Der Vorstand

Wir konnten uns glücklich schätzen, dass wir unsere "Bodygards" draußen stehen hatten, den Gerd hatte recht behalten. Der Artikel hatte alle möglichen Reporter auf den Plan gerufen, die dank des Polizeischutzes nicht bis zu uns durchkamen. Es würde uns nicht erspart bleiben früher oder später eine Pressekonferenz abzuhalten. Das gab uns allerdings die Chance, unser Vorhaben der Bevölkerung noch näher zu bringen. Noch aber, konnten wir kein fertiges Konzept benennen und daher war noch vieles zu bereden. Allein zwischen uns beiden war noch einiges zu klären, geschweige denn  mit eventuellen späteren Geschäftspartnern. Ich würde meine Anlagen ja auch wo herstellen lassen müssen, wenn sie denn in Serie gingen.

"Michael, du wirst die Position meines Vaters einnehmen müssen. In der Stiftung meine ich." Wir saßen im Jogger am Frühstückstisch und Selina machte sich Gedanken über die weitere Vorgangsweise. "Du bist die Tochter des Gründers, mein Engel. Also stehst du der Stiftung vor!" - " Aber nur weil ich ihn vertrete. Ich möchte, dass du den Vorstand übernimmst und ich von mir aus als Stiftungsrat auf dem Papier Kontrollfunktionen ausübe." - "Selina, ich kenne mich zu wenig aus im Stiftungsrecht, um dir jetzt folgen zu können, aber es wird auch nach Einfügen meines Namens die Bücker_Stiftung bleiben. Und das ist gut so. Auch wenn ich mitspiele,  geht es darum, deines Vaters Vorhaben zu verwirklichen." - "Liebling, du must dieses Dein/Mein-Denken aufgeben. Meines Vaters Vorhaben ist nun Unseres. Du wirst der Nachfolger meines Vaters. Mit allen Rechten und Pflichten und der vollen Verfügungsgewalt. Punkt!" - "Selina, ich weiss, dass du großes Vertrauen in mich setzt, aber ich bin nicht Martin Bückers Sohn und du kannst doch nicht einfach alle Kontrolle mir überlassen." - "Und ob ich das kann! Ich will es so und ich brauche dich in dieser Position. Ich kann ohne dich diese Stiftung und ihre Klinik nicht weiterführen! Außerdem steckst ja auch du einen Großteil deines Lebenswerkes in die Stiftung, also steht es dir zu, das Sagen zu haben." - "Aber..." - "Hör jetzt endlich auf, dich zu widersetzen! Ich weiss genau was ich tue und es gäbe mich gar nicht mehr, wenn ich dich nicht hätte, Michael. Ich werde dich nach Kräften unterstützen, aber DU wirst entscheiden was wann zu geschehen hat und du wirst ein guter Vorstand sein; mit mir an deiner Seite. Und damit du es weißt: Wäre mein Vater noch am Leben, würde er ganz genau diese Entscheidung treffen. Denn dich würde er als Schwiegersohn akzeptieren! Wir setzen, wie du sagtest, meinem Vater ein Denkmal, indem wir nicht aufgegeben haben und seinen Traum verwirklichen, aber es wäre nie soweit gekommen, hättest DU nicht die Initiative ergriffen und dich an meiner Seite auf diesen Kampf eingelassen. Ich habe keine deiner Entscheidungen angezweifelt und stehe bedingungslos hinter dir. Ich liebe dich und ich brauche dich und ich weiss, dass wir beide alles erreichen können. Also führe mich weiter, ich werde dir folgen! Und jetzt darfst du was sagen... wenn du dich traust..."  Den letzten Satz betonte sie so lieb, als könnte sie kein Wässerchen trüben und mit einem Blick der Einem den Wind aus den Segeln nimmt! Sie wusste genau, dass ihr Temprament mit ihr durchgegangen war. "Du hast mich gerade total überfahren, du kleine Kröte!" - "Ich weiß. Aber jetzt bin ich wieder ganz lieb! Sei nicht böse!" Sie kam um den Tisch herum, setzte sich zu mir und lehnte sich an mich. "Weißt du, meine Mutter hatte viel Temprament und davon hat sie mir ein Wenig mitgegeben." - "Dabei hat sie aber nicht gespart, das muß man ihr lassen." lachte ich. "Hör zu, mein Schatz! Mein Anwalt, der immer meine Patentverträge aufsetzt, soll uns mal erklären, wie wir weiter verfahren sollen. Wenn du so großen Wert darauf legst, werd ich auch den Vorstand übernehmen, aber Bertl soll abklären wie das alles zugeht bei Stiftungen und ob das dein Erbrecht betrifft wenn wir auf Montar-Bücker umbenennen oder was auch immer. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben. Auch keine Formfehler!" Das typische (leider hinreißende) Lächeln einer Siegerin huschte über ihr Gesicht. Sie wußte, das sie mich wieder einmal besiegt hatte.       

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