Der Morgen

Inzwischen war ein weiterer Abschleppwagen zum Stillstand gekommen, ebenso, wie ein Wagen der Straßenerhaltung und ein zweites Streifenfahrzeug. Der Golf erregte Aufmerksamkeit. Es war gut, das Peter den im Dunkeln stehenden Wagen gemeldet hatte. Die verschiedenen Bergungsaktionen verliefen jedoch bisher Ergebnislos. Auch bei Tageslicht blieb das Versagen sämtlicher im Umkreis von 30 Metern befindlicher Kraftfahrzeuge ein Rätsel.

Gegen halb zehn wachte Peter auf. Noch immer lag lag sein Gast umfangen von seinen Armen vor ihm und atmete gleichmäßig. Er drehte seinen Kopf zurück um zum Wecker zu sehn und sofort murmelte Ricarda was wie "Nein" und "so schön" und so und wachte schließlich auf. Erschrocken richtete sie sich auf, erinnerte sich aber dann daran, dass sie Peter heute Nacht aufgesucht und sich zu ihm gelegt hatte. Sofort kuschelte sie sich wieder zurück in seine Arme. "Entschuldige, Peter! Bitte sei nicht böse, das ist mir einfach fremd, weißt du?" - " Warum sollte ich böse sein?" - "Weil das sicher so ausgesehen hat, als hätte ich kein Vertrauen zu dir. Zu mir war noch nie ein Mann so lieb wie du. Du bist ziemlich einzigartig, weißt du!" Sie drehte sich um zu ihm, holte sich aber sofort wieder seinen Arm, den er, während sie sich drehte, an seine Seite gelegt hatte. "Du brauchst mich gar nicht los zu lassen, ich mag das, wenn du mich hältst!" - "Ach ja?" - "Ja! Sehr sogar! Aber gestern wusste ich das noch nicht..." - "Warum nicht?" - "Hab ich ja gesagt, dass mir so was fremd ist! Aber es ist schön." Er strich ihr eine Strähne zurück und streichelte mit dem Daumen ihre Wange. "Peter? Wär das sehr schlimm, wenn ich mich in dich verliebe?" - "Für mich nicht!" schmunzelte er. "Ich bin dumm, was?" Er küsste sie auf die Stirn. "Nein, bist du nicht! Du bist eine wunderschöne Frau, die klug genug ist, nicht gleich mit jedem Arschloch ins Bett zu steigen, weil das für dich was Besonderes ist. Und das ist es auch! Es gefällt mir sogar sehr, dass du so bist." Sie lächelte zufrieden. "Hältst du mich noch ein Bisschen, bevor wir aufstehn?" - "Solange du willst..."

Kurz nach zehn standen sie auf. Peter ging Früstück machen und Ricarda ins Bad. Als Peter dann aus dem Bad kam, saß sie am Tisch und wartete auf ihn. "Du solltest versuchen, dein Handy aufzuladen, auch wenn ich nicht glaube, dass das möglich ist. Wahrscheinlich ist der Akku hinüber. Die mögen das nicht, wenn sie tiefentladen werden." Ricarda wollte gleich aufstehen und das Handy holen, doch Peter hielt sie zurück. "Das reicht auch noch nach dem Frühstück." Der Kaffeeduft hatte etwas Anregendes und Peter wunderte sich, dass er sich so ausgeschlafen fühlte. Beide hatten großen Appetit und Peter musste ein zweites Mal ein paar Brötchen aufbacken. Er genoss es, einmal nicht allein zu frühstücken. "Woran denkst du gerade, Peter?" Sie hatte sein zufriedenes Lächeln wahrgenommen, als er mit den frischen Brötchen aus der Küche kam und das Körbchen auf den Tisch stellte. "Ich muss normaler Weise immer alleine frühstücken. Und ich freue mich einfach darüber, es heute in so angenehmer Gesellschaft zu tun."

Sie stand auf, legte ihre Arme um seinen Hals, zog ihn zu sich herab und küsste ihn mit einer Leidenschaft, die ihm die Sprache verschlug. "Darf ich heute Nacht wieder in deinem Bett schlafen, Peter?" schmunzelte sie "Ich bitte darum!" Beide hatten zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, was noch alles auf sie zukommen sollte...

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