Auf der Flucht

Keuchend laufe ich durch die pechschwarze Dunkelheit. Jeder Atemzug brennt in meiner Lunge, doch ich spüre weder den Schmerz, noch die Kälte, die sich durch mein dünnes Kleid frisst. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt den immer lauter werdenden, wutverzerrten Stimmen hinter mir. Es fällt mir immer schwerer mein Tempo zu halten, trotzdem geling es mir mit letzter Kraft, den schützenden Wald zu erreichen. Japsend lehne ich mich an einen Baumstamm und beobachte mit zu Schlitzen verengten Augen, wie die leuchtenden Gestalten am Waldrand zum Stehen kommen.
Hastig blinzle ich die Tränen weg, die meinen Blick verschleiern und sehe
angespannt dabei zu, wie sich die Lichtwesen fluchend abwenden.
Jetzt kann ich die Schluchzer nicht mehr aufhalten und so erlaube ich mir ein paar Minuten der Trauer.
Genau wie ich einst, sind die Männer, die mich verfolgt haben, Lichtgestalten vom Stamm der Glynatheelier. Die Kinder des Lichts, wie sie auch genannt werden, gelten in der östlichen Hälfte unseres Landes als hoch angesehene und mächtige Wesen. Doch nicht ihre starke Magie macht die Glynatheelier zu den Herrschern unserer Welt, nein, es sind ihre drei Heiligtümer. 
Nur die drei unsterblichen Priester wissen, wo sich das ihnen zugeteilte Heiligtum befindet und sie hüten dieses Geheimnis schon seit Anbeginn der Zeit.
Ich horche auf, als ich hinter mir ein Knacken höre, doch bevor ich reagieren kann, spüre ich, wie mich etwas hartes am Hinterkopf trifft.
Der letzte Gedanke, der mir durch den Kopf geht, bevor die Dunkelheit mich einholt, ist:
Ich hätte es wissen müssen

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