschöpft gewesen sein.« Rowan wandte sich gleichmütig von seinem Diener ab und nahm das saubere Hemd, das Remy bei ihrer Ankunft bereits dem Reisesack entnommen hatte. Kraftvoll schüttelte der Prinz es aus und zog es sich über den Kopf, stopfte es in den Bund seiner gut sitzenden Hosen und zog die Weste wieder an, die er bereits zuvor getragen hatte.

»Ihr seht nicht aus wie ein Prinz, wenn Ihr diese Kleider tragt«, brummte der junge Mann, erhob sich und richtete seine Jacke.

»So? Wie denkst du, sollte ich gekleidet sein?«

»Pompöser.«

»Das wäre aber ziemlich unpraktisch.«

»Ist Praxis das erste, woran ein Hofschneider denkt?«

Rowan lachte und wandte sich herum. »Nein, mitnichten. Oftmals sind die Gewänder so enganliegend, dass man kaum sitzen kann, fast schon skandalös.«

»Wie eine Leberwurst in der Pelle.«

»Das trifft es ziemlich genau. Meine Reisekleider müssen reittauglich und robust sein, nicht schön. Doch es schadet nichts, ein bisschen Eleganz auch dort hinein zu investieren. Um angemessen auszusehen.«

Eine Braue hochziehend musterte Remy den Kronprinzen. Der war schlicht angezogen und doch besser, als der Junge es je in seinem Leben gewesen war. Die dicken und robusten Stoffe seiner Hose und der Weste erschienen auf den ersten Blick plump und waren doch gut gefärbt und bestickt, das Leinen seines Hemdes wirkte um ein Vielfaches feiner gewebt als alles, was Remy je in den Fingern hatte, und war ausgezeichnet genäht, nicht grob zusammengeflickt. Auch wenn er wie ein einfacher Reisender daher zu kommen schien, würde jedem, der Rowan sah, sofort klar werden, dass er es mit einem reichen Manne zu tun hatte.

»Na, ob Ihr mit dieser schlichten Aufmachung bei diesen Gockeln hier einen Blumentopf gewinnt, steht noch aus«, murmelte der junge Dieb schließlich.

»Du scheinst wirklich zu glauben, ein Königssohn würde von morgens bis abends in Gold und Geschmeide dasitzen wie eine Statue und jeder Handgriff würde von Dienern erledigt, oder?«

Remy zuckte mit den Schultern.

»Ich werde dir beweisen, dass es nicht so ist. Und wenn du nur mich zum Beispiel hast.«

»Warum solltet Ihr das tun?«

»Um dein kläglich ungebildetes Weltbild zu erhellen und deine Vorurteile zu beheben.«

»Habt Ihr mich eben dumm genannt?«

»Nein, Remy. Wie schon einmal erklärt halte ich dich nicht für dumm. Wärst du es, hättest du dieses harte Leben nicht solange überstanden. Doch du bist stolz und offenbar schnell bereit, aus der Haut zu fahren. Das ist vielleicht ein Überlebensmechanismus von dir, aber klug ist es nicht.«

»Ich bin die Ruhe in Person!«, schnappte der junge Mann und starrte dem Prinzen unerschrocken entgegen. »Nur weil ich nicht auf einer ordentlichen Schule war und kaum lesen kann, bin ich kein Idiot!«

Rowan sah dem Jungen entgegen und schüttelte schließlich den Kopf. »Nein, das bist du nicht. Doch ein Hitzkopf und respektlos noch dazu. Zieh’ dir ein frisches Hemd an, es wird bald Zeit für das Essen sein und du solltest vernünftig aussehen.«

»Was ist an meiner Kleidung auszusetzen?«

»Tu’, was ich dir sage. Bitte! Du bist hier nicht mehr auf der Straße.« Sich mit Daumen und Zeigefinger die Nasenwurzel massierend, seufzte der Prinz. Dieser Junge war ein ungeschliffener Rohedelstein, bei dem es lange dauern würde, bis er auch nur halbwegs ein brauchbarer Diener war.

