Auf in die Staaten...

Angst vor der eigenen Courage? Nein! Nicht mehr! Obwohl Silvia sich fragte, warum sie einfach über Michael hergefallen war. Das war ja wirklich nicht ihre Art. Aber es war unglaublich schön gewesen und erst das Danach. Anfangs wollte sie es noch klarstellen, bei ihm. Er aber hatte ihr den Finger auf die Lippen gelegt und sie geküsst. Er wusste, dass sie nicht "so Eine" war. Sie musste sich keine Gedanken machen. Er hatte ihr klar gemacht, dass er eine hohe Meinung von ihr und Respekt vor ihrer Rolle als alleinerziehender Mutter hatte. Es war ein wunderschönes Erlebnis gewesen, wie er ihre kleinen Narben geküsst hatte und ihr sagte, dass sie zu ihrer Schönheit gehörten, wie alles andere an ihr. Sie tippte in ihr Handy: "Bitte lass mich wissen, wenn du gut heimgekommen bist! Küsse dich!" Sie brachte Tommy in den Kindergarten und fuhr in die Arbeit. Ihr Handy, darauf hatte sie geachtet, war auf lautlos gestellt in ihrer Tasche. Es war nicht damit zu rechnen, dass sie es noch einmal zu Hause vergessen würde. Als sie um neun auf das Handy sah, war eine Nachricht eingegangen. "Bin gut angekommen. Werde um 18:20 in die Staaten fliegen. Solltest du vorher aus der Arbeit kommen, ruf mich bitte kurz an. Ich möchte deine Stimme hören bevor ich abfliege. Komme am Freitag Morgen zurück. Kuss Michael. PS: Die Nacht mit dir war wunderschön!"

Der Arbeitstag zog sich endlos dahin. Mittags versuchte sie ihn anzurufen, erreichte ihn aber nicht. Als sie kurz nach 17:00 im Auto saß, versuchte sie es erneut. "Hallo mein Engel!" meldete sich Michael. "Bist du schon am Flughafen?" - "Ja, bin grad angekommen. So wenig Lust hatte ich noch selten! Ich wäre viel lieber bei dir!" - "Das wäre mir auch lieber. Du fehlst mir jetzt schon, weißt du das?" - "Du mir auch, Silvie! Aber es sind nur zwei, drei Tage, dann bin ich wieder da. Ich hab im Moment grade viel Erfolg und das muss ich nutzen. Wenn meine Antriebe patentiert sind, verdien ich mich krumm! Dann können wir auf Weltreise gehen, wenn du willst. Zumindest in den Ferien." - "Egal was! Hauptsache mit dir! Ich liebe dich!" - "Ich dich auch, mein Schatz. Hast du Email? Dann schick mir bitte deine Adresse aufs Handy. Dann kann ich dir von drüben schreiben." - "Ja, das mach ich, Michael!" - "Dann bis bald, Silvie! Ich muss einchecken. Ich hab dich lieb!" - "Ich dich auch. Ich kann nicht auflegen..." - "Ich muss aber leider! Machs gut, mein Engel und grüß Tommy von mir!" Es klickte und das Freizeichen kam. Silvia verspürte augenblicklich wieder diese Sehnsucht. Sie startete und fuhr zu Mama und Tommy.

Michael hatte eingecheckt und saß bereits im Flieger. Er hatte noch Silvias Mail-Adresse eingehen sehen und ihr einen Kuss geschickt, dann musste er abschalten. Er hatte einen zehnstündigen Flug vor sich. Leider war er noch etwas überdreht, denn er sehnte sich danach, einmal ein paar Stunden zu schlafen. Nun, während der zehn Stunden würde er wohl Gelegenheit dazu haben. Eine hübsche Blondine setzte sich neben ihn. Sie nickten sich zu. Sie gefiel ihm gut, hätte genau in sein Beuteschema gepasst, aber er hatte kein Interesse. Früher wäre das anders gewesen. Er kam immer gut an beim anderen Geschlecht. Aber seine Gedanken waren bei Silvie...

       

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