Das Fieber

„Sie ist komplett verrückt! Das kann so unmöglich weitergehen!“
„Und was sollen wir deiner Meinung nach machen, Mister Oberschlau?“
„Hey! Das ist nicht meine Schuld verstanden!“
„Oh nein, natürlich nicht! Wie komme ich nur darauf?! Schließlich hast du ihr nicht unnötige Dinge erzählt und sie angestachelt. Was letzten Endes dazu geführt hat, dass sie sich fast umgebracht hat!“
„Scheiß drauf. Wisst ihr was?! Ich bin raus! Mir doch egal was aus ihr wird. Sollen die Haie sie doch fressen!“
Ein lautes Türknallen und das verärgerte Stampfen zweier Schuhe. Danach Stille. Ein Seufzen, danach wurde wieder alles schwarz und still.

 

                                                                      *

 

Dieses Mädchen würde ihn in den Ruin treiben, das wurde ihm spätestens in dem Moment bewusst, in dem sie losließ. Er würde Johannsen am Liebsten umbringen. Wenn sie sie verlieren, ist alles vorbei. Warum musste er sie immer wieder provozieren? Sein Herz war in dem Moment stehen geblieben, als sie sich das Messer geschnappt hatte. Und erneut, als sie sprang.

Wäre Toya nicht sofort hinterher gesprungen, hätte alles wahrscheinlich noch viel schlimmer geendet. Sie war schon bewusstlos gewesen und hatte eine Menge Wasser verschluckt. Zudem hatte sich die Wunde an ihrem Knöchel in der folgenden Nacht entzündet. Und weil das alles noch nicht schlimm genug erschien, hatte sie ein schlimmes Fieber entwickelt.

Spätestens heute gegen Mittag sollten sie an einem Hafen einlaufen und dann würden sie nach einem Arzt suchen können. Hoffentlich hielt sie durch. Sie war wichtig für sie, viel zu wichtig, als dass er sie sterben lassen könnte. Allerdings war er sich auch im Klaren darüber, dass er ihr die Wahrheit nicht länger verschweigen dürfte.

Wenn sie einmal den Mut fasste zu springen, würde sie es immer wieder tun. Das musste er ihr lassen, feige war sie nicht. Er mochte sie, sie war nicht wie die anderen verzogenen Adeligen, die er in seinem Leben kennengelernt hatte. Sie sagte was sie meinte und redete nicht groß drum herum.

Als er so darüber nachdachte viel ihm auf, dass er ihren Namen gar nicht kannte. Ihr Auftraggeber hatte ihnen den nicht genannt. Es gab einfach zu viele Dinge, die er ihr nicht sagen konnte. Noch nicht.

Wahrscheinlich hatte sie sich schon zusammengereimt, dass ihr Vater angeblich nicht so beliebt war, wie er vorgab zu sein und auch, dass er nicht mehr lange König sein würde, wenn alles gut ging.

Aber sie würde sicherlich nicht lockerlassen, bis er ihr alles erzählte. Was konnte er ihr schon erzählen? Nichts über seinen Auftraggeber und auch nichts über die Verschwörung, dass war ihm verboten worden. Allerdings würde er sein Bestes geben ihr alles andere zu erzählen.

Vielleicht hatte Toya ja recht und es war das Einfachste, ihr schlicht weg einfach die Wahrheit zu erzählen.

Er seufzte, Toya wich dem Mädchen nicht mehr von der Seite, seit er sie aus dem Meer gefischt hatte. Ihr Fieber sank und stieg immer wieder und jedes Mal schien er sich mehr Sorgen zu machen.

Johannsen hingegen tat mal wieder so, als würde das alles ihn nichts angehen. Dabei war es sein Vater, der sie losgeschickt hatte. Er sollte etwas mehr Interesse zeigen. Als er ihn zur Rede stellen wollte, fing alles wieder von vorne an. Johannsen war durch und durch ein verzogener Adelssohn, alles was schiefging war nicht seine Schuld. Obwohl das allen anderen klar war, verschloss er seine Augen davor.

In dieser Hinsicht tat ihm das Mädchen jetzt schon leid, sie würde in Zukunft viel Zeit mit ihm verbringen müssen. So einen Bruder wünschte sich wahrscheinlich niemand. Wie er das Mädchen einschätzte, würde sie es ihnen nicht glauben und vehement abstreiten. Aber sie würde es nicht ändern können, momentan lebte sie einfach das Leben einer anderen und so konnte es definitiv nicht weitergehen.

Als er Johannsen dabei erwischte, wie er sich über Toya lustig machte griff er ihn beim Kragen und zog ihn in ihre Kabine.

„Sie sie dir an! Sie ist praktisch halb tot und das nur wegen dir, du Idiot! Und dann wagst du es dich über den lustig zu machen, der deiner Schwester das Leben gerettet hat! Was ist falsch bei dir?!“

Er sah ihn abfällig an. Wie er diesen Blick an Johannsen hasste.

„Was mein Problem ist?! Ganz einfach! Sie! Jahrelang habe ich brav Püppchen für meinen Vater gespielt und jetzt auf einmal hat er eine Tochter! Da bin ich natürlich egal! Er hat den Thronerben praktisch auf ein Selbstmordkommando geschickt! Das kann nicht sein ernst sein! Und das alles nur wegen dieser billigen Kopie!“

Er war kurz davor Johannsen zu schlagen. Er wusste, dass er das nicht durfte, aber er war kurz davor.

„Und du glaubst allen Ernstes, dass nichts davon deine schuld sein könnte?!“

Johannsen sah ihn wutentbrannt an:

„Ist das dein erst!? Sie sie dir an! Sie ist komplett verrückt! Das kann so nicht weitergehen! Was wenn sie uns alle umbringt und dann versucht abzuhauen!?“

Unglaublich, in welcher Welt lebte dieser Typ?

„Du spinnst doch total! Das Mädchen ist halbtot und du glaubst sie wird uns umbringen?!“

„Man weiß ja nie! Wer weiß ob sie nicht simuliert! Und wenn nicht jetzt, wer weiß, ich meine wir sind noch mindestens eine Woche von Zuhause weg!“

Da hatte er allerdings recht, je nachdem, was der Arzt sagen würde, würden sie im Hafen ankern müssen, bis es ihr besserging. Danach würde sie höchstwahrscheinlich mit aller Macht versuchen zu fliehen.

„Und was sollen wir deiner Meinung nach machen, Mister Oberschlau?“

Johannsen zuckte mit den Schultern.

„Woher soll ich das denn wissen! Am besten fesselt ihr sie ans Bett damit sie nicht alle an Bord umbringt.“

Vielleicht lag es an seinem Blick aber Johannsen zuckte kurz zusammen, nur um danach noch trotziger zu werden

„Hey! Das ist nicht meine Schuld verstanden! Ich habe sie nicht gebeten sich umzubringen! Und auch nicht sich zu verletzen!“

„Oh nein, natürlich nicht! Wie komme ich nur darauf?! Schließlich hast du ihr nicht unnötige Dinge erzählt und sie angestachelt. Was letzten Endes dazu geführt hat, dass sie sich fast umgebracht hat! Wenn das dein Vater erfährt wird er sicherlich rasend vor Wut!“

Johannsen biss fest die Zähne zusammen, dass schien ihn erreicht zu haben. „Scheiß drauf. Wisst ihr was?! Ich bin raus! Mir doch egal was aus ihr wird. Sollen die Haie sie doch fressen!“

Friedjolf rieb sich die Stirn danach sah er sie besorg an.

