39. Wie Lichter Fallen

Ich war zurück in der Fabrik. Was mein Kerl schon wieder anstellte, war mir ein Rätsel. Er hatte sich nach dem Kamp einfach zurückgezogen. Wer wusste schon, wo er wieder aushing. Er hatte mir ja nicht mal erzählt, wieso sie alle so ramponiert ausgesehen hatten.
Ob sie gekämpft hatten? Ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit. Wahrscheinlich lebten die Melaks nicht mehr. Ich würde sogar darauf schwören.
Jedenfalls war mein Ziel jemand anderes. Ohne zu klopfen, trat ich in Ians Wohnung. Überall lagen Klamotten herum. Es war stockdunkel, mitten am Tag und er lag im Bett.
„Was ist denn los mit dir!“, fuhr ich ihn an. Er schreckte hoch und sprang auf. Wie Gott ihn schuf, starrte er mich an. Ich sah an ihm hinab und nickte.
„Nett.“ Er riss ein Kissen an seine Weichteile.
„Nida!“
„Lang nicht gesehen. Hast dich ordentlich zurückgezogen was?“ Ian sah fertig aus. Als hätte er Tage nicht geschlafen. Seine Augen waren so trüb, man hätte meinen können es wäre ein ganz anderer Mensch vor mir.
„Geh.“
„Never.“ Ich ging auf und ab. Mit einem Blick zu den Rollläden schnellten sie hoch. Ich grummelte über den ungewollten Einsatz dieses Teils in mir. Was es auch immer es war, es begann mich einzunehmen.
Wie ein Schaum der mich immer weiter einhüllte, meine Haut, mein Haar, meine Seele,s bis ich in ihm erstickte. Die Tür schien nicht mehr schließen zu lassen. Ein Spalt war bereits offen und aus diesem drang dieser zähe Schaum, der sich immer weiter ausbreitete. Ich hatte das Gefühl mich langsam selbst zu verlieren. Was danach herauskam, wollte ich gar nicht erst erfahren.
Dass ich so schnell lernte, es ungewollt zu kontrollieren, jagte mir Angst ein. Besonders das ich es nicht spürte, wenn ich nicht genau hinsah, als wäre es bereits ein vollkommener Teil von mir.
„Ich brauche einen Wolf, mit Verstand, hast du welchen übrig?“ Er ließ sich fallen und fuhr sich durchs Haar. „Ich brauche dich Ian.“ Er schnaubte.
„Geh zu Sam.“ Ich vernahm unangenehme Schwingungen in der Luft. Ich hatte sie auseinandergetrieben. Das sie sich noch nicht versöhnt hatten sprach dafür. Wo sonst hing Ian wenn nicht bei seinem Bruder?
„Geht nicht. Wie gesagt, brauche einen Wolf mit Verstand und einen Jäger. Kennst du zufällig einen?“ Er sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. Das Innere seiner Iris leuchtete. Es hatte ihn also auch erwischt.
„Verdammt.“
„Was?“
„Es ist zu spät. Du bist infiziert.“
„Das sind wir doch alle längst.“
„Aber?“ Es hörte sich nach einem aber an.
„Du suchtest nach einem Wolf mit Verstand.“ Also hatte er noch die alte Einstellung?
„Bist du für William?“
„Nein.“
„Für die Mission?“ Er zögerte. Also nein?
„Sie planen. Gid er ... Sie gehen zu weit“, stellte er fest.
„Gott sei Dank! Der Mann hat Verstand“, atmete ich erleichtert auf. Wenigstens einer.
„Was hast du vor?“
„Uns zurücknehmen, was uns gehört.“ Er stand auf. „Aber erst eine Hose!“ Ich schmiss ihm eine zu. Wendete mich ab und wartete. Es dauerte nicht lange und er tauchte hinter mir auf. Ich spürte seine Nähe und Wärme. Es half mir, das Ian anscheinend er geblieben war. Wie auch immer er das getan hatte ...
„Was nun?“
„Wir brauchen noch einen Jäger, damit das Dream-Team komplett ist.“ Ich wendete mich zu ihm um. So hatte es angefangen, so würde es enden.
„Was hast du vor?“
„Den Wahnsinn beenden. Doch dafür brauche ich vertrauen, in Menschen, die mir wichtig sind.“ Er sah fort. Was auch immer er und Sam da am laufen hatten. Es war nicht gut.
„Bist du dabei?“
„Ich werde nicht von deiner Seite weichen.“ Damit war es beschlossene Sache.
