Wenn man im Leben in die Verlegenheit kommt zu hören das der eigentlich erlernte Beruf nichts mehr Wert ist und man in diesem Berufsfeld keinen Job bekommt muss man sich Gedanken machen. 
In meinem Fall war ich Fotografin und bei einem bekannten Salzburger Studio angestellt. Mein Chef war eines der präpotentesten Arschlöcher die mir je begegnet sind, allerdings konnte ich ihn trotzdem gut leiden. 
Er saß den ganzen Tag auf seinem Massage-Stuhl und konnte Photoshop nicht einmal öffnen, geschweige den damit umgehen, also konnte man ihn schlecht alleine lassen. Ich habe ihm einfach jeden Tag Kekse und einen Kaffee hingestellt, also war er friedlich, wir haben uns auch lange ausgehalten, es war eher das Problem das eine seiner Töchter ihren Exfreund in die Firma gebracht hatte. Nennen wir ihn X. X war ein Traum, ein Alptraum! Er war faul und hielt es für völlig ausgeschlossen das irgendeine Frau NICHT mit ihm schlafen wolle.
Er war unzuverlässig und komplett Talentfrei.
Nach 6 Monaten mit X habe ich meinem Chef erklärt das ich mit ihm nicht zusammen arbeiten könne. Er meinte ich müsse, präpotent und dumm wie immer. Also habe ich gekündigt! 
Was jetzt? Das Monat neigte sich dem Ende zu und so ganz ohne Job ist das Leben auch langweilig. Ich habe mich bei jedem Fotografen in und um Salzburg beworben. Alle bauen Personal ab - keiner stellt an! Danke an die Wirtschaftskammer das dieses Gewerbe ja jetzt offen ist, und jeder Depp mit Spiegelreflexkamera einfach Fotograf sein darf.
Also ab zum Arbeitsmarktservice. Die haben mir angeboten einen Pflegehelfer zu machen, das musste ich ablehnen, ich und Menschen, nein! 
Also schickten sie mich weiter zur "Arbeitsstiftung" - und da gab man mir eine Telefonnummer wo ich anrufen sollte. Ein Bürojob. Der Deal: 18 Monate arbeiten und Lehrabschluss bekommen. Toll, ich hasse Büroarbeit!
Egal, ich habe angerufen, der Typ am Telefon klang verplant und sagte ich solle am nächsten Tag um 8:00 da sein.
Also stöckelte ich eine Bauernwiese entlang um die Firma zu finden. Das Schild verhieß übles: "Verkauf, Reparatur & Service von Garten und Kommunalgeräten" Ich habe bis heute noch nie einen Rasenmäher benutzt - und habe es auch nicht vor!
Dann der Deal, keine 18 Monate - sondern möglichst für immer! Alles machen - das Büro managen! Okay, Lehrling sein wäre eh nicht so mein Ding gewesen.

Das ist jetzt über 2 Jahre her - mittlerweile habe ich natürlich meinen Lehrabschluss (mit Auszeichnung) und 2 Lehrlinge (theoretisch 3, aber Nr. 3 macht keinen Sinn). Ich muss also 3 Menschen die kaum älter sind als ich Befehle erteilen und sie "erziehen".
Ob sie mich immer ernst nehmen? Ja, dafür habe ich gesorgt, sie fürchten mich!
Ob sie deswegen ihre Arbeit zufriedenstellend erledigen? Nein!
Lehrling 1 war in der Werkstatt, und hat ca. 1 Jahr gebraucht bis er ein nützlicher Teil dieses Unternehmens wurde. Lehrling 2 im Büro, sie ist brav, allerdings schwanger und in 3 Monaten weg. Lehrling 3 wird nie ein sinnvoller Teil von irgendwas werden. Man kann ihm während er geht die Schuhe zubinden!
Er ist frech und hat das technische Verständnis einer Essiggurke! Ich hätte ihn schon längst subtrahiert - allerdings meint mein Chef er wird sich in der Berufsschule sowieso durch sich selbst dividieren.
Gut, also müssen wir "Hosenscheißer", wie ich ihn "liebevoll" getauft habe noch einen Monat ertragen. Und dann? Die Hoffnung das etwas besseres nachkommt habe ich bereits aufgegeben. Was ist mit unserer Jugend los? 
Sind alle jetzt verweichlichte kleine Hosenscheißer die darauf warten das sich das Konto jeden Monat von alleine füllt?
Was soll man machen? Gutes Personal ist schwer zu finden!
Mich interessiert bei Gott nicht alles womit ich hier täglich konfrontiert werde. 
Sexismus ist mein bester Freund und selbstständiges Denken meine Waffe - also muss ich da wohl durch! 
Wo anders ist es auch nicht besser! 
Fazit: Die Arbeitswelt ist ein Alptraum!


Comments

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    Wo anders ist es auch nicht besser..Korrekt! Cooler Text!

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    Den Wahnsinn einen Beruf zu finden gut zum Ausdruck gebracht, bei meiner Mutter war es nach ihrer Entlassung auch kaum anders. Und dann landet man an einem Platz der scheinbar noch verrückter ist, als der vorangegangene. Die Arbeitswelt st ein Alptraum, gutes und leider passendes Fazit.

  • Author Portrait

    "Also stöckelte ich also eine Bauernwiese entlang ..." etwas zu viel also in dem Text :) Aber sonst gut zu lesen. @Schuhe zubinden: Du hast es versucht? XD

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