Am Vormittag des nächsten Tages saßen Minako und Kazuo in ihrem Zimmer zusammen zum lernen. Immerhin musste Kazuo alles nachholen. Im zweiten Bezirk hingen sie mit dem Lehrstoff sehr weit zurück. Um die Prüfung am Ende des Schuljahres zu bestehen, musste er jetzt einiges lernen.
„Weißt du eigentlich schon auf welche Oberschule du gehen möchtest?“, wollte Minako wissen.
„Ja in etwa schon. Ich habe ein paar zur Auswahl. Erst mal müssen wir aber hoffen, dass wir überhaupt die Chance haben auf eine Oberschule zu kommen.“
„Das stimmt...“
Die beiden lernten weiter bis es dann doch Zeit fürs Training war. Das Training heute war um einiges härter als das vom Vortag, vor allem für Kazuo. Er war noch nicht ganz wieder gesund. Zog das Training aber trotzdem komplett durch. Nach dem Training stand Essen auf dem Plan. Dann ging es wieder ans lernen. So verging jeder Tag in den Sommerferien. Zwischendurch waren Minako und Kazuo unterwegs, damit sie auch mal entspannen können. Ab und zu konnten sie ihr im Training gelerntes an echten Parasiten ausprobieren. Aber alles im ganzen, waren die Ferien fast jeden Tag gleich. Bis dann endlich wieder die Schule begann.


„Jetzt müssen wir tatsächlich doch die Gören unserer Klasse beschützen.“
„Vielleicht kommt ja kein Parasit zur Schule.“
„Wissen kannst du es nicht.“
Die beiden saßen am Bahnhof und warteten auf den Zug. Als der Zug endlich ankam, stiegen die beiden hinzu. Kazuo ließ Minako auf dem freien Platz sitzen und stellte sie vor sie.
Während der Fahrt stiegen immer mehr Klassenkameraden hinzu. Sie fingen an zu tuscheln als sie Minako und Kazuo sahen. Die Klassenkameraden wusste ja, dass Minako eigentlich nicht in dieser Richtung wohnte. Jedoch wussten sie noch nicht, dass sie beide in der Organisation lebten.
In der Schule angekommen, gingen die beiden in das Klassenzimmer und setzten sich an ihre Plätze. Die Kameraden fingen an darüber zu reden, dass Minako ihr Schwert dabei hat. Begeistert waren die alle nicht. Der Klassenlehrer betrat den Raum.
„Guten morgen. Ich hoffe ihr hattet alle erholsame Ferien. Es geht jetzt so gut wie in die Endphase. In 4 Wochen sind schon die Zwischenprüfungen. Außerdem habe ich euch mitzuteilen, dass Minako und Kazuo Teil der Organisation sind und deswegen ihre Waffen mitführen dürfen. Seit aber unbesorgt, die Waffen sind gegenüber Menschen völlig ungefährlich.“
Die Schüler fingen an zu tuscheln. Niemanden gefiel, dass die beiden jetzt bevorzugt werden. Der Lehrer begann den Unterricht. Da Kazuo bis heute alles nachgeholt hat, kam er diesmal beim Unterricht mit, was vor den Ferien noch anders war. Nachdem Unterricht gingen die beiden auf den Schulhof und setzten sich unter den großen Baum, um etwas zu frühstücken.
„Wir werden komisch angesehen.“, stellte Kazuo fest.
„Ach ja?“
„Fällt dir das nicht auf?“
„Ich wurde hier schon immer komisch angesehen.“
Minako fing an ihr Brot zu essen. Kazuo tat es ihr dann gleich.
„Wie nett, dass sie uns in der Kantine sogar Essen für die Schule machen.“
„Ja das stimmt.“

Im Klassenraum brach eine ziemliche Aufruhr aus. Minako und Kazuo liefen los nach oben. Darin befand sich ein kleiner Parasit. Scheinbar ein Parasiten Kind.
„Davor habt ihr Angst?“
„Natürlich Kazuo er wird uns töten!“
Kazuo ging auf den Parasiten zu. Dieser schlug ihn gegen das Bein. Nichts geschah.