Das nächste Ziel war Veit.

Mitten in seinem Wohnzimmer gelandet erblickten wir ein schauriges Ereignis.
„Ist ja ekelhaft!“, schrie ich auf, als ich Veit auf einer Blondine erblickte. Beide schrien auf und warfen mit der Decke um sich.
„Nida!“, ging er mich an. „Raus!“
„Kannst du knicken. Ich brauch dich Freund.“ Er brummte unverständliche Dinge. Ich schätze, es waren Beleidigungen. „Ich mag dich auch!“, rief ich ihm hinter, als er die Treppe hoch stampfte. Das Mädel hatte er nicht ein Mal mehr seine Aufmerksamkeit geschenkt.
Sie sah verwirrt zwischen dem zerzausten Ian und der obergestylten Nida hin und her. Ich musste grinsen bei dem Gendanken, wie wir wirken mussten.
„Du ... Du kannst jetzt gehen, schätze ich.“
„Nida!“, schrie Veit von oben hinab.
„Was denn! Sie brauche ich sicher nicht, und wie es aussieht, bist du fertig!“ Er schrie verärgert auf. „Muss mit dem falschen Fuß aufgestanden sein“, flüsterte ich Ian zu.
„Oder Weib", fügte Ian an. Ich musste grinsen, versuchte es zu unterdrücken.
„Schlingel.“ Das Mädel zog sich derweil an und schmiss die Tür hinter sich zu.
Veit kam nur Minuten später hinab.
„Toll.“
„Sie kommt wieder.“
„Sicher nicht“, bestärkte Ian Veit.
„Ich habe Wochen gebraucht!“
„Für die Kleine, ich bitte dich und was heißt hier Wochen?“ Er sah fort.
„Schwein! Du hasst mich vor Wochen geküsst!“ Er zuckte mit den Schultern. Ich entschied meinen ärger beiseite zu räumen.
„Was willst du?“
„Mein Leben wieder.“
„Was zur Hölle meint sie?“
„Keine Ahnung.“
Ich schnaubte und ging zu einem Stuhl. Auf die Couch traute ich mich nicht.
„Ich will es entfernen.“
„Was?“, fragte Veit. „Wahnsinn lässt sich nicht entfernen.“
„Arschloch. Ich meine dieses Etwas. Dieses Stück von William.“
„Hab ich was verpasst?“, fragte er Ian stirnrunzelnd.
„Einiges“, erklärte Ian Veit.
Ian lehnte sich lässig gegen sie Wand. Doch innerlich spürte ich, dass es ihm nicht gut ging. Der Zwist mit Sam hinterließ seine Spuren.
„Dieses Teil, der nun in Sam ist. Soll raus. Ihr alle sollt diesen Teil, meinen Teil verlieren. So wie ich.“
„Und was hab ich damit zu tun?“, fragte Veit entgeistert.
„Ich brauche eure Hilfe. Ich kann nicht gegen ein ganzes Rudel und William antreten. Sie werden versuchen, mich aufzuhalten.“
„Wieso sollten sie?“ Veit verstand die Welt nicht mehr.
„Weil sie die Macht berauscht“, erklärte es Ian. „Sie spüren die Kräfte die in ihnen wachsen. Sie steigt ihnen zu Kopf. Du solltest sie reden hören. Wir haben an nur einem Tag zwei Rudel ausgelöscht und dennoch reicht es ihnen noch nicht. Dafür haben wir damals Wochen bis Monate gebraucht.“
„Ihr habt was!?“ Ich sprang auf die Beine. Ian räusperte sich und sah zu Boden. „Du nimmst mich auf den Arm? Zwei? Wen?“
„Die Melaks und dessen Gegner die Polaris.“
„Das ist nicht dein erst? Daher die Wunden.“
„Du hast glück, dass wir bereits auf dem Weg waren.“
„Du warst in der anderen Dimension aber nicht dabei.“
„Nein.“
„Er war die ganze Zeit dabei leben zu nehmen ...“, wurde mir schlagartig bewusst.
„Alles zu deinem Besten.“
„Ian!“
„Das sagten sie. Und er.“
„William“, knurrte ich.
„Was haben sie jetzt vor?“
„Das willst du nicht wissen.“
„Vielleicht auch besser so. Sie haben ihren Wahn, wir haben unseren.“
„Moment. Die Wölfe drehen durch ...“, begann Veit. „Wieso du nicht auch?“, fragte er. Eine gute Frage wieso Ian nicht?
