Der Sturm ist vorüber...

Erste Sonnenstrahlen zeigten sich wieder, der Wolkenbruch war vorbei und die hohen Wellen waren verschwunden, wie sie aufgetaucht waren. Michael saß triefnass mit seinem Käppi am Steuerstuhl. "Ihr könnt wieder rauskommen, wenn ihr wollt!" rief er in die Kabine. Sofort kam Tommy rausgeklettert, gefolgt von seiner Mutter in Michaels Shirt, die diesem nun  kleinlaut ein Badetuch entgegenhielt und verlegen zu Boden sah. "Danke!" Michael hängte seine Schildkappe auf den Gashebel und stand auf. Er schlüpfte aus der Schwimmweste und begann, sein Gesicht und seinen muskulösen Oberkörper abzutrocknen. Silvia nahm ihr Badetuch von ihren Schultern und trocknete seinen Rücken ab. Michael drehte sich um und sah ihr mit seinen strahlend blauen Augen ins Gesicht. Er drückte leicht ihren Oberarm. "Alles ok?" fragte er. Silvias Augen füllten sich mit Tränen. "Nichts ist ok! Ich habe noch nie so versagt! Ich bin normal eine gute Mutter! Ich habe meinen Sohn... und sie... und mich in tödliche Gefahr gebracht! Und dann habe ich mich auch noch verhalten wie eine spätpubertäre Zicke! Was müssen sie für ein Bild von mir haben?" schluchzte sie. "Ich... Ich habe mich noch nie so geschämt!"

Michael warf jede Etikette über Bord! "Ach, komm her, du dummes Ding!" sagte er sanft und nahm sie in den Arm. "Du redest dir da einen Riesen-Blödsinn ein! Du kannst gar keine schlechte Mutter sein, sonst hättest du nicht so einen prächtigen Sohn. Und du bist sicher nicht die Erste, die den ablandigen Wind hier unterschätzt hat. Du wolltest deinem Jungen eine Freude bereiten und hattest keine Ahnung von der Strömung hier! Und ich, mein Kind, ich war keine Sekunde in Gefahr. Ich war damit beschäftigt sie von euch abzuwenden, aber ich persönlich war zu keiner Zeit in Gefahr! Und euch beiden ist schließlich auch nichts passiert!"

Silvia, die sich Anfangs ein Wenig gesträubt hatte, weinte nun hemmungslos an Michaels Schulter. Sie hatte sich noch nie so geborgen, so verstanden gefühlt. "Beruhige dich doch, Mädchen! Wie heißt du überhaupt?" - "Si... Silvia." - "Es ist vorbei, Silvie! Alles ist gut! Tommy geht es gut! Der hat das Abenteuer genossen! Und uns beiden fehlt auch nichts! Wir fahren jetzt gemeinsam zum Yachthafen, vertäuen das Boot und dann bring ich euch mit dem Auto zum Freibad, ok?" - "Mhm."

Silvia wagte nicht aufzusehen. Sie hielt sich an Michael fest, als könnte sie in eine Schlucht stürzen. "Was hat Mami denn, Michael?" - "Keine Sorge mein Sohn, es geht ihr gut!" - "Ja mein Engel, jetzt gehts mir gut!" brachte auch Silvia jetzt hervor. und löste sich ein Stück weit von Michael, so dass sie ihm ins Gesicht sehen konnte. "Alles gut?" fragte Michael. "Ich mag dich nicht loslassen!" hörte sie sich sagen. "Das musst du auch nicht!" Lächelte er. Kaum spürbar küsste er sie auf die Stirn und zog sie wieder in seine Arme...


Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media