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 Allmählich krochen Sonnenstrahlen durch das Fenster ins Zimmer. Desinfektionsmittel lag in der Luft und es war still. Fast still. Nur ich verursachte Geräusche mit der Decke. Sie hatten mich in mein Bett gehoben, mich zugedeckt und mir eine Beruhigungsspritze gegeben. Ihr Bett wurde gesäubert und die Leiche weggetragen. Ich war müde und hätte schlafen können, doch immer wenn ich meine Augen schloss, sah ich ihr blaues Gesicht, ihre geplatzten Adern in Auge, ihre Augen die vor Sauerstoffmangel heraus traten, die erkalteten Hände und ihre geweiteten Pupillen und... und ihr Lächeln. Es war so grauenhaft. Stumme Tränen liefen mir die Wangen herunter und ich spürte das Salz auf den Lippen. Man hatte mir gestern noch gesagt, dass es keine Beerdigung gäbe. Alle im Krankenhaus gestorbenen Waisen wurden eingeäschert und zu den anderen armen Seelen vergraben.
Ich hörte draußen auf dem Flur Schritte und ein flüstern und im nächsten Moment wurde meine Tür geöffnet.
Ein großer Mann kam herein getreten.
Komplett in Schwarz gekleidet und mit merkwürdig glänzenden Haaren.
Seine Haltung war stocksteif und seine Augen so schwarz wie Kohle.
Trotz aller Widrigkeiten konnte ich kleine, ganz mini kleine Lachfältchen rund um Auge und den Mundwinkeln.
Er kam näher an mein Bett und seine Augen verengten sich zu schlitzen.
"Sie sind Miss Artemis.", stellte er fest und sah nicht erfreut aus.
"Ja, Sir.", sagte eine heisere Stimme.
"Ich heiße Professor Snape und bin ihr heutiger Begleiter, wenn ich sie in die Winkelgasse begleite.

Professor Snape würde in der Eingangshalle auf mich warten. Mein Blick fiel auf die Truhe neben meinem Bett und langsam beugte ich mich zu ihr herüber und hob den Schweren Deckel langsam hoch. Ganz oben lag ein Bild von einem Baby und einer alten Dame, die dunkelbraune lockige Haare trug und ein zartes Lächeln auf den Lippen hatte. Das Besondere daran war, dass das Baby rum zappelte und die Dame ihr lächeln nur schwer unter Kontrolle halten konnte. Jemand klopfte an meiner Tür und eine Schwester kam ins Zimmer und half mir ein altes rotes Kleid anzuziehen. Die Farbe war schon ausgeblichen und ein zwei kleine Löcher hatte es schon, doch es war mein Lieblings Kleid und außerdem mein bestes. Meine langen Haare flocht ich mir zusammen und meine Füße steckten in abgetragenen Ballerinas. Ich putzte mir meine Zähne und wusch mir mein Gesicht. Das Bild hatte die Frau nicht bemerkt, da ich es wieder schnell in die Truhe getan hatte.
Ich wurde von der Schwester in die Eingangshalle transportiert und Professor Snape war in einem Gespräch vertieft. Er sprach angeregt mit einem Heiler und zwei Männern wurden herbei gerufen. Das Gespräch wurde beendet und Professor Snape kam mit den beiden Männern auf mir zu.
„Miss Artemis, da bei dem Besuch in der Winkelgasse Probleme entstehen würden, kommen diese beiden Männer mit.“, sagte Professor Snape. Der linke Mann trat näher an mich heran und sagte mit schottischem Akzent: „Ich bin der Phil, und der Neben mir ist Collvin.“, der Mann nickte nur. „Miss Artemis, damit sie unverletzt im tropfenden Kessel ankommen, werden sie mit mir apparieren. Mister Colins und Mister Golan werden vor apparieren und die Lage für sie sicherstellen.“
Ich nickte und die beiden Männer verschwanden mit einem lauten Knall. Nach nicht mal fünf Minuten kam Collvin mit einem Knall wieder. „Miss Artemis, bitte erschrecken sie sich nicht, doch da es zu gefährlich ist, mit einem Rollstuhl zu apparieren, muss ich sie hochheben und so mit ihnen apparieren. Professor Snape, wären sie so freundlich, mit dem Rollstuhl vor zu apparieren?“, sagte Collvin und sah fragend zu Professor Snape, der nickte.
Collvin fasste unter meine Kniekehlen und meinen Armen und hob mich hoch. „Halten sie sich gut fest.“, brummte er und drehte sich immer schneller. Die Umgebung sah man nur verschwommen und langsam wurde mir richtig schwindlig. Plötzlich wurde es total eng und auch warm. Ich konnte nicht atmen und ein lautes Quietschen war zu hören und somit entkam ich dem  Strudel, denn alles hörte auf sich zu drehen und das Quietschen verschwand allmählich.                
      

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