„Ich schätze das Verlangen meines Bruders, ist nicht auf mich übergegangen, um jeden Preis zu schützen. Oder -“ Er schloss den Mund.
„Weil er sich von dir zurückgezogen hat und du dich von allen.“, sagte ich es für ihn. Er nickte.
„Und das bemerken die anderen nicht?“
„Nein.“ Ich sah hinaus. Sam wollte mich so sehr schützen, weil er sich machtlos gefühlt hatte. Weil er mich verloren hatte ... Ein Wahn der ihnen allen zu kopf stieg. Schützen, um jeden Preis. Doch das aus Ihrem Schutz Wahnsinn wurde, bemerkten sie nicht. Ob sie sich gegen die eigenen Leute stellen würden? Wir würden es sehen. Jetzt Operierten wir noch im Dunkeln. Kein Wort drang nach draußen, oder über die Verbindung. Dafür sorgte ich.
„Ich bin nur ein Jäger. Wie könnte ich helfen Nida?“
„Nur ein Jäger? Du gehörst zu uns und bist ein Teil davon und ich brauche dich.“ Er griemelte und nickte. Damit hatte ich ihn wohl für mich gewonnen.
„Wie sieht der Plan aus?“
„Ich werde von William meinen Machtverlust fordern.“
„Wieso sollte er dir helfen?“, fragte Veit.
„Weil ich das Kind bin, das er liebt und er will sicher nicht, dass sein Kind etwas sehr dummes tut.“

So recht wusste ich nicht, ob alles glattlaufen würde. Wie ein Nervenbündel stand ich in der Kirche. Würde er kommen? Er war so selten gekommen. Würde er es heute? Wusste er davon? Ich hatte keine Ahnung.
Ich sah zurück zu meinen beiden Begleitern. Sie würde ich brauchen, sie mussten mir helfen.
„Beeil dich. Sie kommen.“ Veit plusterte sich auf. Ich nickte Ian zu. Ich wusste es. Spürte ihren Zorn ihre Wut. Sam hingegen war die Ruhe selbst. Er glaubte nicht daran, dass ich es tun würde.
Ich hatte uns drei durch die Dimensionen hier er geschleudert. Wie auch immer ich das wieder bewerkstelligt hatte. Wir waren hier, mit einem guten Vorsprung. Meine Knie zitterten, ich presste meine Hände an den Bauch. Es musste gelingen.
Gleich darauf war Gideon wie eine Bombe hochgegangen. Er Wuste gleich was wir vorhatten. Die Macht in unserem netzt hatte sich verfärbt, rot, schwarz, dunkel. Sie würden versuchen uns aufzuhalten, wenn nötig mit Gewalt. Wo kam nur plötzlich dieser Zorn her?
„William.“ Meine Stimme klang gebrochen. Traurig und verzweifelt. Ich spielte es nicht. Ich fühlte es. Ich ertrug es nicht den Zwist in meinem eigenen Rudel. In meiner Seele.
„Vater“, sagte ich schließlich verzweifelt und doch ruhig.
„Nida.“ Ich sah auf und da stand er. Wie beim ersten Mal. Die marode Kirche begann sich zu Teil zu verändern, sich zu wandeln. Aus ihr wurde das strahlende Gemäuer von einst. Er stand auf der ganzen Seite ich auf der zerbrochenen.
Es gab so ein bizarres und doch reines Bild. Genau so war es. Seine reine Welt und meine zerbrochene.
Er trat näher, ging dabei durch das klare Wasser. Seine Blicke suchten meine, ich konnte nicht. Konnte ihn nicht ansehen, starrte nur auf das Wasser.
Seine Hände legten sich auf meine Arme. Schmerzlich wurde mir bewusst, dass es die erste Berührung zwischen und war.
„Kind bitte ...“ Nun blickte ich ihn an. Tief in seine Augen.
„Du sollst mich lieben.“
„Das tue ich.“ Es trieb mir ein trauriges Grinsen ins Gesicht.
„Dann nimm es mir.“ Seine Hand viel hinab. Den Teil von ihm in mir, der meine Leute zu etwas machten, was sie nicht sein sollten. Würde dieser Teil verschwinden. Würde es auch an ihnen ablassen.
„Das kann ich nicht.“
„Doch, das kannst du. Und du musst.“ Ich nahm seine Hände.