„Meinst du sie schafft es?“

Toya nickte: „Sie ist eine Kämpferin. Sie ist stark.“

 

                                                                      *

 

Ich wache mit furchtbaren Kopfschmerzen auf. An einige Fetzen meines Traumes kann ich mich noch erinnern, aber es scheint mir sehr verwirrt, eher wie ein Albtraum. Irgendwie war alles schwarz und sie hatte das Gefühl zu fallen.

Solche Träume sind am schlimmsten. Als ich versuche aufzustehen, fängt der Raum an sich zu drehen. Das ist ja mal ein echt super Start in den Tag.

Ganz langsam setze ich mich wieder auf die Bettkante und warte darauf, dass sich mein Kreislauf beruhigt. Als es einigermaßen geht, schleppe ich mich langsam zu meinem Schrank. Danach schleppe ich mich ins Bad.

Passend schaffe ich es gerade so rechtzeitig fertig zu werden, bevor Marie die Geduld verliert. Langsam schlurfe ich die Treppe hinunter. Ein Glück ist noch etwas von dem Auflauf da. Dadurch brauche ich mir wieder nichts für die Schule zu machen. Ich erlebe ein Déjà-vu- Erlebnis als ich auf den Küchentisch schaue. Wieder ein Zettel von Mom:

`Tut mir leid, dass ihr es so erfahrt, aber ich fahre aufgrundmeiner Arbeit für ein paar Wochen weg. Geld habe ich euch auf den Tisch gelegt. Falls etwas ist, habt ihr ja meine Nummer und die euers Vaters.

Hab euch lieb,

Mom´

Ist das ihr erst? Ich meine, nicht, dass das das erste Mal ist.

Ihr Beruf ist halt unvorhersehbar und es kann immer mal passieren, dass sie einen Bericht vor Ort aufnehmen soll oder einen Kollegen im Ausland vertreten soll.

Marie und ich würden wohl eine Weile alleine klarkommen müssen. Wobei, wenn sie zu Tobi fährt bin ich ganz alleine. Das kam nicht allzu oft vor, normallerweise ist immer jemand da.

Marie fängt oben an hektisch hin und her zu rennen und ich werfe einen flüchtigen Blick auf die Uhr. Sonst beeilt sie sich nie so. Schlagartig wird mir bewusst, wie sehr ich getrödelt haben muss. Ich habe doppelt so viel Zeit gebraucht wie normal.

Kein Wunder, dass Marie schon genervt darauf gewartet hat ins Bad zu dürfen. Wenn wir uns jetzt nicht beide beeilen, werden wir zu spät kommen. Ich schmeiße mein Essen schnell in meinen Rucksack und laufe schon einmal zur Garage. Knapp hinter mir kommt Marie auch raus. So schnell wir können machen wir den Roller startklar und fahren los.

Einer der Lehrer ist schon dabei das Tor zu schließen, welches verhindern soll, dass `Zuspätkommer´ oder Schwänzer sich heimlich in die Schule schleichen. Während Marie schnell den Roller parkt sprinte ich schon vor.

Ich habe mich mit Raff und Simone verabredet, dass wir uns vor unserer Klasse treffen. Allerdings wollten wir schon vor Stundenbeginn die Bücherei gefunden haben. Nicht, dass sie schon ohne mich los sind.

Zum Glück warten Raff und Simone noch. Kurz bevor ich zu ihnen trete, klingelt es zum Unterrichtsbeginn.

„Knapper ging es wohl nicht mehr.“

Simone grinst breit. Ich zucke nur mit den Schultern.

„Passiert jedem Mal.“

Hinter mir sehe ich Marie zu ihrer Klasse laufen, hoffentlich bekommt sie keinen Ärger, denn rechtzeitig wird sie es nie im Leben mehr schaffen. Ich schaue zu Raff und Simone und langsam machen wir uns auf den Weg.

Das Gebäude ist einfach viel zu riesig für eine normale Schule. An jeder Ecke sind Schilder angebracht, welche die Wege zu den wichtigsten Räumen zeigen. Aber der Weg zur Bücherei erscheint uns einfach endlos.

Das Gute an unserem Trip durch die Schule ist allerdings, dass wir uns jetzt bestens auskennen. Oder zumindest wenigstens einen Sinn für die Orientierung haben. Ich kann jetzt ohne Problem zum Krankenzimmer und zum Sekretariat finden.

Das müssten auch die Einzigen Orte sein, die ich in der Lage sein sollte, alleine zu finden. Man weiß ja nie wann man mal einen Ball ins Gesicht bekommt oder einfach nur hinfällt. Es ist auf jeden Fall nicht verkehrt sich gut auszukennen. „Vielleicht ist die Bücherei ja gar nicht mal im Hauptgebäude. Was meint ihr? Vielleicht sollten wir jemanden fragen.“

Simone lächelt.

„Ach quatsch Raff! Wir finden den Weg schon. Es kommt dir vielleicht so vor als würden wir schon Stunden umherlaufen aber es waren gerade mal 7 Minuten!“ Ich nicke.

„Es kommt einem wirklich so vor als würden wir schon Ewigkeiten durch diese Gänge wandern.“

Wir lachen.

„Es wäre allerdings nicht verkehrt jemanden zu fragen. Schließlich haben wir nicht unendlich viel Zeit.“

Simone zuckt mit ihren Schultern.

„Und wen? Wenn ihm mich fragt sind diese Gänge ziemlich ausgestorben.“

Raff runzelt die Stirn.

„Vielleicht haben wir ja Glück und treffen einen der Lehrer.“

Und wie, als hätte Raff es beschworen kommt in genau dieser Minute Herr Hedsa um die Ecke gebogen. Sofort gehen wir zu ihm, Simone ist wahrscheinlich super nervös und vergisst ihn zu Grüßen.

„Wissen sie wie wir zur Bücherei kommen?“

Herr Hedsa sieht jedem von uns an. Eine Gefühlte Ewigkeit vergeht und je länger er braucht umso nervöser scheint Simone zu werden.

„Euch auch einen guten Morgen.“

Simone zuckt merklich zusammen, aber ich kann das kleine Lächeln in seinem Mundwinkel erkennen.

„Wenn ihr zur Bücherei möchtet seid ihr auf dem richtigen Weg. Am besten ihr geht den Gang rechts von uns hinunter. Danach geht ihr links durch die Tür und dann über den Hof. Von dort aus solltet ihr sie nicht mehr verfehlen können.“

Wir drei bedanken uns bei ihm und machen uns schnell auf den Weg. Aus meinen Augenwinkel kann ich erkennen, wie Herr Hedsa uns einen kurzen Moment lang nachblickt. Vielleicht möchte er ja sichergehen, dass wir uns nicht verlaufen. Tatsächlich scheint es mir so, als wären wir mindestens zweimal an der Bücherei vorbeigelaufen.

