Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (Teil 13)

Es dauerte nicht mehr lange und die Blutelfen und die beiden Untoten erreichten Ogrimmar, die trutzige, von einem hohen Wall umgebene Hauptstadt der Orc’s. Sie verliessen den Zeppelin und gingen zum mächtigen Tor, das flankiert war von den rotschwarzen Bannern der Horde. Erstaunlich viele Wachen bewachten den Eingang. Als wäre Ogrimmar jederzeit für eine Schlacht bereit. Was hatte es wohl mit dieser übermassigen Vorsicht auf sich? Dabog ging langsam und etwas zögernd hinter seinen Begleitern her. Er fühlte sich hier irgendwie, als wäre er von Feinden umgeben, denn schliesslich hatte er ja als er noch lebendig gewesen war, für die Menschen gegen die Horde gekämpft. Es musste sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass er nun … zumindest augenscheinlich, zu dieser Horde gehörte. Auch wenn ihm dieser Gedanke nicht sonderlich zusagte, war er zur Zeit wenigstens sicher. Das Gasthaus, indem die Blutelfen beschlossen abzusteigen, lag nicht weit vom Stadteingang. Eines der üblichen steinernen, mit roten Dächern überspannten Häuser. Das Innere war gemütlich mit Fellen und einigen Hängematten ausgestattet, im Obergeschoss, befanden sich die Zimmer. „Wir sollten Varunna hier antreffen,“ sprach Balduraya, er übernachtet auch hier. Varunna? Diese Name kam Dabog so seltsam vertraut vor, wo nur hatte er diesen schon mal gehört? Er konnte sich leider nur schwach erinnern, doch als er dann den Tauren schliesslich antraf, da erkannte er ihn auf einmal wieder! Es war genau jener Tauren, den er im Smaragdgrünen Traum angetroffen hatte! Einen Moment lang, starrte er ihn nur fassungslos an, während der Tauren alle herzlich begrüsste und nun auch ihm seine gewaltige Pranke reichte. Der Tauren, welcher wirklich genau so aussah wie bei ihrer ersten Begegnung erwiderte seine Blick erstaunt, es kam ihm auf einmal vor, als ob er einen lebenden Menschen und keinen Untoten vor sich haben würde.

Dabog entging der aufmerksame, etwas erstaunte Blick des Tauren nichts und er wollte sich diesem unbedingt mitteilen, doch der nekromantische Geist, begann immer mehr zu rebellieren. Dabogs Seelen- Ich, musste seine ganze Kraft und seinen Willen aufbringen und seine Worte zu formen und als er sie aussprach, schauten ihn alle mit entgeisterten Mienen an. „Ich kenne dich Varunna. Wir haben uns im Smaragdgrünen Traum getroffen. Ich habe dir von Lumnia erzählt und du hast mich damals getröstet. Danke!“ In diesem Moment verlor er die Kontrolle. Der nekromantische Geist, hatte wieder die Oberhand gewonnen und Dabogs Seelen- ich wurde mit einem unglaublichen Sog aus seinem einstigen Körper herausgezogen und… zurück in den Traum geschleudert! Benommen blieb er einen Augenblick lang liegen. „Verflucht!“ stiess er zwischen seinen Zähnen hervor. „Verflucht!“

 

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Varunna schaute den Verlassenen mit dem Pferdeschwanz erstaunt an: „Wir sind uns mal im Traum begegnet, sagst du?“ Ihm erschien das mehr als seltsam. Der Untote schaute ihn nun seinerseits ratlos an. Das ganze Leben war plötzlich aus seinen Augen gewichen und er wirkte so kühl und distanziert, wie jeder seines Volkes. „Von was für einem Traum sprichst du? Was ist überhaupt mit mir passiert? Ich erinnere mich an gar nichts mehr, was in den letzten Stunden geschehen ist. Was mache ich bloss hier? Meine Fürstin braucht mich doch! Nur ich kann den seltsamen, grünen Nebel vertreiben.“ Alle runzelten ratlos die Stirn. Doch Varunna glaubte am ratlosesten von allen zu sein. „Was für ein grüner Nebel?“ „Der Nebel, der die Seelen der Schlafwandler beherbergt.“ „Schlafwandler?“ „Ja. Ihre Seelen lauern im Nebel, während ihre Körper weiterwandeln. Sie können sehr gefährlich werden, in jeder Form. Ich habe sie gesehen. Ich… habe geträumt. Seltsame Träume, Träume davon, dass ich wieder lebe. Ja… ich träumte immer wieder von Lumnia. Sie ist eine Menschen- Priesterin, mit welcher ich als Lebender zusammen war. Ich bin als einer von wenigen wieder aus dem Schlaf aufgewacht. Dabei träumt sonst unsere Rasse gar nicht. Unsere Fürstin, schläft jetzt auch. Sie scheint ebenfalls zu träumen. Von Arthas- dem Lich King und wie er sie zu einer Banshee gemacht hat.“ „Aber… die dunkle Fürstin ist gar nicht mehr am Schlafen. Sie ist auch wieder aufgewacht, “ meinte Aeternias, der andere Untote erstaunt. „Sie ist aufgewacht?“ Dabogs Augen weiteten sich. „Ja. Das habe ich dir doch gesagt, als wir Unterstadt verliessen.“ „Ich… erinnere mich nicht. Alles ist irgendwie weg. „Eine wirklich seltsame Geschichte“, sprach Varunna ernst. „Gerade noch hast du mir gesagt, dass wir uns im Smaragdgrünen Traum begegnet sind und ich dich getröstet hätte. Ich habe tatsächlich vor kurzem die Seele eines jungen Mannes im Traum angetroffen und er erzählte mir von Lumnia und wie er sich Sorgen um sie macht. „Ja“, mischte sich Balduraya nun ins Gespräch. „Du hast, als wir Unterstadt verliessen, auch von Lumnia gesprochen und dass du zu den Nachtelfen gehen müssest. Darum haben wir dich auch mitgenommen, weil wir auch dorthin wollen und Aeternias hat beschlossen dich zu begleiten.“ Der Untote schaute die junge Elfin etwas ärgerlich an. „An diese Vorkommnisse erinnere ich mich nicht.“ Seine Stimme klang kalt und Balduraya erschrak über den plötzlich feindseligen Ausdruck in seinem Blick. Er war wie ausgewechselt, nicht mehr so liebenswürdig und sympathisch wie in den letzten Stunden.

 

Gwydyon ärgerte sich über den harschen Ton des Untoten, seiner Schwester gegenüber und er meinte wütend: „Es ist aber so, ob es dir passt oder nicht! Du hast diese Dinge gesagt, wir alle sind Zeugen!“ Tyrande nickte und auch Aeternias „Ja“, sprach er „Du wurdest dann auch richtig aggressiv, als ich dich aufhalten wollte und wolltest unbedingt nach Darnassus. Er wandte sich wieder an Varunna. „Ich kann mir das alles wirklich nicht erklären.“ „Ja“, sprach Varunna „es gibt so manches zwischen Himmel und Erde, dass wir nicht verstehen können…“

 

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