„Du bist mein Kind, mein Erbe.“
„Das werde ich immer sein. Aber nicht dort. Nicht so.“ Er blickte zu Boden. Sein Ausdruck voller Trauer. Er wusste, was es bedeuten würde. Es wäre nicht möglich, sich länger zu begegnen. Als Sterblicher musste diese Welt vorborgen liegen. Geschützt vor unwissenden Augen. Ich wusste so wenig darüber, doch dies war mir schmerzlich bewusst, seit dem treffen mit Gabriel.
„Es gibt Regeln. Regeln, die es zu befolgen gilt. Ich brach sie und werde sie weiter brechen. Also bestrafe mich. Nimm mir die Möglichkeit für mein Vergehen, nimm mir das Licht. Mein Platz ist hier, hier bei ihnen. So wie sie, so will ich sein.“
„Du wirst ...“
„Sterben. Ich weiß. Was ist ein Leben gegen die Ewigkeit? Wir werden uns wiedersehen. Das weiß ich.“ Ich legte meine Hände auf sein Gesicht, an dessen nun Tränen hinabliefen.
„Ich wollte dich immer nur schützen.“
„Ich weiß. Was ist dieses Leben im Gegensatz zur Ewigkeit?“
„Du verzichtest auf dein Geburtsrecht.“
„Es ist nicht meines, Vater. Es ist seines.“ Ich deutete auf Gabriel. Er stand schon eine Weile bei uns. Würde mir helfen, sobald ich diese Hilfe benötigen würde. „Es hätte nie so sein dürfen. Ich wünschte, es hätte für euch einen anderen Weg gegeben, doch den gab es nicht und nun stehen wir hier. Ich will meine eigene Zukunft, Vater. Meinen eigenen Weg. Ich bitte dich, gewähre mir diesen. Lass mich gehen.“
„Du kannst nie zurück.“
„Damit muss ich leben.“ Ich ließ von ihm ab. „Lass mich gehen und was auch immer ich habe, gib es ihr.“ Nun sah er auf. Sah mir tief in die Augen. Ich wusste, es wäre ein Abschied für immer. Der Teil meiner unsterblichen Seele, der das Göttliche ausmachte, konnte übertragen werden, an die eine Frau, die mein Erbgut teilte. Ich hatte es bereits einmal getan und würde es wieder tun können.
„Nida ...“ Auch meine Mutter tauchte im Raum auf.
„Wenn es stimmt, was mir erzählt wurde, habt ihr es verdient, zusammen zu sein. Lasst mich zurück. Lasst mich die Erde sein.“ Ich brach in Tränen aus. Mutter lief schnell zu mir. Auch sie weinte. Ich würde sie eine sehr lange Zeit nicht wiedersehen, doch ich wusste, sie wäre endlich glücklich. All die vielen Jahre voll Trauer, wären vergessen. Ich musste nicht das Problem sein, ich konnte die Lösung sein. Sie nahm mein Gesicht in ihre Hände, verneinte lautlos. Sie wollte es nicht, wollte mich nicht verlieren. „Es wird nur ein Wimpernschlag sein, was für mich ein ganzes Leben ist. Ich will, dass ihr glücklich seid und ich will, dass ich glücklich sein kann.“ Meine Mutter legte die Arme um mich. Sie wusste so genau wie ich, dass dies ein Abschied sein würde. Ein langer endloser Abschied.
„Es gibt kein zurück“, versicherte mir William erneut. Er nahm sie Schultern meiner Mutter, hielt sich an ihr fest und sah mich an.
„Ich bitte darum. Alles was ich je wollte, war eine Familie. Ein Leben, endlich wie jedes andere.“
Mit diesen letzten Worten donnerte etwas Mächtiges gegen die Tür. Sie waren gekommen, um mich aufzuhalten. Gekommen um sich meinen Willen zu wiedersetzten.
Sie konnten nicht anders, diese Macht treib sie. Ich würde sie ihnen nehmen. Ob sie wollten oder nicht.
Ich drückte Mutter fort, packte William an den Armen. „Wenn du mri nicht glaubst, sie in die Zukunft.“ Ich wusste es war verboten, wusste es wäre ein Verstoß. „Sie was aus mir wird. Aus meiner Welt.“ Er schluckte schwer.
„Tu es“, befahl Mutter verzweifelt. Also nickte er, nahm mein Gesicht und blickte tief in meine Augen. Es dauerte nur Sekunden da blinzelte er und atmete hörbar aus.