Remy musterte seinen Herrn, bevor er die Lippen zusammenpresste und sich abwandte. Sollte er doch denken, was er wollte! Er, Remy, war kein Schoßhund! Schnaubend zog er die Jacke aus, die ihm besser passte als sein alter Mantel, den der Prinz noch in Thalea hatte entsorgen lassen, weil er mehr aus Flicken bestanden hatte. Ohne einen Blick für Rowan ging Remy an diesem vorbei, griff sich seinen eigenen Reisesack und zog das andere neue Hemd hervor. Der Prinz würde es sicher nicht billigen, wenn der junge Dieb sein altes anziehen würde, das zwar inzwischen nicht mehr dreckig, aber noch immer zerschlissen war.

»Ist es so genehm, mein Herr?« Der Spott troff förmlich aus Remys Stimme und er konnte sich nicht einmal erklären, warum er den Prinzen so provozierte.

»Steck’ das Hemd in die Hose und zieh’ die Weste drüber. Es schickt sich nicht, so hemdsärmelig zu gehen, dass jeder die Hosenträger sehen kann. Ich habe dir die neuen Sachen nicht umsonst besorgt.«

Der junge Mann schnaubte und zog die nussbraune Wollweste aus dem Sack. Seine alte hatte den kritischen Blick des Kronprinzen ebenfalls nicht überstanden und war im Müll gelandet. Remy bedauerte es jedoch nicht. Es waren nur Kleider und diese neuen würden ihm wieder einige Jahre gute Dienste leisten.

Er zuckte zusammen, als der Prinz plötzlich hinter ihm stand und ihm die Hand auf die Schulter legte.

»Was?«

»Warum trägst du dieses olle Halstuch?«

»Weiß nicht, Gewohnheit?«

»Nimm’ es ab, dein Hals ist jetzt sauber und du kannst ihn ruhig zeigen. Nur Bettler tragen so etwas.«

»Aber ich bin einer, mein Herr!«

Rowan musterte das ernste Gesicht vor sich, die streng zusammengezogenen dichten Brauen über kaffeebraunen Augen und die Narbe, die sich über die linke Gesichtshälfte zog, von der Stirn bis auf die Wange, die dem jungenhaften Erscheinungsbild Remys etwas Düsteres verlieh.

»Unter meinem Schutz ist niemand ein Bettler«, murmelte der Prinz und sah dem jungen Dieb weiter ins Gesicht, solange, bis dieser sich unbehaglich abwendete.

»Warum starrt Ihr mich so an?« Remy band das Tuch los und warf es in die Tasche.

»Woher stammt die Narbe?«

»Von einem Schwanzlutscher, der auf die Idee kam, mich mithilfe eines Schürhakens von meinem Schlafplatz zu vertreiben.«

»Du hättest leicht dein Auge verlieren können.«

»Danke, dass Ihr mir das sagt, mein Herr. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Schmerzen und das ganze Blut. Wenn ... wenn Frau Enid mich nicht versorgt hätte, wäre ich heute blind.«

»Frau Enid?«

»Die Bäckersfrau. Ich erzählte Euch von ihr. Ich arbeitete für ihren Mann.«

Rowan nickte. »Wie alt warst du, als es geschah?«

»Es dürfte jetzt ... vier Jahre her sein. Sechzehn.«

»Hmm ...«

»Natürlich entstellen einen Prinzen keine unschönen Male, nicht?«

»Ich hoffe auf den Tag, an dem nicht jedes Wort, was aus deinem Mund kommt, so voller Hohn ist.«

Remy lachte auf. »Darauf könnt Ihr lange warten, Königliche Hoheit.« Er drehte sich um und grinste leicht.

»Du solltest öfter lächeln. Das macht dein Gesicht weniger düster. Du siehst zum Fürchten aus.«

»Danke, mein Prinz. Ich finde Euch auch hässlich.«

Prustend brach Rowan in Gelächter aus, winkte ab und legte seinen Rock an. Kaum hatte er sich wieder beruhigt, klopfte es an der Tür.

»Öffnest du bitte?«

Remy verneigte sich leicht und sah sogleich einem zarten Schlosspagen ins Gesicht, der höchstens zwölf oder dreizehn sein konnte, gewandet in eine steife und sehr aufwändige Dieneruniform. Der Junge hielt ein Tablett und Remy nahm die Karte, die darauf lag.

