Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (5)

Dabogs Seelen- Ich schreckte auf! Einen Moment lang hatte er geglaubt, er sei wieder mit seinem Körper verbunden. Doch so schnell dieses Gefühl gekommen war, war es auch wieder gegangen. Er schüttelte sich, um sich wieder klar darüber zu werden, wo er war. Er war nun schon so lange hier, wanderte durch den Smaragdgrünen Traum, ohne zu wissen wohin genau.

Er versuchte sich dessen noch einmal zu entsinnen, was er gerade erlebt hatte. All das kam ihm so seltsam vertraut und doch so fremd vor. Einen Augenblick lang, hatte er wirklich das Gefühl gehabt, sein alter Körper öffne sich ihm das erste Mal. Seine Traumwanderung endlich zu beenden, war ihm einen Wimpernschlag lange, zum Greifen nah erschienen. Aber sein Körper, war für doch für ihn versperrt. Oder…vielleicht doch nicht?  Aber… wollte er überhaupt in seinen Körper zurück? Denn was würde ihn dort schon erwarten? „Ausserdem“…so schalt er sich, „ist das doch sowieso nicht möglich. Mein Platz ist nicht mehr in meinem alten Körper, aber…mein Platz… ist eben auch nicht hier.“ Er schaute sich um, auf einmal hatte er das unbestimmte Gefühl, eine dunkle Welle laufe durch seine unmittelbare Umgebung, als ob diese ihre Struktur verändern würde. Was war das? Er versuchte angestrengt etwas zu erkennen, doch auch wenn er eine Veränderung spürte, wurde sie nicht sichtbar…

Es war eine Veränderung, die noch so vage, noch so unbestimmt war, dass er nicht ganz sicher war, ob ihm einfach sein Verstand einen Streich spielte. Wie gerade eben auch, als er sich so eng verbunden mit seinem alten Körper und dem, wie sollte er es sagen… Etwas, dass diesen nun noch belebte, gefühlt hatte. Dieses Etwas, war in erster Linie der dunkle, nekromantische Geist, der ihn überhaupt zu diesem unnatürlichen Dasein trieb. Doch da waren auch noch einigen von Dabogs alten Erinnerungen und ein Teil seines Verstandes. Ja, etwas von ihm war doch in seinem Körper zurückgeblieben! Das spürte er plötzlich ganz deutlich und…dieser Gedanke liess in ihm eine seltsame Hoffnung keimen. Wenn er sich so Eins gefühlt hatte mit seinem untoten Körper, dann…gab es vielleicht doch eine Möglichkeit, seine Bestimmung endlich zu finden und seinen Weg weiter zu gehen. Doch was war es gewesen, das sein untotes Ich dazu bewegt hatte, diese Pforte zu öffnen, diesen kleinen Spalt, durch den er vielleicht wieder zurück in die irdische Welt gelangen konnte?...

 

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Der untote Körper von Dabog indes, wurde von den verschiedensten Emotionen hin und her geworfen. Zuerst hatte er nur schreckliche Alpträume gehabt, doch nun auf einmal, beruhigte sich sein Schlaf zusehends. Wundervolle Bilder tauchten plötzlich auf: Die Mondlichtung, das Mondfest, wo alle Völker so glücklich und fröhlich waren. Er sah die bunten Feuerwerke, welche immer und immer wieder in den Himmel stiegen und deren leuchtende Garben, sich im Elune’Era See spiegelten. Und da war diese Frau, so wundervoll, so strahlend. Er fühlte sich tief mit ihr verbunden. Er träumte, wie er ihr ganz nahe war, wie… sie sich küssten und anschliessend liebten. Wer war sie? Es war so eine ferne Erinnerung, eine Erinnerung schon lange zu einem schemenhaften Nebel verschwommen. Nun aber, erinnerte sich der Untote auf einmal wieder ganz genau und die Gefühle die ihn dabei durströmten, waren für ihn beinahe noch schwerer zu verkraften, als die Alpträume. Da er als Verlassenen zu keinerlei Gefühlen, ausser Hass, Rachedurst und Selbsterhaltungstrieb mehr in der der Lage war, brachten ihn die Gefühle die er nun hatte, vollkommen aus dem Lot: Denn diese Gefühle bestanden aus Liebe, Hingabe und tiefer Freude. Jedoch auch aus Trauer, der Trauer darüber, dass er dieses wundervolle Geschenk, dass er damals bekommen hatte, mittlerweile gänzlich verloren hatte. Das erste Mal wurde er wieder lebendig, seit langer Zeit, zum ersten Mal, erinnerte er sich wahrlich daran, wie es war… eine Seele zu haben...!

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