Beratung

Der kleine Drache kuschelte sich an diesem Abend genüsslich in sein Moosbett. Kurz bevor er einschlief, blies er noch einmal Feuer und Rauch, damit seine Höhle für die Nacht auch schön warm blieb. Kurze Zeit später fielen ihm bereits die Augen zu.
Auch der Sonnenstrahl schlief in dieser Nacht tief und fest. Nur einmal wachte er  auf, als die Eule ihn leise weckte und mit ihm flüsterte. Der kleine Drache merkte nichts davon. Er träumte von seiner Höhle hinter dem Wasserfall und davon, dass er jetzt einen Freund hatte.

Mitten in der Nacht trafen sich die Tiere des Waldes wieder auf der grossen Waldlichtung.
"Ich habe für ihn  Beeren gesammelt," berichtete die Amsel.
"Und ich Haselnüsse," sagte das Eichhörnchen. "Ich habe ihm auch eine Spur zur Höhle gelegt, " ergänzte es stolz.
"Ja, aber ich habe dir die Höhle gezeigt," meinte der Fuchs leicht beleidigt. "Sonst hättest du ja gar keine Spur legen können!"
"Ich habe Moos und Gras in die Höhle getragen. Das war viel Arbeit." Das Reh wirkte etwas müde.
"Er hat bei uns  getrunken und den See beinahe geleert, " schnatterten die Enten.
"Wir alle haben heute  das gemacht, was eine Familie für ihr Junges tun würde," freute sich die Eule. "Vergessen wir nicht, dass auch der Sonnenstrahl die ganze Zeit an Balthasars Seite war. Was meint ihr, hat er sich etwas verändert?"
"Es sieht so aus, als lerne er doch noch Manieren," brummelte der Osterhase. "Manchmal ist er aber einfach noch dumm. Wenn ich daran denke, wie er die Brombeeren essen wollte... Ich habe noch Ostereier übrig, morgen lege ich ihm eins vor die Höhle. Das gibt ihm eine kleine Abwechslung im Speiseplan."
"Denkt ihr, es ist bereits der richtige Zeitpunkt, dass wir uns zeigen?" fragte die Eule.
"Ich habe noch  etwas Angst," gab das Reh zu.
"Ich auch," meinte die Amsel. "Aber ich habe gehört, wie er den Sonnenstrahl gefragt hat, wie er denn diese Freunde finden könne, denen er all die Geschenke des heutigen Tages verdankt."
"Ich fürchte mich vor seinem Feuer," seufzte das Eichhörnchen.
"Wir haben seine Zähne gesehen, als er beinahe den See austrank. Oh weh... " Die Enten erschauerten immer noch vor Angst.
"Nun, scharfe Zähne habe ich auch! " Der Fuchs wollte nicht als Feigling dastehen. "Er ist einfach  - nun ja - ziemlich gross..."

"Gut," meinte die Eule. "Wir lassen uns Zeit. Es eilt ja nicht. Wir beobachten den kleinen Drachen weiterhin. Und wenn wir das Gefühl haben, er habe sich ausgetobt, kommen wir aus unserem Versteck."

In diesem Moment schob der Mond die Wolke, die ihn verdeckt hatte, zur Seite. Er lächelte zufrieden.

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Fairy Dust

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