Der lückenhafte Psychopath ist fiktiv

Nach einer langen Weile möchte ich gerne mal wieder ein nicht-fiktives Thema behandeln und siehe da, der Titel ist schon fehlgeschlagen. Naja, nicht ganz.

Ich möchte mich gerne mit einem sehr prekären Thema befassen, das uns alle sicherlich stärker betrifft, als wir erst einmal annehmen.
Warum ausgerechnet ich darüber schreiben möchte? Das Thema ist Teil meiner Familie und Vergangenheit. Deswegen wird dieser Text auch nicht immer wertfrei oder rein objektiv sein.
Beginnen wir also.

Sagen euch eigentlich die Namen Ted Bundy, Jeffrey Dahmer oder John Wayne Gacy etwas? Sie verbindet ein recht beklemendes Merkmal, denn alle drei waren Serienmörder, die für ihre Taten mit dem eigenen Tode büßen mussten.

Ted Bundy, bürgerlich Theodore Robert Bundy, ermordete innerhalb von vier Jahren 28 Frauen und Mädchen in insgesamt sechs verschiedenen US-Bundesstaaten.

Jeffrey Lionel Dahmer folgt ihm mit 17 getöteten (jungen) Männern, innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren in zwei US-Bundesstaaten.

Und John Wayne Gacy missbrauchte und ermordete als 'Pogo the Clown' in den Jahren 1972 bis 1978 insgesamt 33 Jungen und junge Männer.

Zwei der oben Genannten wurden zum Tode verurteilt. Bundy starb durch den Elektrischen Stuhl, Gacy durch die Giftspritze.

Aber worauf genau will ich eigentlich hinaus?
Nach dieser Auflistung würde ich sehr gerne in eure Gesichter schauen, in die Gesichter der Leser, und herausfinden, was sie denken. Wie sie über Bundy, Dahmer und Gacy denken. Was sie empfinden, wenn sie lesen, dass ein Mensch sich das Recht herausnimmt über die Leben unzähliger anderer, unschuldiger Menschen zu entscheiden und diese mit einer kleinen, fatalen Handlung zu beenden.
Ich frage mich, ob sie da sind. Diese besagten Worte: 'Sie haben es verdient, hingerichtet zu werden.'
Oder das Unverständnis und die Wut, das Entsetzen, die Trauer: 'Wieso tun Menschen sowas anderen Menschen an?'
Und ich sitze auf meinem Stuhl und werde denken: 'Weil sie echt sind und wir an dieses Thema falsch herangehen.'

Mit Verlaub: Ich nehme keinen der Drei in Schutz, aber wir begehen sicherlich einen Fehler, wenn wir sagen, dass sie es verdient hätten zu sterben, dass sie Unmenschen seien und, dass das Jenseits der einzige Ort wäre, an dem sie existieren dürften, damit wir alle in Sicherheit wären.

Denn das eigentliche Problem ist, dass Bundy, Dahmer und Gacy keine Raritäten sind. Sie sind keine Fehlschläge in der menschlichen Entwicklung. Sie sind lediglich das beste Beispiel für einen menschlichen Roboter oder das, was eine künstliche Intelligenz ausmachen könnte.
So bezeichne ich Psychopathen eher und ich werde euch mal erklären, warum ich zu diesem Entschluss gekommen bin, sie als solche zu betrachten.

Der lückenhafte Psychopath ist fiktiv oder der fiktive Psychopath ist lückenhaft. So lautet meine These in diesem Text.
Ich möchte nicht sagen, dass der Psychopath, wie er in Büchern, Filmen oder Videospielen thematisiert wird, falsch dargestellt ist. Er ist nur lückenhaft. Wir sehen das wie, aber nicht das warum.
Das ist wie mit dem Weißen Hai. In Filmen ist der Hai ein böses und schlechtes Tier. Es frisst, was ihm in die Quere kommt. Und das ist, was in den Menschen Angst und Unverständnis hervorruft.
Allerdings vergessen wir dabei Eines: Der Hai ist nicht böse. Der Hai handelt nach Instinkten. Er handelt so, als hätte ein Programmierer den Skript so geschrieben, dass er das Blut anderer Tiere wittert und sie frisst. Da dies für den Hai normal und auch überlebenswichtig ist, hinterfragt er nicht. Denn das kann er gar nicht. Dazu fehlt ihm die Erkenntnis darüber, dass das, was er tut, in den Augen von Menschen, schlecht und böse ist.

