Dabog der Verlassene- Wanderer zwischen den Welten (Teil 24)

«Wir werden sehen. Jetzt fliegen wir vorerst mal ins Eschental. Dort treffen wir unsere Freunde beim Hain der Silberschwingen wieder und reisen dann alle miteinander nach Teldrassil. Zwei Nachtelfen werden uns eskortieren, Cerunnos und Ismala Nachtschwinge.»

Der Flugmeister befindet sich ausserhalb von Nachthafen. Ich habe bereits einen Wyvern für uns gebucht. Der Vorteil unserer symbiotischen Zusammenarbeit ist, dass wir nur ein einziges Flugreittier brauchen, da sparen wir eine Menge Kohle.» Varunna lachte. Und Dabog tat es ihm gleich. Er mochte das offene, sonnige und zugleich weise, gütige Wesen des Druiden.

Zusammen verliessen sie also die Stadt Nachthafen. Diese war harmonisch in die Natur eingefügt. Häuser, alle im selben anmutigen Nachtelfen-Stil gebaut, lagen auf einem Hügel, über den silbrig-weiss schimmernden Wassern, des Elune'Ara- See's.

Hochgewölbte, von lila Ziegeln bedeckte Dächer, mit mondsichelförmigen Firsten, ragten in den von seltsamem, türkisen Licht durchdrungenen Himmel. Irgendwie ähnelte dieser Ort etwas dem „Smaragdgrünen Traum“ und irgendwie dann doch wieder nicht. Denn alles hier war natürlich grobstofflicher, als die Astraldimensionen des Traumes. Die Häuser waren alle mit wunderschönen, hölzernen Brücken verbunden, die man mit verschlungenen Mustern verziert hatte. Die Geländer waren ebenfalls reich verziert und die oben zugespitzten Geländerstützen, hatte man etwas mit Goldfarbe bemalt, die in dem seltsamen Zwielicht magisch glänzte.

Immer wenn Varunna hier war, wandelte er wie in einem Traum umher. Er konnte ganz die Zeit vergessen und sich kaum sattsehen an der Schönheit dieses Ortes. Es gab hier auch viele Brunnen, alle im Stil der Nachtelfen. Das glitzernde Wasser, befand sich in einem Steinbecken, das umgeben war von, mit Mondsicheln gekrönten, Holz- Säulen.

Es gab auch ganz kleine Steinbecken, auf hohen, eleganten Füssen, die ebenfalls blauglitzerndes Wasser beinhalteten, dass einen wundersamen Schein verbreitete. Dabog konnte ganz genau spüren wie wohl sich sein Taurenfreund hier fühlte und auch er verband wunderbare Erinnerungen mit diesem Ort.

Schon endlos lange kam es ihm mittlerweile vor, seit er damals mit Lumnia über die vielen Brücken von Nachthafen gewandelt war. Hand in Hand waren sie dahin gegangen und hatten sich immer wieder geküsst. Nach ihrer ersten Vereinigung, waren sie unzertrennlich gewesen. Sie hatten viel gelacht, Met getrunken und getanzt. In Nachthafen herrschte eine heitere Stimmung, ebenso wie auf der Lichtung mit den Mondlicht- Portalen. Sie hatten sich ausgemalt, jedes der Portale auszuprobieren, und die Welten dahinter zu erkunden. Sie malten sich aus, dass Azeroths Völker alle in Frieden lebten und man sich frei bewegen konnte von einem Kontinent, von einer Stadt, zur andren.

«Donnerfels würde ich gerne mal sehen,» schwärmte Lumnia. «Es müsse dort wundervoll sein. Die Taurenstadt liegt auf einem hohen Berg inmitten der grünen, wundervollen Ebenen von Mulgore. Es gebe dort wunderschöne Sonnen Auf- und Untergänge. Das erzählte mir mal einer der Tauren am Fest. Leider werde ich diesen Ort niemals sehen…» Wehmut erfasste Dabog, als er an ihre damaligen Träumereien zurückdachte. Er hatte dann scherzhaft gemeint: «Aber wenn es nirgendwo mehr Kriege gibt, dann müsste ich mir anders meinen Lebensunterhalt verdienen.» «Das wäre auch besser so!» hatte Lumnia ernst erwidert. «Ihr habt von Mulgore geträumt?» fragte Varunna, ebenfalls bewegt von den Bildern die ihm aus Dabogs Seele zuflossen. «Ja… vor allem sie, Lumnia. Wir hatten eine sehr schöne Zeit hier. Damals als das Mondfest war. Aber das weisst du ja alles bereits. Eigentlich seltsam, wenn man bedenkt, dass du all meine intimsten Gedanken und Sehnsüchte kennst.» «Du meine ja auch,» erwiderte Varunna. «Ja, diese süsse Taurenfreundin die du hast… Zyklopia heisst sie, nicht wahr?» «Ja,» erwiderte der Tauren verlegen. «Ihr seid sehr tief verbunden, wie einst Lumnia und ich und…» Dabog hielt nun ebenfalls verlegen inne. «Du denkst an Balduraya, die Gefühle für sie sind stark, stärker mittlerweile als die für Lumnia,» stelle der Druide fest. «Ja, nur, dass ich mit Balduraya noch nicht so viel Schönes erleben durfte wie mit Lumnia. Dieser Ort hier… ist einfach noch voll mit diesen Erinnerungen an meine einstige Liebste. Balduraya und mich verbinden nicht so viele schöne Erinnerungen und es wird sich daran wohl auch niemals etwas ändern, also vergessen wir das lieber!» Seine Stimme war bitter geworden…

 

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