22. Der Junker

Konstantin ging das Mannsweib doch nicht so schnell aus dem Kopf. Er hatte tatsächlich ihr Unterhemd mitgenommen und roch oft daran. Besonderes wenn er onanierte und stellte sich dabei vor, wie er es mit ihr trieb. Er musste sie wiedersehen und ritt öfter zum See, aber sie kam nicht. Wie sollte er sie jemals finden? Einen Halbtagesritt von hier, aber in welche Richtung?! Er erinnerte sich, wo sie in den Wald gezeigt hatte. Vielleicht lag ihr Hof in dieser Richtung. Der Junker* machte sich auf die Suche.


Boris war mit seinen Männern, Felix und Nastja auf der Jagd unterwegs. Sie erlegten einen Hirsch und zwei Hirschkühe. Nun wollten sie die Beute gerade abtransportieren, als Pawel etwas hörte. Daraufhin lauschten alle und man vernahm regelmäßiges Knacken. Jemand ritt durchs Unterholz. Die Männer schwärmten aus, während Felix und Nastja beim Wild bleiben sollten.

Pawel und Boris entdeckten den einsamen Reiter als erstes. Der Hauptmann beobachtete den jungen Edelmann ein wenig. Pawel hatte, seit seiner Auspeitschung einen regelrechten Hass auf die Adligen. Er machte alle für das Schicksal seiner Geliebten und ihm verantwortlich. Wenn ihnen bei Überfällen manchmal Edelleute in die Hände fielen, machte er kurzen Prozess mit den Männern und missbrauchte die Frauen: "Den holen wir uns." Der Hauptmann hielt ihn zurück: Warte noch! Der hat doch kaum was bei sich. Wir töten ihn, falls er dem Lager zu nahe kommt."

Nastja hatte es nicht mehr ausgehalten und war auch weiter geritten.

Boris und Pawel verfolgten den Reiter, bis der Hauptmann ihn schließlich angriff, weil es ihm zu brenzlig für ihr Versteck wurde. Plötzlich war Konstantin von mehreren bewaffneten Reitern umzingelt. Nastja stieß gerade zur Gruppe, als ihr Vater mit dem Schwert auf Konstantin los ging. Was machte der hier? Hatte er sie etwa gesucht? Aus vollem Hals schrie sie: "Nein, Papa!" Boris hielt inne und sie sprach weiter: "Ich kenne ihn." Voller Erleichterung sagte Konstantin: "Anastasia. Welch ein Glück!"

„Woher kennst du diesen Kerl?", wollte Boris wissen.

„Ich habe ihn vor einiger Zeit im Wald getroffen. Beim See." Der Hauptmann wandte sich wieder an Konstantin: "Bist du allein?" Der Bursche nickte. Dieser bärtige, langhaarige Kerl mit den hellen Augen flößte ihm Respekt ein. Wenn sie unter diesem rauen Haufen lebte, war es kein Wunder, dass sie so mannhaft war. Boris wusste noch nicht, was er am besten mit diesem Junker anfangen sollte. Wenn er ihn nicht töten konnte, dann sollte er ihn gefangen nehmen. Aber dadurch kannte der dann ihren Unterschlupf: "Kolja, du bleibst mit Nastja und dem Kerl hier. Es wird bald dunkel und morgen früh, begleitet ihr ihn zum See." Der Blonde nickte: "Ja, Hauptmann." Da rutschte Konstantin kurz das Herz in die Hose, als er diese Anrede vernahm. Er war unter Räuber geraten und sie hätten ihn um ein Haar getötet. Anastasia war eine Räubertochter. Da wunderte ihn nichts mehr.

Sie war froh, dass er verschont blieb, auch wenn er sie gedemütigt hatte. „Hast du mich gesucht?", fragte sie schnippisch, als Konstantin an Händen und Füßen gefesselt am Lagerfeuer saß. Nikolaj behielt ihn im Auge. Der Bursche antwortete: "Ja, ich wollte dich wiedersehen." Nastja weiter: "Und warum?"

„Du gingst mir nicht mehr aus dem Kopf." Sie lächelte triumphierend: "Die Hure aus dem Wald." Nikolaj mischte sich ein: "Hattest du etwa was mit dem?" Nastja zickig: "Das geht dich gar nichts an." Konstantin korrigierte: "Die Räubertochter aus dem Wald." Nastja schmunzelte. Allmählich begrub sie ihren Groll ein wenig. Nun wurde er gedemütigt und sie waren quitt.

