Wie an jedem Tag, ging ich mit meiner Russel-Dackel-Schweinchen-Mix Hündin; hellbraunes sehr kurzes Fell, klein, breit, speckig, kurze Beinchen, Ringelschwänzchen, mit allen Hunden verträglich und total lieb; spazieren. Ab in den Schulpark....Pipi und Kacki machen und die Tageszeitung erschnüffeln. Ohhh, da steht was Hochinteressantes......die Nase seit 10 Minuten an einem Fleck. Ich hab Zeit; denke ich; und erfreue mich an der schönen Herbst/Winter Natur. Es ist frisch, die Sonne scheint und der Wind weht mit kalten Böhen um meine Nase. Ja, der Winter lässt nicht mehr lang auf sich warten. Nun beginne ich doch meine Hündin zum Aufbrechen zu drängen und sie solle doch bitte etwas schneller lesen. Widerwillig pullert sie noch an verschiedene Stellen, bis sie dann schließlich bei Fuß geht und wir den Heimweg antreten können. Auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes steht mein Auto. Hund rein und eben noch schnell Brötchen holen, der Kaffee wartet auf mich. Ich schließe die Autotür und sehe einen Hund; blond, kleine Löckchen, mittelgroß und Leichtfüßig; der frei herum läuft, ohne Frauchen und Herrchen in der Nähe. Er läuft schnur stracks geradeaus, über die Straße ohne nach links und rechts zu schauen. Mein tierliebes Herz und mein Mitleid; dem Tier könnte sonst etwas zustoßen; rufe ich den beiden Mädels zu, die den Hund gerade streicheln. 
" Kennt ihr den Hund und wisst ihr wo er hingehört?"-"Nein, leider nicht." sagen sie. Ich bat sie, den Hund festzuhalten, damit ich ihn an mich nehmen konnte. Ich wollte ihn nicht weiterlaufen lassen. Ich lief über die Straße zu dem Eckhaus vor dem sie standen, leinte den schönen Hund an die Leine meiner Hündin und bedankte mich bei den Mädels, die nun zur Schule gingen. "Sehr vorbildlich", dachte ich, "fleißige Bienchen, die mal was erreichen wollen in ihrem Leben". Weiter zum Hund!!!
Nun hatte ich dieses süße Wollknäuel; welches sich als sehr zutraulich und schmusebedürftig zeigte; an der Leine, stand vor dem fremden Hauseingang und überlegte nun weitere Schritte. Meine nächsten Schritte führten mich in den Supermarkt, wo ich nachfragte ob jemand diesen Hunde kenne und wüsste zu wem und wo er hin gehörte. Eine Verkäuferin schien sich zu erinnern: "Ja, den kenne ich! Da kommt immer ein Mann und hat den Hund dabei." Ich fragte ob sie wisse wo dieser Mann wohnt und wie er heißt. Sie deutete auf die Richtung aus der auch der Hund kam, doch der Name des Mannes fiel ihr nicht mehr ein. Das waren jetzt nicht die Antworten die ich hören wollte. Also hieß es, weitere Schritte gehen. Nun sah ich, dass der Hund; mittlerweile fand ich immerhin heraus, dass er ein Rüde ist; eine Hundemarke trug. Ich schaute auf die Nummer und kam auf die Idee, mit ihm ins Rathaus zu gehen, um mit der Hundemarke den Besitzer ermitteln zu lassen. 
Stolz, elegant und folgsam lief der schöne Rüde; ich glaube es ist ein blonder Pudel; neben mir her. Im Rathaus angekommen ging ich zur Information. Der Rüde freute sich über jeden den er dort traf und kannte leider keinen Anstand und sprang manche Leute an. Ich sagte ihm natürlich, dass man das nicht macht. Er verstand und entschuldigte sich, für sein aufdringliches Verhalten, mit Sitz machen, süß gucken und Lockenschwänzchen wedeln. Entzücken und Freude aller Beteiligten war die Antwort, bis man uns dann in den ersten Stock verwies zur Hundeanmeldestelle. Dort angekommen, begrüßte der Rüde alle und machte dann neben mir Sitz. Die Dame; entzückt von meinem Fundhund; suchte nun mittels der Hundemarke im Computer nach dem Besitzer.
Und siehe da: Herrchen gefunden. "Puhhh", dachte ich und freute mich auf meinen Kaffee. Die Dame gab mir Namen und Adresse der Besitzer und ich machte mich auf den Weg dorthin. Der blonde Pudel-Rüde schien sich in meiner Gegenwart wahrlich wohlzufühlen. Wir gingen die Straße runter, in Richtung der Adresse, und hielten zwischendurch immer wieder zum Lesen der Hundetageszeitung an, um dann seine Antworten ebenfalls darauf zu hinterlassen. Endlich waren wir bei ihm zu Hause angekommen und ich staunte nicht schlecht!!!!
Es fiel mir wie Schuppen von den Augen:    Ich begann zum ersten mal in meinem Leben eine Straftat, indem ich einen Hund entführte. Denn die Adresse des Hundes war genau diese, wo ihn die beiden Mädels zuvor gestreichelt hatten. Der blonde Pudel-Rüde war längst zu Hause angekommen und stand vor dem Eingang des Eckhauses, als ich ihn an die Leine nahm um ihn nach Hause zu bringen. 

Ich traf das Frauchen an und erfuhr, dass der Pudel-Rüde "Sam" heißt. Wir lachten nicht schlecht, als ich ihr mein Abenteuer mit ihrem Hund berichtete. 
Am nächsten Tag trafen wir; meine Hündin und ich; "Sam" nun aber an der Leine, mit seinem Herrchen beim Spazieren geh'n und Sam erkannte mich sofort wieder. 
Wahre Geschichte!!!

Comments

  • Author Portrait

    Ja Herr Seegraf, es war ein zum schmunzeln und aufheiternde Begebenheit.

  • Author Portrait

    Finds auch schön, dass du dich drum gekümmert hast..!

  • Author Portrait

    Super Text. Nette Synonyme und zum teil auch gut aus der Sicht des Hundes geschrieben. Vorallem den letzen Satz mag ich, da er so unvermittelt alles abbricht.

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media