Das Geheimnis der Homunkuli

Yoichi betrachtete die Opfer der Homunkuli und die Ruinen von Dimos. Tränen flossen  ihm über seine Wangen und er fletschte die Zähne. „Zu viele Opfer! Zu viele zerstörte Träume und Zukunften!“, er ging über zusammengestürzte Mauern und zusammengebrochene Säulen. Überall war Blut auf dem Boden und er bemerkte die Anwesenheit von jemandem. Jemand war ihm gefolgt, aber er sah niemanden. Plötzlich griff jemand nach seinem Arm und er drehte sich um, um in das Gesicht seines Mörders zu blicken. „Hab ich dich!“, die Person die Yoichi festhielt hatte eine emotionslose Maske auf und trug ein Zeichen auf dem rechten Ärmel seines Mantels. Yoichi schreckte auf und wollte weglaufen. Doch der Griff des Mannes brach ihm fast den Arm und hielt ihn so fest, dass er nicht weglaufen konnte. War er wirklich ein Orakel einer Prophezeihung, von der er noch nie gehört hatte?

Auch die Homunkuli sind in der Lage mit den 7 Orakeln die Menschheit auszulöschen.

Auf einmal lockerte sich der Griff des Mannes und Yoichi sah, wie dieser nur noch ächzend und röchelnd mit einer Klinge im Rücken zu Boden ging und in seinem dreckigen Blut ertrank. „Da bist du ja!“, Keichi lief auf Yoichi zu und, was man von Männer nie hätte erwarten können, umarmte ihn. „Ich hatte schreckliche Angst…“, Yoichi liefen noch immer Tränen über sein kindliches Gesicht. „Dimos ist gefallen…“, stöhnte Ryo. „Nein, das ist nicht wahr. Ich habe es verteidigt und die Homunkuli vertrieben!“, Keichi lief rot an. „Der Kleine ist schuld daran, er hat das alles verursacht!“, Ryos Augen verengten sich zu Sehschlitzen und er stolzierte auf Yoichi zu. Keichi hielt ihm seine Klinge unter das Kinn. „Er kann nichts dafür!“, Keichi wurde sehr wütend und wollte nicht mal daran denken was Ryo mit Yoichi vorhatte. „Nur wegen ihm kamen sie doch überhaupt hierher! Nur wegen ihm haben sie die gesamte Stadt zerstört! Nur wegen ihm waren wir in Gefahr! Keichi, verstehst du denn nicht, dass der kleine Knirps bisher nur Ärger verursacht hat!“,Ryo brüllte dem Argument von Keichi entgegen. „Verschwinde, ich will dich nicht mehr sehen, ich sage es ungerne nochmal. Er kann nichts dafür!“, Keichi schritt mit seiner Klinge auf Ryo zu, dieser wusste sich jedoch zu wehren und schlug ihm das Schwert aus der Hand. Er blieb regungslos vor Keichi stehen und wartete darauf, dass dieser etwas machte. Eine Reaktion oder sonst was. „Er hat Recht, ich…ich bin daran schuld!“, Yoichi ging auf Keichi zu. Ryos Blick wanderte in Richtung Kathedrale, in diese Richtung ging er letztendlich auch. „Aber, Keichi!“ „Der Junge soll das Orakel des Glücks sein, wo bleibt es denn, he?“, Ryo drehte sich noch einmal um und wollte eine Antwort von Keichi hören. Entrüstet und gekränkt griff Keichi nach seinem Schwert und ging in Richtung Homunkulus, zu dem Homunkulus, der Yoichi bedroht hatte. „Warum hat er sich nicht aufgelöst?“, er drehte den Mann um und blickte in sein Gesicht, dann erkannte er das Zeichen auf seinem Mantelärmel. „Ein Oberst?“, Keichi zog sein Schwert und zerschnitt den Stoff um das Zeichen zu bekommen. „Das…das waren Puppen!“, Keichi dachte zurück, an den Kampf gegen die Homunkuli. Es schien ihm ein Rätsel wie die Homunkuli dazu kamen Puppen für sich kämpfen zu lassen. „Wieso haben die „Puppen“ gelebt und gekämpft?“, Keichi malte sich in Gedanken aus, das die Homunkuli möglicherweise Seelen anderer Wesen benutzen um ihre Puppen zum Leben zu erwecken. „Was wird jetzt aus Ryo?“, Yoichi senkte den Blick und schaute auf den blutübergossenen Steinboden. „Der kann mir gestohlen bleiben!“, Keichi drehte die Leiche des Homunkulus wieder auf den Bauch. „Ich denke wir müssen hier weg, Yoichi!“, er legte seine Hand auf Yoichis Schulter. „Warum machst du das?“, Yoichi blickte in Keichis müde Augen. „Was?“, er verzog seine Augenbrauen. „Auch vor ein paar Tagen auf dem Marktplatz, als du meinen Kopf getätschelt hast“, man sah die Sonne hinter den Bergen untergehen. „Weißt du…“, begann Keichi, „als ich sechs Jahre alt war musste ich miterleben, wie mein jüngerer Bruder vor meinen Augen getötet wurde, seit dem versuche ich ihn zu rächen. Und seit damals, als ich dich gerettet habe, hast du mich stark an meinen Bruder erinnert.“ Yoichi seufzte und sagte: „Dein Bruder wäre bestimmt unglücklich darüber, dass du so traurig über seinen Tod bist. Dennoch, wirst du mich nicht verlieren, großer Bruder!“ Keichi lächelte ihn an als er das hörte, diesmal aber war es ein Lächeln der wahren Freude und auch Yoichi begann zu lächeln. Zwischen den ganzen Toten und Trümmern war es doch zwei Menschen vergönnt sich zu freuen.

