Der Auftrag

Nachdem Mantodea das Dossier aus dem Schließfach geholt hatte, kam sie zurück in ihre teure Designerwohnung und räumte den Wohnzimmertisch ab. Danach öffnete sie die Dokumentenmappe und legte mehrere zusammengeheftete Dokumente auf dem Tisch auf. Eine dieser "Mappen" bezog sich auf die Zielperson, die würde sie zuletzt ansehen. Nach kurzer Durchsicht fand sie , was sie gesucht hatte. Die Anfrage.

»Sehr geehrte Mantodea!

Auf Grund ihrer legendären Fähigkeiten, sehen wir uns gezwungen mit unserem Anliegen an Sie heranzutreten.
Aus Gründen, die für Sie nicht relevant sind, besteht die Notwendigkeit die in der Anlage  angeführte Zielperson zu eliminieren. Leider sollte der Tod dieser Person keinesfalls nach einer "Beseitigung" aussehen, sondern nach einem Unfall oder der Folge einer Erkrankung. Es ist davon auszugehen, dass ihr Leichnam obduziert wird, weil die Person durch ihre Tätigkeit bereits im Fokus mehrerer Klienten steht. Ihr Auftrag wäre es, die von der ZP in den letzten Wochen getätigten Gutachten sowohl in Schriftform wie auch deren Datenträger zur Gänze zu vernichten und die ZP auf eine Weise verunfallen zu lassen, die einen Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit ausschließen lässt. Auf welche Weise sie an die Unterlagen gelangen ist Ihre Sache, ebenfalls die Wahl der Todesart. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass dies kein branchenüblicher Auftrag ist und entsprechende Kosten anfallen werden. Zur Erledigung des Auftrages haben Sie, sofern sie ihn annehmen, einen Zeitrahmen von sechs Wochen zur Verfügung.  Nennen Sie uns Ihren Preis. Die Begleichung der Summe erfolgt je zur Hälfte vor und nach der Terminierung der ZP.«

Die anderen Dokumente enthielten weitere Anweisungen um welche Gutachten es sich handle und wie bei der Löschung, bzw. der Vernichtung der Daten vorzugehen sei. Nun nahm sie die Blätter mit der Beschreibung der Zielperson in die Hand. Sollte sie diesen Auftrag annehmen, und das würde sie vermutlich tun, war eine genaue Planung der Vorgangsweise nötig. Genau das war ihre Spezialität: Die unentdeckte Ermordung von Zielpersonen, bei denen ein Auftragsmord nicht ausgeschlossen werden konnte. Ein Auftragskiller wartet den richtigen Moment ab und erschießt seine Zielperson. Das war in diesem Fall nicht zielführend. Ein Zusammenhang zwischen dem Tod der ZP und deren Tätigkeit, sollte keinesfalls nachvollziehbar sein. Genau das erhob ihre Dienste zur Kunst! Sie war die einzige Person in dieser "Zunft", die derart schwierige Aufträge zu erledigen verstand. Das würde ein schönes Sümmchen einbringen, doch das war es nicht , was Christina lockte.
Sie würde sich eine Strategie zurechtlegen müssen, das Vertrauen der Zielperson erschleichen, unerkannt und unverdächtigt in deren Leben eindringen, ein Teil davon werden. Wie wäre es sonst möglich, an die Datenträger, die Schriftstücke heranzukommen und zwar ausnahmslos...?
Das nannte sie "Problemlösung der finalen Art"! Sich irgendwo zu verstecken und mit einem Scharfschützengewehr einen tödlich Schuss abzugeben, konnte wohl jeder Grundwehrdiener, sofern er gelernt hatte, dass "Gewissen" ein dehnbarer Begriff ist...

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