21. Schuldgefühle

Als Valentin mitten in der Nacht zu sich kam, spürte er die warmen Lippen seiner Herrin auf seinem Mund und wie ihre Hände gierig über seinen fast nackten Körper fuhren.
„Oh, Darling. Ich brauch dich jetzt“, hauchte sie erregt und ihre Finger stahlen sich in seine Schlafshorts.
Völlig überrumpelt konnte er noch gar nicht reagieren und stammelte nur: „Alex? Was ist los?“ Weiter kam er nicht, denn ihre Zunge drängte sich fordernd in seinen Mund. Er schmeckte den Alkohol. Sie war anscheinend angetrunken.
Ihr Zustand, und im Schlaf so überfallen zu werden, löste bei ihm zuerst Widerwillen aus und er verkrampfte sich. Aber das schien sie diesmal nicht zu stören. Sie befingerte ihn einfach weiter, rieb sein schlaffes Geschlecht.
„Hey Babe, komm schon.“
„Verzeih, ich bin müde“, versuchte Valentin, sie abzuwimmeln. „Verschieben wir es auf morgen früh.“
Alex schmiegte sich eng an ihn und knetete mit zwei Fingern seine beschnittene Eichel: „Ich habe aber jetzt Lust auf dich. Das kann nicht bis morgen warten.“
Sie packte sein Handgelenk und führte seine Hand in ihren Schoß. Dort konnte er ihre fleischigen Lippen deutlich ertasten.
„Siehst du, ich bin schon ganz feucht.“ Fordernd drängte sie ihr Becken an seine Finger: „Schieb sie mir rein, tu irgendwas!“
Da begann er ihre empfindsamste Stelle zu massieren, worauf sie sofort aufstöhnte und spürte ihre zunehmende Nässe.
So lüstern hatte er Alex selten erlebt und jetzt ihre heißen, engen Wände an zwei seiner Finger zu spüren, die er ihr in den Leib stieß, weckten bei ihm ebenfalls Gelüste. So allmählich war er vollends wach und ihre pochende, nasse Mitte, gepaart mit ihrem lustvollen Stöhnen, ließ sich ein Kribbeln in seinem Unterleib ausbreiten.
Kurz darauf schwoll sein Rebell schlagartig zu seiner ganzen Größe heran und Alex, die bisher an seiner Seite geklebt hatte, zog ihn bereitwillig auf sich.
Valentin fand es sehr antörnend, wie sie im Schein der Nachttischlampe, nackt, mit gespreizten Beinen unter ihm lag, auffordernd seinen Po knetete und ihr Becken an seines presste. Da verstärkte sich das Pulsieren in seinem Glied. Er streichelte und küsste zuerst ihre Brüste, bevor er seine Spitze an ihrem Eingang positionierte und sich, dirigiert von ihren Fingern, in ihre feuchte, heiße Spalte schob.
Kaum steckte er mit seiner ganzen Länge in ihr, umklammerte sie seine Lenden mit den Beinen und presste ihn so eng wie möglich an sich. Valentin stützte sich auf seine Arme und versenkte sich nun immer und immer wieder bis zum Anschlag in ihr. Jeder tiefe Stoß jagte ihm eine Hitzewelle durch den Körper. Alex krallte sich in seine Schultern und zog ihre Beine soweit wie möglich an, damit er noch tiefer kam und es noch enger für ihn wurde.
„Oh Gott, ist das gut! Ja, weiter!“, keuchte sie.
Auch für ihn fühlte es sich auf diese Art geil an und angespornt durch ihre Zügellosigkeit, bearbeitete er sie jetzt mit immer heftigeren Stößen. Sie mochte es anscheinend so grob, denn sie legte ihm jetzt die Unterschenkel über die Schultern und stieß leise Schreie aus. Es machte ihn total an, wie sie sich gebärdete, solange er sich mit steigendem Tempo und vollem Gewicht in ihre nassen Tiefen rammte und wie er seinen Trieben freien Lauf lassen konnte.