„Sieht ihr? Er hat weder einen Stachel noch eine Klinge. Er kann noch niemanden etwas anhaben.“
Dann erschoss er das Monster. Der Unterricht begann dann auch schon wieder. Er zog sich hin. Gefühlt ging der Unterricht länger als sonst.
„Kazuo...der Lehrer verhält sich komisch.“, flüsterte sie ihm zu.
„Was meinst du?“
„Er ist nicht so wie sonst. Schau mal sein Gesicht. Er verändert ständig seine Mimik.“
Kazuo schaute den Lehrer genauer an. Sie hat recht. Irgendwie war er komisch.
„Aber woran liegt das?“
„Minako! Kazuo! Hört auf zu reden! Ihr stört ganz massiv den Unterricht!“
Die beiden saßen wieder still da und hörten brav zu. Während des Unterrichts meckerte der Lehrer weitere Schüler an. Selbst wenn sie nur gehustet haben. In der Pause fingen die anderen an über das Verhalten des Lehrers sich zu unterhalten.
In der nächsten Stunde, wurde sein Verhalten immer schlimmer. Kazuo stand auf und richtete seine Waffe auf ihn.
„Kazuo was machst du?“
Die Schüler schauten ihn alle an.
„Kazuo leg die Waffe weg und setz dich!“
„Nein!“
Er drückte ab und traf die Tafel. Der begann panisch zu werden. Wieso, wenn die Kugeln einen Menschen nichts anhaben können?
„Kazuo! Setz dich sofort wieder hin.“
Minako stand nun auch auf. Sie nahm sich ihr Schwert und ging auf den Lehrer zu.
„Ich werde dafür sorgen, dass ihr von der Schule fliegt.“
„Ich glaube kaum, dass sie das noch tun werden.“
Der Lehrer setzte eine finstere Miene auf. Plötzlich wuchs er. Minako ging ein paar Schritte zurück. Aus dem Lehrer seiner Haut schlüpfte so gesehen ein Parasit.
„Raus hier!“, rief Minako den anderen zu.
Doch die Schüler kamen nicht raus. Der Lehrer muss beim betreten des Raumes die Tür abgeschlossen haben. Der Parasit fing an im Raum zu wüten.
„Jetzt macht doch was!“, ermahnte ein Klassenkamerad panisch.
Minako wollte den Parasiten angreifen, doch er schlug sie einfach weg. Kazuo schoss auf ihn, aber traf nicht. Der Parasit konnte ihn ausweichen.
„Verdammt, was ist das für ein Vieh? Minako ist alles in Ordnung?“
„Ja alles gut.“
Sie stand vom Boden auf und versuchte den Parasiten wieder anzugreifen. Ihr gelang es ihn mit der Klinge zu streifen, aber viel Wirkung hatte dieses nicht. Auch wenn sich die Stelle zersetzte. Kazuo feuerte weitere Kugeln auf ihn ab. Das Monster führte einen Gegenschlag aus und wollte die Mitschüler angreifen. Minako konnte ihn allerdings aufhalten und schlitzte ihn in der Hälfte durch. Die Mitschüler saßen Angst geprägt auf dem Boden. Alle dicht an dicht. Die Tür ging auf und der Direktor betrat den Raum.
„Was ist hier passiert?“
„Der Lehrer wurde zu einem Parasiten.“, erklärte Minako ihn.
„Das ist eine Katastrophe...Ihr werdet jetzt nach Hause gehen. Die nächsten Tage bleibt ihr auch Zuhause. Die Schule wird vorerst geschlossen. Geht ihr schon einmal. Ich werde es den anderen über Lautsprecher verkünden. Geht es denn alles gut?“
„Mehr oder weniger. Sie haben alle eine ziemliche Angst.“, meinte Kazuo.
Die Schüler packten ihre Sachen und verließen nach und nach das Schulgebäude. Minako und Kazuo warteten noch einen Moment ab.
