Bittere Wahrheit...

Selina war zur Höchstform aufgelaufen. Dass dieser dumme Junge ihren Michael noch immer für den Verräter hielt, machte sie rasend! Zitternd nahm er den Brief in die Hand. Es war die Handschrift seiner Mutter.

Für Tom brach offensichtlich eine Welt zusammen. Tränen liefen über sein Gesicht und er konnte nicht aufhören, ganz leicht den Kopf zu schütteln. "Aber..." stammelte er immer wieder. "Aber das kann nicht sein..." Doch auch wenn er es nicht wahrhaben wollte, er wusste: Dieser Brief war echt!


                Geliebter Michael!

Du wirst es nie verstehen und nie verzeihen können. Und auch ich werde es mir nie verzeihen, denn ich ich liebe dich wirklich sehr und ich hätte gerne eine Familie mit dir gegründet. Das Einzige auf der Welt, das mir noch mehr bedeutet, als du, ist mein Sohn! Ich weiß, du liebst ihn, als wäre es deiner und vielleicht hilft dir das, meine Entscheidung zu verstehen...

    Du bist der liebevollste, zärtlichste und großzügigste Mann, den man sich wünschen kann. Du bist Klug, gütig, du schaust gut aus und es bricht mir das Herz, aber du hast dich mit Leuten eingelassen, die dich beinahe umgebracht haben. Und das nächste, was sie angreifen würden, um dich zu erpressen, sind die, die du liebst. Ich kann nicht bei dir bleiben, auch wenn ich weiß, wie sehr du mich jetzt brauchtest! Ich kann nicht zulassen, dass mein Sohn in einem Umfeld aufwächst, in dem er von der Mafia bedroht ist! Ich weiß es ist schäbig, zu gehen, solange du im Tiefschlaf bist, aber ich kann dir nicht mehr in die Augen sehn und ich weiß, dass ich es nicht fertigbringen würde, dich zu verlassen, wenn du auch nur ein Wort zu mir sagtest. Ich liebe dich so sehr und ich muss dich doch verlassen! Und ich werde meinen Sohn belügen müssen, um ihm den Trennungsschmerz zu erleichtern, denn ich kann ihm die Wahrheit nicht sagen. Ich werde ihn glauben lassen, du wärst ins Ausland gegangen und kämst nie mehr zurück. Ich kann ihm nicht sagen wie dich diese Schweine zugerichtet und gequält haben. Ich weiß, das ist nicht fair mein Liebling, doch das Leben ist nicht fair! Nicht zu dir und nicht zu mir! Bitte akzeptiere meine Entscheidung! Sie fiel mir unsagbar schwer, doch ich kann nicht anders! Ich liebe dich und ich werde dich immer lieben, bis ich sterbe, aber es hat einfach nicht sein dürfen... Bitte such nicht nach mir und Tommy! Er würde es nicht verstehen!

 In nie enden wollender Liebe, 

 deine Silvie

 

"Thomas, Michael hatte keine schöne Kindheit! Seine Mutter hatte ihn nicht haben wollen und er wurde mehr oder weniger von ihrer Arbeitskollegin versorgt. Er hatte nie eine liebende Mutter und wusste, wie wichtig ein gutes Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist. Er hat uns deshalb vor vier Jahren verboten, dir diesen Brief zu zeigen, weil er dein Andenken an deine Mutter nicht zerstören wollte. Er hatte sich damit abgefunden, dass du ihn hasst, für etwas, dass er nie getan hat, weil er wollte, dass wenigstens du nur die guten Seiten deiner Mutter  in Erinnerung behältst. Er hat euch beide über alles geliebt. Sie hat ihm damals das Herz gebrochen und als ich mit ihm zu dir kam, fast zwei Jahre nach ihrem Tod, wollte er für dich da sein. Als er erkannte, dass du ihn hasst, war er sehr traurig, aber er wollte nicht zulassen dass du um dein Erbe kommst oder gar in ein Heim. Deshalb hat er seither deinen Unterhalt finanziert und das Andenken an deine Mutter bewahrt... Und wenn du ihn jetzt noch einmal ein Arschloch nennst, dann hau ich dir gerne nochmal Eine runter, denn er ist der anständigste Mann, der dir in deinem ganzen Leben begegnen wird!"    

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