Olga stellte besorgt fest, dass ihre Tochter nicht mit zurück kehrte: "Wo ist Nastjenka?" Boris antwortete: "Wir haben einen Junker im Wald entdeckt, den unsere Tochter kennt. Sie und Nikolaj bringen ihn morgen zum See, wo er uns nicht mehr finden kann. Ich ließ ihn nur wegen ihr am Leben. Da ist etwas vorgefallen zwischen den beiden. Treibt sie es mit Adligen." Olga seufzte: "Hoffentlich hat sie sich kein Kind machen lassen."

Konstantin drückte schon eine Weile die Blase. Er flüsterte zu Nastja: "Ich muss austreten." Sie wollte ihm schon die Fußfesseln durchschneiden, da ging Nikolaj dazwischen: "Nichts da." Sie aufgebracht: "Soll er sich in die Hose pissen?" Der Ältere zog Konstantin mit einem Ruck auf die Füße und wies Nastja an: "Jetzt hol ihn raus. Kennst ihn ja schon", fügte er grinsend hinzu. Für das Mädchen war es peinlich Konstantins Glied in der Hand zu halten, während er sich erleichterte. Den Burschen kostete es Überwindung es überhaupt zu tun. Nastja sah zur Seite und Nikolaj hielt ihn aufrecht. Danach gab sie Konstantin zu trinken und zu essen. Sie fütterte ihn mit Brotstücken und Ziegenkäse. Dabei musste sie immer wieder schmunzeln. „Du machst dich lustig über mich", beschwerte er sich. Nastja lächelte: "Verzeih!" Während die beiden schliefen, hielt Nikolaj Wache.

Am nächsten Morgen befreite der Räuber den Burschen endlich von seinen Fesseln. Konstantin rieb seine eingeschlafenen Gliedmaßen, bis er aufstehen konnte. Sie machten sich schon früh auf den Weg und erreichten noch am Vormittag den See. „Kolja, lässt du uns ein wenig allein?", bat das Mädchen. Der Blonde murrte: "Aber mach keine Dummheiten." Und zog sich zurück. Er blieb aber in Hörweite. Anastasia sprang aus dem Sattel und setzte sich ans Ufer, Konstantin folgte ihr. Zuerst schwiegen beide und sahen aufs Wasser. Dann brach Konstantin das Schweigen: "Ich verdanke dir mein Leben. Ohne dein Einschreiten, läge ich jetzt erschlagen im Unterholz."

„Ja. Das konnte ich nicht zulassen." Er wollte mehr über ihr Räuberleben wissen: "Machst du bei den Überfällen auch mit?" Nastja schüttelte den Kopf: "Nein. Papa meint, ich sei noch zu jung. Felix darf auch noch nicht mit. Er ist vierzehn. Wie alt bist du eigentlich?" Konstantin erwiderte: "Neunzehn. Und du?" Das Mädchen entgegnete: "Siebzehn." Er fragte weiter: "Lebst du ganz allein unter den Kerlen?" Sie lachte: "Nein. Meine Mutter, die anderen Weiber und die Kinder leben auch noch dort. Wir waren gestern nur auf Jagd und haben Hirsche erlegt." Im Stillen dachte er: 'Ich danke Gott, dass du dabei warst.'

„Sehen wir uns wieder?", fragte das Mädchen. Konstantin schwieg zuerst, dann erwiderte er: "Ich weiß nicht. Vermutlich wäre das keine gute Idee. Wir sind zu verschieden. Ich darf mich nicht mit einer Gesetzlosen einlassen." Sie nickte resigniert, war innerlich aber wütend. Nur weil ihr Vater Leute überfiel, wollte Konstantin nichts mehr von ihr wissen. Sie würde ihn nie wieder sehen und das gefiel ihr überhaupt nicht. So ein schlechter Kerl war er wohl doch nicht. Sie nahm versöhnlich seine Hand: "Dann sind wir jetzt zum letzten Mal zusammen?" Er umgriff ihre Finger, sah sie an und bejahte.

