Das Rendezvous im Schatten I


Allmählich zog die Nacht über Belle-Land ein und so wie es dort dunkel wurde, so wurde es auch in Felix Gehirn abendlich und dunkel. Kathy hatte das Schlafzimmer bezogen, welches Felix sonst sein eigenen nannte. Eingerahmt zwischen Teas und Stephens Schlafzimmer lag die schöne Autorin im Schlafanzug in ihrem Bett und konnte nicht so recht einschlafen. Felix hatte ihr aus seiner Reise mit dem in cerebrum berichtet, dass Essen und Schlafen keine Pause machten, sondern genauso fortgeführt werden wollten, wie bisher. Doch irgendwie konnte Kathy nicht schlafen und so lauschte sie wie eine Katze in die Nacht. Gegen zwei Uhr morgens hörte sie wie Stephens Tür leise auf ging, so langsam und ruhig, dass man ihr anhörte das er nicht wollte das ihn jemand bemerkte. Die Schritte des Detektivs richteten sich gehend Erdgeschoss, obwohl ein Badezimmer auch im ersten Stockwerk zur Verfügung stand. Was hatte der Detektiv bloß vor?, fragte sich Kathy. Mit katzenhafter Gewandtheit schlich die Aurenienhüterin die 17 Treppenstufen hinab. Plötzlich hörte sie Stimmen und versteckte sich kauernd hinter einer Blumenvase. Langsam und leise schlich sie immer näher an das Wohnzimmer. Die Stimmen, wurden unterscheidbarer. Aus den Wortfetzen, wurden Worte und aus den Worten wurden Sätze. Stephen und sein Gesprächspartner -es war definitiv eine männliche Stimme- hatten glücklicherweise die Tür des Wohnzimmers nicht verschlossen und so spähte Kathy durch den Türspalt. Das Zimmer war dunkel, nur das Licht des Vollmondes und der Sterne erhellte ihn. Stephen saß auf seinem Sessel und schaute Richtung offenes Fenster. Was Kathy dort sah, hatte sie nicht erwartet. Am offenen Fenster stand ein junger Mann in einen schwarzen Anzug gehüllt, sein Gesicht war großteilig von einer Maske verdeckt, welche ihm etwas rabenhaftes gab. Kühle, aber auch Respekt schien zwischen beiden zu existieren.
"Du weißt sie wird sie finden und dann töten.", sprach die Gestalt.
"Ich weiß weder das eine noch das andere mit Bestimmtheit, aber ich fürchte beides.", gestand Stephen.
"Wir müssen den Gast davor bewahren in diese Geschichte mit hinein gezogen zu werden.", erwiderte die Gestalt.
"Das ist bereits zu spät, fürchte ich.", äußerte Stephen aufstehend, "Komm herein Kathy, konntest du nicht schlafen?"
Erwischt!, er hatte sie bemerkt. Kathy trat ein, ungewiss was nun passieren würde.
"Guten Abend.", grüßte sie der unbekannte nickend.
Kathy nickte ihm stumm zu, während Stephen das Feuer des Kamins anfachte.
"Du fragst dich sicher, was wir beide hier um diese Uhrzeit zu bereden hatten. Wahrscheinlich auch wer diese zwielichtige Gestalt ist. Doch vor allem fragst du dich was all das mit dir zu tun hat."
Kathy nickt mehrfach auf Stephens Aussage.
"Nun wer der Herr vor mir ist, ist wohl am leichtesten zu erklären. Es handelt sich um niemand anderem als Phantom, den Meisterdieb aus den Geschichten welche Felix mit mir aufzeichnete. Was er hier macht und was das mit dir zu tun hat, steht in direktem Zusammenhang. Weshalb das ein bisschen komplizierter ist zu erklären.", eröffnete Stephen.
"Ein bisschen ist gut.", amüsierte sich Phantom.

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