Dabei ist sie jetzt, da wir wissen wo sie ist, kaum zu verfehlen. Nachdem wir den kleinen Innenhof überquert haben, stehen wir praktisch genau vor der Eingangstür. Als wir eintreten, bin ich ganz überrascht, wie riesig sie ist. Anscheinend hätten wir auch im oberen Stockwerk reingehen können.

Überall stehen Schilder, welche auf bestimmte Sachliteratur hinweisen und einem zeigen, wo wir für welche Fachbezogene Lektüre suchen müssen. Zudem sitzt an einer Art Rezeption sogar eine Bibliothekarin, welche uns grimmig anschaut. Nach einem kurzen Moment winkt sie uns zu sich.

„Ihr seid neu nicht wahr?“

Wir nicken.

„Gut dann müsst ihr euch in dieser hier eintragen. Bitte zuerst die Klasse, dann den vollen Namen und dann das Datum.“

Raff trägt sich zuerst ein und während dessen schaue ich mich noch ein wenig um. Diese Bücherei bietet die optimale Umgebung um zu lernen. Alles ist in ruhigen Brauntönen gehalten und abgegrenzt von den ganzen Regalen stehen in einer Ecke lauter Tische, an denen sogar einige Schüler sitzen. Diese sind durch Glasscheiben noch einmal voneinander abgegrenzt. Abgeschieden davon stehen in einigen Ecken auch kleine Sessel, wahrscheinlich für die, die in ihrer Pause herkommen. Wenn ich richtig sehe, gibt es hier nicht nur Sachliteratur, sondern auch einige Romane und andere Bücher, die man eigentlich eher in seiner Freizeit liest.

Mittlerweile sind Raff und Simone beide fertig und Simone hält mir fragend den Stift hin.

„Sry, ich war abgelenkt.“

Mit einem Lächeln nehme ich ihr den Stift ab und schreibe mich ein. Nachdem ich fertig bin, nimmt mir die griesgrämige Frau die Liste ab und nickt einmal zufrieden. Mit einem Letzten:

„Ich bitte euch nicht allzu laut zu sein und alle Bücher an ihren Platz zurück zu bringen“, lässt sie uns gehen. Simone übernimmt zielstrebig die Führung und wir setzen uns direkt an ein Fenster. Von hier aus hat man einen ziemlich guten Blick auf den Sportplatz. Simone setzt sich mir gegenüber und Raff sich neben mich. „Okay, womit wollen wir anfangen?“

Simone seufzt theatralisch.

„Wie wäre es mit meiner größten Pein? Englisch.“

„Meinetwegen. Das dürfte eigentlich ziemlich schnell gehen, wenn wir uns immer nur ein Kapitel vornehmen. Allerdings wäre es sicherlich effektiver, wenn du dir ein Wörterbuch holst und die Wörter, die du nicht verstehst selber nachsiehst. Dadurch würdest du auf jeden Fall mehr lernen, als wenn ich dir alles vorsage.“

Sie zieht eine gequälte Miene, stand aber nach einem kurzen Moment auf und deklariert:

„Gut, wenn ich innerhalb von 10 Minuten nicht zurück bin, dürft ihr nach mir suchen.“

Damit verschwand sie zwischen den nächsten Regalen. Raff und ich müssen über ihre Selbstdarstellung lachen. Wenn es hier eine Theater- AG gibt, dann sollte sie unbedingt daran teilnehmen.

„Und was machen wir jetzt?“

Ich überlege.

„Wie wär’s mit Chemie?“

Er runzelt die Stirn.

„Aber wir hatten doch noch gar keinen Chemieunterricht.“

Ich zucke nur mit den Schultern.

„Was bringt es mir, wenn ich dann im Unterricht sitze und nichts verstehe? Wenn wir uns jetzt schon das erste Kapitel anschauen, ist der Unterricht vielleicht nicht ganz so langweilig.“

Er lacht. „Da hast du vielleicht nicht ganz unrecht. Aber danach reden wir über Französisch, in Ordnung.“

Ich Lächle. „Abgemacht.“

Wir kramen beide unsere Chemiebücher raus. „Sollen wir uns beide erst einmal den Text durchlesen?“

„Das macht Sinn, ich schreib mir dann gleich alle Fragen auf. Und glaube mir, dass wird eine unendlich lange Liste.“

Nachdem ich den ersten Absatz gelesen habe, schwirrt mir schon der Kopf. Zum Glück kommt Simone zurück und schleppt sich mit einem riesigen Wälzer ganz schön ab. Dabei ächzt und keucht sie, wie als würde sie gerade schwer schuften. Raff und ich müssen wieder beide grinsen.

Sie ist wirklich gut darin, Leute aufzumuntern. Vielleicht liegt das ja daran, dass sie die meiste Zeit auf ihre kleinen Geschwister aufpassen muss. Da hat man bestimmt immer alle Hände voll zu tun. Als ich sie so betrachte, fällt mir auf, dass sie heute nicht geschminkt ist.

„Du siehst heute viel besser aus.“ Simone fängt regelrecht an zu strahlen und bedankt sich mit einem schüchternen Lächeln.

Mit der Zeit werden sowohl meine, wie auch Simones Stirnfalten immer tiefer. Simone schaut gefühlt jedes Wort zweimal nach und mit jedem Wort scheint sie verzweifelter. Mir geht es nicht anders. Mit jedem Wort das ich lese, wird der Nebel in meinem Kopf dichter und unübersichtlicher. Nach knapp einer halben Stunde habe ich es dann endlich geschafft. Pünktlich dazu klingelt es zum Stundenende. Simone sinkt erschöpft in ihrem Stuhl zusammen und ich kapituliere.

„Ok, wie wäre es, wenn wir mit Französisch weitermachen?“

Raff sieht mich erstaunt an. „Das ist nicht dein erst oder? Was ist aus deiner Motivation geworden.“

„Ich glaube die hat der Nebel in meinem Kopf verschlungen.“

„Ach komm schon. Ich will nicht eine ganze Stunde verschwendet haben.“

Simone nickt zustimmend.

„Du schaffst das schon, für mich ist das hier auch nicht gerade ein Spaziergang!“ Ich seufze und lege meinen Kopf auf den Tisch. Als beide protestieren wollen, hebe ich abwehrend eine Hand.

„Keine Sorge, nur eine kleine Pause.“

Ich kann regelrecht spüren, wie mich beide skeptisch ansehen. Als ich nach 5 Minuten immer noch nicht weitermachen will, fängt Raff einfach an meine Liste von alleine abzuarbeiten. Leider kann ich nicht anders, als ihm zuzuhören. Allerdings bin ich nach nur wenigen Minuten noch verzweifelter als zuvor. Jetzt macht einfach absolut gar nichts mehr Sinn.

Als Raff auf einmal aufhört, blicke ich Neugierig auf. An unserem Tisch steht Marie und sieht mich freudestrahlend an. Ich runzle die Stirn und frage:

„Ist es so schön mich leiden zu sehen?“

Marie schmunzelt. „Es ist schön zu sehen, dass deine Freunde keine Hirngespinste sind.“

Raff und Simone sehen sich einen Moment überrascht an. Doch bevor ich etwas sagen kann, fährt Marie fort.

