28. Die Verfolgungsjagd

Währenddessen ritt Oxana mit ihren Komplizinnen zum Räuberlager. Sie hatte den liebestrunkenen Hauptmann letztes Mal verfolgt gehabt und so endlich den Unterschlupf entdeckt. Das Schicksal meinte es gut mit ihnen, denn sie sahen einige Kinder im Wald spielen. Oxana ritt heran, lächelte den Kindern zu und sagte: "Steigt auf, wir bringen euch ins Lager zurück." Die Kleinen misstrauten den freundlichen Frauen nicht und ließen sich in die Sättel hochziehen.

Die Reitergruppe war kurz darauf bei den Hütten. Mikhail und Felix erkannten die Reiterinnen und kamen arglos näher. Da richteten die ihre Armbrüste auf sie und Oxana rief: "Das ist ein Überfall. Gebt uns, was wir wollen." Nastja und auch die anderen Weiber waren heran gekommen. Sie erblickten zu ihrem Entsetzen ihre Kinder in der Gewalt dieser Kriegerinnen. Anastasia zog sofort ihr Schwert. Da hielt die Wölfin dem Kind in ihrem Sattel ihren Dolch vor die Kehle: "Denk nicht einmal daran." Wutschnaubend gaben Nastja und die Männer klein bei. Sie waren machtlos, konnten sie nicht angreifen, weil sie die Kinder als Schutzschilde missbrauchten. Mischa wurde zornig auf diese falschen Schlangen. Das hatten sie sich ja gut ausgedacht. Ihn, Felix und Boris getäuscht, um sich hier einzuschleichen. „Was ist mit Borja?", fragte er Oxana. Die lachte lauthals: "Der vergeudet sicher wieder ausgiebig seine Manneskraft an Alja, der Narr." Mikhail erhob nochmals wütend sein Schwert: "Du elende Hexe. Ich weiß, was du mit Alja treibst." Er wollte schon auf die Wölfin losgehen, als ihn Nikolaj zurückhielt: "Nein, Mischa. Sonst töten sie die Kinder." Der Jüngere ließ zähneknirschend seine Waffe sinken. Er musste seine Wut schwer im Zaum halten. Dann befahl Oxana, was ihr Boris Bande alles bringen sollte.

Die Frauen sperrten am Ende alle zusammen in eine der Hütten und ritten schnell fort. Sie wussten, dass die Kerle sich bestimmt bald befreit hatten und die Verfolgung aufnehmen würden.

Ahnungslos kehrte der Hauptmann in den Unterschlupf zurück, wo ihm Semjon, Nikolaj, Felix, Pawel und Mikhail schon zu Pferde entgegen kamen. „Wir sind von den Weibern beraubt worden", rief ihm Nikolaj entgegen. „Schnell hinterher." Boris riss Cherniy herum und galoppierte mit. Er ärgerte sich über seine Dummheit: "Verdammt, ich habe mich übertölpeln lassen, wie ein Jungspund." Seine Augen hafteten auf dem Waldboden, um die Spur nicht zu verlieren. Es war bald dunkel, aber dank dem hellen Schnee, konnte man noch genug erkennen. Mischa schimpfte vor sich hin: "Ich dreh Ira und Rita eigenhändig die Gurgel rum und vorher vögel ich jedes ihrer Löcher." Felix überlegte, ob Raisa ihn belogen hatte. Das konnte er einfach nicht glauben, dass alles nur geheuchelt war. „Papa, überlass Raja mir. Keiner sonst rührt sie an." Boris erwiderte: "Meinetwegen."

Mikhail erzählte den anderen, was er neulich zwischen Oxana und Albina beobachtet hatte. Die anderen schüttelten nur verständnislos die Köpfe. Noch keiner hatte eine Liebelei zwischen Weibern gesehen. Vor allem Boris konnte das fast nicht glauben, dass sein blonder Engel so etwas Abartiges tat. Er erklärte es sich, wie Mikhail, dass ihr nur ein Mann gefehlt hatte.