»Ähm, mein Herr?«

Rowan trat zu ihm und nahm sie ihm ab, öffnete sie und nickte. »Das Bankett ist eröffnet und man erwartet mich im Rittersaal. Der Junge wird mich führen.« Der Prinz warf noch einen Blick auf seinen Diener. »Geh, hol’ deinen Rock und das Gastgeschenk und lass’ uns aufbrechen. Man lässt einen König nicht warten.«

Remy warf sich zügig seine Jacke wieder über und drehte, kaum dass sie den Raum verlassen hatten, den Schlüssel im Schloss herum.

»Bewahre ihn gut und verlier’ ihn nicht.«

Sie folgten, der Schlosspage vorneweg und Remy als Nachhut, den kostbar eingerichteten Fluren hindurch, bis sie an einem Portal ankamen, das doppelt so groß wie eine normale Tür war. Der junge Dieb hob den Kopf, denn das Holz war reich geschnitzt und mit Goldpapier und starken Beschlägen aus gebürstetem Eisen versehen worden. Die Pforte machte den Eindruck, als bräuchte es mehrere Männer, um sie zu bewegen, doch der Schein trügte. Zwei kräftige Torwachen mit mächtigen Oberarmen vermochten allein, die schwere Tür zu öffnen, sodass der Prinz und sein trallischer Diener eintreten konnten. Der Schlosspage blieb zurück und ging den Weg zurück, den er gekommen war. Seine Aufgabe war erfüllt.


»Oh«, stieß Remy leise hervor, als sie den Saal betraten. Auch dieser hatte weiß getünchte Wände und zwischen den hohen Säulen, die die Decke stützten, sahen die zahlreichen Gesichter der trallischen Königsfamilie auf die Besucher hinab, streng dreinblickende, freudlose Antlitze auf noch düstereren Gemälden. »Unheimlich«, presste der junge Dieb hervor, so leise, dass es nur Rowan hören konnte.

Das Herzstück des Saales bildete ganz deutlich die lange Tafel aus schwerem Holz, an der schier unzählige Stühle standen und Ständer mit dutzenden von Kerzen für ausreichend Licht sorgten. Am Kopf dieses ausladenden Tisches saß in einem thronähnlichen Sessel ein Mann, den Rowan nur aus den Beschreibungen seines Vaters her kannte, doch dieser schien noch mächtig untertrieben zu haben. Oder es war inzwischen so viel Zeit vergangen, dass die Beschreibungen König Mareks einfach nicht mehr den Tatsachen entsprachen.

Denn der Mann, dem sich Rowan nun bescheiden zurückhaltend näherte, war fett. Unglaublich und auf eine ungesunde und furchtbar unangenehme Weise fett. Selbst auf die Entfernung konnte der Kronprinz den Atem des Anderen rascheln hören, als würde die Körpermasse auf seine Brust und damit auf seine Lunge drücken.

»Nun sieh’ einer an, der älteste Spross meines alten Freundes Marek. Als ich Euch zuletzt sah, mein Prinz, wart Ihr noch ein kleiner Junge. Ihr seht aus wie Euer Vater.« Selbst die Stimme rasselte rau und verursachte in Remy den Wunsch, sich augenblicklich zu räuspern, doch er verharrte still hinter seinem Herrn.

»Eure Majestät, König Thedosio.« Rowan neigte sein Haupt und ergriff höflich die dargebotene Hand des Mannes, an deren dicken Wurstfingern der kostbare Herrschaftsring steckte. »Ich bedanke mich herzlich für Eure großzügige Einladung in Euren Palast.«

»Na, aber ich kann Euch doch nicht irgendwo verkommen lassen, nicht? Bitte, nehmt Platz an meiner Tafel. Meine Söhne, meine Gemahlin und die Abendgesellschaft werden jeden Moment zu uns stoßen und dann werden wir speisen. Ihr müsst hungrig sein.« Der dicke König ließ seine blassen Augen über den jungen Prinzen wandern und seine feucht glänzenden Fischlippen bescherten Remy, der den Blick nicht von diesem Ungetüm von Mann abwenden konnte, ein schauriges Gefühl im Nacken.