„Wisst ihr, meine kleine Schwester ist nicht unbedingt der Typ Mensch, der schnell Freunde findet. Deswegen bin ich umso erleichterter, dass sie so schnell euch beide gefunden hat.“

Simone läuft knallrot an und auch Raff steigt eine leichte röte ins Gesicht. Ich setze mich auf und will etwas erwidern, werde allerdings von einem genervten:

„Marie? Wo steckst du denn? Ich dachte wir wollen zusammen lernen!“

Der Kotzbrocken. Er taucht echt immer wieder auf. Marie sieht meinen Gesichtsausdruck und streckt mir trotzig die Zunge entgegen.

„Ich bin hier drüben!“

Es dauert keine Sekunde bis er ebenfalls an unserem Tisch steht. Bockig verschränke ich die Arme und schaue aus dem Fenster.

„Was ist denn hier los? Der Idiotengipfel?“

„Na dann können wir ja beruhigt sein, wenn unser Präsident jetzt hier ist.“

Den Kommentar konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Allerdings schaue ich immer noch stur aus dem Fenster. Mein Blick wandert aber einmal kurz zu Simone, die anscheinend seit Johannes Ankunft aufgehört hat zu atmen. Tatsächlich ist sie mittlerweile tiefrot angelaufen, wenn nicht sogar schon fast violett.

Johannes reagiert allerdings nur mit einem schnippischen „mhm“.

Bevor wir uns noch mehr streiten können, springt Marie wieder ein.

„Was lernt ihr denn? Wobei, wenn du schon so am Ende bist, kann es nur eine Naturwissenschaft sein.“

Ich nicke bedrückt und bei den Gedanken an den ganzen Kram, den Raff mir erzählt hat, wird mein Kopf wieder ganz schwer. Langsam sinkt er immer und immer tiefer, bis er letzten Endes wieder auf dem Tisch liegt.

„Was ist das denn bitte für eine Liste? Da steht praktisch zu jedem Wort eine Frage!“

Ich murmle leise: „Na und. Kann dir doch egal sein! Wolltet ihr nicht irgendwas lernen?“

„Das stimmt Marie! Deswegen sind wir doch überhaupt erst hergekommen!“ Marie seufzt. „Ja ich weiß. Wobei, vielleicht könntest du Cleo ja Nachhilfe geben, weißt du,“ damit wendet sie sich ganz sicher an mich, „Johannes ist super in allen Naturwissenschaften. Und er ist ein echt super Lehrer! Mir hilft er auch immer, wenn ich etwas nicht verstehe!“

„Ja aber bei dir ist es auch noch im realistischen Bereich. Ihr irgendwas davon beizubringen scheint gerade zu utopisch.“

„Ich unterbreche ihre Hoheit nur ungern, aber ich habe auch nie behauptet das ich deine Hilfe will! Eher fall ich durch die Prüfung als dich um Hilfe zu bitten!“ „Cleo! Ich dachte wir hätten das geklärt!“ Ich sehe Marie fest in die Augen und sage nur stumpf:

„Ich glaube ihr solltet bald anfangen, sonst schafft ihr nichts mehr.“

Schockiert sieht Marie mich an und ihr kommen fast schon die Tränen, es passiert nur sehr, sehr selten, dass ihr jemand mit derlei Kühle begegnet. Schnell wendet sie sich ab und stampft beleidig zu einem anderen Tisch, möglichst weit weg von mir. Johannes sieht mir noch einmal tief in die Augen, allerdings liegt in diesem Blick nicht die übliche Arroganz. Verstehe ihn wer will.

Danach geht er entschlossen zu Marie. Raff sieht mich verwundert an:

„Was war das denn bitte?“

Ich zucke nur mit den Schultern: „Was wohl, ein Vollidiot in Aktion.“

„Sowas kannst du doch nicht ernst meinen! Weißt du nicht, wer das ist!?“

Simone scheint sichtlich aufgeregt zu sein.

„Ja doch, wie gesagt, dass ist Ihre Hoheit, der Vollidiot.“

Meine ernste, nüchterne Antwort bringt Raffael zum Lachen. Simone allerdings sieht mich entgeistert an. „Bist du blind? Der Typ ist Johannes, jedes Mädchen kennt ihn! Er ist definitiv der heißeste Typ hier an der Schule!“

Ich schaue Simone überrascht an und sage laut, so laut, dass Marie und Johanes es auch definitiv hören:

„Na das ist es ja nur eine Frage der Zeit bis er sich selbst entzündet. Ich kann es kaum erwarten.“

Simone sieht mich an, als wäre ich von allen guten Geistern verlassen. Doch bevor sie sich zu Wort melden kann sagt Raff:

„Nun gut, wollen wir dann weitermachen? Wir verlieren so nur wichtige Zeit.“

Ich verdrehe die Augen und lege meinen Kopf wieder auf den Tisch.

„Und du bist dir sicher, dass wir nicht mit Französisch weitermachen wollen?“ Raffael schüttelt entschieden den Kopf und grinst dabei diabolisch:

„Wollten wir uns nicht eh am Wochenende treffen? Dann können wir das dann auch noch machen.“

Ich seufze und er fährt mit seinem Vortrag fort. Nach einer Weile blicke ich auf und bemerke, dass Johannes uns beobachtet. Natürlich sieht er sofort weg, als er meinen Blick bemerkt, aber dennoch, er hat uns definitiv beobachtet. Da fällt mir wieder der Zettel von meiner Mutter ein, ob Marie ihn schon gelesen hat? Wahrscheinlich nicht. Als Raff endlich mal eine Pause einlegt nutze ich die Gelegenheit und frage Simone:

„Hey. Würdest du mich einen Zettel zu Marie bringen?“

Simone sieht mich trotzig an: „Warum sollte ich das bitte machen?“

Ich grinse schelmisch. „Na ganz einfach, du bist dadurch deinen Schatzi ein Stück näher.“

Simone läuft wieder knallrot an, nicht unbedingt die eleganteste Art jemanden zu überreden, aber es scheint funktioniert zu haben. Simone hält mir ihre offene Hand hin und scheint darauf zu warten, dass ich ihr den Zettel gebe. Ich krame schnell den Zettel aus meiner Tasche, den ich heute Morgen in der Hektik eingepackt habe und drücke ihn Simone in die Hand. Diese Atmet einmal tief durch und springt dann regelrecht auf.

Verrückt, sie kennt ihn doch gar nicht, wie kann sie sich so sicher sein, dass er ein guter Kerl ist? Ich meine gut, ich kenne ihn auch nicht besonders gut, aber ich habe wenigstens schon mehr als einmal mit ihm gesprochen.

Raff und ich beobachten, wie sie langsam zu den beiden hingeht und Marie meinen Zettel überreicht, dabei deutet sie zu mir. Als Marie zu mir schaut hebe ich nur teilnahmslos die Hand. Marie liest den Zettel und nickt stumm, danach bedankt sie sich bei Simone. Diese scheint aber in Gedanken ganz woanders zu sein und starrt Johannes regelrecht Löcher in den Körper.

Als sie sich endlich losreißen kann, hat er es auch bemerkt und sieht ihr nur mit gerunzelter Stirn nach. Simone scheint sich danach einfach nicht mehr konzentrieren zu können. Die ganze Zeit starrt sie aus dem Fenster. Nach und nach spüre ich, wie auch meine Gedanken immer weiter abdriften. Nach allem habe ich letzte Nacht ja auch nicht gut geschlafen.