Während der Verfolgung begann es zu schneien. Nun wurde es fast aussichtslos, die Weiberbande aufzuspüren. Die waren ebenfalls geübt im Spuren verwischen. Es wurde immer schwerer ihrer Fährte zu folgen. Durch den Schneefall gab es nur noch sehr schwache Zeichen, wo sie entlang geritten sind. Die Aufregung vertrieb die Müdigkeit der Männer und so ritten sie meistens im Schritt die ganze Nacht hindurch.

Der Schneefall hatte schon längst aufgehört, aber die Spuren waren verdeckt. Fast wollte Boris schon aufgeben, da entdeckte er etwas Dunkles aus dem Schnee heraus schauen. Er scharrte vom Pferderücken aus mit seinem Schwert im Schnee und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus: "Pferdemist. Sicher von ihren Gäulen." Die Kriegerinnen hatten zwar die Hinterlassenschaften ihrer Pferde jedes Mal mit Schnee bedeckt, aber hier hatte der Wind den Schnee teilweise weggeweht. Aufmerksam spähte der Hauptmann über die freie Ebene, die sie erreicht hatten: "Sie sind nicht weit, das spüre ich." Die anderen beobachteten ebenfalls das Gelände aufmerksam. „In welche Richtung sind sie bloß geritten?", fragte sich Nikolaj. Boris entgegnete: "Wahrscheinlich dahin, wo sie sich auskennen. Sie sind auf der Flucht. Ich würde sagen, nach Norden, wo sie herkamen." Die anderen nickten zustimmend und alle galoppierten in nördliche Richtung über die verschneite Ebene. Jetzt kamen sie schneller voran und würden die hinterhältigen Weibsbilder mit ihren schwer bepackten Pferden bald einholen.

Bald begann wieder Wald und die Männer ritten langsamer. Nun kam allmählich Erschöpfung auf und sie entschlossen sich zur Rast. Boris gewährte seinen Mannen nur die nötige Zeit, um zu essen und ein wenig zu dösen. Er wollte keine Zeit vergeuden, aber die Frauen mussten sicher auch einmal rasten. Mikhail verfluchte abermals seine Gespielinnen und prahlte herum, was er ihnen alles antun würde, bevor sie durch seine Hand sterben würden. Boris dachte selbst darüber nach, wie er Albina nun begegnen würde. Quälen würde er sie gewiss nicht und er war sich nicht sicher, ob er sie töten konnte. Seinen schönen blonden Engel. Aber sie hatte ihn arglistig getäuscht, sich nur mit ihm eigelassen, um ihn abzulenken. Gedankenversunken streichelte er den Hals seines Pferdes und Cherniy brummelte vor Zuneigung. „Auf dich kann ich mich immer verlassen, mein Guter. Du betrügst mich nicht." Allmählich merkte Boris, dass sein Rappe alt wurde. Er war nicht mehr so schnell und wendig, bekam am Schweifansatz und auf der Kruppe graue Haare. Boris nannte ihn seit Anastasias Geburt sein eigen und damals war der Wallach vielleicht vier Jahre alt gewesen. Also inzwischen knapp über zwanzig.

Der Großteil seiner Männer hatte sich in ihre dicken Fellumhänge gehüllt, um zu schlafen. Sein Sohn Felix kam zu ihm: "Papa, was werden wir tun, wenn wir sie aufgespürt haben?" Sein Vater erwiderte: "Ihnen unsere Habe wieder abjagen und das wird sicher nicht ohne Kampf geschehen. Xenja wird nicht einfach aufgeben. Auf jeden Fall mache ich nicht nochmal den Fehler, die Fünf zu unterschätzen. Wir müssen auf der Hut sein." Felix Gedanken kreisten um Raisa:" Meinst du, sie hat mich belogen?" Boris zuckte mit den Schultern: "Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich Alja arglistig getäuscht hat." Und dass er der Schönen nur aus der Ferne den Garaus machen konnte. Er würde ihr einen Armbrustbolzen ins Herz jagen. Sie hätte vermutlich keine Skrupel ihn zu töten. Schließlich weckte der Hauptmann die Schlafenden auf und sie ritten weiter.

