DER DUNKLE REITER AUS LISSABON

KAPITEL 1 

Es war in einer kalten Nacht
Als der dunkle Reiter kommt angekracht
Durch den Regen und den Wind
Reitet er auf seinem Ross geschwind
Sein Anblick ist düster und verdunkelt
Über ihn wird sehr viel gemunkelt
Ob die Legenden tatsächlich wahr sind
Dass er überall den Tod mitbringt
Sein Schwert ganz von Blut übergossen
Der lebende Tod unter seinen Zeitgenossen
Da stieg er ab vom Ross
Und mit ihm kam das Chaos
Die Menschen liefen um ihr Leben
Um sich in Sicherheit zu begeben 
Wo auch immer er gerade ist
Ist die Welt karg und trist
Selbst die tiefste Dunkelheit fürchtet ihn
Vor ihm muss die Sonne flieh'n
So erhob er sein großes Schwert
Jeder der ihn sah machte kehrt
Mit großen und ungeheuer lauten Schritten
Kam von hinten jemand anderes angeritten
Halt“ rief er zum dunklen Reiter
Du wirst sterben gegen meine Begleiter
Nur wenig beeindruckt von diesem Appell
Zückte er sein Schwert ganz schnell
Mit böser Miene, mit viel Schwung
Brachte er alle sieben Reiter um
Da lagen sie, elendig im Dreck
Und keiner brachte sie jemals weg
Jedermann der dort vorbeikam sah so
Dass niemand bleibt vor ihm verschont
Sein Schwert übergossen mit tiefrotem Blut
Sein Anblick zeugte von größtem Anmut
Die Menge beängstigt durch sein Antlitz
Das Ross auf dem er aufsitzt
Größer und kräftiger als alle Pferde
Bringt es Tod auf die Erde
Mit Getöse reitet er behände davon
Zurück auf seine Burg in Lissabon

KAPITEL 2 

Das Dorf war dem Erdboden gleich
Ähnelte es doch mehr einem Totenreich
Überall lagen Leichen auf dem Lande
Kinder, Erwachsene, es ist eine Schande
So machte sich mit der Zeit
Ein unerträglicher Geruch der Leichen breit
Winde verteilten das Aroma der Vernichtung
In jede noch so erdenkliche Richtung
So dauerte es nicht wirklich lange
Bis jedem wurde Angst und Bange
Die Nachricht verbreitete sich in windeseile
Und erreichte schon bald alle Erdenteile
Als König Leonard dies nun hörte
Erschrak er so sehr und empörte
Leonard: „Verteilt alle Truppen auf das Land“
Leonard: „So kämpft fortan gegen jeden Widerstand“
Leonard: „Wenn der Reiter zückt das Schwert “
Leonard: „Seid standhaft und macht nicht kehrt “
Leonard: „Kämpft mit aller Kraft und Mut “
Leonard „Bis ihr spürt den letzten Atemzug “
Mit Eifer und ganzer Tatkraft erfüllt
Beschließt er in seinem Kettenhemd eingehüllt
Feliciano: „Töten werde ich diesen herzlosen Bandit“
Feliciano: „Dazu aufschlitzen sobald ich ihn krieg“
Feliciano war der Name dieses Burschen
Sein Gesicht durchzogen von vielen Furchen
Joana kämpfte zu Hause um ihr Dasein
Die Schmerzen ertrug sie ganz allein
Denn sie gebar ihr fünftes Kind
Als Feliciano das große Abenteuer beginnt
Zurück lies er Hab und Gut
So brach er auf voller Mut
Kühn aber ahnungslos ritt er davon
Auf dem langen Weg nach Lissabon

Kapitel 3

Von der eintretenden Dämmerung der Nacht
Blieb er bis zum frühen Morgen wach
Denn das Grausen durchzog seinen Körper
Er war stumm, ihm fehlten Wörter
Die Natur war schaurig und finster
Erkennbar am verdorrten und giftigen Besenginster
In Sorge um seine absente Sicherheit
Kam ein kleines, weinendes Mädchen herbeigeeilt
Ihr weiß-rotes Kleid ganz zerrissen
Und die winzigen Schuhe absolut verschlissen
Aus ihren kleinen Augen entwichen Tränen
Langsam flossen sie auf die Achänen 
Feliciano: „Was machst du frühen Morgens hier?“
Arduinna: „Ich bin auf der Suche nach Elixier“
Feliciano: „Was ist geschehen mein kleines Kind?“
Arduinna: „Mein Vater ist derzeit nicht wohlgesinnt“
Arduinna: „So beschützt mich doch, edler Kämpfer “
Arduinna: „Auf meinem Weg zu den Erdgespenstern“
Feliciano: „Erdgespenster? So etwas gibt es nicht!“
Arduinna: „Oh doch, sie meiden jedoch Tageslicht“
Feliciano: „In welche Richtung musst du gehen?“
Arduinna: „Zum Süden, den Wald der Feen“
Feliciano: „Erdgespenster und Feen sind nur Geschichten“     
Feliciano: „Jedoch ohne viel Wahres zu berichten“
Arduinna: „Glaubt ihr denn nicht an Gott?“
Feliciano: „Nein, er ist nur ein Menschenplot“    
Feliciano: „Ich glaube das, was ich sehe“
Feliciano: „Sowie auch das, was ich verstehe“
Arduinna: „Nun gut, werdet ihr mich begleiten?“
Arduinna: „Oder werdet ihr abermals alleine weiterreiten?“    
Feliciano: „Ich kann euch sicher nicht verlassen“  
Feliciano: „In den dunklen Schatten dieser Massen“   
Feliciano: „Da eure Augen noch bemerkbar flennen“
Feliciano:„Werde ich mich gewiss nicht trennen“
Feliciano: „So werde ich euch nun begleiten“
Feliciano „Und mit euch jeden Weg beschreiten“
Feliciano: „Ich lasse euch nicht im Stich“
Feliciano: „Dennoch, eine Frage aber hätte ich“
Feliciano: „Oh, kleines Mädchen, wie heißt ihr?“
Feliciano: „Ich bitte euch, sagt es mir!“
Arduinna: „Mein Name umfasst Wälder und Berge
Arduinna „Mein Onkel Dagda, Gott der Särge“
Arduinna: „Ich heiße Arduinna, Gott der Kelten“
Arduinna: „Mein Vater Taranis, Gott der Welten“
Feliciano: „Ihr behauptet kein Mensch zu sein?“
Feliciano: „Derartiges auszusprechen, was fällt euch ein!“
Feliciano: „Ein kleines flennendes Mädchen als Weltenlenker?“
Feliciano: „Dergleichen missversteht selbst der größte Denker“
Arduinna: „Kommt und ihr werdet es bezeugen“                           
Arduinna: „Beim Anblick werdet ihr euch verbeugen“
Feliciano: „Einverstanden, dann lasst uns jetzt aufbrechen“
Feliciano: „Ich hoffe, ihr haltet euer Versprechen“
So beschritten sie gemeinsam den Weg
Ohne das Wissen für jeglichen Beleg

Fortsetzung folgt...                                    

Comments

  • Author Portrait

    Interessantes kleines Gedicht, ich musste über das Ende tatsächlich etwas schmunzeln - keiner brachte sie jemals weg - ich weiß nicht, wieso, aber das hat mich zum Lachen gebracht :D

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