Und damit wären wir a) beim Roboter und b) beim Psychopathen.
Hai, Roboter und Psychopath haben gemeinsam, dass sie in Kunst und Medien als etwas Böses und Schlechtes gelten. Sie halten her als Sündenböcke des sogenannten Bösen, das in uns allen schlummert, aber nur von jenen ausgelebt wird, die dafür 'prädestiniert' scheinen.
Ein Hai frisst, ein Roboter gehorcht (oder eben nicht) und ein Psychopath mordet entgegen der Annahme, sie seien 'außer Kontrolle', denn das sind sie nicht. Sie obliegen lediglich einer anderen Art der Kontrolle. Eine Kontrolle, die sich dem Verständnis von empathischen Wesen entzieht.

Das ist auch der nächste Punkt. Empathie.
Die 'Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen' (Duden). Oder sie 'bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie wird gemeinhin auch die Fähigkeit zu angemessenen Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen, wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz und Hilfsbereitschaft aus Mitgefühl gezählt' (Wikipedia).

An diesem Wort zerbricht der Psychopath.
Doch ich spreche hier die ganze Zeit so selbstverständlich über Psychopathen. Ich bin mir sicher, dass nicht alle Leser wissen, was ein Psychopath überhaupt ist. Oder sie kennen lediglich den Stereotypen des Films, Buches oder anderen Unterhaltungsmedien, der, wie bereits erwähnt, lückenhaft ist.

'Psychopath' ist ein beschönigendes Synonym für jemanden, der an einer schweren Form der antisozialen Persönlichkeitsstörung (PS) erkrankt ist. Was einen Psychopathen von einem Menschen mit einer 'normal' ausgeprägten antisozialen PS unterscheidet, liegt in der Natur der oben erwähnten Kontrolle. Einfachheitshalber nenne ich den Menschen, der an einer normal ausgeprägten antisozialen PS leidet, fortan einen Soziopathen.
Soziopath und Psychopath weisen sehr ähnliche Krankheitsbilder auf:
Beiden mangelt es an Empathie, beide können keine Verantwortung übernehmen, missachten soziale Normen, Regeln und Verpflichtungen. Sie können keine engere Bindung zu anderen Menschen aufbauen. Also empfinden sie keine Schuld, wenn sie ihren Partner betrügen und lernen auch niemals, dass sie etwas Falsches getan haben. Denn sie verstehen nicht, dass es falsch war. Sie handeln aus Instinkten, aus Trieben, aus Vorteil.

Wie kann man nun Soziopathen von Psychopathen unterscheiden? Es ist relativ ironisch. Wenn du die obigen Merkmale ohne Probleme auf einen fremden Menschen anwenden kannst, den du gerade erst kennengelernt hast, wird es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Soziopathen handeln. Warum? Der Soziopath kann sich nicht verstecken. Häufig fällt er auf, wie ein Elefant im Porzellanladen. Daher stammt auch das Präfix 'Sozio-', denn der Soziopath drückt sich vor allem im direkten Sozialverhalten aus, was der Psychopath nicht ausschließlich tut.
Insofern kann man etwa 'Sherlock Holmes' als Soziopathen bezeichnen. Er kann seine exzentrische, schrullige Art anderen Menschen gegenüber nicht verbergen. Sein Verständnis für winzige Details mag schärfer sein als bei anderen, aber wenn es um den Menschen als Subjekt, und nicht als Objekt geht, kommt er nicht mehr hinterher, was man auch merkt. So erkennt er zwar an dreckigen Händen einen Bauarbeiter, aber er kann eine Frau, die sich als Mann verkleidet hat, nicht als Frau identifizieren. Er sieht das Objekt, nicht das Subjekt. Er achtet auf den Dreck, nicht auf das Menschliche, wenn ich es so radikal formulieren darf.

Und hier setzen wir dem Ganzen noch eine Stufe drauf. In diesem Fall sehen wir uns einen Menschen an, der Objekt erkennt, Subjekt aber nicht, es sich aber nicht anmerken lässt.
Hier möchte ich ein Beispiel nennen, das mich sehr überzeugt hat: Patrick Bateman aus dem Film 'American Psycho'.
Aus gegebenem Anlass werde ich an dieser Stelle einmal fröhlich spoilern. Also, falls ihr vorhabt den Film noch zu schauen, überlest einfach den nächsten Absatz.