Gegen Mittag, als sie auf eine Lichtung kamen, donnerte plötzlich ein Schuss durch den Wald und warf Mikhails Ross in einer Wolke aus zerstäubtem Schnee zu Boden. Boris brüllte noch: "In Deckung!", und schon zischten einige Bolzen durch die Luft. Mischa wurde von einem getroffen und blieb leblos neben seinem sterbenden Pferd liegen. Die anderen sprangen aus den Sätteln und verbargen sich hinter den Bäumen. Boris spähte hinter dem Stamm hervor und versuchte die Angreiferinnen auszumachen. Das konnten nur die Weiber sein.

Sie hatten ihnen eine Falle gestellt, um sie endgültig los zu werden. Oben auf dem Abhang mussten sie sein und dort war auch das verdammte Feuerrohr postiert. Die Frauen befanden sich leider in der günstigeren Lage. Abermals erklang das grollende Donnern und das Geschoss schlug in einen Baumstamm ein, dass das Holz nur so splitterte. Boris überlegte verzweifelt, wie sie aus diesem Hinterhalt heraus kamen. Wenn er am Hang eine Bewegung wahrnahm, schoss er und die anderen genauso, aber bis jetzt wurde keine der Furien getroffen. Abermals schlug eine Kugel des Feuerrohrs in einen Stamm in der Nähe des Hauptmanns ein. Sie hatten es wohl hauptsächlich auf ihn abgesehen. Dann duckte er sich und lief schnell zu Nikolaj, verfolgt von einigen Bolzen, die ihn nur knapp verfehlten. Leider waren sie auch noch gute Schützinnen. „Kolja, wir müssen irgendwie da rauf. Am besten geht noch Pawel mit und die anderen beiden beschießen sie von unten her weiter. Sonst kommen wir hier nie weg und zwischen den Bäumen sind sie kaum zu erwischen." Nikolaj und Pawel nickten: "Gut, Borja. Gehen wir!" Sie schlichen sich weiter fort, um dann langsam den Hang hinauf zu steigen, geschützt von den Bäumen.

Semjon und Felix schossen weiter, wenn sie ein Weib sahen. Felix achtete darauf, Raisa nicht zu treffen. Wenn es möglich war, wollte er sie, als seine Gefangene mit nach Hause nehmen.

Boris hörte immer wieder die Schüsse des Rohrs. Er musste schon in seiner Nähe sein und da sah er es endlich. Oxana bediente es. Er spannte seine Armbrust und zielte auf sie. Leider traf er sie nicht tödlich, sondern nur in die Leiste. Die Wölfin fuhr herum, zog sofort ihr Schwert und lauerte auf ihren Gegner. Nikolaj musste sich vor den anderen in Acht nehmen. Albina eilte ihrer Geliebten zu Hilfe und bekämpfte den Blonden mit ihrem Schwert. Nikolaj hatte Mühe die Hiebe zu parieren, da in seinem Oberschenkel ein Bolzen vom ersten Angriff steckte. Er kämpfte mit zusammen gebissenen Zähnen. Oxana war nicht mehr so schnell wie sonst, da sie die linke Hand auf die Wunde an ihrer Seite presste. So war Boris im Vorteil, doch nicht lange. Margarita eilte zu Hilfe, als sie sah, in was für einer Bedrängnis ihre Anführerin war. Nun wurde es schwer für Boris sich gegen zwei Gegnerinnen zu behaupten.

