Die drei machten sich nach dem Frühstück auf den Weg zum See. Der See war sehr abgelegen in einem Wald. Taida hatte Proviant für alle mit genommen, damit sie den ganzen Tag dort verbringen konnten.
„Heute ist wirklich ein schöner Tag, um an den See zu gehen.“, freute sich Minako.
Zum Anlass für den See, trug sie nur ein leichtes Sommerkleid. Kazuo trug lediglich eine kürzere Hose und andere Schuhe. Seine Strickjacke behielt er an.
„Ich habe keine Lust.“
„Sei nicht so eine Spaßbremse Kazuo. Genieße den Tag.“, ermahnte ihn Taida freundlich.
Sie kamen am See an und Minako zeigte sich begeistert.
„Ich wusste gar nicht, dass wir so einen Ort hier haben.“
„Er ist auch sehr abgelegen..., dass finde ich hier auch so schön. Man ist meistens alleine hier.“
Taida legte die Decke und richtete ein kleines Picknick an.
„Du hast ja sogar ans Picknick gedacht.“
„Natürlich Minako. Immerhin seid ihr meine Schützlinge, also muss ich mich um euch kümmern.“
„Schützlinge?“
„Ja, wir haben beschlossen, dass wir Waisenkinder auf nehmen und die Schützlinge der Beamten werden, damit sie einen sicheren Hafen haben.“
„Habt ihr das bei der letzten Besprechung beschlossen?“
„Wir haben das schon vor langer Zeit besprochen und jetzt vor kurzen umgesetzt. Bisher seid ihr aber die einzigen Kinder in der Organisation. Ich hoffe auch, dass es dabei bleibt. Jetzt hören wir aber auf über schlechtes nachzudenken. Ihr beide sollt Spaß haben.“
Taida lächelte Minako an und schaute sich dann nach Kazuo um. Er hat sich unter einen Baum gesetzt.
„Kazuo komm doch her...“, sagte Minako.
„Nein...ich habe keine Lust auf dieses glückliche Familien getue.“
„Ich möchte auch damit keineswegs eure Familien ersetzten, aber ihr sollt trotzdem Spaß am Leben haben, solange es noch geht.“, meint Taida.
Kazuo ignorierte hin und schaute von den beiden weg. Dann stand er auf und setzte sich schließlich doch zu den beiden.
Minako zog sich ihr Kleid aus. Darunter trug sie einen Bikini mit Rüschenoberteil und ein Unterteil mit Rüschenrock dran. Langsam ging sie zum Wasser und testete mit ihrer Zehenspitze die Temperatur des Wassers.
„Das ist so kalt...“, kurz zitterte sie am ganze Körper.
Kazuo stand auf und ging unbemerkt zu ihr hin. Taida schaute nur zu den beiden.
„Warum gehst du nicht rein Minako?“, fragte Taida.
Sie drehte sich zum reden zu Kazuo seinen Glück nicht um.
„Das ist zu kalt. Ich warte noch kurz.“
Hinterhältig schlich Kazuo sich an sie heran. Urplötzlich packte er sie, nahm sie hoch und schmiss das kleine Mädchen ins Wasser. Minako fing an zu schreien, als er sie packte und zappelte, doch alles vergebens.
Sie landete im Wasser. An der Stelle war das Wasser schon relativ tief, da sie auf einen kleinen Felsvorsprung saßen, deshalb war sie auch komplett unter Wasser. Sie tauchte wieder auf und holte tief Luft. Dann schaute sie hoch zu Kazuo, der ca. ein Meter über hier auf dem Vorsprung stand. Mit den Händen in den Taschen schaute er zu ihr runter. Ein leichtes Lächeln war auf seinem Gesicht zu erkennen. Minako wollte ihn gerade ankeifen, doch als sie das Lächeln sah, war es plötzlich nicht mehr so schlimm für sie. Taida saß auf der Decke und lachte. Minako schwamm zu einer flachen Stelle und kam aus dem Wasser. Dann ging sie wieder hoch auf den Felsvorsprung. Dort wartete Kazuo schon mit einem Handtuch und hielt es ihr ausgebreitet hin. Minako ging auf sie zu und dreht ihm den Rücken zu, als sie vor ihm stand. Kazuo legte ihr das Handtuch um. Dann setzten die beiden sich auf die Decke.
„Schön das wenigstens jemand schon nass geworden ist.“, lachte Taida.
„Das wird Kazuo büßen.“
„Das glaube ich kaum, kleine. Wie willst du mich denn ins Wasser kriegen?“
„Das kriege ich schon hin.“, hinterhältig lächelte sie den Jungen an.
„Hast du einen Ball mit Taida??, wollte Minako wissen.
„Ja habe ich, aber den müssen wir erst auf pusten.“
Aus der Tasche holte der Mann einen platten orangenen Ball. Nachdem rausholen fing er an den auf zu pusten und kam ihn Minako, als der genug Luft inne hatte.
„Möchtest du mit kommen Taida?“
„Nein ich schaue mir das von hier aus.“
Bevor Minako Kazuo fragen konnte, antwortete er dasselbe wie Taida. Das ließ sie sich aber nicht gefallen. Deshalb packte sie ihn am Arm und zog ihn mit. So wie auch er das immer gemacht hat. Sie lief den Hügel hinab und lief in das Wasser. Bis das Wasser zu ihren Knien ging, dann blieb sie stehen.