 

                                                                      *

 

Schwärze umgab sie, als sie versuchte ihre Augen zu öffnen.

Sie konnte entfernt Stimmen hören, aber die ergaben einfach keinen Sinn. Es war nur wirres Gerede. Panik überkam sie, sie konnte sich nicht bewegen.

Ihr Körper fühlte sich so schwer wie Blei an, war sie vielleicht tot? Fühlte es sich so an? Aber wieso konnte sie dann noch denken?

Übelkeit überkam sie, alles schien sich zu drehen und langsam konnte sie keinen

klaren Gedanken mehr fassen. Sie wusste nicht mehr, wo sie ist, was wohl passieren würde? Vielleicht heißt dies ja, dass sie nicht mehr lange hat.

Übel wäre dieser Tod nicht, sie fühlte sich zwar nicht wohl, aber sie hatte wenigstens keine Schmerzen mehr.

 

                                                                      *

 

Irgendjemand schüttelt mich, dass kann ich spüren, zwei feste Hände. Aber irgendwie wollen meine Augen sich nicht öffnen. Sie fühlen sich so schwer an.

Ich kann Maries Stimme vernehmen, die verzweifelt versucht mich zu wecken und eine andere Stimme, die beruhigend auf die einredet. Danach spüre ich wie ich hochgehoben werde.

Nach einiger Zeit spüre ich, wie ich in ein Bett gelegt werde, wieder Stimmen. Danach eine Weile nichts mehr. Ich merke nur, wie mir unerträglich warm wird. Irgendjemand scheint mich zugedeckt zu haben.

Langsam öffne ich meine Augen und werde von dem Licht geblendet. Neben mir sitzt Lukas, mein Bruder. Als er bemerkt, dass ich wach bin sieht er mich erleichtert an.

„Da bist du ja endlich Cleo! Ich habe mir furchtbare Sorgen gemacht, als Marie mich totale verweint angerufen hat!“

Ich versuche die Stirn zu runzeln.

„Was ist denn los? Was ist passiert?“

Er sieht mich überrascht an: „Du erinnerst dich nicht? Du hast extrem hohes Fieber bekommen, der Schularzt musste sogar einen Krankenwagen rufen!“

Na toll, das ist ja ein super Start ins Wochenende, langsam sehe ich mich im Zimmer um.

„Ich habe deiner Kampfschule schon abgesagt und auch deinen Freunden Bescheid gegeben. Die drei haben nicht lockergelassen, bis ich ihnen versprochen habe ihnen zu schreiben, sobald ich etwas weiß. Du hast da wirklich ein paar gute Freunde gefunden. Marie war natürlich überaus aufgewühlt und wurde von ihrem Lehrer nach Hause geschickt.“

Warte, hat er drei gesagt? Nein, bestimmt nicht, ich muss mich verhört haben. „Der Arzt meinte, wenn es dir heute Abend soweit ganz gut geht, kannst du nach Hause. Ich habe mit Marie schon abgesprochen, dass ich die nächsten Tage erst einmal bei euch bleibe. Ich kann euch ja schlecht alleine lassen, wenn Mama und Papa schon nicht da sind. Wenn du irgendetwas brauchst sag mir einfach Bescheid.“

Ich schüttle leicht benommen den Kopf und scherze:

„Ich wusste doch, das mich Chemie irgendwann noch einmal umbringt.“

Lukas schmunzelt. „Ja ich erinnere mich, dass Fach konnte dich noch nie ausstehen.“

Jetzt muss auch ich grinsen, Lukas wusste schon immer wie er mich aufheitern kann.

„Meinst du, du kannst etwas essen und trinken?“

Ich nicke und setze mich mit seiner Hilfe langsam auf. Er reicht mir etwas Wasser und einen komischen Brei, der regelrecht nach Krankenhausessen aussieht. Als Lukas meinen angewiderten Blick sieht sagt er:

„Wenn du möchtest können wir auf dem Weg nach Hause noch was zu essen holen.“

Ich nicke. „Bestimmt ist alles andere genießbarer als dieser Brei.“

Wieder lacht er, es tut gut meinen Bruder nach so langer Zeit mal wiederzusehen. Fast in einem Zug trinke ich die Flasche aus.

„Wie gefällt dir deine neue Schule denn bisher?“

„Ganz gut, sie ist zwar übertrieben riesig und scheint ihr Geld gerade nur so zu verschenken, aber bisher habe ich mir noch keine richtigen Feinde gemacht. Das Einzige, bzw. der Einzige, der mich nervt ist Johannes, einer von Maries Kumpels. Der ist super arrogant und er scheint immer alles besser zu wissen.“

„Johannes… mhm? Ja ich glaube den habe ich schon einmal gesehen.“

Aus irgendeinem Grund fängt er an zu grinsen. „Das ist doch ein ziemlich großer Kerl, mit blonden Haaren oder? Und dazu ist er total gut gestylt, oder?“

Ich nicke, das ist gruselig, fast schon wie ein Detektiv.

„Woher weißt du das? Du warst doch schon Ewigkeiten nicht mehr zuhause!“

Er überlegt: „Mhm, wer weiß? Vielleicht habe ich ja einen Privatdetektiv angeheuert, der euch Tag und Nacht beschattet.“

„Das wäre super gruselig. Nie im Leben würdest du das machen.“

„Naja, wer weiß das schon.“

Ich boxe ihm spielerisch gegen die Schulter. Er grinst mich noch einmal an.

„Na gut, ich werde mal sehen, ob ich jemanden finden kann, der deine Temperatur misst. Dir scheint es ja zum Glück schon viel besser zu gehen.“

Ich nicke und mache mich daran wenigstens einen bisschen von dem Brei zu probieren. Wie erwartet schmeckt er einfach nur widerlich. Vielleicht sollte es Erbsenbrei oder so etwas werden, zumindest deutet die Farbe darauf hin. Der Geschmack allerdings deutet in eine schon verdaute und wieder ausgekotzte Richtung. Lange dauert es nicht und Lukas kommt mit einer Schwester wieder. Diese Lächelt mich erleichtert an.

„Nun Fräulein Vanderit, sie haben uns ja einen ganz schönen Schrecken eingejagt.“

Ich grinse gequält und frage: „War es wirklich so schlimm?“

Die Schwester nickt und hält mir ein Thermometer an mein Ohr:

„Sie erinnern sich auch an nichts, nicht wahr? Das würde mich zumindest sehr überraschen, da sie über 40 Fieber hatten. Sie waren nicht einmal mehr in der Lage uns ihren Namen zu nennen.“

Ich stocke, das scheint schlimmer gewesen zu sein, als ich zugeben will. Ein kurzes Piepen und die Schwester nickt zufrieden.

„Das Fieber ist gesunken. Allerdings sollten sie sich die nächsten Tage noch schonen, ansonsten könnte es mit voller Wirkung zurückkehren. Wenn sie möchten, können wir es so einrichten, dass sie über Nacht hierbleiben können. Aber da ihr Bruder hier ist, gehe ich davon aus, dass sie nicht hierbleiben werden?“

Ich nicke, zuhause gibt es wenigstens gutes Essen. Zumindest wenn Marie kocht, Lukas ist ein genauso begnadeter Koch wie ich. Wenn er kocht, könnte es gut sein, dass ich nicht am Fieber sterbe, sondern an einer Lebensmittelvergiftung. Bei den Gedanken an meinen Bruder, wie er verzweifelt in der Küche steht und wahllos irgendetwas zusammenmixt, muss ich schmunzeln. Die Schwester verabschiedet sich und mein Bruder und ich machen uns auf den Weg nach Hause.