Semjon und Felix hörten das Klirren der Waffen dort oben und hofften, dass die Männer siegreich sein würden. „Wir müssen ebenfalls da hoch", sagte Semjon. „Wir müssen ihnen beistehen. Komm, Felja! Die Feuerschüsse sind verstummt." Sie orientierten sich an den Spuren, die Boris, Pawel und Nikolaj im Schnee hinterlassen hatten. Kurz darauf kamen sie an den Ort des Geschehens. Der blonde Engel war gerade über Nikolaj, der am Boden lag und versuchte ihm ihren Dolch in den Leib zu rammen. Der Ältere umklammerte ihren Unterarm und stemmte sich mit aller Kraft dagegen. Mit der anderen Hand zog er sein Messer und stach es ihr in den Bauch. Albina zuckte überrascht zusammen, fasste mit einer Hand an die Wunde und Nikolaj warf sie von sich herunter. Sie krümmte sich stöhnend vor Schmerz am Boden. Er hielt sich ebenfalls mit verzerrtem Gesicht seine Beinwunde. Als er Semjon und Felix erblickte, rief er: "Los, macht sie kalt! Ich kann nicht mehr. Mein Bein." Albina lag auf der Seite, vor ihrem Bauch rotgefärbter Schnee und sie atmete stoßweise. Vermutlich wegen der Schmerzen. Felix betrachtete mit Entsetzen diese Szene und hörte Pawel kaum, der ihn anschrie: "Jetzt mach schon! Sei keine Memme!" Als der Junge immer noch zögerte, riss Semjon sie herum und stieß ihr sein Schwert senkrecht ins Herz. Als er seine Waffe wieder herauszog, breitete sich ein großer Blutfleck auf ihrer Tunika aus und auch aus ihrem Mund rann Blut. So ging der schöne Engel dahin.

Semjon kämpfte nun gegen Margarita, damit Boris sich nur gegen Oxana wehren musste. Felix nahm sich Irina vor und Raisa hielt sich an Pawel. Sie wollte Felix nicht verletzen.

Oxana war wirklich eine geübte Kämpferin, dachte Boris. Trotz ihrer Verletzung, schlug sie sich noch ganz gut. Er selbst hatte einige kleinere Schnittwunden von ihrem Schwert davon getragen. Nun verließen die Wölfin ihre letzten Kräfte. Sie strauchelte und Boris zögerte nicht, seine Klinge in sie zu rammen. Mit einem Ruck zog er sein Schwert zurück und röchelnd kippte Oxana zur Seite. Er blickte noch auf sie nieder, bis sie gestorben war und sah sich dann nach den anderen um.

Felix schrie: "Nicht!" Aber Pawel hatte Raisa bereits getroffen. Der Junge eilte zu ihr: "Raja, stirb nicht."

Irina nutzte die Gelegenheit, um mit ihrem Ross zu fliehen und keiner der Männer machte sich die Mühe, sie zu verfolgen. Sie allein konnte ihnen nicht mehr gefährlich werden. Felix kauerte bei seiner Angebeteten und hielt ihre Hand: "Bitte sag mir, ob du mich belogen hast. Hast du mir was vorgespielt?" Sie versuchte zu lächeln und flüsterte: "Nein." Mit Tränen in den Augen küsste er ihre Finger. Boris tat es leid, um seinen Sohn, dass er das Mädchen verlor, das er gern hatte. Aber es war nicht mehr zu ändern. Nikolaj kam herbei gehumpelt und begann Albina auszuziehen. „Was tust du da?", rief der Hauptmann entsetzt. „Na, alles mitnehmen, was wir brauchen können", erwiderte der Blonde. „Dann zieh eine andere aus, aber nicht Alja. Das mach ich!", befahl Boris. Er trat neben ihren toten Körper und sah auf sie nieder. Ihre tiefblauen Augen starrten ins Unendliche und von ihrem Mundwinkel zog sich ein rotes Rinnsal über ihren weißen, schlanken Hals. Die hellen Löckchen lagen wie ausgebreitet um ihren Kopf. Ihn schmerzte ihr Anblick, aber es war unvermeidbar gewesen. Sie hatten seine Bande bestohlen und mussten bestraft werden. Boris nahm ihren Umhang aus Fuchsfellen und ihre Stiefel an sich. Ihre Hose rührte er nicht an. Die blutverschmierten Kleider ließen sie an den Körpern, aber ihre Fellstiefel, Hosen und Mäntel zogen sie ihnen aus. Dann nahmen die Männer natürlich noch die Waffen und die Pferde auf denen das Diebesgut verstaut war.

Bevor sich die Bande auf den Heimweg machte, versorgten sie zuerst ihre Wunden. Boris entfernte mit einem glühenden Messer Nikolajs Armbrustbolzen im Oberschenkel und verband die Wunde. Danach verödete er auch seine Schnittverletzungen und die von Semjon. Mikhails Leiche vergruben sie nur unter Schnee. Der Boden war zu hart durch den Frost. Genauso verscharrten sie die toten Frauen.