Thedosio wandte sein Gesicht dem Jungen zu, der mit steifem Rücken an der Seite seines Herrn stand, und zog leicht nur die Augenbraue hoch, doch bevor er etwas sagen konnte, öffnete sich eine Tür am anderen Ende des Saales und eine kleine, aber fein gekleidete Dame trat herein, für einen Moment im Zentrum der Aufmerksamkeit, bevor eine Bande sehr lauter jugendlicher Jungen hinter ihr durch die Tür fiel und sich johlend an ihr vorbei drängte, um die Plätze an der Tafel einzunehmen, obwohl es eigentlich der Sitte entsprach, erst der Dame einen Sitzplatz anzubieten. Diese jedoch schien dieses Verhalten gewöhnt zu sein und nickte wohlwollend, als der Prinz aus Annwyn sich vor ihr verneigte und ihr einen gezierten Handkuss gab.

»Eure Königliche Hoheit, Seine Majestät, mein Gemahl, berichtete mir von Eurem Besuch. Ich hoffe, Ihr werdet Euch recht wohl bei uns fühlen.«

»Daran besteht kein Zweifel, verehrte Königin.« Von allen Mitgliedern der Monarchenfamilie war dem Prinzen diese kleine Frau, die aussah, als würden ihre Kinder sie vorzeitig altern lassen, bislang die angenehmste, rein vom ersten Eindruck her. Er wartete höflich, bis sie Platz genommen hatte, bevor er sich selbst setzte und den Blick über die jungen Burschen wandern ließ, die sich nicht einmal ordnungsgemäß vorgestellt hatten. Dem König schien dieser Faux-pas aufgefallen zu sein, denn er hieb mit seiner kleinen fetten Faust auf das Holz der Tafel.

»Wollt Ihr euch wohl vor unserem weitgereisten Gast vorstellen, ihr Hohlköpfe?«, donnerte er und die Königin schloss peinlich berührt die Augen. Remy sah es und konnte ein Zucken seiner Lippen nicht verhindern.

Die Prinzen, die wie die Orgelpfeifen nebeneinander standen, verneigten sich, doch ihre aufsässig wirkenden Gesichter machten jedem schnell deutlich, dass sie in Rowan niemand Besonderen sahen. Sie wirkten wie die typischen Prinzen eines isolierten Landes, die mit der irrationalen Gewissheit aufgewachsen waren, dass sie und nur sie in der Welt wichtig waren.

»Ich bin Kronprinz Feilan, Königliche Hoheit«, sprach der größte der Burschen kühn und seine markanten Augenbrauen zeigten deutlich, dass dieser Junge den Schneid hatte, sich allem und jedem zu widersetzen, das es wagte, sich ihm in den Weg zu stellen. Rowan war sich noch nicht sicher, ob das wahrer Mut war oder nur die überhebliche Arroganz eines Halbstarken, der sich selbst für unverwundbar hielt. Die jüngeren Prinzen stellten sich als Nicar, Tobyn und Uther vor, ihr Verhalten war jedoch, obgleich sie jünger waren als ihr Bruder, nicht weniger großspurig.

»Prächtige Burschen, nicht wahr, Königliche Hoheit?« König Thedosio sah mit verklärtem Gesicht über seine Sprösslinge und dem Prinzen aus Annwyn wurde klar, wie es dazu hatte kommen können, dass die Jungen so überheblich wirkten, selbst wenn sie nicht sprachen. Ihr Vater vergötterte sie und ließ ihnen alles durchgehen.

»Zweifellos vielversprechende Stammhalter für Eure Linie, Eure Majestät«, erwiderte Rowan diplomatisch. Er zuckte leicht und wandte sich zu Remy um. »Ich hätte es doch glatt beinahe vergessen, verzeiht mir, ich habe Euch und Eurer Gemahlin ein Gastgeschenk aus meiner Heimat mitgebracht.« Er nahm das Präsent von dem jungen Dieb entgegen, der sich ganz und gar nicht wohl in seiner Haut fühlte, und wandte sich wieder zu dem Königspaar. Mit einem Lächeln reichte Rowan es der Königin, die die feine Gaze mit gezierten Fingern entfernte und schließlich den feinen, fließenden Stoff in den Händen hielt.

