Das Haus am Goldsteintalbach (Zimmerkunde)


 

"Zeit zu beweisen, aus welchem Holz du geschnitzt bist.", äußerte Stephen sich die Hände reibend.

"Bitte was?"

"Wir werden die Leiche untersuchen."

"Macht sowas nicht die Spurensicherung?"

"Nein die Gerichtsmedizin. Aber bis die hier sind, ist unser Fall gelöst und die Leiche halb verwest. Nun komm, schauen wir uns Mal alles an."

"Gibt es da keinen Ärger?"

"Schulz hat, sagen wir mal eine Abmachung mit mir."

"Heißt?"
"Nebensächlich. Widmen wir uns Ben."

Benjamin Blausterns Leiche hatte die Arme von sich gestreckt. Er wirkte wie eine Schildkröte, die versuchte sich wieder aufzurichten. Allerdings würde diese Schildkröte sich nie wieder aufrichten: Ein Stich ins Herz hatte ihn getötet. Das Messer, die Tatwaffe, steckte seitlich noch in der Brust. Eines der Marke Browning. Mit einer neun Zentimeter langen Klinge, war es sicher zum Töten geeignet. Auffällig war die kreisrunde Öffnung im oberen hinteren Drittel der Klinge nahe dem Griff (vgl. Skizze). Stephen erläuterte mir, dass bei diesem Fabrikat eine Öffnung normal sei, ihm aber auch zu denken gäbe, warum ausgerechnet dieses Messer genutzt wurde.

Nach Stephens und meiner Einschätzung war er nicht länger als eine Stunde Tod.

Das Handy lag eingeschaltet auf dem Nachttisch, es war Stephen ein Leichtes den Code zum Entsperren zu lösen. Doch war es nicht sonderlich aufschlussreich. Neben dem Handy lag ein Bilderrahmen, mit seiner Bildseite, auf dem Nachttisch. Stephen richtete ihn auf. Zum Vorschein kam eine Strandschönheit, die wohl die Verehrung von Ben erhalten hatte.

"Interessant.", wies Stephen, mit einem Pfiff, auf das Foto. Zunächst glaubte ich, die grazile Schönheit mit dem schwarzen langen Haar und den gelungenen Kurven, hätte eine Neigung bei ihm getroffen. Wurde aber im nächsten Moment eines besseren belehrt: "Schau hier wurden die Blutspritzer weggewischt."

"Seltsam.", entgegnete ich. Auch wenn ich damit nicht nur Stephens Beobachtung meinte.

Der Aschenbecher wurde nur von einem Zigarettenstummel benutzt. Stephen stellte fest, dass er erst am heutigen Tage entstanden sein konnte, da ihr Filter noch Feuchtigkeit besaß.

Das Zimmer selbst, war hier und da mit Blut befleckt, dass Fenster von innen verriegelt und die Tür bis zum Aufbruch, ebenfalls verschlossen gewesen.

"Ein ganz und gar verschlossener Raum.", bemerkte ich, als ich mit Stephen die Tür in Augenschein nahm.

"Du siehst, aber du beobachtest nicht.", erwiderte Stephen resigniert. "Schau, unter der Tür ist ein Spalt, ein 1,5 Zentimeter hoher Spalt."

"Ist das dein Ernst, was soll da denn durch?"

"Wie wäre es mit einem Schlüssel.", entgegnete er mir.

Das könnte zwar passen, aber wie der Schlüssel, dann auf die Brust der Leiche gelangen sollte, war mir unbegreiflich.

Wie hatte es der Täter geschafft den Raum zu verlassen? Den Schlüssel auf die Brust der Leiche zu legen? Was aber am aller wichtigsten war, wer war es? Der Rote Pferdeschwanz oder ein Mitglied unserer Musik-AG?

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