Am Anfang muss ich allerdings noch sehr langsam gehen, da mein Kreislauf noch nicht wieder ganz in Ordnung ist. Lukas lässt mich aus Sorge den ganzen Weg lang nicht aus den Augen. Als ich dann endlich auf dem Beifahrersitz sitze, sinke ich erschöpft zusammen.

Es dauert nicht lange, bis das beruhigende Summen des Motors mich in den Schlaf wiegt.

 

                                                                      *

 

Die Medizin schien zu wirken. Der Arzt hatte ihnen versichert, dass ihr Fieber bis zum Abend sinken würde. Auch ihr Knöchel war endlich richtig geschient worden. Johannsen hatte sich glücklicherweise wieder eingekriegt und war brav einen Arzt suchen gegangen. Dieser war auch so schnell er konnte an Bord gekommen und hatte sich das Mädchen angesehen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit teilte er uns dann endlich mit, dass sie außer Gefahr sei, allerdings sei es auch ganz schön knapp gewesen. Immer wieder war der Arzt vorbeigekommen um nach ihr zu sehen. Toya und er waren darüber sichtlich überrascht gewesen, normalerweise hätte sich kein Arzt solche Mühe geben. Johannsen musste ihm ein Vermögen gezahlt haben.

Er musste grinsen, dann hatte er sich vielleicht geirrt und Johannsen hatte doch begriffen, wie viel Schuld er an allem trug. Toya wachte immer noch wie ein Wachhund an ihrer Seite und sorgte dafür, dass ihr weder zu kalt noch zu warm war.

Am nächsten Morgen erwachte sie dann endlich. Immer noch nicht ganz bei Bewusstsein, aber genug um etwas zu trinken und auch einen kleinen Bissen zu essen.

Danach schlief sie wieder ein, diesem Mal ruhig, ohne immer wieder das Gesicht vor Schmerz zu verziehen. Alle vier atmeten erleichtert auf.

Jetzt musste ihnen nur noch einfallen, wie sie sicherstellen konnten, dass so etwas nie wieder passiert.

 

                                                                      *

 

Als ich meine Augen öffne liege ich schon in meinem Bett. Laut meinem Wecker ist es drei Uhr morgens.

Mit Überraschung stelle ich fest, dass ich immer noch meine Uniform trage. Schnell ziehe ich mich um und lege mich dann wieder schlafen. Körperlich bin ich total erschöpft, das Fieber scheint meine ganze Kraft aufgezehrt zu haben und meine Muskeln schmerzen bei jeder Bewegung. Fast sofort schlafe ich wieder ein, tief und fest.

In dieser Nacht schlafe ich so ruhig wie schon lange nicht mehr. Marie weckt mich am nächsten Tag so gegen 12, indem sie mir ein Tablett mit einem Teller Suppe bringt. Müde und halb gähnend murmle ich:

„Danke, aber ich hätte auch runterkommen können.“

Marie sieht mir entschlossen in die Augen:

„Nein, Lukas hat mir erzählt, was die Schwester gesagt hat! Und ich will auf keinen Fall noch einmal miterleben wie du so zusammenbrichst! Ich weiß nicht was ich ohne Johannes gemacht hätte. Du solltest dich dringen bei ihm bedanken. Weißt du, nicht nur hat er mich beruhigt, sondern hat dich auch so schnell er konnte zum Krankenzimmer gebracht."

Ich verschlucke mich. „Wie bitte? Das war er?“

Marie nickt energisch. „Er hat die einfach hochgehoben und ist losmarschiert.“ Seufzend schüttle ich den Kopf. „Dann hab` ich wohl keine andere Wahl.“

Wieder nickt Marie energisch. „Er kommt morgen übrigens vorbei. Das wäre die optimale Gelegenheit, wenn du es nicht in der Schule machen möchtest.“

Na toll, das wird furchtbar werden. Bestimmt wird er sich über mich lustig machen oder irgendeine Art Kommentar loslassen. Wie als kann sie meine Gedanken lesen, sieht Marie mir beruhigend in die Augen:

„Weißt du, er hat zwar sofort gehandelt und schien total ruhig, aber man konnte ihm ansehen, dass er sich genauso viele Sorgen gemacht hat wie wir.“

„Also deswegen vier.“

Verwundert sieht sie mich an, aber ich winke nur ab. Johannes ist und wird mir immer ein Rätsel bleiben. Nach dem Teller Suppe fühle ich mich besser. Marie gibt mir noch ein Glas Wasser und danach mache ich mich daran ins Bad zu gehen. Dabei schaffe ich es gerade so, Marie davon abzuhalten mit mir mitzukommen. Lange halte ich es unter dusche allerdings nicht aus. Nach nur 10 Minuten wird mir wieder schwindelig, die Zeit hat gerade so dazu gereicht, dass ich mir den Schweiß abwaschen konnte. Besser als nichts.

Marie wartet vor der Tür schon auf mich.

„Ich versichere dir, mir geht es gut. Also entspann dich.“

Ihr skeptischer Blick macht mir sofort klar, dass ich sagen kann was ich möchte, sie wird sich definitiv nicht entspannen. Ich ziehe mich schnell um und bringe mein Handtuch schnell zurück ins Bad. Danach gehe ich zusammen mit Marie nach unten. Dort sehe ich mich fragend um.

„Wo ist Lukas? Ich dachte, dass er erst einmal bei uns bleibt?“

„Ja, aber er muss noch seine Sachen von Zuhause holen. Er müsste eigentlich bald wieder da sein.“

Ich nicke und kuschle mich dann auf das Sofa. Marie nimmt sich eine zweite Decke und legt sich dann neben mich. Dieses Mal darf ich das Programm aussuchen und schalte zielstrebig auf einen vielversprechend klingenden Actionfilm.

Allerdings bekomme ich davon nicht viel mit, denn meine Gedanken schwirren wirr in meinem Kopf herum. Wahrscheinlich habe ich immer noch leicht Fieber, am besten versuche ich noch ein wenig zu schlafen, damit ich morgen wieder fit bin. Da fällt mir ein, eigentlich wollte ich mich doch mit Raff und Simone treffen.

Ich sollte ihnen lieber schreiben, dass es mir gut geht. Marie und Lukas meinten ja beide, dass sie sich furchtbare Sorgen gemacht haben. So gut ich kann gehe ich schnell in mein Zimmer hoch, dabei spüre ich, wie Maries Blick an mir klebt.

Mein Handy liegt immer noch in meinem Rucksack und als ich es einschalte bekomme ich einen Schock. 27 Nachrichten und 3 verpasste Anrufe.

