8. Kapitel

„Meine Lieben“, Catalinas Stimme riss mich aus dem traumlosen Schlaf. Ihr fröhliches Lachen wurde hohl von den kahlen Wänden zurückgeworfen und ließ mich erschaudern. Ich setzte mich vorsichtig auf und ließ sie keinen Moment aus den Augen. „Welch herrlicher Morgen“, zwitscherte sie weiter und trug mit schwankenden Schritten einen Eimer voll Wasser zu Isokes Zelle. „Ich sah den blauen Himmel und dachte mir, welch herrlicher Tag für einen neuen Spaß.“ Sie schob den Eimer durch die Gitterstäbe zu Isoke, der sehnsüchtig ihren Blick suchte.
„Catalina“; hauchte er mit schwacher Stimme, versuchte ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Wie dumm ich war, ärgerte ich mich über mich selbst, Zu glauben, dass seine früheren Worte Ausdruck von Mut und Selbstlosigkeit waren. Zu glauben, dass er ihre Aufmerksamkeit errege, um mich vor ihr zu schützen.
Catalina sah milde lächelnd in Isokes dunkle Augen, ein trauriger Ausdruck huschte über ihre Züge. „Tut mir Leid mein Lieber, ich sagte es sei ein guter Tag für etwas Neues.“ Sie sah zu mir herüber und bleckte die Zähne. „Es wird Zeit meine Bekanntschaft zu prüfen.“
Isoke wurde bei ihren Worten aschfahl und sah entsetzt auf mich hinunter, „Du willst …“, krächzte er und schluckte schwer, als ihn ihr eisiger Blick traf. „Was habe ich falsch gemacht, um nicht mehr zu genügen?“, flüsterte er verzweifelt und umklammerte die Gitterstäbe, „Ich liebe dich doch!“ Tränen traten in seine Augen, während Catalina spöttisch lächelnd von ihm zurücktrat.

Ich erschauderte, als mich ihre hellen Augen trafen und zu durchbohren schienen. „Beruhige dich, Wir hatten unseren Spaß, doch Jadan soll nicht länger ein stiller Beobachter bleiben. Ich möchte ihm den Himmel zeigen, er ist heute besonders strahlend. Möchtest du das?“ Sie lächelte schief und trat an meine Zellentür. Ich erwiderte ihren Blick wortlos, doch der Gedanke an die Sonne stimmte mich traurig. Catalina zog die schwere Gittertür auf und trat auffordernd einen Schritt zurück, der lange, schwarze Stab hing drohend an ihrer Seite. Unsicher rappelte ich mich auf und sah zu Isoke hinüber, der mich mit einer Mischung aus Verzweiflung und Hass betrachtete. Scheinbar hatte er sich geirrt, er war es nicht, der Catalinas achso verwundetes Herz heilen würde.

„Ich beiße nicht“, kam es auffordernd von Catalina und erneut deutete sie auffordernd zur Metallluke hinauf, „Keine Scheu, geliebter Jadan. Vielleicht brennt die Sonne zu anfangs in deinen Augen, aber ich bin mir sicher, dass dich das nicht davon abhält mit mir zu kommen, wieder frische Luft zu atmen und dich zu waschen. Nimm es nicht persönlich aber du siehst furchtbar aus.“ Sie lachte bei ihren letzten Worten.
„Ich begleite dich wenn er nicht möchte“, unterbrach Isoke die Stille und sah Catalina flehend an. „Lass mich nicht allein, bitte.“ Catalina sah ihn mitleidig an und verdrehte spöttisch die Augen.
„Ein andermal.“
„Bitte, Catalina!“
„Ich sagte ein andermal“, sie warf ihm einen strengen Blick zu. Auf wackeligen Beinen wankte ich aus der Zellentür hinaus. Es war ein eigenartiges Gefühl auf der anderen Seite der Gitter zu stehen.
„Ich mache alles was du willst!“ wimmerte Isoke und schlug zornig gegen die Gitterstäbe, während Catalina mich die Treppe hinaufschob. „Bitte Catalina“, schrie er uns nach, „Ich liebe dich!“ Seine Stimme brach und verstummte abrupt als Catalina die schwere Metalltür hinter uns zuzog.

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