Dann entfuhr ihr plötzlich ein markerschüttender Schrei, und ihr Leib zuckte unkontrolliert, während er weiter im selben Rhythmus zustieß. Am liebsten hätte er sie noch weiter gebumst, aber ihr Winden brachte ihn kurz danach schon zum Ziel und diesmal war sein Höhepunkt sehr heftig und sie nahm ihre Beine jetzt wieder runter und umschlang ihn damit, bis er erschöpft auf ihr liegenblieb. Valentin spürte ihre Hände über seinen Rücken streicheln und er atmete angestrengt.
„Hat’s dir gefallen?“, fragte sie ebenfalls außer Atem und küsste seine verschwitzte Wange.
Er sank nun neben sie: „Ja, hat es.“
Alex betrachtete ihn versonnen: „Das war echt ... Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“
Er schaute in ihre braunen Rehaugen: „Hammermäßig!“
Sie kuschelte sich an ihn: „Genau, es war der Hammer! Du bist der Beste.“
Nun blieb er einfach liegen, schloss die Augen und genoss ihre Nähe. Er war jetzt doch froh, dass sie ihn rumgekriegt hatte. Das war wirklich phänomenal gewesen und er glaubte, so heftig hatte sie sich noch nie von ihm durchnehmen lassen. Diesmal hatte er seine Hemmungen ihr gegenüber ganz verloren und konnte ihr diese Wünsche daher besser erfüllen. Wenn es Alex nicht so gewollt hätte, würde er sich jetzt schlecht fühlen, weil er sie so rücksichtslos gevögelt hatte und sie seinen starken Stößen durch diese Stellung ausgeliefert gewesen war. Er schämte sich jetzt, dass er das so erregend gefunden hatte, sich vollkommen seiner Lust hinzugeben und nicht mehr auf Alex zu achten. Aber er beruhigte sein Gewissen damit, dass sie selbst gesagt hatte, dass es toll gewesen war und schlief schließlich ein.


Als er am nächsten Morgen erwachte, fühlte er Alex warme, nackte Haut an seinem Rücken. Sie lag eng an ihn geschmiegt und hatte ihre Hand auf seinem Oberarm.
Er wandte sich vorsichtig um und betrachtete sie lächelnd, wie sie noch friedlich schlief. Ihr zerzaustes Haar hing ihr übers halbe Gesicht und Valentin strich es ihr vorsichtig zurück. Dabei murrte sie kurz, hielt jedoch die Augen noch geschlossen.
Dann stieg er aus dem Bett, zog sich seine Shorts von gestern Nacht wieder an und trottete rüber in sein Bad, um zu pinkeln und Katzenwäsche zu machen.
Von seinem Fenster aus konnte er auf den Pool in der Morgensonne hinunterschauen und da, der so einladend aussah, schlüpfte er in seine Badehose.
Zuerst deckte er für das Frühstück in der Küche und ging dann planschen, bis Alex aufwachen würde.
Kaum war er im Wasser, kam Jake, ebenfalls in Badehose, aus seinem Häuschen.
„Morgen. Auch Lust zu schwimmen?“, rief er ihm zu.
Jake legte sein Handtuch auf eine der Liegen: „Ja. Schläft die Miss noch?“
Valentin schwamm auf ihn zu, als er am Rand saß: „Ja, aber ich weiß nicht, wann sie heimkam. Ich bin zwar daran aufgewacht, aber hab nicht auf die Uhr gesehen.“
Jake zog die Augenbrauen nach oben: „Das kann ich mir denken, dass dich die Uhr nicht interessiert hat. Ich hab euch bis runter gehört. Da schien es ja richtig abzugehen.“
Der Liebesdiener wurde knallrot: „Äh ja. Sie hat mich geweckt und ließ nicht locker.“
Er wollte diese Dinge, aus Rücksicht, vor Jake nicht erzählen. Doch der Bedienstete grinste nur: „Nachtdienst sozusagen!“
Valentin erwiderte sein Grinsen: „Sozusagen!“

Die Jungs alberten im Wasser herum, spritzten sich gegenseitig an und balgten miteinander, was ziemlichen Lärm verursachte.
