Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (Teil 15)

Dabogs Seelen- Ich, sass an dem wundervollen, von dichtem Pflanzenwerk umwachsenen Teich, der im Smaragdgrün des Traumes schimmerte. Und ganz plötzlich, war da wieder dieser starke Sog, der in davonriss! Er schrie, als er wieder in den wirbelnden Tunnel gezogen wurde, welcher in zurück in seinen alten Körper führte. Die Gitter, welche vorhin noch von den dunklen, nekromantischen Kräften bewacht worden waren, existierten nicht mehr und so konnte er ohne grosse Hindernisse in seinen untoten Körper hineinfahren. Er keuchte auf, denn wie schon das letzte Mal umfing ihn Eiseskälte. Und… wieder roch er den Gestank nach Verwesung und spürte die Schwere der Materie, um sich herum. Schwer atmend öffnete er die Augen, durch die er jetzt schon etwas klarer sah, als vorhin. Was machte er hier? Warum wurde er wieder eins mit seinem alten Körper, so ganz ohne Probleme? Er war, als wäre er gerufen worden. Aber von wem? Oder, von was?

 

„Dabog! Dabog!“ vernahm er plötzlich eine sanfte, ihm bekannte Frauenstimme. „Alles in Ordnung mit dir? Was ist los?“ Er sah vor sich einen weiteren Teich, aber… er war anders als jener, an dem er vorhin gesessen hatte. Er hob seinen Blick und sah sich um. Er erschrak zutiefst, als er die vielen Trolle und Orcs erblickte, welche sich hier aufhielten. Die Stadt, sah auch nicht aus wie eine Menschenstadt. Es war eindeutig eine Hordenstadt.  Bilder kamen in seinen Kopf, die er schon mal gesehen hatte. Ja, das musste Ogrimmar sein, die Hauptstadt der generischen Fraktion! Instinktiv sprang er auf und griff nach seinem Schwert. Er blickte sich gehetzt um und schaute in die verdutzten Augen von Balduraya. Ach ja Balduraya, das war doch die junge Elfe, welche sich so freundlich um ihn gekümmert hatte. „Dabog!“ sprach sie „was ist nur los mit dir? Warum, ziehst du dein Schwert?“ „Überall Orcs und Trolle!“ keuchte er „ich muss mich wehren, ich…“ „Du musst dich beruhigen!“ sprach sie und legte ihre Hand beschwichtigend auf seine Waffe „es droht dir hier keine Gefahr. Die Orcs und Trolle sind unsere Verbündeten.“ So langsam klärten sich Dabogs Gedanken wieder ein wenig und er begriff, was passiert war. Er war tatsächlich wieder zurück in seinen untoten Körper gefahren!

Es war ein beklemmendes, verwirrendes Gefühl und noch immer fühlte sich sein Hirn an wie Brei. Was hatte es mit all dem auf sich? Balduraya spürte wie durcheinander er noch immer war und sprach: „Komm, ich bringe dich zu den andern! Vielleicht kann Varunna dir helfen.“ „Varunna… woher nur kannte er diesen Namen jetzt schon wieder? Die Wechsel von hier in den Smaragdgrünen Traum und wieder zurück, hinterliess stets Lücken in seinem Gedächtnis. „Varunna ist der Tauren, von dem du selbst vor kurzem gesagt hast, dass du ihn kennst“, erwiderte die Blutelfin mit ruhiger Stimme „aus dem Smaragdgrünen Traum. Nun steck endlich deine Waffen weg und komm mit mir!“ Ihr Ton wurde bestimmter und Dabog musterte die junge Frau. Er bewunderte ihre Stärke und ihre gleichzeitige Sanftheit, mit der sie ihn hinter sich her zog. Ausserdem war sie wunderschön! (was ja eigentlich bei allen Blutelfen der Fall war) Ihr Haar hatte die Farbe von glänzendem Kupfer und war schulterlang. Es war etwas gelockt und umschmeichelte ihr makelloses, recht schmales Gesicht in weichen Strähnen. Ihre schön geschwungenen Lippen, waren in einem hellen Braun geschminkt und ihre Haut, besass einen hellen aber weichen Teint. Ihre Wangen wirkten rosig, ihre Figur war schlank und in einen grünlichgoldenen Drachenharnisch gehüllt. Ein Licht ging von ihr aus, dass ihrer Erscheinung etwas Überirdisches verlieh und diese wundervollen leuchtenden Augen, welche ihn oft so liebevoll anblickten… Ja… er mochte sie wirklich sehr, mehr als er es jemals für möglich gehalten hätte! Früher war niemand an seine einst grosse Liebe Lumnia herangekommen doch nun… war er sich dessen auf einmal nicht mehr so sicher. Sein Herz klopfte auf einmal wild, aber… er hatte doch eigentlich gar kein Herz, verflixt nochmal! Das alles konnte einem verrückt machen! Balduraya merkte wie sein Blick auf ihr ruhte und schaute ihn prüfend an, eine kleine Falte erschien dabei auf ihrer glatten Stirn. „Du… bist wirklich wunderschön… weisst du das?“ rutsche es ihm auf einmal heraus. „Ich habe bisher nur eine Frau gekannt, die auch so gewesen ist…“ Es wirkte als gleite ein kurzer Anflug der Trauer über ihr schönes Antlitz „Du meinst Lumnia… vermutlich?“ „Ja, Lumnia… sie war auch wundervoll, aber du bist… du kannst ihr allemal das Wasser reichen.“ Balduraya hielt abrupt im Gehen inne und ihre Augen blickten erstaunt und zugleich berührt. „Ist das dein Ernst?“ Ihr Herz klopfte auf einmal ebenfalls heftig, doch dann rief sie sich ins Gedächtnis, dass sie eigentlich mit einem Untoten sprach, einem Untoten, dessen Körper bereits klare Spure der Verwesung zeigte und ein Schauder durchlief sie. Doch woher kam dieser Schauder, entstand er wirklich aus Ekel, oder aus den mehr als verwirrenden Gefühlen heraus, die sie für diesen Mann hegte? Aber… er war doch eigentlich gar kein richtiger Mann mehr, nur eine leere Hülle, ohne Seele. Nein, Verflixt! Er musste doch eine Seele haben, sonst hätte er ihr das nicht gesagt. Dabog missdeutete ihren Gesichtsausdruck und wurde sich einmal mehr intensiv seines eigentlich so widerlichen, leblosen Körpers bewusst, in dem er nun gefangen war. „Es… tut mir Leid, ist klar, dass du dich von mir abgestossen fühlst, mein Körper ist ja auch alles andere als das was man als schön, oder angenehm bezeichnet und du bist so eine wunderschöne Frau. So voller Leben, mit einem Herzschlag und Körperwärme…“ Er fühlte sich auf einmal kalt, Leib und Seele waren erkaltet und er wandte sich mit einem harten Gesichtsausdruck ab. Balduraya wollte noch etwas sagen, doch… er wirkte so abweisend, dass sie es nicht mehr wagte. So gingen sie den Rest des Weges zum Gasthaus ohne ein weiteres Wort.

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    Eine faszinierende Idee mit dem Untoten Körper. Eine interessante Geschichte, die ich gerne weiterlese. Sie ist spannend und auch anders.

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