Wir ziehen durch die dunklen Straßen, die Nacht ist unsere Welt und wir beide sind zwei unbedeutend kleine Sterne, aber ohne dein Licht bin ich verloren in der tief schwarzen Nacht. Ich nehme deine Hand, weil du zu schnell gehst. Ich flehe dich an nicht so schnell fort zu gehen. Erst blickst du hinunter zu meiner Hand, die sich versucht mit deiner zu verankern, dann blickst du in meine Augen und alles bleibt stehen. Weil das Blau deiner Augen die Nacht zum leuchten bringt und weil die Schönheit deines Leuchtens mich zum Luft holen zwingt , also bleibe ich stehen, aber du hast nie aufgehört weiterzugehen und du gehst weiter und weiter bis du nur noch ein Schatten der Dunkelheit bist, du hauchst mir etwas zu, doch deine Worte verfliegen mit der viel zu kalten Luft, die mich erschaudern lässt und das nächste was du sagst gefriert im Wind und zerbricht am Boden in einer Pfütze in der die ganze Hoffnung verschluckt wird und irgendwann, da ist auch das leuchten deiner Augen in der Ferne nur noch ein schwirrender grauer Funken Hoffnung der in die Luft aufsteigt und verschwindet. So wie du verschwindest. So wie alles verschwindet. Und dann ganz plötzlich löst sich die Vorstellung von dir und mir in Luft auf und verfliegt mit der viel zu kalten Nachtluft bis man das zischen nur noch im Nachhall hört. Und du bist fort. Und ich allein.

Und wenn ich einsam bin,

da denke ich daran, dass ich doch mich selbst habe.

Aber reicht das ?

Es muss doch reichen.

Ich bin die einzige, die da ist und die einzige, die immer da sein wird.

Ich bin alleine.

So alleine.

Ganz allein.

In einer dunklen Gasse.

Alleine.

Und niemand kann ich sein.

Und niemand kann mein Leben für mich leben.

Und du hast immer gesagt, dass ich nie alleine bin. Niemals.

Aber wo bist du?

Ich bin doch so einsam.

Du bist fort gegangen.

Einsam.

Hier, ohne dich.

Hier, ganz verloren.

Und da schließe ich die Augen, weil ohnehin alles so furchtbar dunkel ist.

Und sehe dich.

Dein Leuchten.

Hinter den leeren Worten, die verblassen.

Dort im Nichts.

Ich dachte immer unsere Zeit sei Zeitlos.

Aber nur diese eine Nacht erscheint mir endlos.

ich liebe dich

Comments

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    Du erinnerst mich so sehr an mich selbst in deinem Alter. Ich spüre genau, was du hinter deinen wunderschönen Texten verbirgst, Johanna. Und sei dir sicher, auch wenn du gar nicht dran glaubst, viele Menschen lieben dich. Jetzt und so wie du bist. Würden deine Worte lieben und in ihnen versinken. Irgendwann wird eine Zeit kommen, in der blickst du auf dieses traurig Mädchen zurück und lächelst stolz. Fühl dich gedrückt. Ich vergesse mein versprechen nicht. Wir werden es sie alle lesen machen!

  • Author Portrait

    So traurig! So treffend und gut beschrieben!

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Fairy Dust

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