„Wenigstens hat niemand uns auf deine Lüge angesprochen.“
„Das stimmt. Vielleicht hätte ich es noch provozieren sollen.“
„Deine Art passt nicht zu deiner Mimik.“
„Ich weiß.“
„Lass uns nach Hause gehen.“
„Ja, aber lass uns ein Stück laufen. Ich möchte kein Zug fahren.“
„Geht es dir immer noch nicht wieder ganz gut?“
„Es geht...eigentlich müsste es mir nach 6 Wochen bestens gehen, aber so ist es leider nicht.“
„Vielleicht bist du ernsthaft krank.“
„Ich glaube kaum.“
Die beiden verließen das Schulgebäude. Komplett zu Fuß konnten sie den Weg nicht gehen, da es viel zu weit ist. Aber sie wollten trotzdem mal sehen, wie weit sie kommen.
„Jetzt haben wir nicht einmal mehr Schule. Wir haben nicht mal Ansatzweise mehr einen normalen Alltag.“
„Stört es dich etwas kleine?“
„Irgendwie schon...Was heißt hier kleine?!“, sie schaute ihn gespielt böse an.
„Na ja du bis ein Kopf kleiner als ich, also ziemlich klein. Ich finde, dass da kleine als Spitzname gut passt.“
„Schade, dass zu dir kein Spitzname passt.“
„Also mir würde nichts einfallen. Du kannst dir ja etwas ausdenken.“
„Egal was?“
„Ja meinetwegen.“
„Okay“. Minako lächelte, während sie anfing über einen Spitznamen für ihn nachzudenken.
Die beiden gingen durch die Straßen nach Hause. Dabei kamen sie an Orte vorbei, wo sie beide noch nie zuvor gewesen waren.
„Ich würde dir ja echt gerne meinen Ort zeigen, wo ich vorher gelebt habe. Schade, dass wir da nicht durch kommen.“
„Vielleicht kann ja Taida etwas regeln.“
„Meinst du? Er wird sicher auch sagen, dass es viel zu gefährlich ist.“
„Aber wir können doch kämpfen Kazuo.“
„Minako du warst dort noch nie. Die Parasiten sind etwas anders als die, die hier sind.“
„Wir haben die kompletten Sommerferien trainiert. Wir kommen bestimmt gegen die an.“
„Du unterschätzt die Parasiten im zweiten Bezirk.“
Die Hälfte des Weges war geschafft, dann hatten sie aber auch keine Lust mehr zu laufen und fuhren den restlichen Weg deshalb mit dem Zug. Die Kinder suchten Taida auf. In seinem Zimmer trafen die beiden dann auf ihn.
„Was macht ihr denn schon Zuhause?“, wollte Taida wissen.
„Die Schule fällt erst einmal aus. Wir werden informiert, wenn es wieder sicher ist zur Schule zu gehen.“, antwortet Minako.
„Ist etwas vorgefallen?“
„Ja unser Lehrer wurde zu einem Parasiten...wir konnten ihr gerade so töten.“
„Er wurde zu einem Parasiten?“
„E verhielt sich den ganzen Tag über komisch und irgendwann riss seine Haut auf und es trat ein Parasit hervor.“
„Das haben wir auch noch nicht erlebt. Ich denke das wird ein Endstadium sein, wenn jemand von einem besessen ist.“
„Wäre ich dann nicht längst zu einem geworden? Immerhin waren das jetzt 15 Jahre.“, äußerte sich Kazuo.
„Stimmt da ist etwas dran. Vielleicht ist es eine neue Parasiten Art.“
„Also muss auch die untersucht werden?“, wollte Minako wissen.
„Ja, aber erst einmal müssen wir jemanden finden, der von solch einer Art besetzt ist. Macht euch heute einen schönen Tag. Ihr trainiert morgen.“
Beide nickten und verließen das Zimmer.
„Wir haben doch schon so viel in den Ferien gemacht. Was sollen wir denn jetzt noch machen?“, fragte Kazuo.
„Viel gemacht? Wir waren zwei mal in der Stadt und drei mal spazieren.“
„Reicht doch. So gerne bin ich nicht unterwegs.“
„Lass uns etwas zusammen unternehmen.“
„Was denn?“
„Hmm...ich weiß nicht.“
Hinter den beiden geht die Tür von Taidas Zimmer auf.
„Schön, dass ich euch nicht suchen muss. Wir gehen morgen zu einem See zum schwimmen.“
Minako freute sich. Kazuos Begeisterung hielt sich ins Grenzen, stimmte aber dennoch zu.
Also beschlossen die beiden den Tag jeder für sich ausklingen zu lassen.

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