8: Adrian

Kae lag, nach einiger Zeit die sie auf ihr Handy gestarrt hatte, weiter halb aufgerichtet unter der Decke, die ich ihr am Vorabend gegeben hatte.
Ich sah aus dem Fenster und nahm einen Schluck von meinem kalten Bier. Kae sah hoch und guckte mir dabei zu, wenn ich das richtig beobachtete sogar ein bisschen sehnsüchtig. Also entweder sehnsüchtig nach mir oder der Bierdose. So, wie ich sie kannte, hätte sie sich für die Dose entschieden.
Sie richtete sich vollends auf, legte ihr Smartphone beiseite und schnappte sich ein paar frische Sachen aus ihrer Tasche. Danach kam sie auf mich zu, ich beließ meinen Blick auf ihren nackten Beinen, bis sie vor mir stand. Dann guckte ich höher, auf ihre Hüften, ihren Ausschnitt und letztendlich in ihr Gesicht und ihre Augen, die einen hellen lila Ton hatten. Ich war über mich selbst überrascht, dass ich dieses Weib noch nicht flachgelegt hatte, ihr Körper war der Hammer. Wenn sie doch einfach nicht so wäre, wie sie nun mal war, das würde das Ganze viel einfacher machen und sie würde wie die anderen Frauen als ein schneller Fick nützen.
„Wo ist das Bad?“, fragte sie, während sie ihre Sachen umschlingte. Ich zeigte auf eine Tür, nicht weit entfernt von meinem Bett, hinter der sich, wie sie es wissen wollte, das Bad befand. „Danke“, erwiderte sie weniger begeistert. Was sollte man von ihr auch erwarten.
Sie ging zu der Tür, die ich gezeigt hatte, und ich schaute ihr, als sie davon wackelte, ausgiebig auf den Hintern. Wenn sie doch nur nicht sie wäre…
„Hey Kae“, rief ich. Sie stoppte, drehte sich zu mir um und legte eine Hand an den Türrahmen. „Was?“
„Kommst du nachher mit einkaufen?“, rülpste ich, die Kohlensäure im Bier hatte sich soeben einen Weg zurück nach draußen gebahnt. „Wieso, soll ich mir meinen Scheiß nicht selbst kaufen?“, meinte sie, mit einer erhobenen Augenbraue.
Es gab wenige Frauen, die diesen Tick mit der Augenbraue hatten, und ihn gut einbringen konnten. Sie war in der Lage dazu.
„Der Chef hat mir gesagt dass du dein Gehalt noch nicht bekommen hast und dass ich dich nicht verhungern lassen soll. Also, mein Auftrag wäre dann nicht mehr dein Bodyguard zu sein, sondern dich durchzufüttern“, erklärte ich.
Ach, das Leben war so wunderschön ungerecht.
Der Chef hatte mir geschrieben, nachdem Kae letzte Nacht eingeschlafen war. Oder, ich vermutete zumindest, dass sie geschlafen hatte, ich bezweifelte dass sie so etwas vortäuschen würde. Und wenn, mit welchem Grund?
„Gut ich komme mit. Unter der Bedingung dass du mir nicht andauernd unter die Nase reibst wie sehr ich dich doch nerve, das ist mir so was von bewusst, Adrian“, stimmte sie ein und drehte sich wieder zur Tür. Oh mein Gott, dieser Prachtarsch.
Sie schloss die Tür hinter sich und kurze Zeit später ertönte das Geräusch der laufenden Dusche, unter der sie jetzt wahrscheinlich stand. Unwillkürlich stellte ich mir Kaes nackten Körper vor, wie er mit Wasser umströmt wurde, mit jedem einzelnen wunderbaren Makel daran…
In meiner Hose wurde es eng. Gefährlich eng, ich sollte schleunigst mit dieser Fantasie aufhören. Was dachte ich überhaupt an ihre Makel? Sollte nicht gerade das ein Grund zum abtörnen sein? Ihr Körper war perfekt, bis auf die Narben und teilweise auch die blauen Flecke. Okay, ich besaß das alles genauso, ich war schließlich wie sie in der Organisation, bei den Red V’s, aufgewachsen; ich war praktisch ins Kämpfen hineingeboren worden. Aber dass gerade diese Wunden an ihr sie schöner machten, das hatte ich bei keiner anderen Frau.
Ich nahm einen großen Schluck meines Biers. Einen zu großen, ich verschluckte mich daran und begann unentwegt zu husten. Wohl zu stürmisch.
Nachdem ich nun fast an dem Bier erstickt wäre, ließ ich davon ab und zog mir ein graues Shirt über, dazu eine Jeans und meine Sneakers. Wenn es nach mir gegangen wäre hätte ich noch weiter in Boxern rumlaufen können, zumal Kae doch ziemlich auf meinen Körper abfuhr. Aber in der Öffentlichkeit, bei Minusgraden, machte es sich in Shorts nicht so gut.
Ich stand in der Nähe der Badezimmertür, als die sich öffnete und Kae sich, in ein Handtuch gehüllt, halb dadurch schob. Sie guckte mich etwas unbeholfen an und ich war schon ziemlich gespannt darauf, was wohl kommen mochte.

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Fairy Dust

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