»Annwynisches Tuch, wie kostbar«, flüsterte sie und ließ ihre Finger über die zarte, wie Wasser schimmernde Textur gleiten.

»Das ist überaus großzügig von Euch, Königliche Hoheit«, antwortete der Monarch, doch sein Interesse an der Gabe beschränkte sich auf einen einzigen Blick, ebenso das seiner Söhne, die sich lieber an der Tafel kabbelten.

Thedosio nahm eine mächtige Glocke vom Tisch und ließ diese ohrenbetäubend ertönen, was Rowan und Remy einen Blick austauschen ließ. Sogleich öffneten sich die hinteren Türen des Saales und eifrige Dienstboten fingen an, innerhalb weniger Minuten Unmengen von Essen aufzutragen, während Musikanten in einer Ecke des Raumes fröhliche Musik aufspielten. Auch die vielen zuvor unsichtbar im Schloss lebenden Höflinge betraten nun den Saal und nahmen an den freien Stühlen der Tafel Platz. Die Lautstärke schwoll schnell immens an und es ging fröhlich zu.

Der junge Dieb presste die Lippen zusammen, als er diese Massen sah, die aufgetischt wurden und ihm wurde unangenehm bewusst, dass er seit dem Frühstück im Gasthaus nichts mehr gegessen hatte.

»Nun, sagt mir, Königliche Hoheit«, setzte der Monarch laut zu einem Gespräch an, über die Musik und das Stimmengewirr hinweg, nachdem er sich eine große Keule und einiges an Gemüse auf seinen Teller gehäuft hatte, »wie kommt der Thronfolger aus Annwyn zu einem Lakaien aus Trallien?«

Thedosios unangenehm wässrige Augen musterten Remy wie einen ekligen Käfer, den er zwar als Mitglied seines Volkes erkannte, doch nur unter Protest dulden konnte. Die Augen der vier Königssöhne durchbohrten den jungen Beutelschneider ebenfalls und obwohl dieser selten Angst verspürte, gelang es ihm dieses Mal nicht, seinen hochmütigen Gesichtsausdruck zu bewahren. Er senkte den Blick, denn im Zentrum der Aufmerksamkeit so vieler Menschen zu stehen, behagte ihn nicht. Er war lieber unsichtbar.

»Ich brauchte einen Begleiter und er einen Verdienst. Ich denke, das ist die Erklärung. Ich musste meinen Knappen nach einem Reitunfall am Hiatus leider wieder nach Hause schicken.«

»So so. Nun, verzeiht mir die Offenheit, doch ich befürchte, Eure Wahl könnte Euch zum Nachteil gereichen. Ich erkenne einen faulen Apfel, wenn ich einen sehe.«

Remy ballte die Hände zu Fäusten und Rowan, der es bemerkte, räusperte sich. »Bislang hatte ich noch keinen Anlass zur Klage, doch mich ehrt Eure Sorge, Eure Majestät. Ich werde sie im Hinterkopf behalten. Bislang kann ich jedoch nur Gutes über die Strebsamkeit Eurer Landsleute sagen.«

»Es gibt solche und solche. Und die Unnützen, die Bastarde und Waisen sind sicher auch in Eurem Land eine Plage, keine Frage.« Thedosio begann, mit den Fingern zu essen und Rowan wandte das Gesicht ab. Dieser Mann war in der Tat ein Scheusal ohne den kleinsten Hauch von Mitgefühl.

Remy schluckte seinen Ärger hinunter und schloss einen Moment die Augen. Würde es immer so sein, dass er am Bankett stehen bleiben musste, selbst hungrig wie ein Wolf, egal wie lange es dauern mochte?

Ein Zupfen an seinem Rock ließ ihn den Kopf drehen und er sah in das Gesicht eines der Mädchen, die seinem Herrn am Nachmittag das Badewasser gebracht hatten.