Patrick, ein New Yorker Investmentbanker, der nachts zu einem psychopathischen, kaltblütigen Mörder wird, ermordet, da er sich persönlich angegriffen fühlt, eines Abends seinen Kollegen Paul. Der Grund, warum er ihn ermordert, ist banal. Die Art, wie er ihn ermordert, ist grausam. Aber was später aus dieser Handlung folgt, ist kurios.
Nach Pauls Tod lässt Patrick es aussehen, als wäre dieser spontan für ein paar Wochen nach London gereist. Patrick packt also als Alibi einen Koffer mit Kleidung und hinterlässt für Pauls Frau eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Er hat alles geplant.
Doch sein Plan schlägt fehl als ihm der Polizist Kimball auf die Schliche kommt und ihm sehr persönliche Fragen stellt. Ein 'normaler' Mensch wäre an dieser Stelle schnell aufgeflogen, nicht so Patrick.
Er bleibt seelenruhig, beantwortet jede Frage des Polizisten mit einem Lächeln und täuscht eine große Portion Mitleid vor. Er lenkt von sich ab, bittet seine Sekretärin Kimball ein Glas Wasser zu bringen, spricht völlig aufgelöst darüber, dass Menschen manchmal einfach so verschwinden würden und manipuliert Kimball, verwirrt ihn, wickelt ihn um den Finger. Kimball ist schließlich davon überzeugt, dass Patrick unschuldig wäre.

Metaphorisch ausgedrückt ist ein Soziopath also ein Elefant, ein Psychopath hingegen aber eher ein Chamäleon. Und das ist, was ich mit der Natur der Kontrolle meinte. Psychopathen haben sich und damit die Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung im Griff.
Sie sind gefährlich, weil sie nicht auffallen.
Daher ist nicht die Machete, mit der sie jemanden erschlagen, die Gefahr, sondern ihr Charakter, mit dem sie andere Menschen überhaupt in die Situation bringen können, von ihnen mit einer Machete erschlagen zu werden.
Das Gefährliche am Psychopathen ist also seine Psyche.

Darum können so viele Psychopathen auf lange Sicht unerkannt bleiben. Für einen Therapeuten kann der Psychopath sowas wie die Quadratur des Kreises sein. Wie erkennt man einen Roboter, den man äußerlich wie innerlich, nicht von einem 'normalen' Menschen unterscheiden kann?
An dieser Stelle kann ich wieder einmal ein beliebtes Beispiel von mir hervorholen, den 'Blade Runner'. 'Der Blade Runner' oder 'Träumen Androiden von elektrischen Schafen?' beschäftigt sich mit der Frage, was den Menschen von einem Androiden (der dem Menschen rein äußerlich in jeglicher Hinsicht identischen ist) unterscheidet. Der Autor des Werkes, Philip K. Dick, kommt dabei zum Entschluss, dass das Unterscheidungsmerkmal nicht die Intelligenz sei, sondern die Empathie.

Ein anderes Beispiel ist 'Ava' aus dem Film 'Ex Machina'. Obwohl Ava keinerlei Empathie empfinden kann, da sie eine künstliche Intelligenz ist, schafft sie es dennoch den jungen Mann Caleb, der ihre Intelligenz testen soll, auszutricksen. Denn obwohl sie keine Gefühle empfindet, weiß sie sie anzuwenden. Sie nutzt die Empathie, die für einen 'normalen' Menschen nicht selten eine Schwäche darstellt, selbst als Waffe und als persönliche Stärke, um ihre Ziele zu erreichen. So kann sie ihn dank ihrer hohen Intelligenz doch täuschen und manipulieren, gerade weil sie nichts empfindet.

Das ist immerhin auch, was einen Psychopathen ausmacht. Er nutzt Empathie als Waffe.
Ihr erinnert euch an den Fall aus Herne, bei dem der 19-jährige Marcel H. einen neunjährigen Jungen tötete? Der liegt gar nicht so weit zurück. Mir blieb bezüglich des Falls ein ganz gewisses Detail im Kopf hängen: Marcel besuchte vor Jahren einen Psychiater. Dieser schickte ihn jedoch wieder nachhause, weil er Marcel als umgänglich und normal empfand.
Ich interpretiere daraus, dass Marcel womöglich ein Psychopath ist, da er seine Intelligenz einsetzte, um den Psychiater mit Empathie zu blenden und daraus einen Vorteil zu ziehen: Als Psychopath unerkannt und untherapiert zu bleiben.