Felix nahm Raisas Halskette als Erinnerung an sich. An einem Lederband hing ein Rubin und daneben mehrere Bernsteine. Boris tippte mit dem Finger auf den Rubin: "Die findet man anscheinend in der Taiga. Von dort, wo sie herkamen." Sein Sohn nickte stumm und band sich die Kette um den Hals. Auch die anderen Kriegerinnen hatten Schmuck aus Edelsteinen getragen. Halsketten und Armbänder, die Boris nun für die Frauen daheim mitnahm. Die Stiefel konnten sie sicher auch gut gebrauchen.

Olga bereitete Boris einen frostigen Empfang. Sie war eifersüchtig, weil sie von dieser Anführerin hatte erfahren müssen, dass sich ihr Gefährte mit dieser Albina vergnügt hat. Wohl mehrere Male. Als er sie umarmen wollte, wandte sie sich ab. „Was ist?", fragte Boris. Olga erwiderte: "Hast du deine Hure getötet?" Er antwortete: "Nein, das war Pascha. Ich hab mit Xenja gekämpft. Albina war keine Hure."

„Für mich schon. Sie hat dich doch ausgenutzt, so wie ich das verstanden habe. Diese Xenja hat dich verspottet. Wie lange ging das schon so, dass du heimlich zu ihnen bist?"

„Noch nicht lange. Vielleicht drei Wochen. Mischa hatte die Gruppe entdeckt und ist immer wieder hin geritten. Auch Felja. Er hatte sich in eine der Weiber verliebt. Einmal bin ich Mischa nach geritten, weil ich erfahren wollte, was er dauernd im Wald treibt und so habe ich sie gefunden." Olga stand am Herd und starrte ins Feuer. Boris legte ihr die Hände auf die Schultern: "Kannst du meine Dummheit verzeihen, Oljetschka?" Sie wandte sich nicht um, sondern erwiderte nur: "Ich weiß noch nicht."

Dann legte er die Dinge von Oxana auf den Tisch: "Das gehörte der Anführerin. Vielleicht kannst du es gebrauchen.

Nachdem er hinaus gegangen war, begutachtete Olga die Sachen. Ihr war es nicht so recht, den schönen warmen Umhang der Wölfin zu tragen und ihre Stiefel und den Schmuck. Sie war sich nicht sicher, ob es Unheil brachte, weil Boris alles einer Toten gestohlen hatte.

Anastasia bekam den prächtigen Tigerumhang von Albina und deren Stiefel und Schmuck. Bei ihr löste das keinen Aberglauben aus, aber sie bedauerte es ein wenig, dass die Kriegerinnen sterben mussten. Endlich hatte sie welche gesehen, die genauso waren wie sie. Bestimmt hätte sie sich unter ihnen wohlgefühlt.

Boris Gedanken kreisten ab und zu noch um den blonden Engel. Das Bild, als sie tot vor ihm im Schnee lag, hatte sich in sein Gedächtnis gebrannt. Und es beschäftigte ihn noch die Frage, ob sie wirklich noch jungfräulich gewesen war, oder hatte sie das auch nur behauptet. Jedenfalls hatte sie nicht geblutet. Olga hatte ihm noch nicht ganz verziehen, redete zwar wie immer mit ihm, aber wollte noch nicht mit ihm rammeln.

Als er dann endlich wieder seiner Gefährtin beiwohnte, fragte er hinterher: "Wie war eigentlich dein erstes Mal?" Sie erstaunt: "Wie kommst du darauf?"

„Nur so. War Dima dein Erster?" Olga bejahte und fügte hinzu: "Und du der Zweite."

"Hast du geblutet?" Sie dachte kurz nach: "Es tat weh, aber an Blut kann ich mich nicht erinnern. Einen Fleck habe ich nicht auf dem Laken entdeckt." Da war Boris wieder beruhigt, dass Albina auch ohne Blut noch eine Jungfer gewesen sein könnte.


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