»Wenn du essen möchtest, durch die Tür kommst du in die Küche, dort ist für das Gesinde gedeckt.« Das junge Ding lächelte, nahm einen Krug vom Tisch und schenkte den trallischen Prinzen ein, die hämisch lachten und begannen, das Mädchen zu trietzen und ihr als ‘Dankeschön’ für den Wein Klapse auf das Hinterteil gaben.

Thedosio lachte brüllend wie ein Seehundbulle und die Königin verzog missbilligend das Gesicht. Rowan betrachtete das Schauspiel schweigend. Er wusste, dass sich viele Edelmänner sogar recht häufig schändlich den Mägden gegenüber benahmen, doch dass die Prinzen und auch viele der Höflinge an der Tafel dieses Verhalten auch an den Tag legten, wenn Gäste zugegen waren, versetzte ihn doch in Erstaunen. Er hätte angenommen, dass zumindest zu einem solchen Anlass auf Etikette geachtet werden würde, denn Rowan war mit Sicherheit kein Mann, der Entgleisungen einer Frau gegenüber tolerierte. Und auch Remy nicht, der die Brauen krausgezogen hatte.

»Wenn du hungrig bist, geh’ ruhig und stärke dich. Ich komme zurecht«, sprach der Kronprinz den jungen Dieb leise an.

»Danke, mein Herr«, sagte Remy vernehmlich, wandte sich wieder an das junge Mädchen, deren Wangen von der Schmach gerötet waren und ließ sich von ihr die Küchenräume zeigen.


»Geht es immer so zu bei den Mahlzeiten?«, fragte er leise, als sie durch einen von Öllampen erhellten Gang liefen.

»Ja, eigentlich immer.« Sie seufzte leise und drückte den leeren Krug an ihre flache Brust. »Schlimmer ist’s nur, wenn noch mehr Wein geflossen ist.«

»Die haben also genauso wenig Benehmen wie ein gemeiner Trinker in Thalea«, brummte Remy und das Mädchen sah zu ihm hoch. Sie war mehr als einen Kopf kleiner als er und wirklich noch sehr jung, fast noch ein Kind.

»Achte besser auf deine Zunge, Freund, sonst schneiden sie dir diese heraus«, wisperte sie besorgt.

»Mein Herr sagt das auch. Ich vergesse es nur immer wieder.«

»Er scheint ein freundlicher Herr zu sein, dieser Prinz aus Annwyn. Ich sah seinen Blick, als die Prinzen mich ärgerteten. So wie deinen. Hier schaut sonst niemand so genau hin, wenn jemand ... eine Magd anfasst.«

»Hunde«, fluchte der junge Mann und das Mädchen kicherte.

»Ich bin Seena.«

»Remy. Und ich bin am Verhungern!«

Seena führte ihn durch eine robuste Tür in ein weites Gewölbe, das warm war und wo es köstlich nach Eintopf und gebratenem Fleisch duftete. Der Beutelschneider stockte für einen Moment und sah sich um. Er war noch niemals zuvor in einer so großen Küche gewesen, in der dutzende Menschen damit beschäftigt zu sein schienen, Rüben zu schälen, Brotteig zu walken, Fleisch zu pökeln oder Gemüse zu schneiden.

»Meine Güte, so viele Lebensmittel«, keuchte Remy und Seena sah ihn verwundert an.

»Ja? Überrascht dich das?«

»In Thalea hab’ ich mein Lebtag nicht so viel zu essen gesehen.«

Die junge Magd führte ihn zu einer Tafel und brachte ihm und sich dann jeweils einen gefüllten Teller, auf dem ebenfalls Braten lag, Brot und gegartes Gemüse.

»Hattest du dort denn nichts zu essen? Hat dein voriger Herr dir nicht genug gegeben?«

Remy nahm das Brot und stopfte sich erst einmal den Mund voll, kaute und schloss genüsslich die Augen. Das Essen und sein hungriger Magen waren wichtiger als die Fragen des Mädchens, das ihn mit einem feinen Lächeln beobachtete.

»Das halb verhungert war nicht übertrieben, hm? Also? Erzählst du’s mir?«

»Waff?«, der junge Dieb sah sie mit großen Augen an.