Aber ich mache euch hier gerade irgendwie Mut, oder?
'So, so', werdet ihr denken, 'dann sind also alle Menschen Psychopathen, die andere Menschen umbringen.' Das ist ein zu pauschales Urteil und es ist kurzsichtig.
Denn ein Psychopath definiert sich keineswegs durch Kriminalität mit tödlichen Folgen. Schön wär's.

Wussten Sie, dass Psychopathen die netten Männer und Frauen von nebenan sein können, die Ihnen morgens ganz freundlich zuwinken, wenn Sie zur Arbeit fahren?
Wussten Sie, dass Ihr charmanter Chef ein Psychopath sein kann?
Wussten Sie, dass Sie jeden Tag einem Psychopathen über den Weg laufen können und es gar nicht bemerken?
Ganz recht. Psychopathen werden nämlich alles tun, um nicht aufzufallen und jegliche Vorteile zu erzielen, die es zu erzielen gibt. Darum sitzen ausgerechnet Psychopathen des Öfteren in Führungsriegen. Sie sind hart im Nehmen. An ihnen perlt alles ab, wie an Teflon. Und das aus einem guten Grund: Sie kennen keine Angst, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie der 'normale' Mensch es tut.

Es ist zwar schwer einen Psychopathen in spezielle Unterkategorien einzuordnen, aber in der forensischen Psychologie und Psychiatrie werden drei Typen unterschieden:
1. Der instrumentell-dissoziale Typ
Er ist ein Erfolgsmensch. Materialismus, Macht und Gier definieren diesen Typen. Er 'badet [...] im übersteigerten Selbswert- und Machtgefühl. Er zeigt oberflächlichen Charme, Gefühle wie Angst oder Schuld sind ihm fremd, Finanzielles ist ihm wichtiger als Beziehungen, das Enfühlungsvermögen in andere Menschen fehlt ihm und Beziehungen sind instabil, meist wechselnd' (Muenchen-Heilpraktiker-Psychotherapie).
2. Der impulsiv-feindselige Typ
'Die emotionale Beteiligung ist bei diesem Typ hoch, besonders finden sich bei ihm Wut, Ärger und Aggression. Er deutet Handlungen seines Umfeldes, ähnlich wie bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung, als Provokation oder Bedrohung seiner Person. Die fehlende Impulskontrolle in Kombination mit der herabgesetzten Frustrationstoleranz lassen ihn schnell aggressiv reagieren. Die Handlungen sind meist ungeplant und spontan. Ziele verfolgt er wenig ausdauernd' (Muenchen-Heilpraktiker-Psychotherapie).
3. Der ängstlich-aggressive Typ
'Psychopathen aus dieser Gruppe werden am wahrscheinlichsten kriminell bzw. straffällig. Ihre Persönlichkeit ist meist deprimiert, ängstlich und schüchtern. [...] Außerhalb der [Gewalt]ausbrüche können sie unauffällige Menschen sein, die sehr beherrscht und angepasst sind. Häufig finden sich bei diesem Typ traumatische Erlebnisse, zum Teil frühkindlich' (Muenchen-Heilpraktiker-Psychotherapie).

Das sagt uns also: Psychopath nicht gleich Psychopath.
Im Allgemeinen gibt es jedoch einschlägige Symptome, die einen Psychopathen zum Psychopathen machen.

Nun möchte ich quasi fast schon das Ende dieser kleinen Ausführung einleiten.
Was ich also an der Darstellung von Psychopathen in Kunst und Medien kritisiere ist, dass immer nur gezeigt wird, wie sich die Psychopathie äußert, aber nicht warum und was genau diesem Verhalten zugrunde liegt. Der Psychopath wird auf seine Erkrankung beschränkt und als blutrünstige Kunstfigur postuliert.
Daraus folgen aber nicht nur negative Darstellungen, wie Patrick aus 'American Psycho', Freddy Krüger aus 'Nightmare on Elmstreet' oder Jason Voorhees aus 'Freitag der 13.', sondern auch eine Art Idole, wie 'Jeff the Killer'. Etwa bei Jeff ist Vorsicht geboten. Häufig löst Risikobereitschaft, geheimnisvolles Verhalten, Außenseitertum oder Non-Konformismus in Verbindung mit (als makellos empfundenem) gutem Aussehen eine gefährliche Neugierde im anderen Geschlecht aus. Daraus resultiert dann der 'Bad Boy' oder auch 'Bad Girl' genannte Stereotyp, der häufig mit der nach Darwin ausgelegten 'Fitness' einhergehen kann. Psychopathen sind rücksichtslos, auf den eigenen Vorteil bedacht, durchsetzungsfähig und unabhängig. Sie sind reine Leittiere und das scheint sie begehrenswert zu machen, wenn sie ebenfalls äußerlich ansprechend sind. Aus diesem Grund sind beispielsweise Freddy und Jason eher nicht so die Hingucker. Sie sollen abschrecken. Aber in Patricks und Jeffs Fall wäre ich da überaus vorsichtig. Gutes Aussehen kann zur Waffe werden, genau wie Intelligenz.