Nastja wollte die verbleibende Zeit nicht untätig verstreichen lassen, beugte sich vor und küsste ihn. Konstantin erwiderte ihre Küsse stürmisch und sie sanken ins Gras. Hastig entkleideten sie sich und Nastja zog ihn auf sich. Sie schlang ihre Beine um ihn und konnte es kaum erwarten, bis er endlich eindrang. Sie stöhnte auf, als sie ihn in sich spürte, umfasste sein Hinterteil, um ihn noch enger an sich zu ziehen. Konstantin war noch nie so erregt gewesen. Er bewegte sich so tief es ging in ihrem feuchten Innerem und sie küssten sich noch weiter. Ihre Zungen passten sich den Bewegungen ihrer Lenden an. Sie beide keuchten unter den Küssen, seine Stöße wurden leidenschaftlicher und ihre Wände glitschiger. Ihre Hände fuhren durch sein Haar, über seinen Rücken und kneteten seine Hinterbacken. Für ihn war das wie eine Aufforderung sich kräftiger zu bewegen. Anastasia schien es zu genießen, denn sie stöhnte immer lauter. Diese Laute hatten auch Nikolaj angelockt, der das Paar heimlich beobachtete. Das Gesehene erregte ihn sofort und als Nastja mit ihrem Liebhaber den Höhepunkt erreichte, waren sie dabei zu dritt.

„Ich würde dich gern wieder treffen, Anastasia. Aber es geht einfach nicht", sagte Konstantin resigniert. Sie entgegnete: "Schade!" Und dachte daran, dass ihre schöne Liebelei das Einzige war, was ihr bleiben würde. Diesmal war es viel besser gewesen, als letztes Mal und er war danach auch noch genauso lieb, wie während des Aktes. Sie lagen beieinander und strichen sich über die nackte Haut. Nastja betrachtete seinen Körper genauer. Er hatte um die Brustwarzen blonde Haare und war muskulöser als Felix. Sein bestes Stück hing nun schlaff herunter und war so viel kleiner als vorher. Sie meinte: "Schon ein komisches Ding! Jetzt so klein und schlaff und dann groß und hart." Konstantin grinste: "Eher erstaunlich. Gefällt er dir?" Nastja kicherte: "Gefallen? Ich weiß nicht. Er ist interessant." Dann fiel ihr etwas anderes ein: "Wie fühlt sich das an mit ihm? In mir drin." Konstantin lächelte belustigt: "Was du so fragst. Na ja, sehr warm und feucht. Gut eben." Sie entgegnete: "Bei mir auch gut. Ich spüre dich tief in mir und deine Bewegungen lassen es dort warm werden und pochen. Konstantin, ich will nicht, dass du gehst. Bitte reite erst morgen!" Er gab zu Bedenken: "Und dein Vater?" Sie antwortete: "Er muss es verstehen." Dann blickte sie sich nach Nikolaj um: "Wo ist eigentlich Kolja?" Sie zog ihr Hemd über und sah nach dem Räuber: "Kolja?" Er stand plötzlich an einem Baum: "Ja, was ist?" Sie sagte bestimmt: "Konstantin reitet erst morgen zurück. Ich möchte noch hier bleiben." Der Ältere schüttelte den Kopf: "Nein, ich habe meine Befehle. Du hast dich schon genug von ihm verabschiedet. Euer Gestöhne war nicht zu überhören. Zieh dich vollends an und wir brechen auf." Da wurde Nastja wieder zum trotzigen Kind: "Nein. Ich gehe erst morgen zurück." Nikolaj fluchte: "Verdammt, Nastja! Dein Vater will es so." Sie schüttelte beleidigt den Kopf und drehte sich schon um, da packte sie Nikolaj grob am Arm und verpasste ihr eine Ohrfeige: "Du tust jetzt was ich sage, verzogenes Gör! Ich will keinen Ärger mit deinem Alten." In Nastja loderte der Zorn auf, als er sie schlug. Sie begann ein Gerangel mit dem Älteren, das Konstantin hörte. Als er die Handgreiflichkeiten zwischen dem blonden Räuber und Anastasia sah, stürzte er sich auf Nikolaj und schlug auf ihn ein. Der Ältere wirbelte zornig herum und versetzte dem Junker einen ordentlichen Fausthieb: "Pah, gegen dich Bürschchen komme ich allemal noch an." „Lass Kostja zufrieden!", schrie Nastja. Der junge Mann fiel rückwärts ins Gras und blieb kurz liegen, bevor er sich aufrichtete und rieb sich das schmerzende Kinn.