»Warum es in Thalea nichts zu essen gab.«

Remy schluckte und spülte mit etwas Wein nach, bevor er sich räusperte. »Ich bin kein Unfreier. Ich hatte keinen Herrn. Ich begleite den Prinzen, weil er mir meine Mahlzeiten bezahlt. Ganz einfach.«

»Du hast keinen Eid abgelegt und wurdest nicht als Kind eines Gesindearbeiters geboren?«

»Nein. Und wenn ich dir sage, was meine Mutter war, würdest du dich sicher woanders hinsetzen.« Der junge Dieb lächelte leicht.

»Wollen wir es drauf ankommen lassen?« Seena lehnte sich etwas vor und kicherte wie ein alberner Backfisch. Hatte der Kronprinz Recht gehabt? Hatte er, Remy, einen Schlag bei diesen einfältigen Mädchen?

»Ich bin ein Bastard«, entgegnete der Bursche nur und aß unbekümmert weiter. »Meine Mutter ist eine Hure. Mein Vater könnte der höchste Verwalter der Stadt sein, aber auch der dreckigste Krüppel. So sieht es aus.«

»Oh«, machte Seena überrascht und betrachtete ihn sehr genau, als wolle sie versuchen, irgendwelche Makel an ihm zu finden, die auf den verkrüppelten Erzeuger hindeuten könnten.

Remy kümmerte es nicht weiter. Er konzentrierte sich auf seinen Essensteller, der ohnehin viel interessanter war als ein Mädchen, dem die Züge zu einer Frau noch fehlten.

»Na, du siehst zumindest nicht so aus«, murmelte Seena schließlich wieder. Was machte es schon, ob der Junge vor ihr niederes Blut hatte, welches, dass ihn sogar geringer sein ließ als eine Magd oder einen Stallknecht. Er hatte das Beste mitbekommen, was ihm seine Eltern hatten geben können und sie, Seena, fand ihn süß. Sie mochte sein finsteres Gesicht, hatte es gleich bemerkt, als sie das Gemach des ausländischen Prinzen betreten hatte. Und sie hatte gesehen, dass Remy Trallier war. Nur das allein zählte doch letzten Endes. Niemals würde sie sich mit einem Mann zusammentun wollen, der so hell war wie der Prinz aus Annwyn, dessen blaue Augen so kühl wirkten, wenn sie doch einen aus ihrem Volk haben könnte, mit Augen so lebhaft und warm wie Kastanien.

»Hast du eine Frau?«, fragte Seena geradeheraus und Remy verschluckte sich.

»W-wie bitte?«, hustete er und hieb sich auf die schmale Brust, bevor er einen Schluck trank.

»Hast du eine Frau? Ein Eheweib? Bist du versprochen oder verheiratet?«

Der junge Dieb lehnte sich etwas zurück und musterte das Mädchen verdattert. Es mochte höchstens dreizehn oder vierzehn sein, seine weiblichen Reize beschränkten sich allenfalls auf eine leichte Wölbung der Brust und doch fragte es ihn solche Sachen, nachdem es ihn fünf Minuten kannte? Was war mit diesem Ding los?

»Ich bin ... nein, war ein ... Tagelöhner«, es erschien ihm klüger, auch im Gedanken an den Ruf seines Herrn, seine wahre Berufung nicht allzu leichtfertig zu offenbaren, »Woher sollte ich denn eine Ehefrau haben, bitte?« Er spuckte ein Stück Gemüseschale aus und zog die Braue hoch. »So jemand wie ich heiratet nicht.«

»Und nichts kann deine Meinung ändern?« Seena lächelte süßlich.

»Nein. Ich habe eine Aufgabe zu erledigen. Vielleicht verlasse ich Trallien.«

»Wo willst du denn hin?«, das Mädchen wirkte bestürzt.

»Überall hin. Ich bin jung und kann arbeiten. Dieses Land hat mir nichts zu bieten und die Welt ist groß«, Remy brummte und wischte den Teller mit einem Brotrest aus. »Ich möchte nicht den Rest meines Daseins eine Schraube in einem Uhrwerk sein, sondern mein Schicksal und mein Leben selbst gestalten.«

»Du bist ein Träumer. Als ob dir das gelingt.«

»Warum erlaubst du dir ein Urteil über mich? Du hast hier ein bequemes Leben, eine Arbeit, ein Auskommen, ein Bett und genug zu essen. Ich hatte das nicht, noch nie, solange ich lebe. Es kann woanders nicht schlechter sein als hier, wenn man wie ich keinen Platz hat, an den man gehört.«

»Du könntest hier bleiben, dann hättest du einen.«

»Um was zu tun? Dich zur Frau nehmen?«

Seena nickte.

