Der Faust ist geschrieben worden, um die Schüler zu quälen!

Es ist zwar bemerkenswert wie lange J.W. Goethe an dieser Tragödie geschrieben hat und wieviel er damit einbezogen hat - wie die Frage nach dem sein, der richtigen Religion, wie man sich Gott vorstellen soll und kann, was gut und Böse ist und ob die Schöpfung perfekt ist oder nicht. Doch all diese Fragen, die er in den Raum wirft, beantwortet er - wenn überhaupt - nur sehr zag- und schemenhaft. Die Anspielungen die man aus jedem Vers herauslesen kann - vorausgesetzt man gehört zu einem gut informierten Fachpublikum - kann man zwar klar seine klassische Art entdecken, und dennoch ist man immer zu dumm um 'Faust' in seiner Kompletten, komplizierten und komplexen Struktur zu verstehen und das was der Autor damit sagen will. Für den Laien - zu den man sich auch als LK-Schüler im Fache Deutsch zählen sollte - wirkt dieser erste Teil der Tragödie zu überladen. Es ist anstrengend bis fast zermürbend ihn zu lesen und zu versuchen ihn gänzlich zu verstehen, da die (einfachen) Erklärungen , egal wie weitreichend und umfassend sie sein mögen, zu oberflächlich für das Drama "Faust" sind. 
Und dennoch ist es spannend durch "Faust" in die damalige Zeit zu schauen. Faust ist für den Historiker wie eine kryptische Quelle, die man zunächst decodieren muss. 
Somit ist es anstrengend ein derartig verschlüsseltes und überladenes Drama zu lesen., aber es macht Spaß den Faust auf die individuelle Weise zu Entdecken. Bestimmte Punkte auf der Landkarte Faust zu sichten, und andere im Verborgenem, im Schatten zu lassen. 
Wenn man den Fehler macht udn den Faust in seinem vollen Umfang verstehen zu wollen, sondern auch schwarze Flecken auf der Landkarte zu lässt, kann diese Tragödie dennoch Freude bereiten. Auch wenn man sich selbst dieser Handlung, dieser Tragödie unterordnen muss, da man nie den ganzen, wahren Kern dieser erkennen werden wird. 
Somit lässt sich für mich nur feststellen: 
Entweder man akzeptiert den Faust als was Unergründliches oder man lässt sich von ihm quälen. 
Und genau das hat auch wieder etwas humanes am Faust. Alles was ihn akzeptiert, wird mit neuer Erkenntnis belohnt. 
Alles was sich gegen ihn stellt, wird gequält. 

Comments

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    Ich fand den Faust eigentlich ganz nett :D auf jeden Fall nicht schlimm und auf eine Weise schön, weil es viel nachzudenken gab und er viele Gedanken zuließ. Doch ist es auch ganz praktisch, das sich schon so viele Menschen darüber den Kopf zerbrochen haben :D auf jeden Fall ist dein Text sehr gut geschrieben, du hast in der letzten Hälfte glaube ich einen kleinen Logik Fehler, weil du ein "nicht" vergessen hast, aber das hat nichts an dem lese Genuss geändert. Ich konnte dir sehr gut folgen! :)

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