Der Ruf der Totengöttin

Von Xandra und Megan
(Fett geschriebener Text stammt von Xandra und kursive Zeilen kommen von Megan)

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Seht ihr den Vollmond am Himmel steh‘n?
Ich kann ihn vor Tränen heut Nacht nicht sehn.
Silbern fahl wirft er sein Licht über die Welt,
doch nichts gerade mein Dasein erhellt.
Der Friedhof zieht mich wie magisch an,
einen leisen Ruf ich vernehmen kann...


Arme Seele, so allein heute Nacht,
diese Welt hat nicht als nur Leid dir gebracht,
Folge dem säuselnden Wind in den Zweigen,
such' auf meine Gruft, denn ich will dir was zeigen.


Ich horche fassungslos auf die süßen Worte,
so voller Mitgefühl, doch von welchem Orte?
Ich glaub' von dort drüben her kam der Klang,
ich fühle mich glücklich und zugleich gar bang...

Dein Herz liegt in Scherben, dein Blick ist verschwommen,
Deine Liebe musst‘ sterben, seine Zeit war gekommen.
Ich vermag dir zu helfen, komm' es dauert nicht lang,
Komm Kind, und hör was ich dafür verlang!

Woher weiß die Stimme, welches Leid mich plagt?
Was hat sie von meinem Liebsten gesagt?
Woher weiß sie dass er von mir ist genommen?

ach warum war seine Zeit schon gekommen?
Er fehlt mir so sehr, ich kann nicht ohne ihn leben,
doch kann mir diese Stimme neue Hoffnung geben?
Ich fürchte mich sehr und doch zieht sie magisch mich an,
es ist etwas dass ich kaum erklären kann.
Ist der Tod doch endgültig kann nicht werden umgangen,
wir sind in der weltlichen Schwere gefangen...


Das Leben wiegt schwer, solang es dich hält,
und solang sie dich bindet, quält dich die Welt.
Doch wer mich hier findet, seiner Seele entsagt,
für den gibt's bald nichts mehr, was ihn noch plagt.
Gefühle sind Gift und sie machen dich krank.
Ich kann dich befrei‘n von des Lebens Gestank.


Ich folge der Stimme wie ein Hauch im Wind,
fühle mich wie ein unbedarftes Kind,
dass nicht weiß wohin das alles wird führen,
die Seele verschenken, doch kein Leid mehr spüren?
Mein Herz es rast, der Schweiß rinnt herab,
als ich schließlich stehe vor dem mächtigen Grab.
Darüber schwebend eine Frauengestalt, mit langem, flatternden Haar,
sie winkt mich zu sich gar wunderbar.
Durchscheinend beinah ihre Alabaster Haut,
sie mir verständnisvoll entgegenschaut.
In ihren Augen da liegt ein dunkler Glanz,
doch fesselt sie mich, es ist wie ein Tanz.
Ihr schwarzes Gewand von Silber geziert,
von kleinen Totenschädeln gehalten wird...


Beende den Schmerz, nimm dieses Messer,
stoß‘ die Klinge ins Herz und alles wird besser.
Wähle sorgsam dein Schicksal, denn es gibt kein Zurück,
du verbringst alle Zeiten in gefühllosem Glück.
Schenk deine geschundene Seele mir,
Ich mach meine treue Vasallin aus dir,
Du befehligst die Ghule, mein teuflisches Heer,
Sie erobern die Welt und fressen sie leer.
Ich kenn' deine Angst und verstehe dein Zagen,
Doch weiß ich's genau, du wirst es gleich wagen.
Deinen Liebsten, vermag ich dir wiederzugeben,
Eure Liebe währt ewig im kalten Unleben,
Dann thront ihr gemeinsam und Hand in Hand,
Als meine untoten Fürsten, im ewigen Land.


Soll ich es wagen, was wird es mir bringen?
Wird‘ ich dort drüben von neuem singen?
Werden dort drüben all meine Wünsche wahr?
Soll ich mich hingeben ganz und gar?
Wenn ich dort werde meinen Liebsten neu finden,
alles Leid dann überwinden.
Mit ihm herrschen in Ewigkeit,
frei geworden von Raum und Zeit.
Die Welt erobern, die so leidvoll gewesen,
sehn alles verderben und alles verwesen.
Warum auch nicht, es ist besser als das, was ich hier erleide.
Ich nehme den Dolch die Klinge ich neige.
Direkt in mein Herz stoße ich ihn mir,
das rubinrote Blut, eine glänzende Zier.
Das Leben es weicht aus meinem Körper sodann,
ich schon viel weniger Leid jetzt spüren kann...


Es fällt deine Hülle in die kalte Erde,
Ein Gefäß ohne Seele, das ich füllen werde,
mit dunklen Gedanken und heillosem Streben,
erwache, du Körper, zu rastlosem Leben!
Die Tote sie richtet sich röchelnd auf.
Die finsteren Tage nehmen nun ihren Lauf.
Komm meine Puppe und triff jetzt dein Heer.
Sie zu führen, lernst du morgen, und bald noch viel mehr.
Meine Ghule sie warten beim Grab von deinem Mann,
Sie schaben, und graben und schaffen ihn dir ran.

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Ein fröhliches Halloween wünschen euch Xandra und Megan :-)

Kleine Anmerkung: der Text ist rein fiktiv und wir möchten damit weder Suizid als Ausweg für Probleme gutheißen, noch sind wir dafür, die Welt mit einem Heer Untoter Schergen zu überrennen ;)

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