„Blöder Keichi, der kann mich mal!“, Ryo trat gegen eine Vase die auf dem Boden aufschlug und zerbrach. „Der miese kleine Kerl hat sich zwischen unsere Freundschaft gedrängt!“

„Dimos liegt in Trümmern, aber ich konnte deine Entführung aufhalten!“, Keichi konnte vor Müdigkeit und Erschöpfung kaum noch die Augen offen halten. „Dafür bin ich dir sehr dankbar!“, Yoichi stützte ihn ab. „Gibt es Überlebende?“, Keichi setzte sich und lehnte sich gegen eine Wand. Yoichi suchte irgendwo nach Lebenden und rief mehrmals: „Gibt es Überlebende?“ Yoichi musste genauer hinsehen, aber er konnte in der Ferne einen jungen Mann ausmachen, der dagegen ankämpfte zu sterben. Er stand auf und lief zu ihm. „Warte, ich helfe dir“, er reichte ihm seine Hand, um ihn unter einer Säule weg zuziehen, die umgefallen war und ihn unter sich begrub. Sein schillerndes blondes Haar war unter der roten Blutfarbe kaum noch zu erkennen. Letztendlich konnte Yoichi ihn befreien. „Ich bin froh, dass es doch noch jemand überlebt hat“, Yoichi wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. „Wie ist dein Name?“, seine Stimme war freudig. „Ich bin Ruki, ich…bin noch nicht sehr lange in der Stadt!“, seine klaren blauen Augen wirkten betrübt. „Wen man in dieser Stadt noch nicht kennt, hehe, ich bin Keichi!“, seine Augen waren noch immer schwer. „Ich denke sonst hat es hier niemand geschafft, zumindest nicht im Umfeld von 100 Metern“, er lachte, „in dieser schweren Zeit muss man versuchen klar im Kopf zu bleiben und nicht durchzudrehen!“ „Wie wahr!“, erwiderte Ruki. Es begann zu regnen und es flossen Rinnsale aus Blut und Regen gen Norden der Stadt. Die Mauern waren gefallen und überall verstreut lagen die Opfer und Scherben der zerstörten Fenster. Es war kein schöner Anblick, doch wo die Homunkulis auftauchten, folgte der Tod auf dem Fuß. Das Rathaus stand noch, war aber sehr instabil und schien zusammen zu brechen. „Es wird Zeit Dimos zu verlassen, eher gesagt das zu verlassen, was davon übrig ist!“, Die Schwerter klapperten als Keichi aufstand. Sein Blick schweifte zum Stadttor, die beiden Türme die es gehalten haben waren eingebrochen und die Dachziegel lagen verstreut auf dem Boden, es war nicht mehr zu erkennen, dass Dimos kurze Zeit vorher noch stand. „Zu viel haben sie schon zerstört…“.

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