Plötzlich hörte der Hellblonde Alex laute, genervte Stimme: „Valentin, Jake! Aufhören! Wie soll man da schlafen?“
Erschrocken schauten sie beide am Haus hoch. Alex stand im Morgenmantel an ihrem geöffneten Schlafzimmerfenster und machte ein verärgertes Gesicht. Sie sah echt nicht fit aus, fand Valentin.
„Sorry, Alex! Wir wollten dich nicht wecken.“
Sie runzelte immer noch verärgert die Stirn: „Raus! Alle beide! Und du Valentin kommst zu mir.“
Da bekam er Angst. Würde sie ihn jetzt bestrafen? Bisher hatte sie das nie getan, aber so missmutig hatte er sie auch noch nie erlebt. Außer ein wenig nach dem Besuch bei ihrer Mutter neulich.
Schnell trocknete er sich ab, damit sie nicht lange auf sein Erscheinen warten musste und er sie noch weiter verärgerte.
Als er in ihr Zimmer kam, fuhr sie ihn sofort an: „Sag mal, habt ihr beide den Verstand verloren, so einen Krach zu machen. Wollt ihr die ganze Nachbarschaft aufwecken? Da kann ja kein Mensch schlafen.“
Valentin sah beschämt zu Boden und traute sich nicht, etwas zu erwidern.
Alex griff sich an die Stirn: „Ah, mein Kopf!“, und verschwand in ihrem Bad, um eine Tablettenschachtel aus dem Schrank zu kramen.
Der Diener war unsicher, was er tun sollte und blieb abwartend stehen. Sie hatte anscheinend Kopfschmerzen. Er beobachtete, wie sie eine Tablette mit einem Schluck Wasser aus dem Zahnputzbecher hinunterspülte.
Danach sah sie ihn wieder an: „Scheiß Cocktails! Die geben einfach einen Kater.“ Irritiert fragte sie: „Was ist? Auf was wartest du?“
Valentin antwortete kleinlaut: „Ich weiß nicht. Kann ich was für dich tun?“
Seine Herrin wischte mit dem Handrücken über ihre Stirn: „Im Moment nicht. Du kannst gehen.“

Valentin ließ sich einen Kaffee aus der Maschine und bereitete sich zwei Toasts mit Erdnussbutter zu. Er wusste nicht, ob Alex in nächster Zeit etwas essen wollte.
Erst als er mit seinem Frühstück fertig war, trudelte die Hausherrin in einem Sommerkleid in der Küche ein.
Zielstrebig steuerte sie die Kaffeemaschine an: „Ah, das riecht hier schon so lecker nach Kaffee. Das brauch ich jetzt!“
Valentin entgegnete nichts. Er war durch ihr Schimpfen noch verunsichert und wollte kein falsches Wort sagen.
Nach einigen Schlucken Kaffee, wollte Alex wissen, wie sich ihr Liebling den Abend vertrieben hatte.
„Ich war ne Weile bei Jake drüben und wir haben ferngesehen.“
Die Hausherrin erwiderte: „Bei mir war es auch ganz nett. Aber ich bin echt nicht fit. Machen wir uns einen chilligen Sonntag.“
Valentin nickte. Jetzt schien ihre Laune wieder normal zu sein.
Alex begab sich auf die Sitzgruppe auf der Terrasse und er folgte ihr. Als sie sich setzte, verzog sie ein wenig die Mundwinkel, wie wenn ihr etwas weh tun würde. Hatte sie noch Kopfschmerzen?
Sie legte die Beine hoch und umklammerte ihren Kaffeebecher mit beiden Händen.
„Gestern Nacht waren wir wohl zu wild. Das nächste Mal müssen wir bei solchen Aktionen Gleitgel benutzen.“
Valentin riss besorgt die Augen auf: „Habe ich dich verletzt?“
Alex beschwichtigte: „Ich bin nur ein wenig wund. Bis morgen ist sicher alles wieder gut.“
Nun fühlte sich Valentin noch elender. Er hatte seine Herrin nicht nur verärgert, sondern ihr auch noch Schmerzen verursacht, weil er so egoistisch gewesen war. Für einen guten Liebesdiener unverzeihlich. Er hatte total versagt.