Zwei Nachrichten kommen von meinen Eltern, welche wissen wollen, wie es mir geht. Dann noch 3 Nachrichten von Raff und 22 Nachrichten von Simone, von ihr sind auch die Anrufe. Beide wollen wissen wie es mir geht und wünschen mir gute Besserung. Als ich die Nachrichten von Simone durchscrolle, bekomme ich einen Schock, sie hat es im Ernst geschafft von Johannes ein Bild zu machen, leider genau in dem Moment, in dem er mich trägt.

Hatte sie nicht besseres zu tun? Welcher normale Mensch macht in so einer Situation schon Bilder? Die Meisten Nachrichten könnte ich sofort löschen, lauter Smileys und andere Zeichen, von denen ich die Bedeutung nicht einmal erahnen kann. Nachdem ich alle Nachrichten durchgelesen habe antworte ich beiden mit derselben Nachricht:

 

`Vielen Dank das ich euch solche Sorgen um mich macht, aber

mir geht es schon viel besser. Ich durfte gestern sogar schon nach

Hause, weil mein Fieber schon soweit gesunken war.

Allerdings habe ich keine Ahnung wie das passiert ist und tut mir

leid, dass es mit dem Lernen erst mal nicht klappt. :/ ´

 

Bei Simone füge ich am Ende noch hinzu:

`Was ist schräg mit dir? :´) Warum hast du davon ein Bild gemacht? ´

 

Auf eine Antwort muss ich nicht lange warten. Von Raff` bekomme ich sofort eine Nachricht:

 

`Das ist gut. :) Ruh dich gut aus! Und das mit dem Lernen ist kein

Problem, schließlich habe ich dich mit meinem ominösen Chemievortrag verhext. :´) ´

 

Ich lache, das hat er wirklich gut ausgedrückt. Vielleicht kann ich das, dass nächste Mal als Ausrede verwenden um mich vor dem Lernen zu drücken. Simones Antwort kommt, als ich gerade die Treppe hinuntergehe. Marie schien auf mich gewartet zu haben. Als sie sieht, dass ich mit jemanden schreibe lächelt sie und sieht dann weiter fern.

`Mit dem Lernen ist nicht schlimm, mir qualmt eh immer noch

der Schädel von gestern :) Und das Bild habe ich geknipst um

dir zu beweisen, dass er gar nicht so ein Arsch ist, wie du denkst!

Er hat sich richtig Sorgen gemacht! Wenn ich dir das ohne Beweise

erzählt hätte, hättest du es mir doch nicht geglaubt, oder? ´

 

`Gut da hast du recht, aber das ändert nichts an der Tatsache,

dass er sich ansonsten immer wie der oberste Arsch verhält. ´

 

Und so fängt die Diskussion wieder von vorne an. Sie sieht nicht ein, dass er sich die meiste Zeit wie ein Arsch benimmt und ich nicht, dass er eigentlich ein guter Kerl ist. Es wäre wahrscheinlich besser, wenn wir das Thema einfach meiden würden.

Nachdem ich mich wieder neben Marie gekuschelt habe schalte ich um. Von dem Film habe ich zu viel verpasst und er schien eh nicht sonderlich gut zu sein. Als nächstes schalte ich eine Kinderserie ein. Nichts geht über eine gute alte Kinderserie, wenn man krank ist. Marie schmunzelt zwar, verkneift sich aber jeglichen Kommentar. Nicht, dass ich zulassen würde, dass sie meine Lieblingsserie beleidigt. Die Geschichte ist nicht allzu kompliziert aber auch nicht zu simpel. Dazu handelt sie von Drachen und was kann es besseres geben als Drachen?

Entgegen vielen anderen, bin ich der festen Auffassung, dass sie wirklich existiert haben. Mittlerweile kenne ich fast jede Dokumentation die sich mit diesem Thema befasst. Marie und Lukas finden das albern und auch Moira und Franzi haben mich nie ernst genommen.

Da fällt mir gerade auf, die beiden haben mir immer noch nicht zurückgeschrieben. Nicht, dass sie vergessen haben mir ihre neuen Nummern zu geben. Quatsch, wahrscheinlich haben sie nur Stress in der Schule und haben es deswegen vergessen. Gegen Abend kommt Lukas dann auch endlich wieder, er wirkt gehetzt und entschuldigt sich immer wieder, dass es so lange gedauert hat. „Ich habe es einfach nicht geschafft abzuhauen und Mineve hat mich einfach nicht in Ruhe gelassen. Und dann ist auch noch ihre Mutter zu Besuch gekommen. Auf jeden Fall habe ich mich schon um unser Abendessen gekümmert!“

Marie und ich sehen uns skeptisch an und Lukas hebt beleidigt eine Plastiktüte hoch.

„Keine Sorge, ich weiß selbst, dass ich ein miserabler Koch bin.“

Marie nimmt ihm das Essen ab und packt es auf Teller. Jeder von uns hat einen Burger und dazu eine große Portion Pommes. Es dauert nicht lange, da habe ich meine ganzen Teller verdrückt und werde wieder richtig schläfrig. Als alle fertig sind packen wir unsere Teller in die Spülmaschine und ich gehe wieder nach oben. Es ist zwar noch nicht einmal 20 Uhr, aber ich bin fix und fertig. Mein Schlafanzug liegt noch auf dem Boden, deswegen ziehe ich ihn einfach noch mal an. Bevor ich einschlafe höre ich noch wie Marie und Lukas miteinander reden:

„Meinst du es lag daran, dass sie sich erinnert?“

„Es könnte sein, auf jeden Fall müssen wir aufpassen.“

„Weiß Papa schon bescheid?“

„Ja, er meint er kommt bald nach Hause um sicher zu gehen.“

„Ob sie uns wohl verlassen wird?“

„Daran dürfen wir nicht denken, und selbst wenn, haben wir kein Recht sie daran zu hindern.“

Was um Himmels willen reden die Beiden da, für wirres Zeug? Woran soll ich mich bitte erinnern? Es könnte gut sein, dass sie etwas vergessen hat, aber was? Und warum sollte ich sie verlassen? Schließlich ist das hier doch mein Zuhause.

Danach schlafe ich mit einem unguten Gefühl im Bauch ein.

 

                                                                           *

 

Sie erwachte mitten in der Nacht, zumindest glaubte sie es. Alles um sie herum war schwarz, aber nicht die bedrückende Schwärze, die sie zuvor empfunden hatte. Jetzt konnte sie sich sicher sein, dass sie mit absoluter Garantie nicht tot war.

Anscheinend hatten sie einen Arzt gefunden der sie behandelt hatte. Mit der Zeit gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit und sie konnte einzelne Schemen erkennen. Sie befand sich wieder in der kleinen Kabine.

Mist, sie hatte gehofft, dass man sie in die Stadt gebracht hatte, damit man sie besser behandeln konnte. Dann hätte sie bessere Chancen gehabt zu fliehen. Neben hier hockte eine riesige Gestalt, es konnte nur Toya oder Friedjolf sein. Ein leises Schnarchen versicherte ihr, dass ihr Aufwachen noch nicht bemerkt worden war. Sie wollte versuchen sich aufzusetzen, aber sie konnte sich nicht bewegen. Langsam tastete sie mit ihrer Hand herum.

Als sie ein Seil zu packen bekam stieß sie einen leisen Fluch aus. Sie hatten sie an das Bett gebunden! Nach einigen verzweifelten Versuchen die Seile zu lösen gab sie auf. Selbst wenn sie es schaffen sollte, würde er sofort aufwachen und sie wieder festbinden, wenn sie denn überhaupt von der Stelle kam. Ihr Knöchel war wahrscheinlich noch mehr geschädigt als vorher.