„Du musst ja nicht ins Wasser kommen, aber du kannst mit mir spielen.“
Kazuo seufze, dann bekam er auch schon den Ball an den Kopf geworfen. Er schaute sie leicht verärgert an und Minako wusste nicht, ob er dies jetzt ernst meinte. Kazuo hob den Ball auf und warf sie damit so ab, dass sie nach hinten ins Wasser fiel. Taida beobachtete das ganze von seinen Platz aus. Er freute sich darüber, dass Kinder selbst in so einer Zeit es noch schaffen, einfach nur Kinder zu sein.
Minako überlegt kurz, nachdem sie aufgestanden ist. Innerlich fing sie an zu grinsen. Sie wollte den Ball hoch nehmen, doch dieser wurde vom Wasser weg getrieben, während sie auf den zu ging. Was Kazuo nicht wusste, dass war mit Absicht. Er beobachtete einfach ruhig ihr vorhaben. Als der Ball dann direkt vor seinen Füßen lag und auch Minako vor ihm stand, schaute sie nach oben. So bekommt sie ihn nicht ins Wasser, dachte sie sich. Irgendwie hatte sie sich das anders vorgestellt. Dann aber entwickelte sie einen neuen Plan. Nur ob der funktioniert? Da war sie sich nicht sicher. Sie hob den Ball auf und ging zurück an ihren Platz. Dann werfen die beiden sich den Ball ein paar Male zu. Als Kazuo den Ball geworfen hatten, ließ sie den über sich hinüber fliegen, so dass der Ball jetzt im tieferen Wasser war.
„Ich hole den kurz.“
„Mach das.“
Minako dreht Kazuo den Rücken zu und grinste. Dann ging sie langsam in Richtung des Balles. Das Wasser war teilweise echt tief, aber das konnte sie von ihren Plan nicht abhalten. Sie ging weiter und plötzlich verschwand sie. Sie ging im Wasser unter. Kazuo schaute erschrocken zu der Stelle, an der eben noch das kleine Mädchen war. Taida wartete ab, auf das Handeln von dem Jungen. Kazuo beschloss sich seine Jacke und Schuhe auszuziehen. Dann rannte er ins Wasser direkt zu Minako. Als er bei ihr ankam, kam Minako ruckartig aus dem Wasser raus und machte Kazuo nass. Er schaute sie nur verblüfft an. Sie fing an zu lachen.
„Jetzt habe ich dich doch ins Wasser bekommen.“
„D-das war nicht witzig!“
Minako hörte auf zu lachen und schaute den Jungen an.
„Hast du dir etwas Sorgen gemacht?“
Kazuo schaute weg.
„Nein habe ich nicht! Trotzdem war das nicht witzig!“
Minako lächelte. Sein Verhalten war auf einmal ganz anders. Kazuo schaute sie wieder an. Ohne es zu erwarten nahm er sie an ihrer Taille und schob sie weiter ins Wasser. An eine Stelle an der sie nicht mehr stehen konnte. Er aber schon.
„Hey!! Kazuo hier kann ich nicht mehr stehen!“
Dann ließ er sie los, woraufhin sie unter ging. Kurzer Hand später kam sie von alleine wieder hoch und hielt sich über Wasser.
„Wenn du hier das ertrinken simuliert hättest wäre es realistischer gewesen, aber nicht an einer Stelle an der du locker noch stehen kannst.“
„Aber das konntest du doch nicht wissen.“
„Ich habe es gewusst, als ich vor dir stand, aber es hätte auch sein können, dass an der Stelle ein Loch gewesen wäre, wo du hinein geraten wärst.“
„Du bist gemein.“
„Ich weiß.“
Wieder fing Kazuo leicht an zu lächeln. Scheinbar bringen solche Tage etwas, um ihn endlich zum lachen zu bringen.
Nach langen spielen und herumalbern gingen die beiden aus dem Wasser. Kazuo zog seine Kleidung, bis auf die Badehose aus, damit diese trocknen konnten. Taida hatte in der Zeit Melone geschnitten. Diese aßen alle drei zusammen, genauso wie das andere Essen. Dabei unterhielten sie sich und lachten dabei. Bis auf Kazuo. Ihn sah man die ganze Zeit nicht einmal mehr lächeln.

Als die Sonne begann unter zu gehen, machten sich die drei auf den Weg nach Hause, in die Organisation.
„Danke für den tollen Tag Taida.“, sagte Minako ihm.
„Nicht dafür Minako. Ich war doch so gut wie gar nicht dran beteiligt.“
„Du hast es uns ermöglicht. So kann man wenigstens die Sorgen vergessen. Es war ein so schöner und ruhiger Tag. Außerdem...war es fast so als wäre Shinichi dabei gewesen...Er hat es immer genauso gemacht wie du. Er hat etwas mit Yuki und mir unternommen, hat aber lieber uns dabei zu gesehen wie wir gespielt und gelacht haben. Das hat ihn glücklich gemacht.“
Taida lächelte verlegen. Er hätte nie gedacht, dass Minako ihn mit ihren Bruder vergleicht. Kazuo hörte den beiden zu. Ihn machte es etwas traurig, dass Minako so über die Zeit von ihr, Shinichi und Yuki reden konnte. Er hatte heute zum ersten Mal Spaß. Vorher kannte er so was nicht. Selbst sein Vater hat nie etwas mit ihm unternommen.

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