„Alex, das wollte ich wirklich nicht. Bitte vergib mir. Ich ...“, er war so untröstlich, dass ihm die Worte fehlten. Nervös spielte er mit seinen Händen, die auf seinem Schoß lagen und starrte darauf.
„Ist schon gut, Babe. Es ist nicht deine Schuld“, versuchte sie, ihn zu beruhigen.
Dann schnitt Alex ein anderes Thema an: „Amanda war gestern echt nervig. Sie lag mir immer wieder in den Ohren, dass sie dich unbedingt mal für ein paar Stunden haben will. Sie lässt einfach nicht locker. Das ist die Bekannte, die wir am See getroffen haben.“
Sofort riss er den Kopf hoch und blickte sie erschrocken an.
„Aber ich habe ihr gesagt, dass es nicht drin ist.“
Puh! Valentin war erleichtert. Mit der wäre es bestimmt anstrengend geworden. Die hatte ihn ja gleich betatscht.
Dann erwähnte Alex eine Party nächstes Wochenende, wo er anscheinend schon einige kennen würde.
„Vivian und Rick sind dort und bestimmt noch einige andere, die du bereits kennst. Christine und David anscheinend auch.“
„Wer macht denn die Party?“, fragte er neugierig.
Sie stellte ihre Tasse auf den Tisch: „Kennst du nicht. Eine flüchtige Bekannte. Es ist eine lockere Party, also keine Abendgarderobe. Da kannst du eine von deinen schicken Jeans anziehen und ein schönes Shirt.“
Er stimmte zu: „Wie du wünschst.“

Die Woche bis zur Party verlief unspektakulär, wie immer.
Alex wollte erst zwei Tage nach ihrem heftigen Akt, wieder mit ihm schlafen und er war diesmal vorsichtig. Seine Vergewisserungen zwischendurch, ob sie noch Schmerzen hatte, nervten sie mit der Zeit und er blieb lieber still. Jedenfalls schwor er sich, sich nie wieder so gehen zu lassen.
Valentin hatte sich nach dem Bericht über die toten Diener Gedanken über den Tod gemacht. Er fragte sich, was generell mit den Leichen geschah. Wo würde sein Körper mal hinkommen?
Er fragte Alex danach und sie erklärte ihm, dass die Meisten eingeäschert wurden.
„Und was würde mit mir passieren?“
Sie antwortete: „Also, falls du vor mir sterben solltest, dann würde ich deine Urne mit nach Hause nehmen und sie an einen schönen Platz stellen. Und wenn ich vor dir gehen muss, dann würde ich verfügen, dass du zu einer Freundin kommst. Ansonsten müsstest du wieder ins Zentrum, um neu vermittelt zu werden.“
Valentin sagte sofort: „Da möchte ich nicht mehr hin.“
Alex tätschelte seine Hand: „Das musst du auch nicht mehr. Manche Frauen lassen ihre Diener auch auf dem Friedhof bestatten, oder einfach anonym einäschern. Aber ich würde dich bei mir im Haus haben wollen.“
Darüber freute er sich sehr, denn das zeigte, dass Alex ihn sehr gern hatte.


Samstagabend waren sie dann auf dieser Party.
Es hielten sich schon viele Gäste im Garten auf und Alex steuerte mit ihm auf eine fülligere Dame mit kurzen, dunklen Haaren zu.
Valentin kannte die Gastgeberin bisher nicht. Sie besaß ebenfalls einen Liebesdiener, der ihm mit Damion vorgestellt wurde. Er war ein Stück größer als Valentin, schlank und hatte braune, gewellte Haare, die ihm bis über den Nacken gingen. Er wirkte eingeschüchtert, wie er mit gesenktem Blick neben seiner Herrin stand.
„Hi, ich bin Valentin“, wandte er sich an den Diener. Dieser hob zaghaft die Augen und erwiderte das „Hi“ schüchtern. Sein Name war ja schon von seiner Herrin genannt worden. Dann begrüßte die Gastgeberin weitere Gäste und Damion folgte ihr, wie ein Schatten.