Schließlich wollte ich noch erklären, warum ich mich (scheinbar) mit diesem Thema so stark auseinandergesetzt habe. Ich habe elf Jahre mit einem Psychopathen zusammengelebt und es nach circa 16 Jahren Stück für Stück erkannt.
Daher denke ich, dass diejenigen, die einen Psychopathen entlarven können, mit ihnen verwandt oder gut bekannt sein müssen, denn sie können sich unglaublich gut verstellen. Ein Therapeut wird einen Psychopathen selten als solchen genau diagnostizieren können, denn er wird ihn nie im Alltag erleben.

Comments

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    Maschinenfuchs, Du bist ein Genie so wie Du analysierst und die Wahrheit ans Licht bringst, das zeugt von höchster Intelligenz. Ich bin beeindruckt. LG Carmen

  • Author Portrait

    Hey! Ich habe sehr aufmerksam Deine Ausführungen gelesen und finde es spannend, wie Du Dich mit diesem Thema auseinandersetzt. Sich in die Psyche eines anderen hineinzuversetzen, ist an sich schon schwierig, aber eine Pathologie aufzudecken und damit umzugehen, ist kompliziert! Trotzdem bleiben für mich ein paar Fragen offen. Und gerade aus diesen ließe sich dann vielleicht auch der Grad der Verantwortlichkeit der Betroffenen ermessen. Zum einen stellt sich die Frage, ob dem Psychopathen bewusst wird, dass er ein solcher ist. Kann er (zumindest partiell) erkennen, dass er sich von seinen Mitmenschen durch eine niedrigere Reizschwelle und eine höhere "Ich"-Bezogenheit unterscheidet? Kann er bewusst auf sein Verhalten einwirken, also eine gewisse Konditionierung gegen das "abnorme" Verhalten erreichen? Oder besteht hier ein Defizit, ein dunkler Fleck in der Wahrnehmung, der dem Betroffenen diese Andersartigkeit verbirgt? (Ich nehme mal an, so ist es.) Falls das so wäre, kann er (aus gesellschaftlicher Sicht) gar nicht richtig handeln. Zum anderen wäre da die Frage, ob man das variate Verhalten als Krankheit einstuft. Auch dann wäre der Betroffene zumindest teilentlastet ... dabei wäre allerdings auch eine neue juristische Positionierung notwendig. (Serienkiller als potentielle Krankheitsopfer scheint mir jedoch schwer zu vertreten!!) Last but not least bleibt die Frage nach der Positionierung der Gesellschaft/der Masse. Ich nehme mal an, Du hast Dich, nachdem Du Deinen Mitmenschen als "Problembär" erkannt hast, davongemacht. Ist sicher als Einzelfall das Beste. Nur letztlich bräuchte man schon eine Art Prävention, vielleicht auch und vor allem, um denjenigen, der diese psychopathische Denkweise bezitzt, eine bessere Intergration zu ermöglichen und um seine Umwelt zu schützen. Ein Leben außerhalb der Gesellschaft gibt es schließlich momentan nicht. Bleibt das psychopathische Verhalten aber bestehen, wird der Betroffene in seinen zwischenmenschlichen Interaktionen immer wieder scheitern, was den Frust vermehrt und die Reizschwelle weiter senkt. Somit würden also auch die Folgen fehlgeschlagener Interaktionen zu weiteren Ausbrüchen des Fehlverhaltens führen - muss ja nicht gleich Mord sein. So, nun habe ich Dich über beide Ohren vollgeschwatzt - ist aber auch ein Zeichen, dass ich Dein Thema spannend fand - grins! GLG Sophie

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