„Nida.“
„Du siehst es. Siehst was aus mir wird. Lass es nicht zu“, flehte ich ihn an. Denn ich wusste, wenn er mich ließ wie ich war, würden schreckliche Dinge passieren. Dinge, die nur er und ich wussten, und die für immer unser Geheimnis bleiben würden.
Gabriel gesellte sich zu Ian und Veit, die zur Verteidigung bereitstanden. Sie würden alles tun, um mich aufzuhalten. Doch würden sie ihre Freunde verletzen?
Ich hoffte es nicht.
„Das sind nicht sie“, flüsterte ich meinem Vater zu. Der sich, trotz der Tatsache einer schrecklichen Zukunft, schwer tat, mich endlich loszulassen. „Sie werden nicht aufgeben“, führte ich weiter an. Als die Tür endlich brach, standen Wölfe mit fletschenden Zähnen in der Eingangshalle und fixierten uns tödlich. Sie würden keinen Halt kennen.
Sie sahen mich als Bedrohung als Feind. Sam schritt an ihnen vorbei. Ohne Knurren, ohne Drohung. Er sah mich einfach nur an. War es das Band, was ihn abhielt, mich zu attackieren? „Lass es sich nicht wiederholen. Lass es nicht enden wie bei uns“, warf Mutter ein und legte die Hand auf meine Schulter. „William wir werden immer über sie wachen. Doch unser Mädchen ist groß sie trifft Entscheidungen, du musst sie gehen lassen.“
„Sie wird sterben“, sagte er als könnte er den Gedanken nicht ertragen.
„Und doch wird die immer dein kleines Mädchen sein. Sie wird Leben, so wie wir es nie konnten. Nur du kannst sie retten oder sie für immer trennen.“ Vater erstarrte. Er kannte das Gefühl. Kannte das Leid. Er nickte langsam.
Sein Blick sprach von Leid und trauer der Jahrhunderte. Er wusste, was eine solche Situation bedeuten würde. Zwei Seiten, zwei Liebende, die sich nie haben konnten. Er schloss mich in die Arme, ich spürte sein feuchtes Gesicht an meinem Hals.
„Ich habe dich immer geliebt.“
„Ich weiß, ich dich auch.“
„Und ich werde dich immer lieben.“ Um so selbstloser war es, das er meiner Bitte nachging. Ich hörte einen Kampf hinter uns toben. Sie griffen an, wollten William aufhalten, mir zu nehmen, was ihnen die Macht verlieh. Ich sah einen einzigen Augenblick zurück.
Sams blicke trafen meine. Er nickte langsam, ich meinte sogar, ein Grinsen zu sehen. Die Verbindung zwischen uns wurde stärker. Es schien, dass er sich entschieden hatte, denn er machte kehrt und griff an. Nicht Ian, nicht Veit und auch nicht Gabriel. Nein, er stürzte sich auf Gideon, um ihn aufzuhalten.
Er hatte eine Seite gewählt.
Er hatte mich gewählt.

William legte seine Hand auf meine Brust. Seine Wärme sprang sofort über. Dann fühlte ich es. Ein Teil von mir löste sich. Einer der schon immer existiert hatte. Ein wenig hatte ich Angst, es könnte mich verändern. Glaubte jedoch fest an eine bessere Zukunft. Sicher für meine Familie und meine Kinder.
Mutter ergriff mein Hand, drückte einen Kuss auf sie. Strich mir durch mein Haar. Sie hatte mühe nicht in Tränen auszubrechen. Ich nickte ihr aufmunternd zu. Ergriff ihre Hand, hielt sie ganz Fest.
Ich sah, das Netz vor mir, wie es begann zu zerbrechen. Wie der Teil von mir abriss und ins nicht viel. Die starke Verbindung zu Sam blieb. Der letzte Stoß zeriss mich fasst. Ich zerbrach innerlich, spürte wie dieser Teil von mir, aus mir selbst gerissen würde. Wie ein Loch das man aushob.
Ich viel zurück, in die Arme meiner Mutter. Sie redete auf mich ein. Weinte und Wiederholte immer wieder, wie sehr sie mich liebte. Innerlich wurde ich leer, sah weder das Netz noch meine Verbindung zu Sam.
War etwas schief gegangen? Es wurde alles schwarz.
Mein Vater strich mir durchs Haar. Er wiederholte etwas immer und immer wieder. Dann ließ ich einfach los und ließ mich fallen.

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beta
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