Valentin verursachte dessen Verhalten Unbehagen. Er wusste nur zu gut, warum jemand sich so verhielt. Bestimmt musste der andere bedingungslos gehorchen. Valentin bedauerte ihn. Er selbst wollte nie mehr so etwas mitmachen und er fasste haltsuchend nach Alex Hand. Sie ließ es zu und lächelte ihn an, was ihn gleich wieder besser fühlen ließ. Er liebte sie einfach.
Kurz darauf trafen sie auf Vivian und Rick und die Männer durften sich schließlich von ihren Herrinnen abseilen.

Valentin freute sich, in Rick jemanden zum Reden gefunden zu haben.
Während sie plauderten und an ihren Drinks nippten, beobachteten sie die vielen Gäste, von denen Valentin die meisten nicht kannte. Rick rief nach diesem David, der Christine gehörte, als der ihn allein entdeckte. Durfte der Blonde also auch ohne Herrin herumstreunen.
David kam grinsend auf die beiden zu: „Hi, sieht man euch zwei auch mal wieder. Wie geht’s?“ Dann wandte sich der Ältere an Valentin: „Und, immer noch nicht von deiner überfordert?“
Der Hellblonde grinste nun ebenfalls: „Überhaupt nicht. Ich hatte ja erst vor Kurzem meine Sterilisation und diese enthaltsame Woche war die reinste Folter. Ich musste mir immer ne kalte Kompresse in die Hose stecken.“
David zog ungläubig die Brauen hoch: „Oha! Du scheinst ja ein ganz geiler Bock zu sein.“ Dabei lächelte er süffisant.
„Steht dir übrigens echt gut, der Pferdeschwanz“, meinte David und glitt mit den Fingern kurz durch die langen Haare. Sein Blick war dabei so merkwürdig begutachtend:
„So weich. Du bist wirklich ein hübsches Kerlchen.“
Dem Jüngeren wurde es ganz komisch bei dieser Bemerkung und als die Hand des anderen sich von den Haaren löste und mit einem Finger an seiner Schulter entlang fuhr, jagte ein kalter Schauer über Valentins Rücken. Er wich instinktiv ein wenig zurück.
Stand David etwa auch auf Männer?
Rick hielt die Bemerkung für einen Scherz und lachte, worauf David mit einstimmte. Valentin sah sich derweil um und registrierte die begutachtenden Blicke von manchen Frauen, die anscheinend ohne männliche Begleitung hier waren. Rick und David begannen die Blicke sogar zu erwidern, lächelten den vier Damen zu, die daraufhin miteinander tuschelten. Valentin wollte nicht, dass sie rüberkamen, aber nach dem Verhalten der Diener, sahen sie das als Aufforderung und taten genau das.
„Hi Jungs!“, flötete eine Blondine.
David erwiderte freundlich: „Guten Abend, Ladies!“
Rick grüßte ebenfalls, nur Valentin blieb stumm und blickte auf sein Glas in der Hand. Er hatte keine Lust, sich mit den fremden Frauen zu unterhalten und hörte den anderen gar nicht zu. Erst als eine der Damen ihn direkt ansprach und ihn am Arm berührte, sah er auf.
„Hey, und wie heißt du?“
Valentin fand sich der Blonden gegenüber und stotterte überrascht: „Äh, ich bin Valentin.“
Sein Gegenüber lächelte: „Hübscher Name. Das passt zu dir. Mit wem bist du hier?“
„Alexandra Taylor“, antwortete er knapp
Ihr Gesicht kam seinem näher: „Wow, du hast tolle Augen. Die leuchten ja richtig.“
Valentin bedankte sich verlegen. Mit Komplimenten konnte er immer noch nicht so gut umgehen, vor allem von Fremden. Doch als ihre Finger seine Wange berührten, wich er mit dem Kopf ein bisschen zurück. Leichte Enttäuschung zeigte sich auf ihren Zügen.
David hingegen schien es zu genießen, betatscht zu werden, so wie er mit zwei der Ladies plauderte, sich dabei immer wieder anfassen ließ und das sogar erwiderte. Rick tat dasselbe. Ob Vivian das duldete, oder davon wusste?
