Die Anfänge von Rona

Zu Beginn aller Zeit hielten die kaiserlichen Harpen der Welt des Lagus (Das was immer war) eine Versammlung ab. Lagus war wunderschön. Aus wahren Träumen geformt und von unvorstellbarer Architektur. Die komplette Fläche, die Lagus bot, war bebaut und bewohnt durch Harpen. Zwischen all den Hallen und Häusern fanden Pflanzen und Tierwesen aller Art in den unterschiedlichsten Farben und Formen Platz. In mitten allem stand ein einzelner Baum, so groß und anmutig, dass es bis heute keine Harpe wagte, diese zu verletzten. Nachts schimmerte er in einem tiefen blau und leichte Pigmente, welche die Formen von kleinen Blüten trugen, vielen herab. Doch bevor sie den Boden berühren konnten, verblassten Sie. Am Tage erstrahlte er in einem wunderschönen rot, welches ganz Lagus mit Licht erfüllte und die Gewässer in einem tiefen roten Ton tauchte. Er ist das aller heiligste für die Harpen. Er überlebte Jahrzehnte und ist so alt wie die Welt selber. Die Harpen tauften Ihn, wie die Welt selber, Lagus.

Die kaiserlichen Harpen, fünf an der Zahl, versammelten sich in der größten aller Hallen, direkt neben dem Baum Lagus, um dort zu entscheiden, was mit den neuen Geschwister Abkömmlingen der Akademie für Erschaffung, geschehen sollte. Die Halle war geschmückt mit Blumen und Edelsteinen aller Art und Formen. Doch wirkte es nicht überladen, denn so hatten die Harpen ein gutes Händchen für Schönheit. Weiße Marmor Wände und Böden zierten den Raum. Die Stühle, Tische und die erhöhten Throne der kaiserlichen Harpen waren aus weißem Holz geformt und mit weißer Seide überzogen worden. Einzelne Edelsteine zierten die Throne und ließen diese im richtigen Licht ein wunderschönes Farbspiel von sich geben.  Alles in der Halle schimmerte in dem rot des Baumes. Die kaiserlichen Harpen selber hatten keine natürliche Form mehr. Zu alte waren Sie, als das der Körper hätte die Zeit überwinden können. Sie erleuchteten nur noch hell, so als würde man in die Sonne blicken. 

Sie kamen zu dem Entschluss den geschwisterlichen Harpen, Golar der Goldene, Waldar der Graue, Lelia die Schwarz und Nawia die Silberne eine Chance zu geben, Ihre eigene Welt zu formen, zu erbauen und zu beschützen. Denn auch Sie, Jünglinge, gerade mal um die 250 Jahre alt, waren nun an einem Punkt angekommen, wo Verantwortung gelehrt werden würde. So entließen die kaiserlichen Harpen die Jünglinge auf eine Reise, die sich Jahre hinzog, bevor Sie auf einen Planten ankamen, der nichts als leere und Kahlheit bot. 

Zuerst überlegten Sie sich einen Namen, der schnell gefunden war. Alle waren mit Rona (Neuer Beginn) einverstanden. 

So erhob sich Nawia, die Jüngste, zuerst und formte die Kahlheit um in Berge und Täler, welche sich über das ganze Reich erstreckten. Die Anderen beobachteten Sie genau und waren erstaunt über dass, was Sie sahen. Nawias ganzer Stolz war ein Berg, höher als alle anderen. Als Sie oben ankamen, konnten Sie fast ganz Rona überblicken. So entschieden die Geschwister, dies wäre der perfekte Ort um Ihr Heim zu errichten. Unerreichbar in der Höhe und doch nah genug. So tauften Sie den Berg "Glasiel" (alles erblickend) und Ihr Heim nannten Sie "Glasiel-datu" (alles erblickend-wachend).

Als die Harpen durch die Täler blickten, überlegte sich Lelia, die zweit Älteste, dass etwas in den Tälern fehlte und füllte Sie mit Wasser. Große Meere, kleine Flüsse und Bäche, alles fand einen Platz. Sie erschuf den schönsten und tiefsten See auf Glasiel selber. Das Wasser war so klar, dass man trotz seiner tiefe den Grund erblicken konnte. Auch das Wasser selber schmeckte so rein wie kein anderes in ganz Rona. Der See schimmerte am Tage golden und in der Nacht silbern. Sie tauften Ihn "Palusa" (leuchtendes)

Beeindruckt von all der Schönheit, wollte nun auch der zwei Jüngste unter Ihnen, Golar, seinen teil dazu beitragen. Er ließ Bäume sprießen, ganze Wälder erschuf er in binnen Sekunden. Wiesen so grün und mit Pflanzen bewachsen. Es erfüllte Ihn so mit Freude, dass er Lelia Pflanzen für ihre Gewässer schenkte und Nawia Bäume erschuf, die auch auf den höchsten Bergen in größter Kälte erblühen konnten. Den größten und grünsten Baum von allen erschuf er für Glasiel selber. Er war anmutig und doch wirkte er einladend und warm. Durch das Wasser aus Palusa gespeist, wuchsen schon bald Früchte, saftiger und süßer die zum Träumen verführten. Golar taufte den Baum "Palusa dasune" (leuchtendes geboren).

Zu guter letzt trat Waldar, der Älteste von Ihnen hervor und schuf Winde. Winde so stark, dass auch jeder kleinste Schlitz mit frischer Luft durchzogen wird. Da er die Lüfte mehr liebte als alles davor, erschuf er sich die ersten Lebewesen auf Rona, Vögel. In allen Formen und Farben, kleine und große schweiften durch die Landschaft. Auch Glasiel schenkte er Vögel, ganz besondere. Vögel die so wunderschön sangen, dass man jedes schlechte Gefühl vergaß. Es gab Ihnen den Namen "Spalite" (klingend). So gleich er den letzten Spalit erschuf, so verbot er Ihnen den Berg Glasiel zu verlassen. Auch verbot er, dass andere Wesen ihn besteigen durften, da die Gefahr zu groß war, dass die Herrlichkeit des Berges einen in den Wahnsinn trug. So sprach er zu seinen Winden, dass er Ihnen Wolken schenkte, die immer, wenn wer hoch hinauf schaute oder Glasiel suchen vermochte, die Winde die Wolken so trugen, dass man Glasiel nicht erblicken konnte. 

Die Harpen einigten sich darauf, weiter Lebewesen für die Länder und Meere zu erschaffen. Doch reichte Ihnen das nicht. So beschlossen Sie zu guter letzt, dass Jeder von Ihnen sein eigenes Volk erschaffen durfte, welches nach seinen Wünschen erbaut werden sollte. Und er danach würden Sie den Dingen ihren Lauf lassen. 

Viele Jahre vergingen, bevor die Erstgeborenen niedergelassen wurden. 

Comments

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    Auch ich heisse dich herzlich willkommen hier auf Belletristica! Welch zauberhafte Welt hast du da erschaffen! Grossen Respekt vor dir, wie du zu deiner LRS stehst und trotzdem voller Kreativität schreibst! Ich freue mich darauf, mehr von dir zu lesen!

  • Author Portrait

    Ganz herzlich willkommen auf Belletristica! Es ist immer schön, auf neue Fantasy-Storys zu stoßen. Ich habe großen Respekt davor, dass du dich trotz LRS nicht davon abhalten lässt, eine eigene Welt zu erschaffen und darüber zu schreiben. Das ist bestimmt eine Menge Extraaufwand, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen! :)

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