In der Zwischenzeit zerrte Nikolaj die widerspenstige Hauptmannstochter zu ihren restlichen Kleidern: "Zieh dich jetzt an, sonst bekommst du richtige Prügel von mir. Und sag deinem Junker, wenn er mich nochmal angreift, ramm ich ihm den Dolch in den Leib." Wutschnaubend befolgte das Mädchen seinen Befehl und zog sich an. Konstantin beobachtete sie aus einiger Entfernung. Wegen Nikolaj traute er sich nicht mehr näher heran. Doch Nastja ging zu ihm, umarmte und küsste ihn: "Nun müssen wir uns leider trennen. Leb wohl, Kostja!" Er strich durch ihr Haar: "Du auch." Er würde sie vermissen, seine wilde Gespielin. Schweren Herzens löste sich Nastja von ihm und ging zu ihrem Pferd. Bevor sie losritten, blickte sie sich noch einmal um. Da stand Konstantin nur mit seinem Hemd bekleidet da und sah ihr enttäuscht nach. Ein letztes Winken und er verschwand aus ihrem Leben.

Auf dem Weg zurück ins Lager schmollte Nastja die ganze Zeit. Sie war wütend auf Nikolaj, der ihr ihr Glück verdarb. Der Ältere versuchte sie zu beschwichtigen: "Was willst du von so einem? Der nimmt dich sowieso nicht zur Frau." Er lachte: "Und wenn, dann wäre es mit deinem schönen freien Leben vorbei. Nicht mehr auf die Jagd gehen und herum streifen, wie es dir gefällt." Sie ignorierte ihn und Nikolaj winkte nur ab.

Boris meinte, als sie eintrafen: "Ihr kommt spät, Kolja." Der versorgte sein Pferd: "Wir ließen uns Zeit. Die zwei Turteltauben bekam ich kaum auseinander. Jetzt ist sie eingeschnappt." Der Hauptmann trat neben seine Tochter: "Nastja, mit dem wäre es eh nichts geworden. Da verschwendest du nur deine Zeit." Er erntete einen wütenden Blick, aber sie schwieg.

Nach einigen Tagen besserte sich Nastjas Laune endlich wieder. Aber sie sehnte sich nach Konstantin, ganz egal was die Erwachsenen sagten. Nun war er wieder zu Hause und würde wohl irgendwann ein Mädchen zugesprochen bekommen. Und sie würde allein bleiben. Mischa nahm ihr ihre Abweisung immer noch übel. Sein Kamerad Semjon war ja ganz ansehnlich und so alt wie Konstantin. Aber im Moment wollte sie keinen anderen.

Nach mehreren Wochen sehnte sie sich aber wieder nach einem Mann und sah sich Semjon einmal genauer an. Bisher hatte sie wenig mit ihm geredet und wenn, dann belangloses Geplänkel. Leider hing er meistens mit Mischa zusammen. Daher war es schwer allein an ihn heran zu kommen. Sie warf ihm öfters vielsagende Blicke zu und lächelte ihn an, wenn er sie ansah. Dann kam ihr eine noch bessere Idee. Sie suchte in der Truhe ihrer Mutter nach einem Kleid und fand eines, dass Olga nicht mehr passte. Mit dem Alter war die ein wenig breiter geworden. Schnell zog sie sich um und bürstete ihr Haar. So würde sie Semjon sicher besser gefallen. Das Kleid ihrer Mutter war ihr zu kurz. Der Saum reichte nur bis über die Waden.

Als sie in diesem Aufzug im Lager herum spazierte, trauten die anderen zuerst ihren Augen kaum. Boris erstaunt: "Nastja, was ist in dich gefahren?" Sie lächelte: "Ich wollte mal etwas anderes anziehen" „Es steht dir gut", sagte er und war gar nicht so froh darüber, weil sie so noch verführerischer für seine Mannen war. Und er ahnte, dass etwas hinter ihrer Anwandlung steckte. Mischa stieß seinen Kumpan an: "Jetzt sieh dir mal Nastja an. Die läuft im Kleid herum. Potzblitz, die hat ja Möpse. Sonst sieht man davon so gut wie nichts." Semjon nickte: "Allerdings. Die ist ein richtiges Vollweib. Na, willst du ihr nicht verzeihen und es nochmal versuchen?" Mischa zeigte ihm den Vogel: "Bei der verbrenn ich mir nicht nochmal die Finger. Die sticht dich ab, wenn du eine falsche Bewegung machst." Semjon verfolgte die schöne Hauptmannstochter mit seinen Augen und bekam ein Lächeln von ihr zugeworfen: "Ich glaube, sie mag mich. Sie lächelt mir immer wieder zu." Mischa verächtlich: "Pah, darauf darfst du bei dieser Schlange nichts geben." „Du bist ja nur neidisch", entgegnete Semjon. Er sah, wie Nastja mit Vera sprach.

