Das Rendezvous im Schatten IV

In Belletristica hatte soeben die Uhr zwei geschlagen. Henri und Riley hatten sich vor gut einer Stunde turtelnd in das Vampirgemach zurückgezogen. Phil, Foxxxy und Johhla hatten sich im Viertelstundentakt aus dem Atrium in die Bettruhe verabschiedet. Ric war mit einer Tüte Bifies auf dem Sofa eingedöst und träumte nun von seinem eigenen Schlaraffenland. Ab und an huschten Ben und Sebi still wie Geister durch die Hallen des imposanten Atriums, doch meisten banden sie sich in der Zitadelle um an ihren neusten Projekten zu arbeiten. In ganz Belletrsitica schienen nur noch zwei Lichter wirklich zu brennen.

 

Im Sexy Little Horror Shop tüftelte Megmarie an einer neuen, verbesserten Formel für das in cerebrum III. Kein leichtes Unterfangen und selbst wenn sie es schaffte eine dritte einzigartige Mischung zu kreieren. Zwischen all den Apparaturen, den brodelnden Kesseln und giftigen Dämpfen fühlte sie sich wohl. Dann und wann schaute sie von den Papieren und Reagenzien auf um in ihren magischen Spiegel zu blicken. Mit der Zeit löschte sich ein Licht um das andere. Doch ein Licht brannte weiter. Weiter, vielleicht sogar für die Ewigkeit. Es war das Licht aus dem Zimmer des Flauschbären Felix, welcher sich zwar aus dem Atrium zurückgezogen hatte, aber doch immer noch wach war. Traurig schüttelte Meg ihren Kopf, sie wusste worüber Felix nachdachte und fühlte seinen Schmerz. Zumindest würde sie es, wenn es ihrer kühlen Ader nicht zu wieder wäre. Doch gestand sie sich ein, dass ihr Trollkern doch zu dieser Art von Emotionalität fähig war: Schließlich ging es um ihr Baby!

 

Einsam und alleine brannte die Schreibtischlampe im Büro des Flauschbären, wie er einst sein Zimmer getauft hatte. Immer wieder tippte er sinnlos Buchstaben in die Tastatur seines Laptops, um sie im nächsten Moment zu löschen. Die Uhr hatte soeben halb vier geschlagen. Kathy würde ihn töten, wenn sie davon gewusst hätte. Aber sie war weit entfernt und doch ganz nah, näher als das menschliche Fassungsvermögen begreifen konnte. Insgeheim schmunzelte der Flauschbär über die Vorstellung einer Pfanne schwingenden Kathy, die durch sein Gehirn rannte und die von allen das Mindestmaß an Schlaf einforderte. Das Bett würde er heute nicht besichtigen oder zumindest später, viel später wenn es nach ihm ging. Denn er wusste von Melanie. Nicht nur das wenige was in die Welt gedrungen war. Sondern auch was Phantom, Stephen und die Hexe Kathy soeben besprochen hatten. Felix hatte schon im Bett gelegen als ihn eine Stimme rief und berichtete was die drei in der Bibliothek miteinander berieten. Tea wusste um die Sorge ihres besten Freundes, weshalb sie sich entschloss diesen zu informieren. Felix war ihr dafür sehr dankbar und doch wünschte er sich all das nicht gehört zu haben. Nicht nur das Phantom und Stephen Kathy in ein Spiel um Leben und Tod gezogen hatten, sie hatten ihr auch so viel Mut zugesprochen, dass sie den Plänen des Meisterdiebs und des Meisterdetektivs zustimmte. Felix hatte Kathy insgeheim versprochen, dass ihr nichts in seinen Windungen zustoßen würde, nun setzten zwei der ihm sehr wichtige Charaktere einer Gefahr aus, die niemand auch nur im Ansatz fassen konnte. Und doch musste er sich nach langem überlegen eingestehen, dass der Plan der drei wackeren Streiter für das Gute, der einzig zielführende Weg war um Melanie zu besiegen. Doch war es auch der Weg in ein unausweichliches Ende des Leids. Es lag nun an seinen Gedanken und einer mutigen Hexe alles zum Guten zu wenden.

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