Das Telefonat

Nachdem sich nunmehr sechs Fahrzeuge vor und hinter Ricardas Golf befanden, welche sich kein wie immer auch geartetes Lebenszeichen abpressen ließen, versuchte man krampfhaft, die Halterin des Fahrzeuges zu erreichen. Allerdings konnte man davon ausgehen, dass ihr Handy auch nicht funktionsfähig sein konnte. Schließlich kam man auf die Idee, die Nummer anzurufen, unter der um etwa drei Uhr morgens ein Anruf zwecks Bergung des Golf eingegangen war.

Ricarda hatte begonnen, den Tisch abzuräumen als Peter an sein Handy ging, welches gerade vibriert hatte. "Wissen sie was, Herr Oberwachtmeister, ich scheiße auf ihren Dienstrang! Wenn sie nicht in der Lage sind, anständig mit mir zu kommunizieren, werden sie darauf verzichten müssen! Ich lege jetzt auf und wenn sie sich mit mir unterhalten wollen, werde ich nach dem nächsten Abheben ja sehen ob sich deutsche Exekutivorgane auch anständig artikulieren können! Auf Wiederhören! - So ein Arschloch! Ricarda, die haben Probleme mit deinem Auto. Gut dass wir noch angerufen haben, da können sie dir nichts anhaben wegen der Absicherung!" Schon läutete es wieder. Peter hob ab, führte das Handy ans Ohr, hörte kurz hin und legte wieder auf. Ricarda sah ihn entgeistert an. Wieder läutete das Handy. Peter ging ran. "Sollten sie noch immer nicht fähig sein, sich vernünftig mit mir zu unterhalten, geben sie mir am besten gleich ihren Vorgesetzten. Aha! Geht doch! Ich gehe davon aus, dass man in Deutschland auch Rechte hat. Ich bin österreichischer Staatsbürger und unsere Exekutive sorgt auch für Ordnung. Ich helfe ihnen gerne weiter, wenn sie sich der mindesten Umgangsformen bedienen wollen. Sollten sie es wagen, noch einmal in den Hörer zu brüllen, lege ich sofort auf. Umgangsformen gelten auch für Sie, Herr Oberwachtmeister. Da freue ich mich, wenn das jetzt geklärt ist. Wie kann ich ihnen helfen. Selbstverständlich gerne!" Ricarda war perplex. Sie hatte sich nicht vorstellen können, dass der gutmütige Peter so forsch sein konnte. Sie hätte sich nie getraut einem Oberwachtmeister derartig Gas zu geben. ..."Im Übrigen, haben wir das Fahrzeug sehr wohl bestmöglich abgesichert. Es stand vorschriftsmäßig ganz rechts und wir hatten in angemessenem Abstand ein Warndreieck aufgestellt! Wollen sie mir jetzt erklären, dass ihr Streifenwagen keine Beleuchtung braucht, Ricardas Golf aber schon!? Wenn sie nachsehen, werden sie sehen, dass die Warnblinkanlage des Golf genauso aktiviert war, wie ihr defektes Blaulicht! Nur wiederstrebt es mir, sie deshalb anzuschreien. Hat etwas mit Intelligenz zu tun! Was heißt hier frech! Sie sollten sich ihre Gegner besser aussuchen, Herr Oberwachtmeister. Hätten sie mich so kontaktiert, wie es ihnen zusteht, könnten wir uns diesen blödsinnigen Kleinkrieg sparen. Ich habe keinen Grund, mich zu entschuldigen, SIE haben sich daneben benommen. Ich biete ihnen an, unseren Schlechten Start zu vergessen. Ok. Schön! Halten sie mich bitte auf dem Laufenden! Danke! Auf Wiederhören!" Der Blödmann soll sich selber strafen! Mit mir nicht! Du brauchst dein Geld noch für was Anderes." - "Du bist ja arg!" - "Wieso? Der soll sich benehmen! Der wird nicht dafür bezahlt unfreundlich zu sein. Und der braucht auch nicht zu glauben, dich abkassieren zu können, nur weil ihm danach ist. Wir hatten auch keine gute Nacht, aber wir belästigen deshalb auch keine Polizisten!" Sie ging ein paar Schritte auf ihn zu. "Wir hatten ANFANGS keine gute Nacht... Aber das Löffelchen... das war schön!

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