Die Ältere blickte von ihrer Arbeit auf und sagte zu dem Mädchen: "Wen willst du damit verrückt machen?" Nastja gab unschuldig zurück: "Niemanden. Mir war einfach danach." Vera verzog nur ungläubig die Mundwinkel, beließ es aber dabei. Sie bemerkte, wie Semjon herüber schielte: "Ist es wegen ihm? Hast du dir deinen Junker endlich aus dem Kopf geschlagen?" Nastja murrte nur: "Hm, ja." Vera entsteinte weiter die Pflaumen: "Gut. Semjon ist ein ganz wackerer Bursche. Leider bin ich allmählich ein altes Weib. Mich will keiner mehr. Die Kerle in meinem Alter verzehren sich nach den Jungen." Sie dachte an die gelegentlichen Schäferstündchen mit Nikolaj. Der nahm sie nur, weil er Befriedigung brauchte und sonst keine da war. Nastja war wirklich ein hübsches Mädchen. Sie hatte die hohen Wangenknochen von Boris und seine hellen Augen. Obwohl, Olga hatte ebenfalls bläuliche. Ihre Figur ähnelte der ihrer Mutter früher. In diesem Kleid kamen ihr Busen und ihre schmale Taille sehr gut zur Geltung. Vera seufzte über den Verlust ihrer Jugend: "Ich denke, du gefällst ihm. Welcher Mann würde dich schon von der Bettkante stoßen. Sicher keiner."

„Weißt du ein wenig mehr über ihn?", wollte Nastja wissen. Ihr Gegenüber schüttelte den Kopf: "Er ist meistens mit Mischa zusammen und mit mir reden sie kaum, aber ich glaube, er ist netter als Mischa." Nastja warf einen Blick zu den beiden Männern hinüber. Semjon saß nun allein dort und wetzte sein Schwert. Das Mädchen wollte die Gelegenheit nutzen, sprang auf und ging zu ihm: "Ein schöner Morgen, nicht wahr?!" Er blickte zu ihr auf, lächelte und antwortete: "Ja." Sie ließ sich eng neben ihm nieder und sah zu, wie er schwungvoll den Wetzstein über die Schneide gleiten ließ. „Das sollte ich auch mal wieder tun", sagte Nastja. Semjon erwiderte: "Du kannst es mir bringen, dann schärfe ich deines auch." Freudestrahlend ging sie und brachte ihm ihr Schwert: "Das ist aber nett von dir." Der Bursche war froh, sich auf seine Arbeit konzentrieren zu können, so wie die Hauptmannstochter eng bei ihm saß. Ihr Schenkel berührte seinen und er konnte es sich nicht verkneifen zu ihr rüber zu schielen. Ihre Hände lagen in ihrem Schoß und unter dem Stoff zeichneten sich die Wölbungen ihrer Schenkel ab. Er schluckte, als er ein Ziehen in seinen Lenden spürte und wurde unsicher in ihrer Gegenwart. Sie unterhielten sich gerade unverfänglich über ihre Waffen und Semjon sah lieber auf Nastjas Schwert. Sie fragte: "Hast du schon mal einen Mann getötet?" Er fuhr mit dem Wetzstein an der Klinge entlang: "Ja, das passiert eben im Kampf." Sie nickte und dachte, dass sie vermutlich auch nicht zögern würde, zuzustechen, wenn sie sich verteidigen müsste. Sie blieb bei ihm, bis er mit ihrem Schwert fertig war. Dann erhob sie sich, drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf die stupfende Wange und verschwand schnell zu ihrer Hütte. Der Bursche legte die Finger auf die geküsste Wange und blickte ihr lächelnd nach. Dieser Aufforderung würde er gerne nachgehen.

*Junker = junger Adliger


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