Mit einem Mal bekam sie auch noch schrecklichen Hunger. Wie spät es wohl war? Mit Pech könnte es noch Ewigkeiten dauern bis jemand kam.

„Hey wach auf!“

Das war ihre einzige Möglichkeit etwas zu essen zu bekommen. Mit einem kräftigen Ruck wachte er auf. Mehr passierte aber nicht, daher war ihr klar, es konnte nur Toya sein. Ob es etwas brachte mit ihm zu reden? Einen Versuch war es allemal wert.

„Könnte ich bitte etwas zu essen bekommen? Ich habe fürchterlichen Hunger.“ Tatsächlich konnte sie so etwas wie ein Nicken erkennen. Danach stand er auf und ging nach draußen. Einige Zeit passierte erst einmal nichts, vielleicht musste er erst nach etwas Essbaren suchen. Oder er sagte den anderen Bescheid.

Auf jeden Fall konnte sie erst einmal nichts unternehmen. Mit etwas Glück würden sie Sie zum Essen losbinden, aber selbst das würde ihr nichts bringen, solange ihr Knöchel nicht verheilt war. Sie fing schon an Flusen zu zählen als sie wieder ein Rumpeln hörte. Mit einem lauten Knall flog die Tür auf und Toya kam herein, gefolgt von Friedjolf und Robin.

Toya hielt ein Tablett mit lauter Essen darauf und Robin trug einen Krug, wahrscheinlich mit Wasser darin. Durch die Kerze die Friedjolf trug wurde der Raum nun in ein weiches Licht gehüllt. Alle drei setzten sich an mein Bett und starrten mich an. Als nichts passierte fragte sie genervt:

„Was ist? Wenn ihr mich nicht losmacht kann ich auch schlecht essen.“

Robin grinste breit und wollte sich schon daran machen die Seile zu lösen, als Friedjolf ihn zurückhielt.

„Wir müssen erst sichergehen das du nicht wieder irgendwelche Dummheiten machst.“

Sie schaute ihn finster an, aber er wich ihrem Blick aus.

„Wie du bestimmt mitbekommen hast, können wir dir einfach nicht alles erzählen, da sind uns leider die Hände gebunden. Aber ich erzähle dir gerne alles was ich kann, wenn du dafür versprichst, dass du nicht noch einmal versuchst dich umzubringen.“

Einige Zeit lang überlegte sie, ob es klug wäre ihm zu trauen. Sie könnte ihn natürlich anlügen, aber das wollte sie nicht. Lügen konnte sie noch nie, dafür quälte ihr Gewissen sie zu sehr und zu lange.

„Erzähl mir erst alles und dann entscheide ich ob es das wert ist.“

Wenn er darauf eingeht, könnte sie sich immer noch weigern. Friedjolf seufzte einmal kräftig, fing aber tatsächlich an ihr alles zu erzählen.

„Unser Auftraggeber hat uns angeheuert um dich zu ihm zu bringen, nach Süfjen. Allerdings hat er uns nicht gesagt warum, ich kann dir allerdings versichern, dass dir nichts geschehen wird.“

Sie schaute ihn skeptisch an, er ließ sich davon nicht einschüchtern.

„Uns wurde zudem befohlen auf dich aufzupassen, was uns bisher ja nicht sonderlich gut gelungen ist. Eigentlich kann ich dir nicht mehr sagen, als dass unser Auftraggeber niemals zulassen würde, dass dir etwas passiert und das du sehr wichtig für ihn bist.“

Danach hob er entschuldigend die Hände.

„Und was sollte das mit meinem Vater?“

Wieder ein Seufzen. „Es ist so wie Johannsen gesagt hat. Momentan wird ein Putsch gegen ihn geplant und wenn alles nach Plan verläuft wird er bald nicht mehr der König sein. Wie und warum wird dir unser Auftraggeber erklären.“

Damit war sie absolut nicht zufrieden.

„Friedjolf, bist du ein Mann mit Ehre?“

Er sah sie überrascht an, das war das erste Mal, dass sie seinen Namen genannt hatte. „Ja, ja das bin ich.“ Dazu nickte er bekräftigend.

Sie sah ihm so fest sie konnte in die Augen und sagte entschlossen:

„Dann schwöre bei deiner Ehre, dass du nicht lügst. Das du alles dafür tun wirst, damit ich am Leben bleibe.“

„Ich schwöre. Du kannst dich auf mich verlassen.“

Vielleicht hätte diese ganze Szene nicht ganz so lächerlich gewirkt, wenn sie nicht an ein Bett gefesselt wäre. Sie nickte zufrieden.

„Gut, dann verspreche ich, deinen Schwur nicht unnötig damit zu strapazieren, ständig zu versuchen mich Umzubringen.“

Zufrieden atmete Friedjolf aus und auch Toya grinste breit. Robin machte sich derweilen daran die Seile zu entknoten. Neugierig warf sie einen Blick auf ihren Knöchel. Er war richtig geschient worden und pochte auch nicht mehr wie wild vor Schmerzen.

„Wie sollen wir dich eigentlich nennen?“ Sie lachte aus tiefsten Herzen, was waren das für Entführer, die nicht einmal wussten, wie ihre Zielperson hieß.

„Ihr könnt mich Cleo nennen. Mein voller Name ist allerdings Cleoluna Lucia Katriz von Bendabitz, allerdings hat mich noch nie jemand so genannt.“

Robin verschluckte sich als sie ihren Namen nannte.

„Was ist das denn bitte für ein Name! Das ist ja mehr Strafe als Lohn!“

Mit einem knappen Abwinken tat sie seine Bemerkung ab. Sie war stolz auf ihren Namen, sie wusste zwar nicht mehr genau wer Lucia Katriz gewesen war, aber sie wusste, dass sie die Begründerin ihres Königreiches war. Das als eine Frau zu schaffen war beachtlich. Selbst wenn man sie wenige Jahre später entthront hatte. Man hatte ihr die Geschichte nur einmal erzählt als sie noch kleiner gewesen war, aber sie hatte sie beeindruckt und von da an hatte sie ihren Namen mit Ehre und Stolz getragen.

Ihr Bruder hatte sie früher auch immer aufgezogen, deswegen war sie mittlerweile gegen dumme Kommentare immun.

Friedjolf sah sie überrascht an. „So einen Namen habe ich tatsächlich auch noch nie gehört. Aber dann werden wir dich ab jetzt Cleo nennen, das andere ist einfach zu lang.“

Er sah sie entschuldigend an.

„Allerdings kann ich nicht für Johannsen sprechen.“

Cleo winkte ab. Sie würde sich in dieser Hinsicht keine falschen Hoffnungen machen. Die meiste Zeit würde sie ja eh mit den anderen verbringen, daher konnte ihr Johannsen getrost egal sein.

Sobald sie losgebunden war, aß und trank sie erst einmal ausgiebig. Danach hatte sie ein beruhigendes Gefühl im Bauch und sank mit einem leichten Lächeln wieder in einen tiefen erholsamen Schlaf.

 

 

 

 

 

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