Da rief eine weibliche Stimme in der Nähe plötzlich „David“ und Valentin wandte den Kopf in die Richtung. Dort stand die schwarzhaarige Christine in einem engen weißen Kleid und blickte abwartend zu ihrem Diener, der sich nun höflich von den Mädels verabschiedete und zu seiner Herrin ging. Sie hakte sich bei ihm ein und so zogen sie von dannen.
Valentin ergriff die Gelegenheit, um sich aus der Situation zu flüchten, und gab vor, ebenfalls zu seiner Herrin zurückzumüssen.
Die Blondine bedauerte das und hoffte, dass sie sich an diesem Abend nochmal treffen würden, aber das wollte Valentin verhindern.
Zum Glück fand er Alex schnell. Sie stand mit Vivian an einem der Stehtische zusammen und plauderte fröhlich. Das ließ ihn ebenfalls grinsen und er legte den Arm um ihre Hüften, als er sie erreicht hatte: „Hier bin ich wieder.“
Alex lächelte ihm zu und gab ihm einen Kuss: „Na, Babe! Amüsierst du dich?“
Er stellte sein Glas auf dem Tisch ab: „Ja, wir haben David getroffen. Aber der musste jetzt zu Christine zurück.“
Vivian fragte: „Und wo ist Rick?“
Valentin wusste nicht, ob er es sagen sollte, daher meinte er nur: „Ich glaube, er unterhält sich noch.“

Später aßen sie vom Büffet, unterhielten sich zu viert weiter und irgendwann musste Valentin mal für kleine Jungs.
„Wo ist die Toilette?“, flüsterte er Alex ins Ohr und nachdem sie es ihm erklärt hatte, machte er sich auf den Weg.
Die Gästetoilette war gleich im Erdgeschoss, aber leider im Moment belegt. Valentin lehnte sich wartend an die Wand neben dem Türrahmen. Da vernahm er nicht weit von sich Christines Stimme, die zischte: „Wie konnte das passieren, verdammt? Was lief da schief?“
Eine andere Frauenstimme erwiderte leise: „Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich ein Verständigungsproblem. Keine Ahnung, warum sie den Lkw so lange stehen ließen.“
Christine presste verärgert hervor: „So eine Panne, darf nie wieder vorkommen. Das ging durch alle Nachrichten. Diese Publicity können wir uns nicht leisten.“
Valentin wurde sofort hellhörig. Ging es da etwa um die erstickten Diener? Was hatte diese Christine damit zu tun?
Die beiden Frauen mussten gleich um die Ecke sein, wenn er sie so gut hören konnte und er betete, dass sie ihn nicht bemerkten.
„Beim nächsten Transport muss das aber anders laufen“, bestimmte Christine.
„Natürlich. Wie viele sind es diesmal?“, wollte die andere wissen.
„Ich weiß es noch nicht. Eine Handvoll auf jeden Fall.“
Leider öffnete sich in dem Moment die Toilettentür und eine Frau kam heraus. Valentin schlüpfte hinein, bevor sie die Tür wieder schloss.
Nun war er absolut baff.
Diese taff erscheinende Leiterin des Zuchtzentrums, die streng mit ihren Dienern war, arbeitete mit Schleusern zusammen? Verhalf Dienern zur Freiheit?
Das konnte er irgendwie nicht fassen. Aber David war seiner Herrin voll ergeben, obwohl er ziemlich selbstbewusst war und sich eigentlich ziemlich frech verhielt. So mit anderen Frauen flirtete zum Beispiel. Wahrscheinlich war sie privat anders, als in Damengesellschaft.
Wenn das Jake mitgekriegt hätte, aber Valentin würde ihm davon nichts erzählen. Er wollte nicht, dass sein Kumpel sich ins Verderben stürzte, und es wäre auch gefährlich für Valentin. Er war überzeugt, dass der Einfluss von Christine ihm schaden könnte. In ihrer Position hatte sie bestimmt viel Macht.

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beta
Fairy Dust

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