Abschied

Wir blieben noch, bis meine Mutter auf Arbeit und meine Geschwister in die Schule mussten. Der Abschied fiel uns allen schwer, dennoch war es der beste Weg.
Die Umarmungen dauert lange und als wir das Haus verließen kullerte mir eine Träne über mein Gesicht, doch ich wischte sie schnell weg, niemand sollte meine Schwäche erkennen, meinen wunden Punkt.
Ausgiebig blickte ich mich, vielleicht ein letztes Mal, in meiner Gegend um. Ich versuchte mir alles einzuprägen, denn mir war klar, dass es dauern würde bis ich wieder hier war.
Am nächsten morgen brachen wir auf, in ein Versteck in der Hauptstadt.
Den Weg zu unseren Pferden legten wir beide wieder schweigend zurück, wobei wir sorgsam darauf achteten, dass uns niemand zu sehr bemerkte oder uns folgte.
Keiner von uns konnte es sich leisten, in den Schein der Aufmerksamkeit zu treten. Ich wurde von mehr Leuten gesucht, als ich an meinen Händen abzählen konnte und dem König schien sehr viel daran gelegen zu sein, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Um eine geheime Organisation zu leiten, durfte man von niemandem erkannt werden. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich war, jemandem von hier, in der Hauptstadt zu begegnen, es war nicht unmöglich. Selbst wenn der König hier gänzlich unbekannt war, mich suchte man überall im Land, wenn auch nicht öffentlich. Sobal man ihn in meiner Bekanntschaft sieht, werden die Leute ihre Schlüsse ziehen und dann ist es mit der Unbekanntheit vorbei.
Inzwischen hatten wir die Baumgruppe erreicht, in der wir die Pferde versteckt haben.
Bevor einer von uns beiden auch nur einen falschen Schritt machen konnte, bemerkten wir beide, dass hier etwas nicht stimmte. Es war kaumein Geräusch zu hören, sehr verdächtig war allerdings das nur gedämpft zu hörende Wiehern und Schnauben der Pferde. So wie es sich anhörte hatte sie jemand in ihrer Ruhe gestört, sie schienen sehr unruhig.
Mein Inneres stellte sich schon wieder auf Kampf ein, während ich mit der rechten Hand nach einem meiner Zwillingsschwerter griff und mit der anderen Hand eines meiner Wurfmesser aus dem Gürtel befreite. Auch der König griff zu seiner Waffe, ein Kurzschwert, welches trotz seiner matten Oberfläche, sowohl neu, als auch scharf aussah, denn man konnte einen metallischen Schimmer an der Kante der Schneide ausmachen.
Wahrscheinlich hatte man uns bereits bemerkt, wartetet jedoch darauf, dass wir zuerst angriffen. Ich war mir sicher, dass, wer auch immer unsere Pferde gestohlen hatte, noch hier sein musste. Bei den Pferden war klar, dass wir nicht arm waren.
Unsere Gegner hatten einen Vorteil: Während wir keine Ahnung hatten, mit wie vielen Gegnern wir rechnen mussten, wussten sie genau, dass wir nur zu zweit waren.
Was allerdings ausreichen müsste. Von mir wusste ich, dass ich es locker mit mehr als drei Personen aufnehmen konnte, wenn sie schwach waren, sogar mehr als fünf.
Ich machten ein Zeichen und wir liefen, jeder an einer Seite, um die Baumgruppe herum.

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