„Noriko stehst du bitte auf! Du kommst zu spät zur Schule.“, rief ihre Mutter die Treppe hoch.
Noriko setzte sich in ihrem Bett auf und schaute sich verschlafen um.
„Wie spät haben wir es denn schon?“
Sie nahm sich ihr Handy und schaute auf die Uhr. Es war gleich acht Uhr. Noriko dachte sich nichts dabei und legte sich noch mal wieder hin. Dann wurde ihr aber klar, dass die Schule gleich beginnt und sie sprang auf. Schnell machte sie sich fertig und lief runter.
„Noriko willst du noch etwas frühstücken?“, wollte ihre Mutter wissen.
„Nein dafür ist keine Zeit. Der Unterricht beginnt in fünfzehn Minuten.“
Hektisch packte sie ihr Essen in die Tasche, welches ihr ihre Mutter fertig machte.
„Ich habe dich oft genug gerufen. Dein Wecker hat auch laut genug geklingelt. Also hast du selber Schuld.“
„Dagegen sage ich ja auch nichts.“
Noriko wollte gerade die Küche verlassen, da murmelte ihre Mutter noch etwas.
„Mir wäre es lieber, wenn du eh von dort fliegen würdest...“
Sie blieb stehen und schaute zu ihrer Mutter.
„Was hast du gesagt?“
„Nichts.“ Scheinheilig lächelte sie ihre Tochter an.
„Hm..Wie auch immer. Bis später.“
Sie zog sich ihre Schuhe an und lief los. Bis zur Schule war es nicht weit, aber wenn sie erst so spät los geht, musste sie sich eben beeilen. So schnell wie sie konnte lief sie zur Schule. Mit der Hoffnung noch pünktlich anzukommen.
Als sie das Schultor sehen konnte, hatte sie noch fünf Minuten. Es wurde knapp, aber sie würde es noch schaffen, wenn nichts dazwischen kommt.
Unglücklicherweise schaute sie zu ihrer Seite, weil etwas an ihr vorbei huschte. Zu ihrem Glück rannte sie gegen jemanden und fiel durch den plötzlichen Aufprall nach hinten.
„Aua...“
Noriko saß am Boden und schaute nach oben. Vor ihr stand eine größere männliche Gestalt. Er drehte sich zu ihr um und schaute finster zu ihr hinab.
„Kannst du nicht aufpassen? Gör!“
„Entschuldige.“
Sie stand auf und klopfte sich den Dreck vom Rock. Dann schaute sie den Jungen noch einmal an.
„Verzeihung ich muss weiter sonst komme ich zu spät.“
Als sie gerade an ihm vorbei gehen wollte, hielt er sie am Arm fest und zog sie zurück. Er drückte sie an den Zaun und schaute sie weiterhin finster an.
„Du meinst wirklich du kommst ohne weiteres hier weg?“
Noriko schaute ihn erschrocken an. Bevor sie Wort fassen konnte, sprach er wieder.
„Ich will eine Entschädigung von dir. Immerhin hast du mich beinahe umgerannt.“
„Entschädigung?...Nicht schon wieder so einer. Ich habe dafür keine Zeit. Lass mich in Ruhe!“
„Glaubst du allen ernstes, dass ich dir diese Bitte erfülle?“
„Scheinbar gehst du auch auf diese Schule. Also solltest du zu sehen, dass du in deine Klasse kommst.“
„Tze. Als ob ich pünktlich hier erscheinen werde. An meinem ersten Tag werden sie sicher nachsichtig mit mir sein.“
„Dein erster Tag? Dann machst du dich ja gleich super beliebt bei allen.“
„Na ich hoffe doch...Hör auf abzulenken und entschädige mich.“
„Ich habe kein Geld um dir welches zu geben.“
„Dann entschädige mich anders.“
„Äh...Wie denn bitte?“
Der Junger lächelte leicht.
„Hier gibt es bestimmt auch ungestörte Ecken...oder?“
Noriko ging ein Licht auf. Ist das etwa einer der Jungen von gestern? Sie wusste nicht, wie ernst er es meinen würde, aber sie wusste, dass sie weg muss.
„Lass mich! Sonst werde ich schreien!“
„Dir wird keiner glauben.“
„Wenn sie es sehen schon!“
Unerwartet fing sie an laut zu kreischen. Der Junge erschreckte. Er ließ sich nach hinten fallen, so dass er vor ihr saß. Als ein Lehrer angelaufen kam, hielt er sich die Hand an die Wange.
„Was ist denn hier los?“
„Der Junge..“, sie wurde unterbrochen.
„Ich habe sie nur nach dem Weg fragen wollen, da fing sie plötzlich an zu schreien und schlug mich.“
Noriko schaute ihr schockiert an. Was sagte er da gerade?
Der Lehrer seufze. Zu Norikos Pech war es ausgerechnet ihr Klassenlehrer.
„Wir klären das nachher. Ihr seid ohnehin schon zu spät dran. Kommt jetzt bitte.“
Der Junge stand auf und grinste Noriko bei weg gehen hinterhältig an. Sie konnte gar nicht glauben, was sich hier gerade abspielte.
„Komm jetzt Noriko.“, rief ihr Lehrer ihr zu.
Langsam machte sie sich nun auch auf den Weg. Angefressen von der Art dieses Jungen. In der Klasse angekommen setzte sie sich an ihren Platz. Ihre Klassenkameraden schaute sie alle an und tuschelten.
„Noriko...Hast du den Jungen wirklich geschlagen?“, fragte sie Momoko
„Nein natürlich nicht. Sag jetzt nicht du glaubst das auch noch.“
„Na ja...Ich weiß nicht...“
Empört schaute Noriko ihre Freundin an. Heute war definitiv nicht ihr Tag. Als der Lehrer hinein kam, wurde es noch schlimmer. Hinter ihm her, kam der Junge von eben.
„So entschuldigt, dass ich euch so lange hab warten lassen. Ich musste allerdings noch etwas mit euren neuen Mitschüler klären. Stell dich doch mal bitte vor.“
„Mein Name ist Yahiko Watanabe. Ich komme von einer Elite-Schule, musste aber bedauerlicherweise hier her wechseln. Ich hoffe, dass wir uns gut verstehen werden.“
Er lächelte seine neuen Mitschüler an, dabei zog er von den Mädchen alle Aufmerksamkeit auf sich.
„Gut Yahiko, setzt dich bitte neben Noriko auf den freien Platz.“
„Ja sehr gerne.“
„Nein...“, murmelte Noriko vor sich hin.
„So sieht man sieh wieder.“, sagte Yahiko zu ihr, als er sich hinsetzte.
„Was sollte das vorhin?“, flüsterte sie ihm zu.
„Was meinst du?“
„Deine Lüge.“
„Ich weiß nicht wovon du sprichst.“
„Bitte?“, Noriko wurde etwas lauter, wodurch sie von allen angesehen wurde. Auch von ihrem Lehrer.
„Noriko gibt es ein Problem?“
„Nein...“
„Dann sei bitte still und hör zu.“
Yahiko lächelte und schaute nach vorne. Noriko war jetzt schon genervt von ihm.

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