»Dein Angebot ehrt mich, auch wenn ich nicht weiß, womit ich’s verdient habe. Aber Nein. Solange ich es noch kann, will ich leben. Ich bin nie aus Thalea rausgekommen, ich will die Welt sehen, lernen. Nicht hier festsitzen in einem goldenen Käfig, der mir nicht gehört und auf ewig anderen Leuten alles nachtragen.«

»Aber tust du das nicht im Moment auch? Du bist ein Trallier, der einem fremden Königssohn dient. Solltest du nicht lieber deine Energie in die Vertreter deiner eigenen Heimat investieren?«

»Du meinst in die, die ein junges Mädchen wie dich angrabschen, einfach, weil sie denken, sie könnten über deinen Körper bestimmen, weil sie mächtig sind? Du magst nicht viel von dem ‘fremden Königssohn’ halten, doch ihm verdanke ich, dass ich noch lebe und ich habe eine Schuld zu begleichen. Verstehst du das?«

»Ja.«

Remy erhob sich und reichte den benutzten Teller einer freundlich lächelnden älteren Frau, die gerade über einem Zuber das Geschirr spülte.

»Ich sollte in den Saal zurück, ich habe mich lange genug ferngehalten. Danke, dass du mir den Weg gezeigt hast, Seena.«

»Bitte, gern geschehen, Remy.« Sie seufzte und sah ihm nach, dem verräterischen Bastard, der seinem Land den Rücken kehren wollte und der gerade deswegen so mutig und aufregend wirkte, dass das Mädchen sich nur noch mehr wünschte, es könnte an seiner Seite bleiben. Seena kicherte und rieb sich über das Gesicht. Sie musste endlich damit aufhören, sich in jeden erstbesten Jungen zu verknallen, der halbwegs gut aussah!


Als Remy den Rittersaal wieder betrat, war die Stimmung sehr heiter, weitere Mägde schenkten Wein aus, Bedienstete eilten hin und her, Hunde wühlten unter der Tafel nach Knochen, die vom Tisch gefallen waren und der König grölte quer durch den Raum, um Unterhaltungen an allen Ecken und Enden zu führen.

Prinz Rowan unterhielt sich leise mit der Königin, als der junge Dieb wieder an seiner Seite auftauchte.

»Oh gut, da bist du ja. Bist du gesättigt?«

»Ja, mein Herr.«

»Dann möchte ich mich für heute Abend entschuldigen. Ich bin selbst satt und inzwischen sehr müde. Meine Königin, ich wünsche Euch eine geruhsame Nacht. Eure Majestät, habt Dank für das Mahl.«

Thedosio wedelte nur mit den Händen und nickte, bevor er einem Höfling eine Antwort zubrüllte.

Rowan schürzte sehr fein die Lippen, erhob sich und verließ, unbehelligt von den anderen Gästen und gefolgt von Remy, den Saal. Würden die Abendessen immer so laut und stürmisch zugehen, war der Prinz sich sicher, würde er einen Teil seines Hörvermögens einbüßen, solange er Gast bei Hofe war.

Comments

  • Author Portrait

    Oh! Dieser schöne, höfliche Prinz ist einfach zauberhaft, ich liebe ihn. Ein Traummann, wie es ihn nur im Märchen gibt. Im realen Leben gehört so einer in die gleiche Kategorie wie Einhörner: Alle reden darüber, aber nie ist jemand einem begegnet!

  • Author Portrait

    "Waff" *schmeißt sich weg* Dein neues Kapitel ist das Einzige, was mich gerade aufheitert, da Notre Dame in Flammen steht. Ich bin gespannt, wo du mit deinen sozialkritischen Aspekten noch hin willst:)

beta
Fairy Dust

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